Samstag, 9. Juni 2018

Auf den Nadeln im Juni...


Der Juni ist schon halb vorbei (naja, fast...), und ich habe noch gar nicht berichtet, welche Projekte sich derzeit auf meinen Stricknadeln befinden.

Bis dieses Jahr war ich immer ganz diszipliniert:
Keine Ufos
Immer nur ein Projekt zur Zeit

Dieses Jahr läuft es irgendwie anders. Aktuell sind meine drei Projektbeutel belegt, und es ist nicht das erste Mal, dass dem so ist.

Woran genau ich stricke, verrate ich euch hier:

Zum einen stricke ich fleißig an meinem eigenen Design: "Nuvola" aus Suave von Pascuali.
Nuvola, Suave Cotton, Pascuali

Suave ist aus 100% Baumwolle - wer dieses leichte Gespinst von Garn jedoch einmal anfasst, kann das gar nicht glauben. Es ist watteweich (der beste Ehemann von allen nennt es "so weich wie ein Maulwurf) und federleicht. Ein Knäuel von gerade 25 g liefert 160 m Lauflänge, so ist Suave ein sparsamer Partner!
Mein Nuvola wird ein leichtes Jäckchen für kühle Sommerabende, ich stricke es mir als Partner zu einem Hochzeitsgastkleid. Der Teststrick läuft noch, aber die Anleitung soll Anfang Juli erscheinen. Seid gespannt!

Als Kontrastprogramm darf ich für Sandra von Meine Fabelhafte Welt zwei Modelle stricken. Yaaay!
Modellstricken zu dürfen ist für mich eine besondere Freude, und ich gebe mir sehr viel Mühe, perfekte Projekte abzuliefern. Schließlich sind es Modelle, die fotografiert und veröffentlicht werden, und nicht nur Anleitungen, die ich teste und deren Endprodukt ich mit all seinen Unperfektheiten behalten darf. Also ist es für mich doppelte Freude, gleich zwei Modelle stricken zu dürfen mit der Anmerkung, bitte auch die Anleitungen intensiv zu testen, da ich dabei immer so pingelig sei.
In diesem Zusammenhang ist pingelig für mich eine Auszeichnung, denn Anleitungen sollten so perfekt wie möglich sein, damit die Stricker(innen) später keine Probleme haben.

Viel darf ich zu den Projekten nicht verraten, denn sie sind noch geheim, aber ein bisschen anfüttern darf ich euch. Also kommt hier Projekt Nr. 1, gestrickt aus Kos von Sandnes Garn.

Sandnes Garn, Kos
Kos ist ein dickes, aber sehr leichtes Garn aus 62 % Alpaka, 9 % Wolle und 29 % Nylon. Es wirkt, als seien die Fasern um eine Luftsäule herumgesponnen. Ich finde es sehr weich und warm - ideal für die kältere Jahreszeit. Besonders schön finde ich die große Farbpalette des Garns - hier bleiben wenig Wünsche offen. Um Kos bin ich schon eine Weile herumgeschlichen, hatte aber kein passendes Projekt dazu - umso schöner, dass ich es nun testen durfte, und dann auch noch in blau!
Es strickt sich angenehm, ist aber ein bisschen faserig. Empfindlichere Strickerinnen sollten sich immer die Hände gut eincremen.

Das zweite Modell darf ich aus Puno von Lamana stricken. Puno besteht aus 60% Alpaka und 40% Schurwolle und hat eine ganz interessante Garnstruktur: Die Fäden sind zu einer Art Mini-I-Cord gestrickt. Solchen Kettgarnen gegenüber war ich bisher eher skeptisch eingestellt. Aber beim Stricken stelle ich fest: Es gibt ein mega-gleichmäßiges Maschenbild - seht selbst! Und durch die Kettstruktur dröseln sich die Fäden beim Stricken nicht auf, was mir sehr gut gefällt.

Lamana Puno
Puno finde ich beim Tragen ein bisschen kratzig. Für Accessoires wie Mützen oder Handschuhe finde ich das Garn ideal, einen Pullover könnte ich mir eher nicht daraus vorstellen - vermutlich wäre der auch zu warm.
Dieses Projekt stricke ich übrigens mit den CraSy Trio Nadeln von Addi - hierzu gibt es noch einmal einen Erfahrungsbericht, wenn ich den Schleier des Schweigens lüften darf. 

