Mittwoch, 7. September 2016

Frau Liese, Kenny und Herr Behn

Hurra, der MMM ist wieder da! Die Sommerpause schien mir ganz schön lang. Aber sie hat sich gelohnt, denn das neue Layout des virtuellen Laufstegs kommt frisch und gut erholt daher.

Diesen Sommer habe ich auf verschiedenen Blogs Kleidung bewundert, die aus „Kenny“ genäht waren, dem schönen Interlock  von Swafing. Ob Pusteblumen, Federn oder Schwalben – diesen Stoff MUSSTE ich einfach haben. Als es bei Myo-Stoffe noch einmal das Schwalbendesign und dazu eine Rabattaktion gab, habe ich zugeschlagen – 2 Meter Kenny Schwalbe auf Jeansblau waren meins!

Was draus werden sollte, war auch klar – eine Frau Liese als Kleid. Hier schon mal genäht und bewährt, allerdings diesmal mit weißer Einfassung am Kragen und den Ärmeln, wie bei meinem Ankershirt ausprobiert und für schick befunden.
 
Wie beim Ankershirt habe ich das vordere Oberteil etwas verlängert, damit die Brustnaht unter der Brust sitzt. Beim Zuschnitt ist mir dann ergangen wie einigen anderen Näherinnen vor mir auch schon – die erste Charge Vorderteile habe ich falsch herum zugeschnitten, die Schwalben flogen auf dem Rücken. Ich bin nicht sicher, ob das anderen auffallen würde – nachdem ich den Fehler bemerkt hatte, habe ich aber noch einmal neu zugeschnitten, Stoff war reichlich vorhanden. Den Rockteil habe ich sozusagen frei Hand zugeschnitten anhand meiner Maße.

Frau Liese war denn wieder super schnell genäht, denn der Stoff ist eine Pracht. Schön dick und fest, fasst sich fabelhaft an und war 1A zu vernähen. Aufgrund der Dicke ist er trotz 5% Elasthananteils nicht besonders dehnbar, daran sollte man beim Zuschnitt denken – aber für mich ist das eher ein Qualitätsmerkmal als ein Mangel. Ich hoffe, dass er damit seine Form behält und nicht auslabbert, wie es mir leider bei anderen Kleidern schon passiert ist.

Um die Fake-Wickeloptik zu unterstreichen, habe ich aus dem weißen Jersey einen Bindegürtel genäht, der mit Gürtelschlaufen am Platz bleibt. Die habe ich aus drei Fäden Overlockgarn gehäkelt und in den Seitennähten befestigt.

Kenny und Frau Liese durften mit auf einen Tagesausflug mit meiner Freundin nach Eckernförde. Hier fand im März ja schon Sewing By the Sea statt, und ich habe mich sehr gefreut, auch mal wieder im Sommer in das nette Städtchen zu kommen. 

Los ging es mit einer Produktionsbesichtigung bei der Firma Waldemar Behn (das sind die mit dem „Kleinen Feigling“ und „Dooleys“), den meine Freundin organisiert hat. Von den Produktionsanlagen konnte ich verständlicherweise keine Fotos machen, aber es war schon sehr beeindruckend, die gewaltigen Tanks und Abfüllanlagen zu sehen. Am lustigsten fand ich die Lagerregale mit den verschiendenfarbigen „Hütchen“ für die Flaschen vom kleinen Feigling.

Zum Abschluss durfte jede von uns sich sogar noch ein Fläschchen aus der Behnschen Produktpalette aussuchen – ich habe mir für Vodka der Marke Danzka entschieden. Die Flasche ist einfach zu toll. Und kaufen kann man den hierzulande auch nicht.



Anschließend gab es im Städchen ein leckeres Mittagessen, und wir sind ausgiebig die Fußgängerzone runtergebummelt. Natürlich mit einem Stop bei der Bonbonkocherei – wir hatten Glück, und es war gerade eine Vorführung im Bonbonmachen dran: 
Im gleichen Innenhof wie die Bonbonkocherei ist auch die Schokoladenmanufaktur von Herrn Hinrichs – in Eckernförde gibt es echt was auf die Hüften!

