Posts mit dem Label schönes Holstein werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label schönes Holstein werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 13. Juli 2016

In Love with Caya

Vor Weihnachten gab es bei Alles für Selbermacher eine tolle Spendenaktion: Der Erlös der Verkäufe von "All you need is Love" - Jerseys von Hamburger Liebe fließt in eines von drei Charity- Projekten - welches, durfte sich der Käufer aussuchen. Prima Sache- und in die blau-grüne Variante war ich sofort verliebt.
Zwei Meter davon und ein halber Meter Romanit in passendem Kiwigrün landeten so wenige Tage später bei mir zu Hause.  Eingelagert warteten sie bis zum Mai, als ich mit angeschlagenem Knie zu Hause rumsaß und Zeit totschlug. Beim Durchblättern meiner Schnittmusterhefte bin ich in Ottobre 05/2013 über CAYA gestolpert. Eigentlich ist der Schnitt für eine Kombination aus drei Stoffen gedacht, da an den Säumen von Ärmeln und Rock jeweils Volants vorgesehen sind. Das war mir zu verspielt, und eine abgespeckte Caya in blau und grün schien mir genau das richtige für meine Stöffchen.

Die Anleitung weist ausdrücklich darauf hin, den Brustpunkt zu vermessen, da der Bundstreifen passgenau unter der Brust sitzen soll. Hab ich gemacht, das Schnitteil entsprechend angepasst - aber nachher war das ausgeschnittene vordere Oberteil doch viel zu lang. Die Anpassung hätte ich mir getrost sparen können.


Abgesehen davon ist Caya einfach zu nähen. Der Bundstreifen ist wie auch der Halsbeleg gedoppelt, was am Bauch zwar eine dicke Lage Stoff bedeutet, aber verhindert, dass einen die Ovinähte kitzeln. Einmal musste ich den vorderen Bundstreifen wieder abtrennen, da mir die Rundung nicht so gelungen war. Die Ovi tat sich ein bisschen schwer mit zwei Lagen Romanit und dem Jersey dazwischen. Im zweiten Anlauf war ich dann zufrieden. Der innere Halsausschnitt wird im Nahtschatten abgesteppt - auch hier erlange ich allmählich Übung.

Da ich die Ärmelvolants weggelassen habe und auch die Ärmellänge gekürzt habe, haben auch die Ärmelsäume noch eine Blende in kiwigrün bekommen.
Und was soll ich sagen - ich finde, der Schnitt ist ein absoluter Hammer. Total figurschmeichelnd durch den V-Ausschnitt und den Bundstreifen. Ohne die Volants zwar nur halb so romantisch wie das Original, aber auch in meiner abgespeckten Variante ein echter Traumschnitt .

So kommt Caya daher:
 
Leider ziert sich der Stoff beim Fotografieren sehr, die Farben kommen nicht so genau rüber. Das Blau ist ein royalblau, und das Grün ein knalliges kiwi.

Ausgeführt habe ich Caya am vergangenen Samstag. Da war bei uns im Dorf mächtig was los, alles, was laufen konnte, war auf den Beinen.
Zum einen war Kindervogelschießen. Für alle Nicht-Nordlichter: Das ist eine Tradition, bei der die Schulkinder bei verschiedenen Spielen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen können. Die größeren Kinder schießen mit einer Armbrust auf einen hölzernen Vogel, und am Ende des Tages stehen dann die Schützenkönige fest. Zur Feier des Tages ist das ganze Dorf mit Wimpeln und Girlanden geschmückt, und natürlich gibt es einen Festumzug mit einer Band, die ordentlich Stimmung macht.

 Zeitgleich fand aber auch ein Treffen von Elektroautofans statt. Über 100 Elektroautos aus der ganzen Republik und sogar aus der Schweiz nahmen teil. Neben Getränken und Gegrilltem gab es als Rahmenprogramm den ganzen Samstag über Vorträge zum Thema Elektromobilität, und man durfte sich die Autos "in echt" ansehen und mit den Besitzern fachsimpeln. Das war ganz schön spannend, für mich als Benzin-Fahrerin ergaben sich ganz neue Blickwinkel.
Renault Zoés gab es eine Menge (mittleres Bild, fast wie im Autohaus). Die untere Bildreihe zeigt die Parkreihe der Teslas.  Nachdem ich einmal von einem dieser lautlos schnurrenden Rennsemmeln fast überfahren worden bin (die brauchen einfach ein Soundmodul, man hat als Fußgänger sonst keine Chance!) war ich total neugierig, so einen Wagen mal von Nah sehen zu dürfen. Ich durfte sogar in einem drinsitzen!! Was für ein cooles Auto! Und ein irre großer Kofferraum - nicht nur hinten, sondern auch vorn ist noch Stauraum, in dem der Teilnehmer aus Zürich ein Klapprad untergebracht hatte. Ob er wohl schon mal liegen geblieben ist?
Neben der einen öffentlichen Zapfstelle  waren an mehreren Stellen im Dorf "Tankstellen" eingerichtet worden. Freunde besitzten ebenfalls ein E-Auto, das mit Energie aus den Solarplatten vom Hausdach betankt wird. In ihrem Carport ist eine öffentliche E-Tankstelle, die in einem Internetportal registriert ist, und an der jeder Fahrer gegen einen Obolus "tanken" kann. Tolle Sache!
Eine Zapfstelle war an unserer Kirche aufgebaut. Üblicherweise ist der Kirchplatz gesperrt für Fahrzeuge, umso putziger fand ich die aufgereihten E-Autos, die alle an der Leitung hingen.