Ilios Top, Teststricken, Pascuali Sole

Und wiederum als Kontrast zu den dicken Garnen aus dem Modellstrick darf ich wieder eine Anleitung für Sandra Groll testen. Nach dem Tira-Top nun ein weiteres Sommermodell: "Ilios", aus dem wunderbaren Sommergarn Sole von Pascuali. Sole ist eine tolle Mischung aus 90% Baumwolle und 10% Kaschmir, ganz weich, aber mit einem sehr schönen Griff. Und maschinenwaschbar ist Sole auch noch!
Die Anleitung soll noch Ende Juni erscheinen, da muss ich nun ein bisschen Gas geben!

Verlinkt zu Auf den Nadeln Juni von Maschenfein .


Mittwoch, 6. Juni 2018

Elephant Love

Heute zeige ich Euch einmal ein Werk meiner frühen Nähkarriere, von dem ich gar nicht mehr genau weiß, wann ich es genäht habe.

Es muss wohl 2014 gewesen sein, als die Serie "Elephant Love" von Hamburger Liebe aufgelegt wurde. Und ich war sofort schockverliebt in das knallbunte Elefantenmotiv. Bollywood auf Baumwolle. Und dann auch noch in pink und blau - muss ich haben.

Anderthalb Meter wurden bestellt, geliefert und schnurstracks zu einem ganz einfachen Rock mit Kellerfalten vernäht. Ohne Schnitt, ganz frei Nase.

Seitlich gibt es einen Reißverschluss, der Bund ist einfach ein gerader Streifen, und der Saum ist mit Satin-Schrägband eingefasst.

Ich bin immer noch ganz angetan von dem Stoff: Er hat eine ganz glatte, ein wenig glänzende Oberfläche, knittert kaum (ist allerdings auch schwierig zu Bügeln), und hat diverse Wäschen klaglos überstanden.

Zuletzt habe ich ihn ausgeführt beim Besuch einer wunderbaren Ausstellung im Lübecker St. Annen - Museum: "Chanel, Dior, Pucci..." führt den Besucher ein in die Welt der Haute Couture und die Sammlung von Monika Gottlieb.

Hier habe ich über den Besuch der Ausstellung berichtet. Ich war dort mit zwei Freundinnen, von denen eine noch nähverrückter ist als ich, und so gab es zum Vergnügen der Dritten eine Menge zu fachsimpeln.
 Zum Beispiel darüber, dass bei diesem Cocktailkleid von Givenchy die Ärmel angeschnitten sind (und daher unter der Achsel ganz schön Falten werfen), und auch die Seitennähte von Oberteil und Rock nicht aufeinandertreffen. Wenn das schon bei der Haute Couture nicht klappt, näht es sich für den Hobbyschneider doch gleich entspannter!

Auch Lübeck hat seine ohnehin schon sehenswerte Altstadt schick herausgeputzt, denn am kommenden Wochenende sind die Lübecker Hansetage mit großem Programm. Weil ich selbst Lübeck so sehr mag, teile ich noch ein paar Eindrücke mit Euch:

Die Fachwerkhäuser schmücken sich mit Wimpeln....
... am Logenhaus dagegen geht es pompöser zu mit Kronleuchtern.

 
 Die Hüxstraße ziert sich mit Lampenschirmen...
 ... und das Balauerflohr mit bunten Schirmchen.

Da wir ja heute den Memademittwoch begehen, an dem selbstgenähte Kleidung an der Frau gezeigt wird, will ich euch auch die Tragefotos nicht vorenthalten:


Tatsächlich trage ich den Rock am liebsten mit Caprileggings drunter, so wie auf den Fotos. Die Weite, die durch die Kellerfalten entsteht, gibt ganz viel Bewegungsfreiheit, und der Rock schwingt und wippt ganz fröhlich beim Gehen.- Für mich ein wirkliches Lieblingsteil.

Und ihr - was habt ihr so zu zeigen bei unserer monatlichen Parade? Ich geh gleich mal schauen!
Gastgeberin Wiebke vom Blog Kreuzberger Nähte zeigt uns ein Schluppenkleid mit ganz interessanten Muster, das mir auch gefallen könnte.