Erschöpft am Stadthafen angekommen, musste erst mal ein Eiskaffee her. Im Strandkorb vom „Luzifer“ sitzend, ließ der sich hervorragend genießen, und Leute gucken konnte man auch prima! Beim Fotoshooting wurden wir im Gegenzug sicherlich auch neugierig beobachtet – aber das gehört ja zum Spiel dazu :-)


Zum Abschluss haben wir noch einen kleinen Abstecher zum Hauptstrand gemacht – beladen mit Tüten (ja, ich habe KAUFkleidung geshoppt – ich brauchte einfach dringend neue Badesachen!) waren wir am frühen Abend doch schon ganz schön groggy, und die müden Füße freuten sich über ein kaltes Bad in der Ostsee. Meine Feststellung dabei: Beim Anbaden Anfang Juni etwas weiter südlich an der Ostseeküste war das Wasser entschieden wärmer!

Mein Kleid hat das alles prima mitgemacht, es ist total bequem, und meine Freundin war ganz aus dem Häuschen: „Das ist ja einfach PERFEKT!“ – über so ein schönes Kompliment habe ich mich natürlich gefreut wie Bolle.

Hier noch einmal die Details:
-       - Schnitt: Frau Liese von Schnittreif, verlängert zum Kleid
-       - Änderungen: vordere Oberteile um ca 3 cm verlängert, halblange Ärmel, Ausschnitt und Ärmelsäume in Kontrastfarbe eingefasst, Bindegürtel
-       - Verbrauch: 2m Interlock „Kenny Schwalbe", Rest weißer Jersey für Einfassungen und Gürtel
-       - Reste: Vernäht zu Frühchenmützen und Schlafsäcken, ein größeres Stück liegt noch in der Spendenkiste
-       - Noch mal? Auf jeden Fall. Stoff für eine Herbst-Liese liegt schon bereit.

Verlinkt zum MeMadeMittwoch - nach der Sommerpause zeigt Frau Dreikah zum Auftakt ein Kleid in herbstlichen Farben mit einem wunderschönen Wasserfallausschnitt, aber auf dem Laufsteg gibt es auch noch Sommerliche zu sehen. Schaut mal vorbei!

Dienstag, 6. September 2016

Stralsunder Wellen und eine lange Nacht

Stralsunder Wellen und eine lange Nacht

Eine liebe Kollegin nimmt Ende des Monats ihren Abschied.
Als meine liebste Kollegin bekommt sie neben dem offiziellen Geschenk von mir noch eines extra – ich bin wirklich traurig, dass sie uns verlässt.
Seitdem ich wieder so intensiv stricke und auch nähe bewundert sie immer voller Andacht meine Werke. Was liegt da näher, als ihr etwas Selbstgemachtes zu schenken?

Die zündende Idee hatte ich spontan und auch etwas spät, nämlich erst Ende August. Einen Schal soll sie bekommen, und zwar aus einem ganz besonderen Garn, das schon seit über einem Jahr in meiner Schatzkiste schlummert:

Findley Dapple von Juniper Moon Farm, in der Farbe „Macaw“ – was mich an eine Pfauenfeder erinnert. Das Garn ist einfach eine Wucht. Sehr luxuriös – 50% Seide, 50% Merino, mit einem sehr edlen Schimmer und leuchtenden, intensiven Farben. Dabei ganz dünn – ein Knäuel von 100 g hat eine sagenhafte Lauflänge von fast 800 m. Daher will es auch mit entsprechend dünnen Nadeln gestrickt werden. Was sich wiederum auf die Zeit auswirkt, die  es braucht, den Schal fertigzustellen. Knapp drei Wochen habe ich Zeit.

Nach der Eingebung für das Material suchte ich nach Mustern. „Meandering“ von Hayley Tsang Sather gefiel mir ausnehmend gut und schien auch nicht zu schwierig. Also wurde angenadelt und ein paar Rapporte gestrickt.

Leider gefiel mir das Ergebnis nicht so recht, und eine schnelle Umfrage auf Facebook ergab: „Garn frisst Muster“. Zwei Abende verloren – aber nützt ja nix!