Das Seitenportal unseres schönen Kirchleins aus dem 15. Jahrhundert diente mir denn auch als Kulisse für die Tragefotos: 
Die Kamera hatte diesmal ihre liebe Mühe mit den Lichtverhälltnissen, auch Photoshop kam nicht klar mit den Korrekturen. Bitte seht mir die grellen Bilder nach. 

Ich hoffe aber, dass ihr sehen könnt, wie gut Caya geworden ist. Ein bisschen enger um die Taille könnte sie noch sein, aber so trägt sie sich superbequem. Der Jersey war sehr hochwertig und prima zu vernähen - und ich habe nun ein Kleid, mit dem ich auch beim nächsten "Tiermotto"-MMM mitmachen könnte :) Und sicher habe ich diesen Schnitt nicht zum letzten Mal genäht. Ich hätte da noch einen Punktejersey, der noch einen Kombipartner sucht und förmlich nach diesem Schnitt schreit.

Von den 2m habe ich lange nicht alles vernäht, aus den kleineren Resten habe ich wieder Mützen für den guten Zweck genäht: 
Ein etwas größerer Rest wird entweder auch für gute Zwecke verbraucht oder aber gespendet.

Passend zum Kleid entsteht gerade das Jäckchen "Sweet as Honey" . Eigentlich als EM-Jäckchen gedacht, schreitet es doch langsamer voran als erhofft, aber vielleicht wird es ja jetzt auch erst mal so warm, dass man kein Jäckchen braucht... hoffentlich!


Und ihr - näht ihr noch für den Sommer, oder schon für den Herbst? Das kann auf dem virtuellen Laufsteg des heutigen MMM herausgefunden werden! Die Moderatorinnencrew zeigt sich jedenfalls in Sommerkleidung - offenbar ist es in Berlin wärmer als hierzulande.




Mittwoch, 6. Juli 2016

Ameland in Lübeck

Im letzten Sommer habe ich mich in den Schnitt AMELAND von Schnittreif verliebt
Das Kleid aus kobaltblauem Leinen ist leider nichts geworden, es liegt immer noch auf dem Stapel "Projekte, über die ich noch mal nachdenken muss". Hier könnt ihr das ganze Drama nachlesen. Vermutlich werde ich es auseinandernehmen, die Paspeln und den Reißverschluss retten und den Stoff spenden.

Aber der Schnitt bekam eine zweite Chance. Nämlich als Bluse.
Den Stoff, eine ganz weiche leichte Viskose in jeansblau mit cremefarbenen kleinen "Hashtags", habe ich bei Traumstoffe in Osnabrück ergattert. Der Laden ist sehr zu empfehlen, mitten in der Fußgängerzone dicht beim Rathaus gelegen,  und hat eine Riesenauswahl an Stoffen - vorwiegend an Patchworkstoffen. Hier findet sich auch eine hübsche Kollektion an japanischen Stoffen (wunderschön, aber leider sehr teuer). Zwischen all den Schätzen habe ich die Viskose gefunden, und es war klar - ein Meter muss mit!
 Da beim Ameland-Kleid eines der Probleme bei den symmetrischen Ärmeln lag, habe ich die Armkugel und die Ärmel dazu von einem anderen Schnitt "einkopiert" - nun hat Ameland neckische Puffärmel, die mir an der Bluse gut gefallen. Den Ausschnitt habe ich mit Baumwollspitze verziert, was den verspielten Charakter unterstreicht.
Die Bluse sitzt schön locker, den Ausschnitt finde ich genau richtig, und der Stoff ist superluftig und war sehr gut zu vernähen. Trotz Puffärmeln passt die Bluse auch gut unter ein wärmendes Jäckchen - kurz gesagt - ich bin sehr zufrieden. 