Auch verlinkt bei der neuen Linkparty am Donnerstag vom Nähfrosch:
Du für Dich am Donnerstag

Und bei der ebenfalls neuen Linkparty von The flying Needle:Sew La La


Dienstag, 5. Juni 2018

Chanel, Dior, Pucci - Ein Gang ins Museum

Am vergangenen Wochenende habe ich mit zwei Freundinnen eine wunderbare Ausstellung im Lübecker St. Annen-Museum besucht:

Die Düsseldorfer Sammlerin Monika Gottlieb erlaubt uns einen umfassenden Blick in ihre Sammlung und führt uns damit in die schillernde Welt der Mode in der Nachkriegszeit bis in die 2000er-Jahre hinein. Gottlieb wuchs auf in Düsseldorf, ihre Eltern hatten ein exclusives Modegeschäft auf der Königsallee - und so kam es, dass die kleine Monika schon als Kind mit den Großen der Haute Couture und deren prominenter Kundschaft bekannt wurde.

Schon der Auftakt der Ausstellung ist eine Augenweide:
Christian Lacroix (oben links), Givenchy und Christian Dior (oben rechts) empfangen den Besucher in knalligem rot.
Nach dem zweiten Weltkrieg gab es wieder Stoffe und Materialien, aus denen sich Haute Couture schneidern ließ, und es gab wieder betuchte Kundschaft, die sich diese leisten wollte und konnte.  Das Leben sollte wieder auf der Sonnenseite geschehen, und die Kriegsmode durch Luxus und Exclusivität ersetzet werden.
Mit seinem "New Look", der sich insbesondere durch sehr betonte Taillen und weit schwingende Röcke auszeichnete, für die sündhaft viel Stoff verwendet wurde, war Christian Dior der Pionier seiner Zeit.

Aber auch andere französische Modeschöpfer sind in der Ausstellung vertreten:

 Der grüne Mantel vorne ist wieder von Dior, der schwarze Hosenanzug dagegen von Coco Chanel. Sie wiederum war die Vorreiterin für die Hosenmode für die Dame, was insbesondere Marlene Dietrich inspirierte, und für schlichten, dennoch sehr eleganten Stil.
Das kleine Schwarze, das auch von Coco Chanel erfunden worden sein soll, rechts im Bild, ist dagegen von Givenchy.

Ebenso wie dieser wunderbare Mantel aus einem Brokatstoff in knallorange links im Bild.
Das Brautkleid von Meghan Markle stammte ja bekanntlich ebenfalls aus dem Hause Givenchy und wurde teilweise heftig kritisiert für seine makellose Schlichtheit. Uns drei Besucherinnen gefiel der cleane zeitlose Stil allerdings ausgesprochen gut.
Pierre Cardin ließ sich dagegen etwas ganz Spezielles einfallen. Das Cocktailkleid rechts im Bild entstand 1970 und ist inspiriert durch die damals aufkommenden Autowaschstraßen. Wenn man das weiß, sind die Parallelen verblüffend.

Meine persönlichen Favoriten stammen ebenfalls von französischen Designern.
Links ein Cocktailkleid von Mary Rouff aus dem Jahre 1954. Es ist so wunderschön genäht mit seiner Corsage und dem Volant am Saum! Beeindruckend fand ich dazu die Masse an Petticoats, die den Rock in Form bringen. Der Stoff erinnert mich ganz lebhaft an die Nierentische bei meiner Oma, einen Gummibaum und opulente kalte Platten. Ich kann mir ganz lebhaft vorstellen, wie die Trägerin mit einem Glas Martini mit Olive darin an einem Emfpang teilnimmt, bei dem Cracker mit Kaviar oder Mayonnaise gereicht werden, während im Hintergrund leise das Piano klimpert...
Kaum zu glauben, dass das blaue Kleid aus der gleichen Zeit stammt, nämlich von 1955 aus der Feder von Pierre Balmain. Es ist so zeitlos und immer noch modern mit seinen vielen Lagen Spitze und Tüll. Das gewaltige Collier von Chanel passt tadellos dazu , wie ich finde, auch wenn ich sonst überhaupt kein Fan von so riesigen Klunkern bin.

Accessoires gab es natürlich auch zu sehen: Taschen, Hüte, Puderdosen, Tücher, Schuhe und absurd große Schmuckstücke.
Meine Favorit hierbei ist dieser wunderbar schräge Hut, den man vielleicht bei Alice im Wunderland oder Willy Wonka ansiedeln würde. Er ist bezogen mit Stoff, der alte Zeichnungen von Modistinnen und Modeverkäuferinnen zeigt und sensationell dekoriert. Buntstifte, eine Blumenvase, ein dicker wütender Buddha und eine Frauenfigur werden üppig mit Tüll eingehüllt. Zu welchem Anlass dieser Zylinder wohl getragen wurde?