Also habe ich aufgeribbelt und einen neuen Versuch gewagt mit dem Muster „Wellen in pink“  von Sue Berg. Monika hatte dieses Muster schon gestrickt, es gefiel mir bei ihr schon sehr gut, und es ist wirklich einfach zu stricken. Das Ergebnis schon nach einem Abend Stricken gefiel mir (und der Facebook-Gemeinde) dann deutlich besser. Muster und Farbverlauf gehen gut zusammen:
 

Damit ich das schöne Stück, das ja auch noch gewaschen und gespannt werden muss, rechtzeitig fertig bekomme, stricke ich wirklich in jeder freien Minute – so auch auf der Fahrt nach Stralsund, wo mein Mann und ich die Lange Nacht des offenen Denkmals besucht haben:



Wart ihr schon mal in Stralsund? – Es lohnt sich! So eine wunderbare Stadt! Eine Augenweide nach der Sanierung der historischen Altstadt, die es zusammen mit der Altstadt von Wismar zum Welterbe gebracht hat. Die Lange Nacht des offenen Denkmals lässt einen an einem Abend ein bisschen hinter die Kulissen historischer Gebäude blicken, auch solcher, die man regulär nicht besuchen würde oder auch kann, weil sie in Privatbesitz sind. Unsere Unterkunft war die absolute Pole Position, gleich am Marktplatz und mitten im Geschehen. Von dort war keiner der fast 30 Veranstaltungsorte weit entfernt. 

Auf der Gorch Fock I gab es Travestie mit Tante Peggy:

 Das Ozeaneum hatte das Pinguin- und die Ostseeaquarien geöffnet, in der ehemaligen Eisengießerei sorgten die Stralsunder Trommelschule mit der Gruppe Yooku und Alino Yes Papa aus dem Benin für afrikanisches Flair (seither will der beste Ehemann der Welt eine Trommel – die beiden Gruppen waren aber auch echt der Hammer!) – als Kontrast dazu gab es in der großartigen Kulisse der Nikolaikirche zarte Klänge von Mozart und Haydn, und im Ratskeller unterhielt Leif Tennemann vom NDR 1 mit Einblicken in das Leben als Telefonschreck. 

Ein absolut buntes, abwechslungsreiches Programm mit über 30 Veranstaltungen, für jeden Geschmack ließ sich etwas finden – nur leider reichte ein Abend bei Weitem nicht, alles anzusehen.


Ein Höhepunkt für mich war das Straßenfest in der Badstüberstraße. Hier stellen die Anwohner Bierbänke auf, es gibt einen Grill, einen Getränkestand, aus einem Küchenfenster wird Kuchen und Kaffee auf die Straße verkauft. Man setzt sich, wo man Platz findet und ist ruckzuck im Gespräch mit anderen Besuchern und Anwohnern. Die öffnen teilweise auch ihre Häuser und Ateliers, und man erhält Einblicke in die Architektur der denkmalgeschützten Häuser. Was von außen so niedlich aussieht ist von innen eng und schief, hat steile Treppen und kleine Fenster – aber ist mit viel Liebe hergerichtet und saniert. Häufig von  Wolf-Dieter Thormeier, ein Restaurator, der zahlreiche Gebäude in Stralsund restauriert hat und in seine Werkstatt lädt. Durch einen TV-Bericht über Herrn Thormeier und seine Arbeit sind wir überhaupt auf die Idee gekommen, die Veranstaltung zu besuchen – und nun steht der Meister in seiner Werkstatt fachkundig Rede und Antwort. Wie aufregend!

Ach was war das für ein toller Abend in einer tollen Stadt! Das Wetter spielte netterweise auch mit, es war trocken und mild, und bei der Abschlussveranstaltung mit Feuerwerk und Pyro-Show freuten sich die Besucher über die lauen Temperaturen. 

Auf der Rückfahrt wurde wieder gestrickt - der beste Ehemann der Welt fährt nämlich gerne Auto:
 

Nach nun einer knappen Woche ist der Schal schon etwas über 60 cm lang. Also fehlt noch etwa ein Meter, für den ich noch 2.5. Wochen Zeit habe. 