Da ich mein Blüschen dieses Jahr zum ersten mal ausgefüht habe, als ich Besuch von meiner besten und ältesten Freundin hatte, nehme ich euch nun mit auf einen kleinen Ausflug durch das schöne Lübeck.

Los geht es mit einer Bootsfahrt rund um die schöne Altstadtinsel. Hier warte ich gerade gespannt auf die Ankunft unseres Ausflugsbootes. Im Hintergrund wachsen mir die Türme der Marienkirche aus der Schulter.

Zu Füßen der Kirche sitzt mein neuer Freund:
Als die Lübecker dabei waren, die Marienkirche zu bauen, kam der Teufel des Wegs und fragte, was sie da bauten. "Ein großes Wirtshaus", logen sie, um ihn nicht zu verärgern. Ein Wirtshaus? Ein Ort von Laster und Trunk? Das gefiel dem Teufel, und er half mit, so dass der Bau schnell voranging.
Erst als die Kirche fast fertig war, merkte der Teufel, dass die Lübecker ihn reingelegt hatten. Wütend nahm er einen riesigen Stein, um den Bau wieder zu zerstören. Da sagten sie ihm, sie wollten gleich nebenan wirklich ein großes Wirtshaus bauen, den Ratskeller. Der Teufel ließ den Stein fallen, so dass er dicht neben der Kirche zu liegen kam. Dort liegt er noch heute, und auf ihm sitzt ein Teufel aus Bronze, den der Bildhauer Rolf Goerler 1999 schuf. (Für durstige Kehlen: Den Ratskeller gibt es noch heute, gleich nebenan unter dem historischen Rathaus. Sehr gut essen kann man dort auch :) )

Die Hörner (und auch der große Zeh...) des Teufels sind ganz blank gescheuert, denn man sagt, wer dem Teufel das Horn reibt und sich dabei etwas wünscht, dessen Wunsch geht in Erfüllung.

Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass wir sehr viel Spaß bei der Auslegung dieses Aberglaubens hatten. Deshalb lache ich auf dem Foto auch so herzhaft.

Das Holstentor als Wahrzeichen Lübecks haben wir natürlich auch besucht. Immer wieder bin ich total angetan von diesem wuchtigen Bau und wundere mich, dass das Gebäude seit fast 600 Jahren immer noch steht. Denn wenn man es genau betrachtet, ist es in sich ganz schön verdreht, was an dem Sandboden als Untergrund liegt, zusammen mit dem immensen Gewicht der Backsteine, aus denen es gebaut ist.


 Gleich beim Holstentor gibt es diese sensationelle Eisbude.
Miniklein und ohne Sitzplätze, gibt es hier ganze drei Sorten Eis zu kaufen: Vanille, Erdbeere und Schoko. Die Entscheidungsnöte, die einen sonst häufig am Eistresen plagen, kommen hier schon mal nicht auf. Dafür kann man den beiden Damen bei der Eisherstellung zusehen: drei Eismaschinen sind in Betrieb, und hier wird noch echt mit der Hand gearbeitet! Das Eis schmeckt dementsprechend einfach super! Rechts seht ihr einen Sieben-Türme-Becher - mjam!

Zum Abschluss will ich mit euch noch ein paar Eindrücke von meinem geliebten Lübeck teilen.

Ganz oben ist der "Malerwinkel", direkt an der Trave gelegen, mit den mächtigen Türmen des Doms im Hintergrund.

Mitte links: Der Füchtigshof. Die Hansestadt war im Barock schon ganz weit vorne - hier im Füchtingshof durften in den 21 Wohnungen die Witwen von Kaufleuten und Seefahrern mietfrei wohnen und wurden aus Mitteln der Stiftung versorgt, die der Kaufmann und Ratsherr Johann Füchting kurz vor seinem Tod ins Leben rief.
 Mitte rechts: der Rosengang. Aufgrund der Platzknappheit auf der Lübeckere Altstadtinsel wurden schon zu Hansezeiten die Hintergrundstücke der Kaufmannshäuser bebaut, um Wohnraum für Gesinde und Angestellte der Kaufleute zu schaffen. Als Zugang wurden die Vorderhäuser durchbrochen, es entstanden die "Gänge", von denen noch über 80 erhalten und viele davon frei zugänglich sind. Die kleinen Ganghäuschen sind sehr beliebt - und im Rosengang kann man sogar eine Ferienwohnung buchen!

Und unten: Der Museumshafen an der Untertrave vor historischen Speicherhäusern.

