Dienstag, 12. September 2017

Stoffdiät im September

Das Jahr ist schon weit vorangeschritten, und so treffen wir uns schon zum fünften Mal zur Stoffdiät bei Küstensocke!

Unsere Gastgeberin und "Chefin" der Aktion hat schon sagenhafte 100 m Stoff vernäht in diesem Jahr. Wahrlich eine reife Leistung! So viel habe ich längst nicht geschafft - aber mein Stofflager war von Anfang an viel kleiner.

Erst einmal muss ich Zugänge "beichten" - vier Meter Jersey haben zu mir gesprochen, denen ich nicht widerstehen konnte. Besonders die Pusteblumen hatten es mir sehr angetan. Davon habe ich zwei Meter für ein Knotenkleid, von den anderen beiden (die kommen auch gleich noch einmal vor) jeweils einen Meter.
Aktuell beläuft sich mein Bestand auf 25..3 m - trotz der Zugänge also etwas weniger als beim letzten Mal. Anfang Januar waren es noch über 40 m, und dazugekauft habe ich (böses Mädchen!) auch einiges.
Fast alle Vorräte passen nun in meine Stoffkiste:
Alle Stoffe bis auf 1,5 m Stretchjeans sind Projekten zugeordnet, die ich nur mal irgendwann nähen muss:
- eine bunte Sommertischdecke
- eine graue Hose
- eine blaue hose
- ein Tischläufer (Weihnachtsgeschenk)
- ein schwarzes Leinenkleid samt Futter
- eine blaue leichte Sommerhose
- das Pusteblumen-Knotenkleid
- und noch ein weißes T-Shirt.
Dazu ein paar Futterstoffe, die ich aber in der Bilanz nicht mitzähle. That's it.

Wer genau hinsieht, stellt fest, das oben locker einige Zentimeter Luft sind. In der Kiste fehlen 3m Walk und 2m dicker Sweat. Das bringt mich zum Thema des diesjährigen Treffens:
"Dicke Stoffe vernähen schafft Platz" - mein nächstes Projekt ist der Stadtmantel , für den die 3 m Walk vorgesehen sind. Der dicke Sweat soll eine Sofahose "Siri" werden. Oder vielleicht doch eine ganz einfache Yogahose, wie sie in der aktuellen Ottobre ist? Mal sehen.

Mittlerweile geht es mir so, dass ich für "spontane" Inspirationen keine Stoffe mehr habe. Da wie gesagt alle vorhandenen Stoffe festen Projekten zugeordnet sind, habe ich einsehen müssen, dass ich ab und an doch Stoff kaufen "darf" - denn ein kreatives Hobby macht keinen Spaß, wenn man immer nur nach festem Plan näht und sich zwischendurch nicht auch einmal Spielraum gönnt.

Dazu habe ich festgestellt, dass ich von den knapp 30 m Stoff, die ich in 2017 gekauft habe, immerhin 24.9 m bisher vernäht habe.

Das finde ich gar nicht so schlecht, zeigt es mir doch, dass mein Gespür für meine verfügbare Nähzeit UND meinen reellen Output entwickelt habe. Beides ist tatsächlich deutlich geringer als in meiner Vorstellung, was in der Vergangenheit zum Aufbau des Stoffbergs beigetragen hat.
Dazu ist es mir inzwischen wichtig, kombinierbare Teile zu nähen, was bedeutet, dass ich beim Stoffkauf deutlich kritischer bin als zu Beginn meiner Nähkarriere. Und ich versuche, hochwertiger zu nähen statt "auf Masse", was bedeutet, dass ich länger an einem Projekt sitze und als Folge davon weniger Projekte abarbeiten kann.
Der Trick für mich ist also, nicht mehr zu kaufen, als man vernähen kann, und nur Stoff zu konkreten Schnitten zu kaufen. Für diesen Erkenntnisgewinn hat mir diese ganze Übung schon sehr geholfen - Danke, Antje!


Seit dem letzten Treffen habe ich eher wenig "weggeschafft". Was genau, das will ich euch noch schnell zeigen.