Mein Whippet, der wegen akuter Materialknappheit Pause machen musste, muss allerdings auch noch vor dem Urlaub fertig werden, denn er soll unbedingt mit. Aktuell fehlt noch ein Ärmelbündchen, für das ich tatsächlich noch einmal Wolle nachbestellen musste.
Meint ihr nicht auch, manchmal bräuchte der Tag mehr als 24 Stunden, und das Wochenende mehr als zwei Tage?

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Dienstag, 23. August 2016

Whippet - fast auf der Zielgeraden

Seit ein paar Wochen habe ich mein neues Jäckchen auf der Nadel - "Whippet".
Zwei Wochen nach meinem letzten Post ist das gute Stück schon deutlich gewachsen:

 Die Ärmelmaschen sind stillgelegt, und das Lace-Muster am Rumpf ist fast fertiggestrickt. Bzw habe ich alle Rapporte laut Anleitung gestrickt, finde es aber noch ein bisschen kurz und werde noch einen weiteren Rapport hinzufügen, bevor ich das Saumbündchen angehe.
 Nach wie vor fasziniert mich die Konstruktion. Obwohl ich am Anfang so meine Probleme mit der sehr getailliert ausformulierten Anleitung hatte, fügte sich alles genau so, wie es gedacht ist. Das Kaffeebohnenmuster zieht sich an der rechten Vorderseite entlang, und läuft auch über die Schulter über die Ärmelmitte - alles passt. Das hätte ich nie geglaubt! Allerdings habe ich es mir hier auch verkniffen, etwas besser zu wissen als die Designerin, und habe alles brav nach Anleitung gestrickt. Der Gehorsam hat sich gelohnt - hoffentlich erinnere ich mich beim nächsten Mal noch daran :)

Was mich allerdings echt Nerven gekostet hat, war die Einteilung der Rumpfmaschen für das Lacemuster. Ich kann nicht sagen, wie oft ich mich da verzählt habe. Als es zähltechnisch scheinbar passte, habe ich beim Stricken der ersten Reihe gemerkt, dass irgendwo doch Maschen fehlten. Was solls, die habe ich dazwischengemogelt, und dann konnte es losgehn. 


Obwohl das Lace-Muster sehr einfach ist, muss man doch aufpassen. Mehrfach habe ich mich verstrickt (Olympia-Berichterstattung und Whippet sind nicht kompatibel). Allerdings ist das Muster so gebaut, dass man den Fehler spätestens in der Folgereihe aufspürt und dann leicht beheben kann. Wer aber genau hinsieht, findet doch einen Fehler im Foto oben.

Nach Abschluss des Laceteils habe ich nun Knäuel 5 von 6 angefangen. Jetzt wird es noch mal spannend - werden diese beiden Knäuel mit insgesamt 360 m reichen, um das untere Bündchen und zwei Ärmel zu stricken? - Ich nehme noch Wetten an :)

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Maschenfein - auf den Nadeln August
Creadienstag


Dienstag, 16. August 2016

Tante Katharinas Handtuchkatze

Ein lieber Freund hat diese Woche Geburtstag und wünscht sich Geld für eine größere Anschaffung.
Da er Katzen sehr liebt, aber keine halten möchte, bekommt er eine Handtuchkatze geschenkt als Überbringer der Geldspende.

Dazu gibt es eine Geschichte:
In dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, gab es eine alte Dame, die alle Tante Katharina nannten. Sie war früher die Haushälterin des Dorf-Pfarrers, wohnte immer noch im Pfarrhaus und betreute dort die Bücherei (die sonntags nach der Kirche für eine halbe Stunde geöffnet war). So war sie im ganzen Dorf bekannt. Immer, wenn sie zu einer Feierlichkeit eingeladen war, brachte sie eine Handtuchkatze mit: ein Gästehandtuch, gefaltet zur Katze,  mit einem Stück fein duftender Lux-Seife im Bauch. Für Leute ihrer Generation der Inbegriff von Luxus. Und in den 1970ern wahrlich DIY-Avangarde!

