Mittwoch, 4. November 2015

Test-Jeans: passt, wackelt und hat Luft!

Heute ist Mottotag beim MMM - alles aus Jeans.
Ursprünglich wollte ich gar nicht mitmachen. Hosen sind für mich immer noch ein Angstgegner, auch wenn ich inzwischen zumindest zwei gut tragbare Modelle fabriziert habe (s. hier und hier).
Andererseits habe ich beim letzten Stoffmarkt habe diesen schönen leichten Jeansstoff ergattert:
  
 Nicht sehr dick, und mit den feinen Nadelstreifen etwas formeller und damit absolut bürotauglich. 
Mit knapp 9 EUR pro Meter auch noch ein Schnäppchen, und damit prädestiniert als Probestoff für Schnitt Nr. 9 aus der aktuellen Ottobre. 
Quelle: Ottobre 5/2015
Also ran an den Feid - wenn's "in die Hose" geht, hält sich zumindest der Verlust in Grenzen.

Und, Mädels: Ich habe DEN Hosenschnitt gefunden, der genau um meine Problemzonen  Birnenform passt! Ich bin total aus dem Häuschen! Endlich auch ein Schnitt für Stoffe ohne Stretchanteil. Ich habe hier nämlich noch ein edles Wollstöffchen, das ich aber erst mal hüten wollte, bis der richtige Schnitt gefunden wäre. 
Den hab ich jetzt, hurra!


Vors Nähen hat der Stoffgott allerdings das Waschen gestellt. Bei dem Preis dachte ich mir schon, dass das Stöffchen färben wird. Der Stoffhändler riet mir, den Abschnitt einzuweichen in kaltem Salzwasser. Hab ich gemacht, und es färbte auch etwas aus, komischerweise in gelb statt blau. 
Anschließend hab ich den Stoff in der Maschine gewaschen, und trotzdem gab es beim Nähen dauernd blaue Finger. 

Im Grunde ist die Hose einfach zu nähen. Als Taschenbeutel habe ich mir diesen schönen Baumwollstoffrest ausgesucht (und hoffe, dass es mir vielleicht Geld in die Taschen regnet...): 



Allerdings wäre ich nicht ich, wenn ich nicht doch so ein paar Stolpersteine einbauen würde: 
Den Reißverschluss habe ich zum einen falsch herum angesetzt. Nun ist die Öffnung auf der rechten statt wie üblich auf der linken Seite. (Weiß übrigens jemand, woher das kommt, dass Damenhosen den "Eingriff" auf der linken Seite haben?) Macht nix.

Mangels Übung und fehlender Fähigkeit, die eigentlich gut verständliche Anleitung von Ottobre umzusetzen, habe ich den Reißverschlusss 3x eingenäht und wieder rausgetrennt. So ganz verstanden, wo mein Fehler ist, habe ich zwar immer noch nicht, aber es ist einer da und hat was mit der Mittelnaht zu tun - aber der RV ist nun drin und schließt. 

Dann habe ich mich entschieden, den Bund etwas tiefer zu setzen. Bei der Anprobe saß die Hose (obwohl laut Schnittbeschreibung "der Bund laut Schnitt etwas unterhalb der natürlichen Taille sitzt") gefühlt unter den Armen wie bei Obelix. Also habe ich den Bund 3 cm weiter unten angenäht. Was ich dabei nicht bedacht habe: Wenn man die Taschen nicht von vornherein auch etwas tiefer setze, werden die Eingriffe kleiner... hoffentlich ist das dann nicht der Grund, wenn es mit dem Geldregen nicht so klappt...! 
Die Hände passen immerhin noch rein, wie man auf dem Foto oben sehen kann.

Die Bundfalten habe ich ca 7cm tief abgestseppt, so dass sie erst ab dem Beinansatz aufspringen. 
Die Bügelfalte über die gesamte Beinlänge habe ich weggelassen.