- Einen Schlafshorty, der mir in den wenigen warmen Sommernächten, die wir hierzulande hatten, gute Dienste geleistet hat - 1,50 m 

 - Eine "Guerillahose" aus weißem Leinen, die ich morgen beim Memademittwoch genauer zeigen werde - 2 m

- eine Sorbettobluse mit Schluppe, die ich auch noch genauer vorstellen werde - 1.30 m


- einen Sweatshirt-Hoodie, der ebenfalls noch genauer gezeigt werden wird) - 1.5 m

- und am vergangenen Sonntag beim Nähtreffen mit Kape Anlumi 2 Shirts "Frau Marlene" (werden ebenfalls noch gesondert vorgestellt) - 2 m

Insgesamt lächerliche sieben Meter in zwei Monaten... Allerdings habe ich nebenher noch etliche Taschen als Geschenke oder für mich genäht, wie z. B. diesen Strickprojektbeutel.  Leider kosten diese Taschen einiges an Zeit, schaffen aber kaum Material weg - und in meinem Fall sind die verwendeten Stoffe sogar Reste und daher nicht erfasst. Taschenprojekte habe ich noch auf der Liste, dann kommt wieder Kleidung für mich dran. Versprochen!

Mal sehen, wie weit meine Mitstreiterinnen bei der Diät gekommen sind - hier ist es nachzulesen.









Täschchen für das Handwerkszeug

Wie haltet ihr Ordnung in eurem Handwerkszeug, das ihr fürs Nähen braucht?
Schere, Nadeln, Schraubenzieher, Einfädler...
All diese Gegenstände habe ich bisher in diversen Schachteln und Kästen aufbewahrt, wenn ich sie nicht brauchte. Wenn ich sie aber brauchte, flogen sie völlig unkontrolliert auf meinem Nähtisch herum - und fielen gern auch einmal unter den Tisch.

Damit ist jetzt Schluss! Nachdem mein Nähzimmer renoviert wurde und alles sehr ordentlich in Regale und Schränke einsortiert wurde, musste auch eine Lösung für den Kleinkram gefunden werden. Im letzten Herbst habe ich bei einem Ausflug nach Friedrichstadt schon passende Stöffchen gekauft, für genau dieses Taschenprojekt. Aber wie genau die Tasche aussehen sollte, wie sich alles Zubehör ordentlich, sinnvoll und leicht zugänglich verstauen ließe, darüber habe ich doch einige Zeit gegrübelt.

Wie so oft, muss man einfach mal anfangen, dann fügt sich vieles von alleine.
Alles Zubehör ausbreiten, arrangieren, ausmessen - und losnähen:

Stück für Stück habe ich mich an die endgültige Form herangetastet.
Ein Reißverschluss musste sein, damit nichts rausfällt.

Gummizüge halten alle Werkzeuge am Platz fest.

 Und eine "Doppelseite" innen bietet Platz für Schere und viele viele Steck- und Nähnadeln.

Beim Einfassen kam mir der inzwischen heißgeliebte Schrägbandeinfasser wieder sehr zur Hilfe:

Und außen habe ich noch eine Tasche mit Druckknopf angebracht, für Kleinkram, von dem ich jetzt noch nichts weiß ... 😊


Im Alltagsbetrieb hat sich das Täschchen schon sehr gut bewährt. Alles ist griffbereit, übersichtlich, platzsparend verstaut, nichts geht verloren - ich bin top zufrieden!

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Mittwoch, 6. September 2017

Ferienlieblinge

Endlich ist die Sommerpause beim MeMadeMittwoch vorbei!
Obwohl ich tatsächlich nie an Langeweile leide, fehlte mir in den letzten Wochen doch die wöchentliche Präsentation von selbstgemachter Kleidung. Ich hoffe, das Moderatorenteam und auch ihr Mitstreiterinnen seid gut erholt und hattet wunderbare Ferien.

Heute ist tatsächlich mein erster Arbeitstag nach zweienhalb wunderbaren Ferienwochen, und ich darf gleich mit einer Diestreise ins schöne Zürich starten.
So sind meine Erinnerungen an meine schönsten Ferienerlebnisse noch recht frisch, und ich teile sie gerne mit euch!