Dieser Handtuchkatze habe ich nun ein Revival beschert.
Die Materialien hat man oft zu Hause oder kann sie einfach und günstig besorgen. Und heute beim Creadienstag zeige ich euch, wie man sie bastelt:

Man nehme
2 Gästehandtücher (oder 1 Handtuch und 1 Stück Lux-Seife...)
1 Pfeifenputzer (Biegeplüsch, Chenilledraht)
Stecknadeln
2 Wackelaugen (alternativ Augen aus Filzresten anfertigen oder Knöpfe verwenden)
Ringelband oder Wolle für die Schnurrhaare
Satinband o.ä. 

Eines der Handtücher glatt ausbreiten, bei gemusterten Tüchern liegt die schönere Seite unten.
Die Längsseiten zur Mitte hin aufrollen. Dies wird der Katzenkörper.

Wer auf die Seife verzichtet: Für die Bauchfüllung wird das zweite Handtuch von der kurzen Seite her (schöne Seite wieder unten) zusammengefaltet. Es darf dabei nicht breiter sein als das erste Handtuch, sonst steht die Bauchfūllung nachher über. Anschließend wird das gefaltete Handtuch aufgerollt und die Rolle mit Stecknadeln fixiert.


Nun wird ein bisschen probiert. Das lange schmale Handtuch um die Bauchfūllung so drapieren, dass ein Rumpf, Kopf und Pfoten entstehen.  Die Pfoten entstehen durch die aufgerollten Kanten des ersten Handtuchs.

Aus dem Biegeplüsch werden nun die Katzenohren und der Schwanz geformt und an den entsprechenden Stellen am Handtuchkörper angebracht.

Der Kopf wird mit dem Satinband stramm abgebunden. Wer mag, kann auch die Pfötchen noch mit Band abbinden. Ich habe sie hier mit Stecknadeln fixiert.
Sieht doch schon nach Katze aus!

Dann werden die Augen befestigt (Die Wackelaugen waren selbstklebend,  Filzaugen würde ich mit farbigen Stecknadeln aufstecken, Knöpfe mit wenigen Stichen befestigen). 
Aus zwei kurzen Stücken Ringelband habe ich Schnurrhaare gebastelt und mit einer Stecknadel im Katzengesicht befestigt.

Fertig ist die Handtuchkatze! 


Für das Geldgeschenk bekommt sie noch ein Scheinchen ans Halsband. 

Als Bauchfūllung eignet sich sicher auch eine kleine Dose oder Schachtel mit Pralinen oder Keksen.

Auch verlinkt zu
Crealopee,
ein kleiner Blog.

Dienstag, 9. August 2016

Auf den Nadeln im August

Ich durfte kürzlich Teststricken für Daniela Johannsenova von Maschenkunst Köln. Juhuu!
Es ging um eine neue Anleitung für zauberhafte Baby- oder Puppenschühchen - die Anleitung gibt es hier auf Ravelry. 


 Ich habe meine Testversion gestrickt aus streichelweicher Merino-Wolle, ein Rest von diesem Jäckchen. Die Anleitung war einfach nachzustricken, gut verständlich und vor allem sehr übersichtlich gestaltet. Alles in allem eine Freude, die Anleitung nachzuarbeiten, auch wenn ich mit meinem Ergebnis nicht 100% zufrieden bin. Durch die weiche Wolle haben die Schühchen kaum Stand, sondern sind von der Haptik her eher Söckchen. Ich werde vielleicht noch ein Bindebändchen am Ansatz des Schaftes einziehen, denn die Schühchen werden verschenkt, und die Empfängerin soll sich freuen und die Schühchen auch benutzen.

Nach dem gelungenen Teststrick habe ich meinen Angstgegner angegangen: Whippet nach einer Kaufanleitung von Ankestrick. Frau Maschenfein hat mich angefixt, und in ihrer Facebook-Gruppe wurden Whippets gestrickt wie Sand am Meer. So ein schönes leichtes Jäckchen! Das musste ich unbedingt auch haben. Und so kam ich zu meiner allerersten Kaufanleitung.

Nach dem Download war ich erst mal ernüchtert - 11 Seiten?? Worauf hatte ich mich da einglassen? Ach nee, die Anleitung ist aufgeteilt nach Größen  - puh!
Und für mich, die ich Strickschriften und knapp formulierte Anleitungen gewöhnt bin, ist es sehr sehr mühsam, beim Stricken nachzulesen, was ich mit der nächsten Masche tun soll.