Mit der Sonnenbrille von diesem Foto wäre man auch heutzutage wieder ganz hip. Türkis geht ohnehin fast immer, finde ich. Ob es diese monströsen Fisch-Ohrclips braucht, darüber kann man sicher streiten. Tuch und Kette würde ich heute durchaus tragen. Oben rechts mogelt sich ein Bikini ins Bild aus damals revolutionärem Material: Es war sonnendurchlässig. Das ist heutzutage allerdings weniger angesagt. 
Farbenfroh ging es bekanntermaßen auch bei Emilo Pucci zu.
Nach den bisher gezeigten Ballroben und formelleren Kleidern waren die legeren, knalligen Entwürfe fast ein kleiner Schock. Stark augenkrebsverdächtig, was Herr Pucci sich ausgedacht hat: 
 Und aus wirklich abenteuerlichen Materialien! Das Strandcape oben ist tatsächlich aus Frottee!

Und diese beiden Tuniken, die ich sogar heute noch tragbar fände, sind aus Samt (!) und dicker Seide.

Natürlich darf bei einem Ausflug in die Haute Couture die ganz große Festkleidung auch nicht fehlen, und hier fand ich die Kulisse atemberaubend:
Die Entwürfe hier sind allesamt von Stéphane Rolland für Jean-Louis Scherrer. Ob man mit diesen Kleidern tatsächlich einen Ball bestreiten will, kann man sicher diskutieren - aber man sieht auf jeden Fall umwerfend darin aus.

Neben den gezeigten Highlights gab es natürlich noch diverse andere Designer zu sehen, zum Beispiel aus den USA und Großbritannien. Ich persönlich finde allerdings, bei der gegebenen Auswahl hatten die Franzosen und Italiener eindeutig die Nase vorn!

Wer mehr über die Ausstellung wissen möchte: Hier entlang.  Sie läuft noch bis zum 29.7. und wird durch ein reichhaltiges Rahmenprogramm abgerundet.
Interessantes zum Hintergrund der Sammlerin gibt es in diesem Artikel zu lesen. Bei Lieblingsstil gibt es außerdem ein tolle Homestory mit vielen vielen Fotos.

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Dienstag, 22. Mai 2018

Tira - Sommertop - Stricken mit allen Schikanen (Teststrick und Testbericht Addi Sockenwunder)


Ende April gab es bei der lieben Sandra vom Team Maschenfein auf Instagram immer wieder Vorschaubilder für ihr neues Projekt aus Pascuali Nepal - dem Tira-Top.
Als zum Teststrick aufgerufen wurde, habe ich ganz laut HIER geschrien, denn Sandras Anleitungen sind immer klasse, und Nepal von Pascuali wollte ich auch immer schon verstricken.
Nepal ist ein Garn aus 60% Baumwolle, 28% Leinen und 12% Brennessel - damit ist es zum einen sehr leicht und angenehm für den Sommer, zum anderen vegan.
Die Farbwahl war schnell getroffen, obwohl es Nepal in vielen schönen Farben gibt: anders als meine übliche Farbwahl blau-weiß oder rot-weiß entschied ich mich diesmal für weiß als Hauptfarbe und steingrau als Kontrast.
Ich hatte vor einiger Zeit schon einmal ein Restknäuel von einer Strickfreundin zum Ausprobieren bekommen, mit dem ich die Maschenprobe stricken konnte. So konnte es gleich losgehen, nachdem das Garn geliefert und gewickelt war. (Ich habe mir kürzlich übrigens eine Schirmhaspel zugelegt, damit ist das Wickeln von Strängen nun die wahre Freude. Aber dazu später einmal.)