Im Juni waren wir schon eine Woche auf unserer Lieblingsinsel Usedom, aber der Haupturlaub fiel in die letzten beiden Wochen im August. Diesmal war unser Ziel Amsterdam und die Nordseeinsel Texel.

Den Hinweg haben wir in Etappen gestaltet und einen Zwischenstopp in Ibbenbüren bei Osnabrück eingelegt, um den Teichpark von NaturaGart zu besuchen.
Hier kann man ein großes Parkgelände durchwandern und viele verschiedene Teichlandschaften und ihre Pflanzen und Tiere bewundern.
Einige Teiche sind sogar "von unten" zu bestaunen, so dass man auch die Fische von Nahem beobachten kann. Zum Beispiel ganz imposante, meterlange Störe. Außerdem gehört ein riesiger Tauchteich zum Gelände, hier kann man Tauchschüler beim Trainig beobachten. Und man kann megalecker Kuchen im zugehörigen Café futtern, allein dafür lohnt sich schon der Besuch!



Momentan sind die letzten Seerosen- und Lotosblüten zu bewundern, und eine wahre Pracht an Dahlien, wie im Hintergrund zu erkennen.
 Auf dem Foto trage ich meinen zweiten "Hint of Summer" in sommerlichem Gelb. Tatsächlich war es an diesem Tag nach gefühlt monatelangem Regen endlich einmal trocken und warm genug für das luftige Pullöverchen, dessen Entstehung ich hier schon beschrieben habe. 

Von Ibbenbüren sind es nur zwei Stunden bis Amsterdam, unserer nächsten Zwischenstation. Einen Tag lang haben wir uns dem Trubel der Stadt gewidmet Dabei habe ich den besten Ehemann von allen gaaanz zufällig zum Albert Cuyp-Markt gelotst - und keinen Stoff gekauft - und auch zu Stephen & Penelope, dem Kultladen von Stephen West - und ein Vermögen investiert. Aber das ist eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt.
Der beste Ehemann von allen wartete glücklicherweise geduldig draußen und gab sich seinen eingenen Versuchungen hin. 😂

Highlight des Besuchs in der Stadt war aber das Rembrandthuis - ein ganz sehenswertes Museum! Zufällig war gerade eine Vorführung darüber, wie die großen Meister früher ihre Farben zubereitet haben. Der Vortragende hatte sein Thema gefunden und wusste ganz mitreißend zu erzählen, wie wie teuer die Farbe war, und vorzumachen wie mühsam es war, die Mineralien zu mahlen - natürlich mit den zeitgenössischen Werkzeugen und unter Erläuterung einiger von Rembrandts Werken. Eine Stunde stand ich dabei und war ganz Ohr und Auge!
Den folgenden Tag haben wir in Zaandam verbracht und uns die Zaanse Schans angesehen. Ebenfalls absolut empfehlenswert! Ein großes Freilichtmuseum mit Tante-Emma-Laden "ganz wie früher", den üblichen Andenkenläden und Restaurants, und vielen Windmühlen, die teilweise wieder instandgesetzt wurden, um die Funktionsweise für die Nachwelt zu erhalten. Darunter eine Gewürzmühle mit kleinem Museum, eine Farbmühle, in der die Minerale für Herrn Rembrandt gemahlen wurden, und eine Sägemühle, in der heute wieder für den Baustoffmarkt Holzstämme zu Bretter nach Wunschmaß gesägt wurden. Hier gab es wieder einen dieser Mitmenschen, die ihre Bestimmung gefunden zu haben scheinen, der ganz spannend von der Funktionsweise der Sägevorrichtung und den Herausforderungen zu berichten wusste, wenn zu viel oder zu wenig Wind herrscht. Wirklich spannend - vor allem weil die Windkraft schon vor hunterten Jahren so smart und vielfältig genutzt wurde!


Neben den typischen Holzschuhen trage ich auf dem Foto unten meine gekürzten Classic Flares vom letzten Jahr ( klick hier) - und mein Ringelshirt nach dem Schnitt "Solid & Striped" (klick hier), genäht in diesem Frühjahr. Bequem, luftig, fahrradtauglich - genau mein Ding.