Erst mal Maschenprobe stricken - wunderbarerweise passt die angegebene mit meiner gestrickten Probe überein:

Nach gutem Zureden aus der Facebook-Gruppe habe ich mich nun doch getraut und einfach losgestrickt.


Das Kragenstück verlief problemlos, und die kleinen "Ösen", die an der rechten Seite gestrickt werden, gefallen mir total gut. Netterweise kann man sie später gleich als Knopflöcher benutzen. Sehr praktisch gedacht!
Bei den ersten Zunahmereihen hat mich dann aber doch das Grübeln gepackt. Ich musst erst 6 Zunahmereihen stricken, um zu merken, dass man die Zunahmen aus dem Querfaden aufnimmt. Also das erst Mal ribbeln...

Als Garn habe ich mich für "Milano" von Lamana entschieden, ein Merinogarn mit 10% Kaschmir. Superedel, ganz weich und mit einer sagenhaften Lauflänge von  180m auf 25 g.

Als das Garn geliefert wurde, war ich ganz erstaunt, dass es für die große Lauflänge doch relativ dick erscheint. Hier ein Vergleich von Garnen, die ich kürzlich alle mit NS 2,5 - 3 verstrickt habe, und die alle eine unterschiedliche Lauflänge haben, obwohl die Fäden ungefähr gleich dick sind:


Lila: Merino supersoft, 225 m / 50 g (das Garn von den Babyschuhen oben)
Lime: Drops Alpaka, 165 m / 50 g (von meinem letzten Jäckchen)
Silbergrau: Lamana Milano - 360 m / 50 g, das aktuelle Garn.

Ist es nicht immer wieder aufs Neue erstaunlich, wie unterschiedlich sich verschiedene Garne beim Stricken verhalten? Wie verschieden die Strickbilder ausfallen, und sogar, wie sich unterschiedliche Nadeln auf das Strickbild auswirken?

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Maschenfein - auf den Nadeln August
Creadienstag


Montag, 1. August 2016

Sweet as Honey - Endspurt

Das Jäckchen ist fertig!

In meinem letzten Beitrag bin ich fast an den schier endlosen Bündchen des ersten Ärmels verzweifelt. Kaffebohnenzöpfchen über 16 cm auf NS 2.5 sind einfach fummelig.
Wenn die erst einmal bewältig sind, strickt sich der Rest des Ärmels sozusagen von selbst und ich konnte sogar beim TV-Film mal wieder hinsehen.
Beim zweiten Ärmel habe ich jede Nadel mit den rechten  Zopfmaschen begonnen statt - wie beim ersten Ärmel - mit den linken, und das fluppte viel besser.

Hier das ansehnliche Ergebnis nach zwei Folgen Outlander und einem Star-Trek Film (richtig - das eine hab ich aussuchen dürfen, und das zweite mein Mann :) ):

Ich habe beide Ärmel mit einem provisorischen Anschlag angefangen, daher der helle Faden am Saum. Für den Fall, dass nach dem finalen Waschen und trocknen noch etwas an der Länge verändert werden muss. Zu oft schon musste ich nachträglich an der Ärmellänge korrigieren und den Anschlag mühsam aufdröseln.

Das Rumpfteil hatte ich erst einmal bis auf eine gewisse Höhe gestrickt und dann gespült, um zu sehen, wie die Länge sich verändert. Abgesehen davon, dass das Garn doch ganz schön ausgeblutet ist, reichte die Länge noch nicht aus, und ich habe noch einmal vier Musterrapporte drangestrickt.
Auf diesem Foto kann man sehr gut den Unterschied zwischen dem bereits einmal gespülten Teil und dem frisch angestrickten erkennen:

Was so ein bisschen Wasser und Shampoo doch ausrichten - ich finde das beachtlich.

Der erste Ärmel ist hier schon auf der Nadeln zusammen mit dem Rumpfteil, und die erste Raglanabnahme ist dort auch schon gestrickt:


Wenn sie erst mal fertig sind, gefallen mir die langen Ärmelbündchen richtig gut, und auch der Puffärmeleffekt, der sich durch die Zunahmen nach den Bündchen ergibt, ist sehr schön.