Zum Schluss noch ein Schmankerl - denn in Lübeck hat man durchaus Humor.

Linkes Foto:
Neben dem Bestatter ist ein Wäschegeschäft. Dessen Vitrine, bestütckt mit einem Traum in pink, grüßt jeden Kunden, der das Bestattungsinstitut besucht.
Rechtes Foto:
Die Caritas sitzt im "Fegefeuer". Diese Straße führt an der Hölle vorbei zum Paradies, durch das man den Dom betreten kann. Es ist also für alle Eventualitäten gesorgt :)

Ach - Lübeck ist einfach immer wieder einen Ausflug wert. Und es gibt auch drei sehr gute Stoffläden in der Altstadt! Na - angelockt? ;)

Mit diesen Eindrücken reihe ich mich wieder ein in die Riege der Selbermacherinnen beim MeMadeMittwoch - hier entlang zum virtuellen Laufsteg. Es begrüßt uns Frau Kleidermanie in einer gepunktenen Rock-Top-Kombination, die mir auch sehr gut gefallen könnte.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Sieger nach Punkten - oder Frau Fliegenpilz hat Geburtstag

Meine Lieblings-Ottobre ist die Ausgabe 05/2013. Aus diesem Heft habe ich schon so viele Schnitte teilweise schon mehrfach genäht, dass das Heft schon ziemlich zerfleddert ist.
Vergangenen Herbst habe ich mein Knotenkleid "Twist Knot" gezeigt, das ich sehr gern trage. Farblich ist es aber nach meinem Geschmack ein echtes Herbstkleid, so dass für den Frühling und Sommer noch eine andersfarbige Variante hermusste.

Im letzten Jahr habe ich für mich die Farben rot - weiß - blau entdeckt, und meine Stoffauswahl ziemlich konsequent darauf ausgerichtet. So landete dieser Viskosejersey in kräftigem rot mit weißen Punkten in meiner Stoffkiste. Anders als erwartet ist der Stoff ziemlich labberig und dünn. Ich hoffe, ich kann mir künftig merken, dass 190 g/m² keine besonders feste Stoffqualität bedeuten.

Nach einem Jahr gut abgelagert, habe ich ihn im letzten Urlaub angeschnitten. Besonders schwer zu nähen ist das Kleid eigentlich nicht - die Anleitung ist meiner Meinung nach gut nachvollziehbar. Einzig beim Nähen der Seitennähte, bei dem recht viel Stoff übereinander zu liegen kommt, war für meine Ovi nicht zu machen. Nachdem die vorderen und hinteren Teile, die den Knoten bilden, einfach nicht übereinander liegen bleiben wollten, habe ich nach mehrmaligem Auftrennen (was dem Stoff nicht unbedingt guttat) diese Stelle mit der guten alten Brother im Zickzack genäht.

In einem Punkt habe ich die Anleitung missachtet - ich habe die vorderen Oberteile nicht mit Einlage verstärkt. Beim Herbstmodell wäre dies wegen der festeren Stoffqualität nicht nötig gewesen - hier hätte es gutgetan, denn der Stoff hat fast keine Eigenstabilität. Die Bänder, die den Knoten bilden, muss man daher auch etwas straffer anziehen - aber leider ist der Stoff auch nicht durchgefärbt: wenn man ihn stärker dehnt, scheint die weiße "Unterschicht" durch.

Aber trotzdem ist das Kleid ein schöner Hingucker geworden:



Bei meinem Geburtstag, den ich kürzlich begangen habe, wurde es zum ersten Mal ausgeführt:
Traditionell fällt mein Geburtstag in die Schafskälte. Meistens ist es sehr kühl, und meistens auch noch mächtig nass. Dieses Jahr war alles anders - es war recht warm, und es blieb trocken, so fuhr die Geburtstagsgesellschaft nach Scharbeutz an die Ostsee, um sich erst einmal mit einem ordentlichen Frühstück zu stärken:


Anschließend habe ich zu einer Runde Minigolf auf meinem Lieblings"Green" eingeladen, dem "Dünengolf". Der Platz ist einfach super, hat sehr außergewöhnliche und liebevoll gestaltete Bahnen, die die man sogar betreten darf. Und es macht sehr viel Spaß, hier zu spielen. Da ich beim Minigolf leider nicht so geschickt bin wie im Nähen, war mein Score ziemlich hoch, und so kam es auch zum Titel dieses Posts :)

Zwischendurch wurde es immer mal etwas windig, so kam auch meine weiße "Wardrobe Basic" zum Einsatz. Wegen des dünnen Stoffs habe ich Leggings und ein weißes ärmelloses Shirt zum Kleid kombiniert. So war es bei Temperaturen um 20°C gut auszuhalten.