 Weiter ging's nach Texel, hierzu muss man Fähre fahren.
Habe ich eigentlich erwähnt, dass mit Beginn des Urlaubs ein traumhafter Spätsommer mit Sonne und angenehmen Temperaturen um die 20°C einzog? Was für ein Glück! So durfte mein Hint of Summer bei der kurzen Überfahrt mit an Deck.
Texel ist eine wunderschöne, gar nicht mal so kleine Insel mit einer herrlichen Dünenlandschaft zur Nordsee hin. Per Fahrrad lässt sie sich sehr gut erkunden, es gibt überall separate Fietspaden und wenige Steigungen. Was man aber nicht verachten sollte ist der Wind - bei der Fahrradtour am ersten Tag über mehr als 25 km hatte ich auf dem Rückweg schwer zu kämpfen, da der Wind ganz hartnäckig und steif von vorne wehte.

Mein Ankershirt, ebenfalls vom letzten Jahr, musste bei so einem maritimen Ziel natürlich mit:
Den großzügigen Ausschnitt musste ich allerdings der Sonne wegen mit einem Schal abdecken. Bei der erwähnten Fahrradtour hatte ich mir nämlich ordentlich das Dekoletée verbrannt, was ich nicht verschlimmern wollte. Der Sonne entkommen sind wir im Museum Kaap Skil - ebenfalls ganz toll und sehenswert (und wir bekamen sogar noch Freikarten für ein weiteres Museum dazu). Zum Gelände gehören ein kleines Freilichtmuseum, sowie eine große Ausstellung über die Geschichte der Schiffahrt und Fischerei auf Texel, darunter ein großer Schuppen voll mit Dingen, die den Fischern ins Netz gegangen sind. Unglaublich, was da alles zu sehen ist! Im Erdgeschoss gibt es außerdem ein großes Modell der "Texeler Reede", dass über kleine Filmchen die Zeit der Ostindienfahrten veranschaulicht. Ihr merkt, ich bin immer noch sehr begeistert!
 
 Natürlilch gehört auch Strandleben zum Inselurlaub. Unbedingt!
Der Wind am Strand ist allerdings auch an warmen Tagen sehr frisch. Und wer, so wie wir, schnell verbrennt und deshalb unterm Sonnenschirm sitzt, friert im Schatten umso schneller. Gut, dass mein neuer Pullover "Get moving" noch rechtzeitig vorm Urlaub fertig geworden ist, der hat mir am Strand gute Dienste geleistet. Den Pullover habe ich bisher noch nicht verbloggt, das werde ich in der nächsten Zeit nachholen.


 Texel ist als Insel unglaublich vielfältig. Es gibt wunderschöne Dünen zur Seeseite, in denen gerade die Heide blühte, viele und große Muscheln am Strand (anders als bei uns an der Ostsee), Polderlandschaften und überall kleine Kanäle. Natürlich auch jede Menge Schafe, Kühe und Pferde - wie ein kleines Bullerbü! Und allüberall Weitblick und freie Sicht. Zusammen mit dem schon erwähnten stetig blasenden Wind sorgt das für einen freien Kopf - genau richtig!


 Über das Wattenmeer und seine Bewohner, insbesondere über den Naturpark Texelsche Dünen, kann man im Ecomare-Bescucherzentrum vieles erfahren. Hier gibt es neben verschiedenen Aquarien und einem wunderbaren Dünen-Außengelände eine Seehunde-Aufzuchtstation zu sehen. Hier haben wir den Seehund Harry kennen gelernt, und auch die vor einiger Zeit gestrandeten Schweinswale Dennis und Michale, die leider alle nich mehr ausgewildert werden können. Dafür ziehen sie die Besucher bei den Fütterungen an. Auch viele kleinere Robben in der Aufzuchtstation sind zu sehen (die sind aber auch wirklich zu niedlich), die wieder ausgewildert werden, sobald sie genug Speck angesetzt haben.