Obwohl ich manchmal an den Musterfolgen verzweifelt bin: Blendenmuster mit Knopflöchern, Ajour- und Zopfmuster auf den Vorderteilen und dem Rückenteil, Zopfbündchen, Raglanabnahmen mit Zopfmuster... strickte sich der Rest des Jäckchens dann doch ganz flink. Mit den Raglanabnahmen reduziert sich die Maschenzahl schnell, und umso flotter geht es vorwärts.


Anders als in der Anleitung vorgesehen, habe ich das Zöpfchenmuster im Halsbündchen fortgeführt. Bei den Zunahmen für die Bündchenmaschen musste ich ein bisschen tricksen, damit der Rapport hinkommt, aber ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt. Warum die Anleitung normale Zweierbündchen vorsieht, wo sonst alle Bündchen gezopft sind? Ich vermute, weil genau die Zunahmen zu knifflig zu berechnen waren, um sie passend in die Anleitung für die vielen verschiedenen Größen einzugliedern.

Wider erwarten musste ich nach dem abschließenden Spülbad auch an der Ärmellänge nichts mehr korrigieren. Allerdings hat die Farbe wie schon beim ersten Spülgang verhältnismäßig stark ausgeblutet. Gut, dass ich das Jäckchen nicht einfach in die Maschine geworfen habe!

Bei einem Ausflug nach Eckernförde habe ich im örtlichen Stofflädchen auch die passenden Knöpfe ergattert. Farblich passen die wie die Faust aufs Auge, und mir gefällt besonders gut, dass sie aussehen wie kleine Smileys:

Um das Jäckchen dann wirklich perfekt zu machen, habe ich mich sogar an eine Premiere gewagt – ich habe die Knopfleisten verstärkt. Bei meinem Alpaka-Silk-Jäckchen ist die Knopfleiste leider schon sehr ausgeleiert, das wollte ich bei diesem Jäckchen, dass mich so viele Nerven gekostet hat, unbedingt vermeiden. In meinem Restefundus fand sich ein limettenfarbener Stoff mit weißen Pünktchen, dessen Farbton zwar etwas gelber als die Jacke ist, aber meiner Meinung nach dennoch sehr gut passt.Eine Anleitung dazu fand ich über Pinterest bei Fröbelina.

Ich habe meinen Stoff auf einer Seite mit Einlage bebügelt, was im Nachhinein vielleicht sogar unnötig war, denn jetzt ist die Leiste wirklich sehr steif. Außerdem habe ich die gestrickten Knopflöcher noch mal mit der genähten Knopfleiste verbunden und sie dabei gleich ein bisschen in Form gezogen. So sieht das Ganze dann aus und macht furchtbar gute Laune: 

 
Zwar war das Ganze ein bisschen aufwändig, aber wenn ich mir das Ergebnis betrachte, werde ich wohl auch mein weißes Jäckchen noch entsprechend bearbeiten. Wenn die Knopfleiste durch das Eigengewicht der Knöpfe so labberig herumhängt, verliert das ganze Strickstück seinen Charme.

Damit ist mein neues Jäckchen fertig. Bei den momentan herrschenden Temperaturen werde ich es demnächst sicher schon tragen können – Tragefotos folgen dann an dieser Stelle.

Hier noch mal die Einzelheiten: 
- Anleitung: "Sweet as Honey" - kostenlos übers Garnstudio
- Garn: Drops Alpaka, 6 Knäuel, Farbe Lime (für Gr. M nach Anleitung)
- Änderungen: Rumpflänge um ca 5 cm reduziert, Halsbündchen mit Zopfmuster,Knopfleiste verstärkt
- Schwierigkeitsgrad: Die Konstruktion fand ich gut nachvollziehbar, allerdings waren die vielen verschiedenen Musterfolgen eine große Herausforderung. 4 von 5 Sternen. 
- Noch mal? Vermutlich nicht - viel zu fummelig.


Linkparty:





Mittwoch, 27. Juli 2016

Von Katzen lernen...

Heute ist der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause mit dem Special "Ich packe meinen Koffer...".  Wiebke von Kreuzberger Nähte zeigt uns ihre Urlaubsgarderobe, darunter ein lustiger Bikini mit Skimotiven. Klasse Idee. 

