Sonntag, 12. März 2017

Stoffdiät - JoJo-Effekt

Wir treffen uns wieder bei der Stoffdiät von Frau Küstensocke - zum gemeinsamen Update über den Fortschritt des Stash-Abbaus, und zum Nachdenken über folgende Fragen:

Was tun mit ungeliebten Stoffen? Wer tauscht mit mir?

Erst einmal ein Rückblick über die vergangenen Wochen:
Mein Plan für Januar und Februar war der folgende:

- die Bluse fertig nähen  - check!  
- das rosa Shirt nähen (minus 1,5 m ) - check!
- den Wollstoff in Tweed-Optik zu einem Rock vernähen ( das waren ganze 1,5m + 1,5 m "nicht registrierter" Futterstoff ) - check!
- beigefarbenes Shirt mit schwarzen Akzenten zu meiner Bleistifthose (minus 1.5 m)
Rock und Shirt werden demnächst noch eingehener vorgestellt werden. 

Bis hierhin lief es gut. Netto also schon mal 4.5 Meter weniger - also rechnerisch 37,3 m im Bestand.

Nicht so gut lief es beim letzten Vorsatz:
- keinen Stoff kaufen außer für drei geplante Projekte (den Stadtmantel von Frau Crafteln, eine blaue Hose fürs Büro und eine weiße Leinenhose).

Die ersten Wochen war ich noch standhaft. Bei der Beschaffung der Knöpfe für meine Bluse noch ganz wehrhaft gegen Versuchungen und kam nur mit Knöpfen, Garn und einem Pack Saumband aus dem Laden.  .
.

Bei einem Besuch in Hamburg hatte sich Frau Tulpe sicherheitshalber verbarrikadiert (hat nichts geholfen, ich war trotzdem drin, habe NICHTS gekauft, aber seither spukt ein schöner Jerseystoff in Grau-Curry in meinem Hinterkopf, den ich in grau-Bordeaux schon habe...)


Aber wenig später bin ich bei K**stadt dann doch erlegen.
Ein wunderbarer Hosenstoff, grau mit Nadelstreifen, Viskose-Polygemisch und ganz weich und schön anzufassen, wollte partout mit (unten links auf dem Foto unten).
Schwach geworden. Mist.
Aber ich führe folgendes zu meiner Verteidigung an:
- Er war reduziert von 19.95 auf 11 EUR / m.
- Es gibt ein konkretes Projekt: es wird eine Frühlingshose im Marlenestil, ähnlich dieser hier. Passend zum rosa Wasserfallshirt und meiner Whippet-Strickjacke. Sozusagen eine Anschlussinvestition.
- ich wollte IMMER SCHON! eine Nadelstreifenhose!

Den Schnitt zum Stadtmantel von Crafteln habe ich schon vor Weihnachten gekauft, und gerade läuft ein Sew-Along dazu. Hier gab es den wertvollen Tipp, dass der passende Walk gerade im Angebot sei beim roten Faden. Nun bereichern 3m Walk in der freundlichen Farbe "Pflasterstein" mein Lager und machen sich ganz schön breit (oben im Foto zu sehen). Vernähen werde ich den Stoff zum Herbst hin (dann werde ich aber ganz schön protzen können, 3m auf einmal vom Tisch - HA!), und der Stadtmantel wird dann einen abgetragenen Wintermantel ersetzen.

Diesen Einkauf ergänzte ich nicht nur um die notwendigen Druckknöpfe und einen Reißverschluss für die Nadelstreifenhose, sondern auch noch um 2m Baumwollgabardine in dunkelblau für das geplante Hosenprojekt. Im Herbst müssen zwei Hosen aus dem Bestand (eine graue und eben die blaue) ersetzt werden - dazu muss ich nun nicht mehr los. Theoretisch jedenfalls.

Damit bin ich dann wieder bei ca 44,3m. Mehr als vorher... Dass der Jo-Jo Effekt sich so schnell einstellen würde, hätte ich nicht gedacht. Immerhin aber sind zwei Projekte weg von der To-Sew-Liste.
Die neuen Stoffe wurde ordnungsgemäß katalogisiert und eingelagert:
(Die beiden Stoffstückchen oben links im unteren Bild sind übrigens gedacht für meine beiden Sommerblüschen-Projekte - der bunt gepunktete sieht doch auch hübsch aus zu den Nadelstreifen, meint ihr nicht?)