Dennoch hatte ich aufgrund eines vorübergehenden Teststaus die rote Laterne unter den Testern - fast täglich gab es fertige Tiras zu sehen, und ich kam nicht so recht vorwärts. Was aber nicht ander Anleitung und deren Verständlichkeit lag, sondern an dem besagten Projektstau, unter anderem verursacht durch mein Insa-Top.
Pascuali Nepal
Nachdem der Stau aufgelöst war, ging es mit Hochdruck weiter bei Tira.
Das Top wird in einem Stück von oben nach unten gestrickt, es hat einen sehr schönen, nicht zu tiefen V-Ausschnitt. Tira ist das portugiesische Wort für Streifen - und so hat das Top eine witzige Schulterpasse mit dünnen Streifen, im Gegensatz zu den Blockstreifen am Körper. Streifen gehen bei mir ja ohnehin IMMER.
Das Quietscheentchen war natürlich auch wieder dabei!
Durch die Oversize-Form braucht das Top keine Ärmel, es werden lediglich Bündchen angestrickt.
Hier habe ich ganz tief in die Trickkiste gegriffen und mein Addi Sockenwunder ausprobiert. Das war Bestandteil der Wundertüte, die ich bei meinem Besuch der H+H am Addi-Stand geschenkt bekommen habe.

Exkurs: Das Sockenwunder
So richtig warm sind wir bei meinem kurzen Teststricken am Stand nicht geworden, jetzt bekam das Sockenwunder eine echte Chance:
Das Sockenwunder ist eine ganz kurze Rundstricknadel, mit einer kürzeren und einer längeren Nadel. Man kann damit kleine Durchmesser (Socken oder eben Ärmel oder Ärmelbündchen) in der Runde stricken und spart sich damit das Nadelspiel.
Allerdings muss man sich erst einmal aneinander gewöhnen. Die kürzere Nadel ist die "Arbeitsnadel" und soll von Rechtshändern rechts geführt werden. Beim ersten Ärmelbündchen war die Handhabe extrem fummelig, wie ich fand. Beim zweiten allerdings hatten wir uns aneinander gewöhnt, und das Stricken von kraus rechten Runden lief recht flüssig. Qualvoll allerdings fand ich nach wie vor das Aufnehmen der Maschen, und noch mehr das Abketten - da ich an die spitzen Nadeln von HiyaHiya Sharp gewöhnt bin, finde ich die Spitzen des normalen Sockenwunders zu stumpf, ich neige dann dazu, sehr locker zu stricken. Addi plant allerdings ein Sockenwunder mit Lace-Spitzen - mit dem könnte ich sicher Freundschaft schließen.

Eine Chance bekommt das Sockenwunder noch bei einem Paar Socken - ich werde weiter berichten. Insbesondere interessiert es mich, ob man Ferse und Spitze auch mit der Wundernadel stricken kann?

Aber zurück zum Tira-Top:
Nach einer Woche konzentrierten Strickens war es fertig.
Vor lauter Ungeduld habe ich es nicht gewaschen, sondern mit einem feuchten Tuch gedämpft - diese Behandlung macht das Garn noch etwas weicher, und sorgt für ein glatteres, gleichmäßigeres Maschenbild.
Und so kann es nun bei den gerade herrschenden sommerlichen Temperaturen getragen werden:


 Es fällt sehr schön locker und ist herrlich luftig. Allen denen, die sich für weiß als Hauptfarbe entscheiden, gebe ich allerdings zu bedenken, dass das Top damit recht transparent wird - ein Top unterm Top kann angeraten sein.

Den Oversize-Effekt finde ich angenehm bemessen, es fällt nicht zu groß aus - aber eben wunderbar leicht und luftig. Besonders gefällt mir allerdings die Idee mit den gestreiften Schultern!

Noch eine Bemerkung zum Garn - Nepal flust ein bisschen beim Wickeln und beim Stricken, hin und wieder hat man kleine "Borsten" im Faden, die vermutlich von den Leinenfasern stammen. Dennoch ist das Garn angenehm weich, überhaupt nicht pieksig, gut verzwirnt und sehr angenehm zu stricken. Es ist sehr pflegeleicht (sogar maschinenwaschbar) und übersteht auch eine Begegnung mit dem Bügeleisen bei mittlerer Hitze problemlos.
Ein ideales Sommergarn also!

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Samstag, 19. Mai 2018

Stoffdiät: Urlaubssünder

Frau Küstensocke ruft uns im Mai wieder zusammen zum nächsten Treffen bei der Stoffdiät, und legt mit über 60m Abgängen eine uneinholbare Leistung vor.
So viel Stoff vernähe ich nicht in einem ganzen Jahr!
Ich bin immer noch nicht zurück im Nähgroove, und habe in den vergangenen Monaten nähtechnisch wenig zuwege gebracht.