Zum Abschluss eines sehr gelungenen Geburts-Tages gab es noch ein Fußbad in der Ostsee. Angebadet habe ich schon vor ein paar Wochen - dieses Mal war die Luft dann doch zu kühl.
Spaß hatten wir allemal, wie den Bildern sicher anzusehen ist.

Hier noch mal die Details:
- Schnitt: "Twist Knot" aus Ottobre 05/13
- Stoff: Viskosejersey von Stoffe.de, Verbrauch: ca 2m
- Änderungen: Ärmel gekürzt (das Original ist langärmelig)
- Reste: gespendet für gute Zwecke

Mit diesen fröhlichen Eindrücken reihe ich mich ein in die Reihe der Schneiderinnen, die heute am MeMadeMittwoch ihre selbstgemachte Kleidung zeigen.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Anbaden! - Ankershirt


Letztes Jahr habe ich mich im Rahmen des Spring Style-Alongs auf maritime Farben - rot, weiß und blau - und maritime Accessoires konzentriert. Ein Stil, der für mich sehr gut funktioniert, sportlich und trotzdem auch bürotauglich. Innerhalb dieser Aktion sind viele schöne und bequeme Kleidungsstücke entstanden, die sich wunderbar miteinander kombinieren lassen. Ideal für Tage, an denen man nicht lange überlegen möchte, was man anziehen soll.

Wie es denn so ist - ich habe mich letztes Jahr an passenden Stoffen "überbevorratet", der Sommer ging, der Herbst kam, und damit die Lust auf Kuschelkleidung. Der schöne Ankerjersey verbrachte also einen Winterschlaf in der Stoffkiste und wurde nun wieder hervorgeholt. Denn dem maritimen Stil will ich - trotz einiger experimenteller Ausflüge in andere Stile und Farbräume - gern treu bleiben.

Einen Meter von dem Jerseystoff hatte ich gekauft, davon aber schon eine Sommerbeanie genäht.
Der Rest sollte ein Shirt werden. Da der Stoff schon "angeknabbert" war, kam eine Frau Liese in Betracht. Diesen Schnitt hatte ich ebenfalls im Rahmen des Spring Style-Alongs schon genäht, als Shirt und als Kleid. Ein kleines Schnittmustertetris ergab - der Stoff reicht! Also los.




 Am Originalschnitt habe ich folgende Änderungen vorgenommen, um die Passform zu verbessern:
- Die Vorderteile nach unten um 5 cm verlängert
- Den Ausschnittbogen angepasst - das Ende des verlängerten Vorderteil liegt da, wo es im Originalschnitt auch liegt, dadurch wird der Ausschnitt allerdings tiefer. Sicherheitshalber habe ich den Ausschnitt mit ein paar Stichen fixiert. So ist das Shirt bürotauglich.
- Außerdem habe ich eine Paspel zwischen oberes und unteres Vorderteil gesetzt, und auch die Ärmel mit Paspeln aus weißem Jersey versehen. Ich finde, das gibt einen sehr schönen Akzent - ohne wäre mir das Shirt zu langweilig geraten.

Für die Tragefotos möchte ich euch heute zu meiner Lieblingsbadestelle am Moorteich einladen.

Sie befindet sich im Nachbardorf. Mit dem Fahrrad bin ich in 10 Minuten dort. Der See ist ein bewirtschafteter Karpfenteich, aber die Gemeinde hält den Einstieg frei, hat dort sogar einige Steinstufen gebaut und Sand aufgeschüttet, und am Ende des Stegs ist es auch schon tief genug zum Schwimmen. Ich fahre oft nach Feierabend dort vorbei, um schnell eine Runde zu baden. Betrieb ist wenig, denn es gibt keine Umkleiden, keine Duschen oder Toiletten und auch keinen Kiosk, daher bleiben die meisten Besucher nur so lange, wie die Baderunde dauert. Ein absoluter Lieblingsplatz!

 Ende Mai, als hierzulande kurzzeitig der Sommer ausgebrochen war, habe ich gerüstet mit meinem neuen Shirt die Wassertemperatur schon mal gestestet und für gut befunden. Dummerweise hatte ich meine Badesachen nicht mit, sonst wäre ich eine Runde geschwommen.In der Woche drauf habe ich das gleich nachgeholt - herrlich!
 
Nun bin ich gespannt, was die anderen Damen heute zeigen - wegen der aktuellen Schafskälte vielleicht eher Kuschelkleidung wie die heutige Gastgeberin Sibylle?
Hier entlang geht es zum MeMadeMittwoch!