Praktischerweise liegt das Ecomare nicht weit weg vom Strand, und an diesem Strandabschnitt steht auch eines der vielen Strandrestaurants, wo man tagsüber die Portion Pommes, das Eis oder die Cola bekommt, aber auch häufig lecker essen kann.
 Da die Strandrestauerants alle an der Westseite der Insel gelegen sind, gibt es das Spektakel zum Sonnenuntergang gratis dazu. Perfekte Plätze!
Mein erstes Ringelshirt, vor zwei Jahren noch ohne Overlock genäht und inzwischen ganz schön abgeliebt, durfte auch noch einmal mit in die Ferien. Hier sitze ich gerade in einem der genannten Strandrestaurants und überlege, was die Speisekarte mir heute Leckeres bieten könnte.

Alles in allem war es wirklich ein total gelungener Urlaub. Wettermäßig war das Timing perfekt, denn am Abreisetag goss es aus Eimern, so dass der Abschied nicht so schwer fiel.

Wie ihr seht, ist meine Kleidung im Urlaub zweckmäßig - lässt genug Bewegungsfreiheit, ist luftig und folgt großteils meinem sicheren Farbkonzept blau-weiß-rot. Damit ist alles mit allem kombinierbar, und der Koffer kann eine Nummer kleiner ausfallen. Hätte ich gewusst, dass wir ein derart tolles Wetter haben würden, hätte ich auch die eine oder andere Strickjacke zu Hause gelassen - aber vermutlich ist es dann wie mit dem Regenschirm: Hat man keinen dabei, regnet es garantiert.
Für den nächsten Sommer nehme ich mir aber vor, noch eine kürzere Hose und eine ganz leichte lange Hose zu nähen, und vielleicht auch noch ein Kleid mit Taschen. Üblicherweise haben meine (Jersey-)Kleider keine, was sehr hinderlich ist, wenn man sein Handy als Kameraersatz überall hin mitschleppt und es nicht zwischendurch schnell mal wegstecken kann 😊

Nun bin ich gespannt, was ihr von Euren Ferien berichtet, und welche Kleidung ihr dabei hattet!




Dienstag, 5. September 2017

Out now: "MI-IRO" - dreifarbiger Schal - Anleitung

In den letzten Wochen war es auf meinem Blog ein bisschen ruhiger.

Dies lag zum einen an der Ferienzeit, Urlaub und dem damit verbundenen "mal ausrauchen" und Beine baumeln lassen. Zum anderen aber lag es daran , dass ich im Hintergrund ganz fleißig an der Anleitung für den Schal gearbeitet habe, der mich schon seit Mai begleitet hat.

Und nun ist die Anleitung fertig geschrieben, formatiert und getestet und über Ravelry erhältlich:

MI-IRO

ist das japanische Wort für "dreifarbig".



Mein japanischer Nachbar hat mir bei der Namensgebung kräftig geholfen.
Denn der Schal wird im Original gestrickt aus feinen japanischen Garnen der Marke Ito. Daher musste natürlich auch der Name des Modells ein japanischer sein!


Die Idee für den Schal kam mir beim Stricken meines diesjährigen Frühlingspullovers aus den gleichen Garnen. Über den Pullover und seine Entstehung habe ich z. B.  hier geschrieben. Die Farbenund auch die Haptik der Garne haben mich so eingenommen, dass ich unbedingt noch etwas daraus stricken wollte.


Um den Schal zu stricken, sollte man rechte, rechts verschränkte und linke Maschen sowie Zu- und Abnahmen stricken können und wissen, wie man Maschen aus dem Rand eines Strickstücks aufnimmt.
Abschließend wird der Schal mit einer I-Cord versehen für den letzten Schliff.


Jede der drei Farben wird zweifädig gestrickt:
-  aus Ito Washi, einem ganz tollen Garn aus Papier und Viskose, das nach dem Waschen weich und anschmiegsam wird
- und der hauchfeinen Ito Shio, einem sehr weichen, sehr dünnen Wollfaden.

Je nachdem, wie man die beiden Fäden farblich kombiniert, entstehen schöne Melange-Effekte, oder aber ein solider unifarbener Eindruck.
Die passenden Garne in allen verfügbaren Farben erhaltet ihr z. B. bei Maschenfein



Grundsätzlich aber kann jedes andere Lace- oder Sportgarn verwendet werden (dann müsst ihr die benötigten Mengen allerdings umrechnen), und die Länge und Breite des Schals lassen sich ebenfalls problemlos verändern. So sind euch keine gestalterischen Grenzen gesetzt!