Ich selbst bin erst Ende September dran mit Kofferpacken. Das Gute daran: Alle anderen sind schon wieder zurück und man selbst hat die schönste Zeit des Jahres noch vor sich. Das Schlechte daran: Bis man endlich Ferien hat, wird die Zeit ganz schön lang und durch Urlaubsvertretungen unter Umständen auch stressig. Aber egal - vor uns liegt ein hoffentlich sonniger August, in dem sich hoffentlich auch die Möglichkeit ergibt, zu Hause ein bisschen auszuspannen. 

Dazu brauche ich ein bisschen Unterstützung.

Was man von Katzen lernen kann?
CHILLEN!

Meine beiden sind da große Vorbilder. Ich schwöre, die beiden schaffen es, 25 Stunden am Tag zu schlafen, dösen und rumzuliegen. Und das an immer wieder neuen Plätzen. 



Oft bin ich richtig neidisch auf das faule Leben der beiden. Auf das Vermögen, den ganzen Tag rumdösen zu können, wenn nicht gerade eine Maus vorbeispaziert und zum Spiel auffordert. Und auf die Fähigkeit, von jetzt auf gleich in Tiefschlaf zu versinken. Das würde ich auch gern können - Relaxen auf Knopfdruck.
Neulich las ich, dass die gleichmäßige Verteilung schlafender Katzen auf der Erdkugel dafür sorgt, dass die Erdachse sich nicht verschiebt. Jetzt verstehe ich viel besser, warum meine Fellnasen Dauerchiller sind. Und umso besser werde ich ausharren, wenn gerade mein Schoß der Platz der Wahl für ein Nickerchen ist. Schließlich trage ich eine Verantwortung!

Zum richtigen Entspannen braucht es neben einem geeigneten Plätzchen auch die richtige Kleidung (sofern man nicht über ein flauschiges Katzenfell verfügt).

Beim letzten Stoffmarkt ist mir dieser Katzenjersey in die Finger geraten, und es war klar - das wird ein Sommerschlafanzug werden. Einer zum richtig schön Chillen. Für gemütliche Stunden im Bett oder auch morgens im Garten, wenn die Nachbarschaft noch ruht.

Ein Meter kam mit in die Tüte, dazu 1.5 m cremefarbener Uni-Jersey, und es wurde drauflosgenäht.
Das Oberteil ist meine Allzweckwaffe "Autumn Mood" aus Ottobre 5/ 13, etwas verlängert. Der Hosenschnitt ist abgenommen von einer ausrangierten Stoffhose, in der Läge gekürzt und unter den Knien wie eine Pumphose mit Bündchen versehen (ich habe sogar drauf geachtet, dass das Katzenmotiv an den Bündchen richtig herum angenäht ist!)

Et voilà - der Katzen-ChillAnzug:
Der obere Bund ist schön breit und bequem, und wird mit einem Satinband zugebunden.


Getragen morgens im Garten, auf der Lounge, bei schönem Sonnenschein und mit einer Tasse Kaffee.  Die Lounge, entstanden als Nebenprodukt des Teichbaus vor vier Jahren, ist ein ebenso gutes Utensil zum Chillen. Hier kann man nachmittags vorzüglich Nickerchen im Schatten halten.


Wer genau schaut, sieht auch den Kater, der sich unter dem Polster versteckt. Natürlich ist er in einer höheren Mission unterwegs!


Gelegentlich kann man übrigens im Garten  auch ganz besonderen Besuch beobachten:
Frau Reh mag besonders gern rote Rosen. Leider gibt es die in unserem Garten nicht. Und so ist sie nach einer kurzen Inspektion zur Frau Nachbarin weitergezogen. Bei der gibt es jetzt auch keine roten Rosen mehr...

Ich wünsche euch allen einen schönen Sommer - beim Me-Made-Mittwoch geht es weiter am 7.9. Ob ich bis dahin noch das eine oder andere Stück für die Urlaubsgarderobe fertiggestellt haben werde?
Inspiration hole ich mir bei den anderen Damen der Runde. Der Bikini von Kreuzberger Nähte könnte mir zum Beispiel durchaus gefallen.