Es wird demnächst zwei neue Schnittmuster von Crafteln geben, und ich durfte wieder Teil des Probenähteams sein.

Beide Schnitte habe ich heute 2x genäht, hier seht ihr den ersten:

(Minus 1m weiß aus dem Altbestand, minus 1m wunderbarer blauer Jersey aus dem Lillestoff-Exzess vom Januar)

Und hier kommt der zweite Schnitt:
(Minus 1.5 m ebenfalls Modal mit Mohnblumen und etwas Glitzer ebenfalls vom Lillestoff-Kauf, und den schwarzen - weitere 1.5 m - habe ich für das Probenähen gekauft).

Macht zusammen 1.5 m Zugang und 5 m Abgänge. Das ist tatsächlich die gesamte Ausbeute von März und April, wobei zwei der Teile bei einem Nähtreffen mit Frau KaPe AnLuMi entstanden sind. 

Jetzt allerdings kommt ein bisschen Bewegung in die Sache, denn ich habe aktuell zwei (!) Projekte in Arbeit:
Einen Mantel nach einem Ottobreschnitt (den ich schon Mal als "Vogelmantel" genäht habe), aus dem wunderschönen Ballerina-Jersey von Lillestoff, zu dem ich auch einen passenden Unistoff mitgenommen habe - zusammen 2.5 m.
Momentan stockt das Projekt. Die Teilungsnähte würde ich gerne auf dem einfarbigen Jersey mit einem Zierstich absteppen. Allerdings ist das farblich passende Garn kaum sichtbar, das andere, pinkere sieht man zwar gut, aber es beißt sich ein bisschen mit dem dunkleren Pink aus dem Ballerinamotiv. Ob das schlimm ist - schließlich nähe ich ja die Ziernaht auf dem einfarbigen Jersey? Was meint ihr?

Bis ich eine Entscheidung gefällt habe, mache ich mich über mein zweites Projekt her, nämlich ein weiteres Hochzeitsgastkleid aus schwarzem Leinenstoff mit einer wunderschönen Lochstickerei in cremeweiß, der schon bestimmt drei Jahre in meiner Stoffkiste schlummert:

Als Schnitt habe ich mir eine Kombination aus meinen letzten beiden Weihnachtskleidern zusammengebaut - im Prinzip nähe ich den Schnitt von 2015, aber mit dem Ausschnitt des Kleides vom letzten Jahr.  
Das Kleid wird wieder ärmellos und gefüttert - das wären dann minus 3 m insgesamt.
Zum Kleid werde ich mir dann noch ein passendes Bolerojäckchen stricken (und weil ich dazu ein ganz bestimmtes Garn ins Auge gefasst habe, habe ich auch noch gegen meine Wolldiät verstoßen).

Die Hochzeit ist zwar Anfang Juli, aber man weiß hierzulande ja nie, was der Sommer so bringt. Ein leichtes Jäckchen kann frau immer brauchen.

Nachdem ich nun seit Lillestoff keinen Stoff mehr gekauft habe, bin ich im Urlaub wieder einmal schwach geworden. Wir waren wieder auf Usedom, und im Inselgroove und Urlaubsmodus habe ich Zeit und Muße zum Bummeln und Stöbern. Neben anderen Geschäften habe ich mich also auch im örtlichen Stoffladen umgesehen und mein Herz an drei Stöffchen verloren:

- 1.5 m Sommersweat und passend dazu ein halber Meter Möwenjersey werde ich bis zum kommenden Frühjahr zu einer neuen Sweatjacke vernähen. Meine heiß geliebte Valentina ist inzwischen vom Dauereinsatz schon ziemlich räudig geworden und soll zum nächsten Frühling ersetzt werden - jetzt habe ich das passende Material dazu!
- 1.5 m ganz reizender leichter Seersucker in blauweiß mit - festhalten! - aufgesticktenn Krabben mussten auch noch mit, in diesen Stoff habe ich mich schockverliebt. Ideal für ein leichtes Sommerblüschen - ich plane ein Shirt Sophie von Schnittchen. Ein bisschen passende Borte habe ich auch noch mitgebracht, mal sehen, ob diese bei Sophie zum Einsatz kommen wird.

