Montag, 16. Oktober 2017

Zum goldenen Herbst: Morgentau

Im Sommer fragte mich Sandra von Meinefabelhaftewelt, ob ich Lust hätte, einen Pullover im zweifarbigen Patent testzustricken.
Lust? Klar!
Zeit hatte ich auch, und gespannt wartete ich auf Anleitung und Garn.
Vorgegeben war LINT, ein Alpaca-Gemisch aus:
54% Alpaca Superfein
24% Polyamid
22% Wolle (Merino) mit einer super Lauflänge 199m/25 g.
Umwerfend fand ich die vielen Farben, in denen das Garn angeboten wird. Die Vielfalt brachte aber auch ein Problem mit sich - welche Kombination sollte ich bloß wählen?
Den Klassiker - Dunkelblau / weiß? Rot / Weiß? Oder Mutig - Grau / Curry? Oder gar Silbergrau / Himbeere?
Die Entscheidung war schwer. Schließlich entschied ich mich für die für meine Verhältnisse halbmutige Variante in silbergrau und himbeere.

Je drei Knäuel flatterten ins Haus, und mutig stürzte ich mich auf die Maschenprobe.
Zweifarbiges Patent, oder neudeutsch Brioche, hatte ich bisher nur im Rahmen eines Musterteststricks gestrickt. Dementsprechend groß war der Respekt vor dem Projekt.

Allen Zauderern kann ich aber versichern: Brioche ist keine Raketenwissenschaft, wenn man das Prinzip verinnerlicht, jede Reihe erst in der einen und dann in der anderen Farbe jeweils hin- und zurück zu stricken. Grundsätzlich ist es nicht meine Stärke, mich genau an Anleitungen zu halten - hier habe ich mich beherrscht, und so war der Pullover recht schnell gestrickt.
Was ich besonders spannend fand während der Arbeit war der unterschiedliche Effekt, der sich auf der Vorder- und der Rückseite ergibt. So stand denn vor dem Zusammennähen der Einzelteile die nächste schwere Entscheidung an: Welche Seite soll denn nun außen sein?



 Am Ende wurde es die Seite mit dem größeren Pinkanteil.
Auf die Ferne sieht das Muster ein bisschen nach Tweed oder Fischgrat aus, findet ihr nicht?

Die Maschen der Schulterpartien habe ich zusammen abgekettet und mir so das Zusammennähen erspart. Gerade bei dem feinen Garn und dem luftigen Muster finde ich das eine ordentliche Methode. Die Ärmel habe ich angehäkelt und auch die Seiten- und Ärmelnähte mit Kettmaschen geschlossen.

 Einzig bei der Kragenfarbe bin ich von der Anleitung abgewichen. Eigentlich ist der Kragen in der Kontrastfarbe, bei mir Himbeer, gedacht. Da aber die Anschlagkanten alle in silbergrau gearbeitet sind und also alle Säume grau erscheinen, gefiel mir der fertige Kragen in Himbeer überhaupt nicht am Pullover - viel zu krass. Also habe ich den Kragen aufgetrennt - was bei dem Garn gar nicht so einfach ist, da es sehr hakelig ist.
Der neue graue Kragen ist nun etwas dezenter:

Und mit den insgesamt 150 g Garn bin ich bei Größe L sehr gut ausgekommen! Damit ist der Pullover ein echtes Leichtgewicht, der aber trotzdem erstaunlich wärmt. 
Das Garn ist weich, die Oberfläche allerdings etwas struppig, weshalb es gern aneinander hakt. Wer pieksigere Wolle oder Mohair nicht verträgt, dem würde ich eher zu alternativem Garn raten. Durch das luftige Muster muss man ohnehin eine Bluse oder Top unter dem Pullover tragen - mit ganz empfindlichen Hautpartien kommt das Garn also nicht in Kontakt.

Der fertige Pullover sitzt schön locker, eine Größe kleiner hätte mir sicher auch gereicht. 
Die Ärmel finde ich persönlich etwas lang, aber das ist im Original so gewollt, da sie geschoppt getragen werden sollen. Da die Ärmel von unten nach oben und als Einzelteile gestrickt werden, empfiehlt sich hier vorheriges Abmessen der gewünschten Länge an einem bestehenden Kleidungsstück, falls die Ärmel regulär lang ausfallen sollen. 

Beim Teststrick wurden noch einige Unklarheiten beseitigt, Tippfehler korrigiert und an Formulierungen gefeilt - und nun ist die Anleitung samt Garn im Shop von Meine fabelhafte Welt erhältlich. 

Aktuell ist bei mir auf den Nadeln schon der nächste Teststrick:

Was es wird, darf ich nicht verraten - nur so viel: es wird warm und kuschelig!

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Kommentare:

Monika hat gesagt…

Ein toller Pulli! Die Farbkombi gefällt mir besonders gut!
LG Monika

kuestensocke hat gesagt…

Was für ein toller Pullover. Sehr schön die Farbzusammenstellung und die plastische Wirkung der Maschen. Patent-stricken dauert so unglaublich lange, meine Hochachtung für Deine Geduld. LG Kuestensocke

Kape Anlumi hat gesagt…

Der Pullover sieht super edel aus! Ich habe aber schon beim Ansehen so ein kribbeliges Gefühl am Hals - ohne Darunter ist das Garn wahrscheinlich nicht nur wegen der luftigen Maschen nicht zu tragen.
Ich finde ja Brioche erstaunlich angenehm und fix zu stricken und es gibt da ein soooo riesige Mustervielfalt mit den erstaunlichsten Effekten!
LG Petra

Sandra bloggt hat gesagt…

Super, dass Du ihn getestet hast und wiedermal so wunderbare Tips zum Anleitungsverständnis geben konntest. LG Sandra