Nun zu den Fragen der ungeliebten Stoffe.
Da stehe ich eigentlich ganz gut da. Den violetten Viskosejersey, der leider doch nicht zu meinem Loppa-Mantel passte, habe ich bei Ebay verkauft  - ein Meter raus aus der Kiste. (Kleiner Exkurs zum Verkaufen von Stoffen bei Ebay: Ein Vermögen macht man damit nicht - zumindest nicht, wenn man die Stoffe per Auktion anbietet. Hochwertiges würde ich daher nicht über Ebay verkaufen. Der genannte Meter ging weg für 2.50 EUR. Aber ich bin ihn los, und jemand anderem macht er hoffentlich Freude.)

Dann habe ich noch zwei Wackelkandidaten, bei denen ich mich nicht so recht entscheiden kann zwischen Top oder Flop.
Einmal diesen hübschen Baumwollstoff (1.10 breit, 2m lang, ursprünglich gedacht für eine Bluse).
Die Grundfarbe ist hellgrau mit einem leichten Stich ins Grüne - die Farbe auf dem Foto trifft den Originalton ziemlich genau. Die Kirschblütenzweige hatten es mir angetan und gefallen mir auch immer noch gut, aber es beschleicht mich der Verdacht, dass die Farbkombi mich blass aussehen lässt. - Möchte jemand diesen Stoff adoptieren?


Dann den Punktejersey unten links. Den habe ich einer Verkäuferin im Stoffladen letzten Sommer als Rest abgeschwatzt, weil ich ihn so lustig fand, wie er auf der Puppe drapiert war, und plante ein Strandkleid daraus. Mittlerweile beschleicht mich aber der Verdacht, dass ich damit wie MissPiggy aussehen könnte. Das Stück ist 1.40 m breit und 1.30 m lang, die Punkte sind ca 4cm im Durchmesser. Ob ich daraus eine Art Bronte-Shirt machen sollte?
Oder doch vertauschen? Hat eine von Euch Interesse?

Ein Projekt werde ich zu Grabe tragen, und zwar eine Makira aus den beiden Gütermann-Stoffen unten rechts. Ich liebe die Gütermann-Stoffe, und auch die beiden Motive gefallen mir immer noch gut, aber ich mag die Farben momentan einfach nicht mehr für mich leiden. Die Bluse war schon zugeschnitten, jetzt gehen die Zuschnitte erst mal in die Restekiste. Vielleicht wird ein Stricknadeletui für Mutti daraus.

Also 2.20 m (Makira) und 2 m Stoff (Kirschblüten), die ich definitiv nicht verwenden werde, mit Option auf weitere 1.30 m Punktestoff, die entweder auf eine neue Besitzerin oder die zündende Idee warten.

Für diesen türkisgrün melierten Jersey (1 m x 1.50 m) habe ich noch keine richtig zündende Idee. Die Farbe mag ich total gern - allerdings habe ich keine Idee für einen Schnitt. Der Stoff ist sehr weich und fällt schön, wäre eigentlich also super geeignet für ein Wasserfallshirt, andererseits hätte ich gern ein Shirt, dass man auch unter ein Kleid anziehen kann (als Ersatz für ein weiteres abgetragenes Teil im Kleiderschrank). Habt ihr Ideen für einen passenden Schnitt?


Alle anderen Stoffe haben der Inventur bisher standgehalten, und die meisten davon sind schon konkreten Projekten zugeordnet.

Meine Nähpläne für die nähere Zukunft:
- Ringelshirt als Ersatz für dieses schon sehr abgeliebte
- die Nadelstreifenhose.
Mal sehn, ob ich das im März schaffe. Immerhin sind beide Projekte schon zugeschnitten.