Zur Anleitung geht es hier entlang (momentan gibt es sie nur auf deutsch) - ich freue mich auf zahlreiche Projekte von Euch! Auf meiner Facebook-Seite oder Instagram könnt ihr gerne Eure Versionen posten, gern unter dem Hashtag #mi-iro.

Viel Spaß beim Nachstricken!

Ich verilnke meinen Schal bei
Maschenfein - auf den Nadeln September
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Stricklust
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Sonntag, 13. August 2017

Es wird... pink!

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt - dieses Jahr stricke ich sozusagen wie besessen.
Kaum ist der Hint of Summer in "gelbgelbgelb" von den Nadeln, folgt schon das nächste Teil aus einem feinen Garn von Itoyarns:
Es wird ein Besjes von Cello Knits, diesmal aus Ito Kinu, zweifädig gestrickt mit Ito Shio.

Beim Maschenfein-Treffen in Berlin Mitte Juni hatte ich mich in Kinu spontan verliebt.

Die Bourettseide strickt sich zwar etwas sperrig, da sie dazu neigt an den Nadeln zu kleben, aber sie hat so einen tollen Griff und eine sehr schöne Farbpalette! Die Farbe Hydrangea, ein dunkles Pink, war schnell gesetzt.
Zwar hatte ich Kinu in Berlin schon zur Probe gestrickt, allerdings war ich nach meiner "richtigen" Maschenprobe für den Besjes-Pullover doch etwas ernüchtert - gestrickt auf meinen üblichen Bambusnadeln in Stärke 2.5 erwies sich das Stricken als Quälerei (wegen der genannten "Klebeneigung"), und das Maschenbild war sehr sehr locker. Zu locker.
Also kramte ich in meinem Vorrat und fand einen Rest Shio, ein ganz dünner Merinofaden, den ich sehr gern als Beilauffaden verwende. Damit, und mit Holznadeln in Stärke 3, war das Strickerlebnis ein deutlich anderes, das Maschenbild gefiel und die Maschenprobe passte.


Eine liebe Berliner Strickfreundin gab mir dann noch den guten Rat, statt der Holznadeln einmal die HiyaHiya Sharp-Nadeln zu testen, und war noch dazu so lieb, bei einem Besuch im Showroom von Itoyarns nach dem passenden Farbton von Shio zu suchen. So ist es Plum geworden. Eine wirklich perfekte Kombination!

Damit sich das Garn gut abstricken lässt, habe ich die beiden Fäden wieder auf ein Knäuel gewickelt. Die HiyaHiya-Nadeln hatten sich beim Hint of Summer schon bestens bewährt. Sicherheitshalber habe ich noch einmal eine Maschenprobe mit diesen Nadeln gestrickt - passt!
Der Anfang von Besjes ist nun gemacht. Aber er war schon ganz schön hart! 270 Maschen werden provisorisch angeschlagen- und dann geht es viele viele Reihen glatt rechts stur geradeaus,  bis die erste "Herausforderung" der Anleitung gestrickt wird.

Gerade habe ich einmal 12 Reihen geschafft. Wenn es gut läuft, schaffe ich an einem Abend 10 Reihen. Dieses Projekt wird mich also eine lange Zeit begleiten 😊
Das Maschenbild finde ich jedoch schon mal vielversprechend:

Damit es mir nicht langweilig wird, habe ich schon die nächste Idee im Kopf. Darüber kann ich noch nicht zu viel verraten, denn es soll eine Überraschung werden. Das Garn zeige ich euch aber schon einmal:

Damit verlinke ich meine aktuellen Projekte zu
Creadienstag
Maschenfein - auf den Nadeln August

Dienstag, 8. August 2017

Gelbgelbgelb!