Wie üblich musste ich in der hinteren Mitte noch einige Zentimeter wegnehmen, dadurch passte der Formbund nicht mehr so recht, und mir scheint, als seien im Schnitt die hinteren Abnäher vergessen worden. Ich habe keine gefunden - und die Abnäher selber eingebaut. Wie ich finde, ganz ordentlich:

Und so sieht sie aus, meine Probe-Bundfaltenjeans: 

Ich finde, der Schnitt hat den Eignungstest bestanden. Die Hose ist superbequem, nirgends kneift was, und die Fehler belassen wir hier unter uns, versprochen?

Die nächste Hose aus dem Wollstöffchen wird dann hoffentlich fehlerfrei und genauso bequem - ihr werdet es erfahren!

Weitere Werke aus Jeans, angeführt von Sibylles Lieblingsmodellen, gibt es auf dem MMM-Laufsteg zu sehen - bitte hier entlang!


Kommentare:

  1. Die Hose sieht top aus. Da gehen alle Daumen nach oben. Den Schnitt werde ich mir für meine nächste Bürohose vormerken. In der Ottobre hatten sie so eine komische Länge gewählt. Bei dir sitzt sie super. LG Carola

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  2. Mir gefällt deine Hose richtig gut. Mir gefällt deine Idee, Jeans und Bundfalten zu kombinieren.
    Vielen Dank für die Inspiration.
    LG Martina

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  3. Die Hose gefällt mir sehr gut. In der Zeitschrift hat sie mich überhaupt nicht angesprochen, weil die Länge so überhaupt nicht meins ist. Hochwassermäßig, nichts halbes und nichts ganzes. Deine Probehose ist super, jetzt kannst Du in Serie gehen.
    LG, Sandra

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  4. Schön, den Schnitt mal in echt zu sehen. Deine Hose ist echt gut gelungen. Ein weich fallender Wollstoff wird den Schnitt sicher auch sehr gut zur Geltung bringen. Bin gespannt auf weitere Exemplare! LG Kuestensocke

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  5. Ein Hosenschnitt, der passt und gefällt ist Gold wert; prima sieht die Hose an dir aus und jetzt kannst du in Serie gehen.
    LG von Susanne

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  6. Super, dass Du einen Schnitt gefunden hast, der passt. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Ich nähe sehr gerne Hosen, wenn auch erst seit einiger Zeit für mich. Reißverschluss einnähen habe ich nach der Anleitung von Farbenmix gelernt. Ich finde da steht es super erklärt. Schau mal hier:
    http://www.farbenmix.de/joomla25/index.php/detailanleitungen?id=1109

    LG Kerstin

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  7. Sehr schön ist Deine Hose geworden! Eine Freundin hat das selbe Model am Nähwochenende genäht und sie passte trotz genauem Maßnehmen hinten und vorn nicht. Sie hat zigfach Falten und Abnäher vergrößert und an der hinteren Mittelnaht noch Stoff weggenommen sowie die Kurve verändert - der leichte Wollstoff hing trotzdem viel zu weit an ihr. Frustrierend... Letztendlich denke ich, dass sie bestimmt 2 Nummern kleiner hätte zuschneiden können. Ging Dir das ähnlich? Liebe Grüße, Frieda

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    1. Wie schade, dass deiner Freundin die Hose nicht passt!
      Ich habe die Hose nach der Größe meines Hüftumfangs zugeschnitten, und in der Hüfte passte sie auf Anhieb sehr gut. In der hinteren Mitte musste ich noch mal insgesamt 3 cm rausnehmen, aber das Problem habe ich oft, und auch die Bundfalten sind wie im Schnitt angegeben, ich habe sie bloß abgesteppt.
      Grüße
      Sandra

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  8. Alles richtig gemacht und dreimaliges Reißverschlusseinnähen hat doch jetzt zu einer perfekt sitzenden Hose im Schrank geführt. Klasse! Angstgegner bezwungen! ich habe mich noch nicht getraut. Dein Ergebnis macht mir Mut! LG, Nina

