Mittwoch, 5. Juli 2017

Wenn jetzt Sommer wär...

... dann würde ich meine neue Tunika tragen.


Heute ist der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause, das Thema lautet "Ich packe meinen Koffer".  Und wie ich zu einem sommerurlaubstauglichen Basicteil gekommen bin, das sich schon perfekt bewährt hat, erzähle ich heute hier.

Schon im letzten Herbst hatte ich mir diesen leichten Baumwollbatist auf dem Stoffmarkt gekauft, für den ich mir eine luftige Sommertunika vorstellte.


In der aktuellen Ottobre war dann DER Schnitt enthalten: "Casual Friday", ein Tunikakleid mit Stehkragen, 3/4 Ärmeln, aufgesetzten Taschen und Bindegürtel.Vielleicht ein bisschen länger als geplant, aber insgesamt genau meins.

Es dauerte dann aber doch noch bis zum Sewing by the Sea, bis ich die Tunika in Angriff nahm. Was nicht ganz so schlimm war, denn bis Mitte Mai war es ohnehin noch viel zu kalt um überhaupt an leichte Sommerkleidung zu denken.


Nähen lässt sich die Tunika relativ einfach. Am Schwierigsten fand ich den Besatz der Knopfleiste. Das Schnittteil hat eine sehr abenteuerliche Form, und man muss es raffiniert falten (und bügeln!), damit es passt, wie es soll. Alles andere, selbst die Knopflöcher, war gut zu bewältigen.
Für die Stoffdiät schlägt die Tunika mit 1.70 m zu Buche in der Juni-Statistik. Gar nicht so schlecht!


Der Stoff hat zwei schöne Seiten, eine mit feinen Längsstreifen, die andere ist quer gestreift. So habe ich den Knopfleistenbesatz, Stehkragen, Ärmelmanschetten und auch die aufgesetzten Taschen mit der linken, quergestreiften, Seite nach außen genäht. Auf dem Foto unten kann man das ein bisschen erkennen.

Beim Nähen der kniffligen sichtbaren Nähte kam mein neuer Freund, der Kantensteppfuß wieder zum Einsatz, und so sind sie alle Nähte schön akkurat geraten.


Mit der Fertigstellung der Tunika habe ich ein bisschen gebummelt, und so habe ich tatsächlich die letzten Nähte am Tag vor der Abreise nach meinem geliebten Usedom genäht.

 Den vorgesehenen Bindegürtel aus dem Blusenstoff habe ich zwar zugeschnitten, aber bisher noch nicht genäht (und vermutlich lasse ich das auch endgültig bleiben). Falls ich die Bluse mit Gürtel tragen sollte, würde ich dazu eher einen "echten" Gürtel aus Leder dazu wählen, und - zur Abrundung des Outfits - passende Schuhe. 

Im Usedom-Urlaub kam die Tunika dann an einem der wenigen heißen Tage, die wir bisher hier im Norden hatten, grandios zum Einsatz - hier am Strand von Bansin.

Die vorgesehene Länge habe ich belassen, die Tunika endet bei mir etwa eine Handbreit über dem Knie, hinten ist sie etwas länger.
Beim Ärmel musste ich ein bisschen tricksen, der war etwas zu weit für die Armausschnitte (das Problem habe ich öfters, es kann aber daran liegen, dass ich beim Zuschnitt immer nicht so ordentlich arbeite 😟). Hier habe ich eine Kellerfalte gelegt, um die Mehrweite loszuwerden. Die Falte sitzt auf der Schultermitte - wenn ich mir das Bild so betrachte, hätte ich sie wohl besser ans vordere Ende der Passe verlegt. Egal - bleibt so.

Anfang Juni, als die Bilder entstanden sind, war die Ostsee noch ganz schön kalt (15-16°C) - beim rechten Foto ist mir grade eine Welle bis zum Oberschenkel geschwappt.
Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, wenige Minuten nach Entstehen der Fotos ein Bad zu nehmen. Herrlich!

Ich muss sagen, ich diese Tunika ergibt ein wunderbares Basic-Teil . Der Stoff ist sehr luftig, daher gerade an heißen Tagen sehr angenehm. Am Strand ergibt die Tunika mit Leggings ein lässiges Outfit, das einem auch beim Umziehen hilfreiche Dienste leistet. Aber mit einer schmalen Hose zusammen ist sie auch bürotauglich zu stylen - ich bin wirklich begeistert!

Mitte August geht es für ein paar Tage nach Texel, da wird das Lieblingsstück auf jeden Fall wieder in den Koffer gepackt. Und hoffentlich gibt es vorher noch ein paar Sommertage, an denen ich sie auch wieder tragen kann.

Bis zu meinem nächsten Urlaub sind es noch ein paar Wochen - und für diejenigen unter uns, die auch noch ein bisschen Zeit überbrücken müssen, teile ich hier ein bisschen Ferienstimmung von meiner Lieblingsinsel Usedom:

Zum Pflichtprogramm gehört jedes Mal eine Radtour nach Swinemünde entlang der tollen Strandpromenade, die 12 km am Strand entlang führt. Die Grenze ist mittels der Baken markiert, der Holzbohlenweg folgt dem Grenzverlauf bis zum Strand. Aber ansonsten ist nicht zu merken, dass man ein anderes Land betritt. Sogar die leckeren Gofry kann man am Waffelstand mit Euro bezahlen.
Für mich ist es eine ganz wunderbare Sache, dass Länder so zusammenwachsen und man ohne Formalitäten einfach über die Grenze hopsen kann.
Fisch gehört natürlich auch zum Inselurlaub. Überall kann man Räucherfisch kaufen (mjam!), besonders schön an den Salzhütten in Koserow. Dort hat man alles ein bisschen touristisch aufbereitet und entsprechend dekoriert, dass es fast schon kitschig ist - aber die schönen Spruchtafeln, die an jeder Ecke mit plattdeutschen Weisheiten belehren finde ich klasse.


 Der Strandkorb darf natürlich auch nicht fehlen. Dieses Foto beinhaltet für mich die perfekte Urlaubsstimmung - Meer, blauer Himmel, feiner weißer Sand, Strandkorb - und die freche Möwe, die auf Beute lauert. Hach...

Euch allen schöne Ferien, und an das MMM-Team ganz lieben Dank für die Organisation und auch die neuen Ideen, die in diesem Jahr umgesetz wurden. Weiter so!

Kommentare:

  1. Die Tunika ist sehr schön geworden und steht Dir hervorragend. Den Stoff finde ich ideal dafür, sieht richtig schön lässig aus. Sehr schöne Urlaubsfotos!!! LG Angela

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  2. Ein toller Bericht mit Fotos zum Neidisch werden. Die Bluse ist sehr schön. Deine Lösung für den nicht passenden Ärmel ist sehr kreativ, auf so etwas würde ich nie kommen!!
    LG Monika

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  3. Sehr schöne Tunika und herrliche Urlabusfotos! LG Kuestensocke

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  4. In diesem Jahr habe ich auch meine Liebe zu Tunikas entdeckt. Früher dachte ich immer das ist nix für mich. Schöner Schnitt und toll umgesetzt, Ihr zwei seht sehr gut zusammen aus. LG, Tanja

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