Und ihr - wie ist es euch ergangen? Leidet ihr wie ich am Jo-Jo-Effekt, oder hat sich euer Lager etwas geleert? Die beachtlichen 25 Meter von Frau Küstensocke werde ich vermutlich im ganzen Jahr nicht schaffen...

Damit wandert mein Beitrag zur Stoffdiät - März Update

Kommentare:

  1. Sehr spannend zu lesen! Beim Spring Style Along hast Du ja eine ganze Reihe von Plänen vorgestellt, wenn Du die umsetzt, ist der Jojo Effekt wieder ausgebügelt. Jetzt bloß nicht aufgeben. Stück für Stück wird es schon klappen. Der Stoff mit den großen roten Punkte könnte mit einem Unifarbenen Stoff in weiß, rot oder blau kombiniert werden. Ein Shirt mit vertikalen Teilungsnähten könnte dem Punktestoff die Macht nehmen. Für den weichen Viskosestoff in türkis kannst Du den Burda Wasserfallschnitt ausprobieren. Ein Unterziehshirt wird es dann zwar nicht, dafür würde ich den Grundschitt 303 von Ottobre empfehlen, ein Shirt ohne Schnickschnack mit drei verschiedenen Ausschnittformen. Schade um die Gütermann-Stoffe. Der Kirschblütenstoff gefällt mir gut, aber für eine Bluse wäre er mir zu lebhaft und Patchworkstoffe habe ich bis unters Dach ;-)LG Kuestensocke

    AntwortenLöschen
  2. Oh, oh, oh - das waren ja echt Versuchungen, denen man nur ganz schwer widerstehen kann! Da hatte ich es viel besser: kein Stoffladen weit und breit! :-)
    Ich drücke Dir die Daumen.
    LG
    Valomea

    AntwortenLöschen
  3. Du warst so fleißig und trotzdem hat du jetzt mehr Stoff als zuvor! Unglaublich!
    LG Monika

    AntwortenLöschen
  4. Oh ja, die Versuchungen. Da weiß ich auch noch nicht, wie ich damit umgehen werde... Wenn Du Dir schon lange eine Nadelstreifenhose wünschst und dann auf den passenden Stoff stößt, wer würde ihn dann nicht kaufen? Bleib am besten einfach dran! LG Angela

    AntwortenLöschen
  5. Ich finde, man muss nicht allen Versuchungen wiederstehen! Ich sehe das wie Angela, wenn du wirklich schon lange so eine Hose haben wolltest, dann ist der Stoff doch eine gute Investition. So lange du das umsetzt und er nicht auf nimmer wiedersehen im Schrank verschwindet, ist da doch nichts gegen einzuwenden.
    Ich würde liebend gerne den Kirschblütenstoff adoptieren (was für ein tolles Muster), aber ich habe dasselbe Problem wie du: würde mich blass machen. Aber wie wäre es denn stattdessen mit einem "Unterteil", also einem leichten Sommerrock oder ähnliches. Das könntest du dann mit einem Oberteil kombinieren was dir besser steht. Klar, damit kriegst du vielleicht nicht die kompletten 2 m weg, aber da er ja nur 1,1 m breit liegt, doch eventuell schon das meiste. Ein Tellerrock z. B. ist doch ein echter Stofffresser... Stelle ich mir für den Sommer ganz traumhaft vor.
    Wenn der Jersey wirklich so schön fällt, würde ich ihn nicht für ein Unterziehshirt "verschwenden". Wasserfallshirts gehen doch immer. Oder sowas wie die Elaine von Pattydoo. Also etwas asymmetrisches oder etwas mit einer Raffung an der Seite.

    Na ja, lass dich auf jeden Fall vom Jojo-Effekt nicht unterkriegen. Du warst ja doch schon ziemlich standhaft. Vielleicht ist das einfach Übungssache...

    LG,
    Kathrin

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Sandra,
    das sind ja schöne Stöffchen die du vererben möchtest!
    Wenn sie noch zu haben sind, würde ich gerne den Punktejersey und evtl. den Kirschblütenstoff adoptieren...ein toller Stoff für eine Bluse!
    Ich freue mich auf deine Antwort!
    Liebe Grüße !
    Marie

    AntwortenLöschen