Unterm Strich also immerhin ein Minus von 2 Metern. Auch kleine Schritte bringen voran... :)

Eigentliches Thema sind aber heute Colourblocking und Patchwork.
Beide Techniken eignenn sich prima zur Verwertung von Reststücken oder kleineren Stoffmengen - sind aber so gar nicht mein Thema. Ich mag es gern clean, und vielleicht fehlt mir auch die Vorstellungskraft um Stoffe so elegant zu kombinieren, wie es unsere "Chefin" bei ihren Kleidern tut. 
Dazu ist mein Stofflager ja nicht so unerschöpflich, dass ich ständig aus dem Vollen schöpfen könnte - inzwischen kaufe ich fast ausschließlich projektbezogen ein, und Reste von fertigen Projekten werden fast alle gespendet. Da ist nicht viel zu holen bei mir...

Was ich mir allerdings für die Zukunft, vielleicht für den Winter, vorgenommen habe ist, eine Patchworkdecke zu nähen. Der beste Ehemann von allen nämlich belegt im Sommer immer meine Patchwork-Sofadecke mit Beschlag und nutzt sie als Bettdecke. In der Folge sitze ich immer mit der dicken Wolldecke im Wohnzimmer (und mir ist zu warm), oder aber ohne Decke (und mir ist zu kalt). Es muss also eine Zweitdecke her als Redundanz. Baumwollreste habe ich eine ganze Kiste, und es ist mein Ziel, hier ein bisschen was abzuarbeiten. Sprich, einmal die Stoffe genau anzusehen im Hinblick auf Menge und Kombinationsmöglichkeiten, und dann gezielt dazukaufen was fehlt (Einlage und Rückseite auf jeden Fall). 

Und wie geht es den anderen bei der Stoffdiät? - Das ist hier zu lesen <klick>

Dienstag, 15. Mai 2018

OUT NOW: Insa Sommertop

Was macht ihr eigentlich so, wenn ihr krank seid?
Ich war zuletzt in der Woche nach Ostern krank, und während draußen die ersten warmen Sonnenstrahlen den Frühling übten, saß ich drinnen auf dem Sofa und wünschte mir den Sommer herbei.
Und dabei kam mir die Idee für ein schnelles, einfaches Sommertop aus einem Garn, das ich immer schon mal ausprobieren wollte: Mein Insa-Top aus Lamana Perla (60% Pima-Baumwolle, 25% Alpaka, 15% Seide).

Ärmellos, in einem Stück, mit U-Boot-Ausschnitt
 
einer seitlichen Fake-Naht
und einem kleinen Lochmuster im oberen Viertel.
 
Und schön boxy, damit es an heißen Sommertagen schön luftig sitzt.

Gedacht, gemacht - und hier ist es:
Strickanleitung

Mit dem relativ dicken Garn und Nadelstärke 3.5 - 4 ist das Top ganz schnell gestrickt. Durch den Seidenanteil hat Perla eine etwas glänzende Oberfläche, die dem Gestrick einen edlen Anstrich verleiht. Dazu ist es ganz weich, und fasst sich schön glatt an, ohne dabei glitschig zu sein.  

Für meine Insa habe ich mir die Farben Chili und Natur aus der umfangreichen Farbpalette ausgesucht. Ursprünglich war die Kragenpartie in Natur gedacht - während des Strickens habe ich mich umentschieden und in Chili gestrickt, was meiner Kombination den letzten Pfiff verleiht.
Aber die Farbpalette von Perla erlaubt eine Menge Variationsmöglichkeiten, wie mir meine kreativen Teststrickerinnen zeigten - hier seht ihr einige Designbeispiele. Ich war echt von den Socken, was für tolle Insas beim Test zusammengekommen sind:
Fröhlich in Gelb mit Streifen von S. Gröber
Schlicht und edel in Perlgrau und Silbergrau von M. Hergarten
Sommerlich in Petrol und Gelb von I. Greil
Marine und Curry von Silke R. - diese Kombi war auch eine meiner Favoriten!
Fast einfarbig in Bordeaux mit einem kleinen Akzent in Natur von J. Hügel

Hier geht es zur Anleitung auf Ravelry: Insa-Top


Und nachfolgend die Zusammenfassung meines Projekts:
Gestrickt Gr. M
Nadeln: HiyaHiya Sharp Stärke 4, 80 cm Seil
Verbrauch: 90 g Natur, 245 g Chili

Verlinkt bei
Maschenfein - auf den Nadeln Mai

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