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  9. Sitzt klasse! Haha, verkehrt herum eingenähte Rvs, gerne auch Knopfleisten, fallen mir immer erst beim Bilder betrachten auf:)) Und dann bin ich unsicher, wie es denn nun richtig gehört - meist merkt man es beim Anziehen...anderen fällt so etwas wohl kaum auf!
    Liebe Grüße
    Sandra

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  10. Hallo Sandra, danke für Deinen Kommentar zu meiner Jeans. Du hast gefragt wie ich die Ziersteppung an Innen- und Außennähten gemacht habe. Wenn ich dich richtig verstanden habe, geht es darum, dass bei geschlossenem Hosenbein die Steppnaht an der Innennahtmühsam anzubringen ist, wenn zunächst die Außennaht genäht und abgesteppt wurde? Ja das ist in der Tat etwas knifflig, aber nicht weiter schwierig. Zuerst schließe ich die Außennaht an den Hosenbeinen und steppe diese ab. Weil die sichtbare Steppnaht außen liegt und gut zu sehen ist, nehme ich die zuerst, weil das Nähstück noch flach liegt und es keine besonderen Verrenkungen beim nähen braucht. Eine Naht ohne große VErwackler ist gut möglich. nachdem auch die Innennaht der Hosenbeine geschlossen ist, kann die zweite Steppnaht angebracht werden. dazu wende ich die Hose auf links, die dunkle, schöne Seite liegt innen. Dann lege die das Hosenbein beginnend am Fuß unter die Nadel und nähe auf der dunklen Seite und schiebe Stück für Stück das Nähgut voran. Das wird dann etwas mühsam, weil es viel Stoff ist, eine ruhige Hand ist gefordert und schön langsam nähen, immer wieder das Stoffstück nachschieben... das staucht sich dann schon ganz schön an der Nähmaschine. Ein Freiarm hilt nicht. Ich habe diese Technik zuerst an Blusen geübt, wenn ich die innere Ärmelnaht als Kappnaht nähe - der Blusenstoff ist ja recht dünn, da war es nicht so schwer. Bei dem dicken Jeans war es etwas mühsamer, hat aber auch gut geklappt. Vorsicht - die Nähmaschine muss rundrum gut freigeräumt sein, damit der viele gestauchte Stoff nicht das Nadelkissen und Co. vom Tisch fegt. Leider habe ich kein Video gefunden, dass man bei Youtube dazu anschauen kann. Ich habe es im Craftsy Kurs für Hemdblusen sehen und jetzt einfach bei der Jeans probiert. LG Kuestensocke

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  11. Hallo Sandra,

    die Hose gefällt mir ausgesprochen gut und ich finde, dass die länger abgesteppten Bundfalten so besser zur Geltung kommen als beim Ottobre-Modell.
    Zu Deiner Frage, warum bei Frauen der Eingriff links ist. Ich habe es mal gelesen, jedoch nicht weiter auf seine Richtigkeit überprüft, dass es dabei eigentlich um die Männer geht ;)
    Der Gedanke war, dass wenn der Mann z.B Auto fährt, kann seine nette Begleitrin und natürlich immer auf das Wohl des Ehemannes bedachte Frau [;)] ihn darauf hinweisen, wenn sein Hosenstall offen steht. Sie kann von Beifahrerinnenseite aus direkt in und auf den Eingriff schauen.
    Heute wird das ja nicht mehr so streng gesehen, ich habe auch Hosen, die nach rechts öffnen. Oder vielleicht liegt es auch daran, dass heute Frauen gerne selbst den Wagen fahren und so nun der Ehemann für den Hosenschlitzcheck verantwortlich ist ;)

    Liebe Grüße

    Nadine

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  12. Hallo Sandra,

    Deine Interpretation der Hose gefällt mir super - und sitzt wie angegossen! Aber Dein Knotenkleid ist auch top, habe mal ein bisschen zurückgeschaut...

    Ich möchte auch mal wieder nähen. Und morgen fange ich an. Oder übermorgen ... ;)

    LG Bine

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