Beim Maschenfeintreffenin Berlin Mitte Juni gab es viele tolle Garne zum Ansehen und Anstricken.
Zwei Garne von Itoyarns haben sich spontan erst in mein Herz geschlichen, dann in mein Hirn (indem konkrete Projekte Form annahmen), und schließlich auch in den Warenkorb:



Besonders das Garn Urugami hat mir Schnappatmung beschert. Das Garn hat einen ein ganz runden, ganz festen Faden aus Wolle und Papier. Da mich Papierfaser schon beim Poncho überzeugt hat, den ich aus Ito Washi gestrickt habe, war meine Neugier betreffend dieses Garns groß. Außerdem bietet Urugami eine wunderschöne Farbpalette!
Ganz besonders hat mich der Gelbton  entzückt, und noch beim Treffen in Berlin habe ich mit den Mitstrickerinnen entschieden, dass ich diese Farbe UNBEDINGT brauche. Obwohl gelb sonst in meinem Kleiderschrank nicht vorkommt. Als Beilauffaden habe ich mir Shio   in weiß ausgesucht, ebenfalls von Ito und bereits von mir erprobt.
 In der Maschenfeingruppe gab es bereits einige fertige Modelle zu bewundern, die zweifädig aus den beiden Garnen entstanden sind, und der melierte Effekt aus den beiden Farben hat mir sehr gefallen. 
Das Projekt zum Garn war auch schnell klar: es soll ein zweiter Hint of Summer nach einer Anleitung von Isabell Kraemer werden (den ersten könnt ihr hier bewundern). Diesmal in der Variante ohne Ärmel und mit geradem Saum.

Da diese Garne von Ito auf Pappkonen gewickelt sind, habe ich mir angewöhnt, beide Fäden auf ein Knäuel zu wickeln. So strickt es sich einfacher ab, und die Konen klackern nicht aneinander beim Stricken – so hat der beste Ehemann von allen ein ungestörtes TV-Erlebnis 

Die Maschenprobe war schnell gestrickt, fiel aber wider Erwarten doch etwas kleiner aus als beim ersten Modell. So habe ich diesen HOS auf NS 3 gestrickt und in Größe M2. Im Nachhinein hätte ich auch gut M1 stricken können wie beim Vorgänger, denn das Top sitzt schon sehr locker.
Was mir besonders gefiel war, dass die Melierung des gelbweißen Garns genau zum Eis (Mascarpone – Mango) passte. Lustig, oder?



 Angeschlagen habe ich das Top mit Bambusnadeln. Das stellte sich nach kurzer Zeit als keine gute Idee heraus, die Maschen klebten an der Nadel und das Stricken war eine Quälerei. So ging es nur sehr langsam vorwärts. Umsteigen auf Holznadeln brachte etwas Linderung.



Richtig optimal aber lief es erst, als ich mir HiyaHiya Sharp Nadeln bestellt habe, die mir eine liebe Strickbekannte wärmstens empfohlen hat.Schaut mal, welcher Unterschied im Maschenbild sich ergibt:
 Der Wahnsinn! Eigentlich hatte ich Metallnadeln abgeschworen (u. a. auch, damit der beste Ehemann von allen nicht bei seinem Fernsehfilm gestört wird oder ich irgendwann wegen Ruhestörung vom Sofa verbannt werde). Aber diese Nadeln haben das Projekt echt gerettet. Und beschleunigt! Sagenhafte 15 Reihen schaffte ich an einem Abend. So verloren selbst die endlos langen Runden des Körpers ihren Schrecken. Die Langeweile beim Stricken der langen Runden habe ich mir auch mit Lektüre vertrieben – wenn es einfach stur rechts geradeausgeht, kann ich inzwischen sogar beim Stricken lesen.

Gegen Ende war ich mir nicht so sicher, ob die Garnmenge reichen würde. Ich hatte vier Konen Urugami / 2 Konen Shio, was genau der angegebenen Menge laut Anleitung entsprach. Auf diesem Foto sind drei Konen verstrickt, und es fehlen noch 14 cm Länge:
Da Modell Nr 1 etwas kurz geraten war, fiel die Entscheidung, alles Garn aufzustricken und den Abschluss mit Resten in rein weiß zu arbeiten. Win-Win: keine Reste aus diesem Projekt, und Reste vom ersten Hint of Summer werden auch gleich reduziert!
Für den Abschluss habe ich also die Anleitung etwas umgemodelt und nach Ende des gelbweißen Knäuels eine Reihe rechts in weiß gestrickt. Die Maschen habe ich dann nicht abgekettet, sondern mit festen Maschen abgehäkelt:
Anschließend habe ich eine Runde Krebsmaschen gehäkelt. Das sind feste Maschen, aber nicht wie üblich von rechts nach links gehäkelt, sondern von links nach rechts. Und sie geben einen ganz hübschen Effekt:


Am Halsausschnitt und an den Ärmelsäumen habe ich ebenfalls je eine Runde feste Maschen – eine Runde Krebsmaschen gearbeitet. Dann wurde das Top gebadet, getrocknet und gedämpft – und ich bin total verliebt über das wunderbar gleichmäßige Maschenbild, das sich nun für das gesamte Top ergibt. Hier ist er nun, mein Hint of Summer:

Und ganz ehrlich, wenn es jetzt nicht endlich Sommer wird hierzulande, dann weiß ich auch nicht mehr weiter! Nach Wochen mit endlosem Regen und Temperaturen um die 20 °C haben wir uns hier im Norden endlich einmal ein paar warme Tage verdient, damit die Sommersachen einmal zu ihrem Recht kommen, meint ihr nicht? Dann gibt es auch Tragefotos, versprochen!

Solange verlinke ich mich erst einmal zu



Mittwoch, 2. August 2017

Ein (maschen)feiner Beutel!

Taschen kann man nie genug haben.
Taschen für Strickprojekte auch nicht.
Obwohl ich "eigentlich" nicht zu den Leuten gehören, die ständig mehrere WIP's und UFOs auf der Nadel haben, passiert es doch hin und wieder, dass sich mehr als ein Projekt in mein Herz schleicht. Zuletzt waren es ganze drei .

Da ich es grundsätzlich schon ganz gerne ordentlich habe, braucht jedes Projekt seinen Behälter.
Für meinen knallgelben Hint of Summer habe ich meinen geliebten Friemelstilo, der farblich wie gemacht zum Pullover passt.


Die beiden anderen Projekte, die ich euch beim letzten Mal gezeigt habe, der Pullover "Morgentau" und mein Schal aus Ito-Garn, sind inzwischen ebenfalls fertig. AAAAABER - es hat sich ein weiteres Projekt aufgetan, das ich nun parallel stricke - und das angemessen aufbewahrt werden will.

Wie gut, dass Maschenfein gerade ein neues Schnittmuster für einen schicken und praktischen Projektbeutel herausgebracht hat. Wie gut, dass ich nähen kann! Und wie gut, dass sich in meinem Fundus noch ein wunderbarer Rest dicker Baumwollstoff mit Möwen gefunden hat, der wie gemacht war für diesen Beutel!

Wenn man das Schnittmuster erst einmal ausgedruckt und zusammengeklebt und die vielen Schnittteile ausgeschnitten hat, wird zugeschnitten.  Ganze 13 Schnitteile sind es, die aus verschiedenen Stoffen zugeschnitten werden. In meinem Fall noch ein paar mehr, denn ich habe den Beutel gefüttert und die Außenteile mit dicker Vlieseline verstärkt.

Der Beutel hat innen praktische Taschen für das ganze Zubehör, das so anfällt, und eine große Tasche außen für die Anleitung, die man gerade arbeitet. Außerdem noch einen "Ösenspender", durch den man beim mehrfarbigen Stricken die verschiedenen Fäden ziehen kann, damit diese sich nicht vertüdeln. Da ich großen Respekt vor dem Anbringen von Ösen habe, habe ich auf den Ösenspender verzichtet, und auch den Kordeldurchzug nicht mit Ösen, sondern als Tunnel gearbeitet.
 
Wenn alle Teile vorbereitet sind, ist der Beutel schnell genäht. Bei meinem habe ich schicke Kordelstopper verwendet, und auch Kapseln für die Kordelenden habe ich besorgt.
 
Meinen Beutel habe ich am Sonntag Vormittag genäht und gleich mitgenommen zu Nachbars Gartenfest. Natürlich mit dem aktuellen Projekt darin, einem superweichen Schal, den ich zu Weihnachten verschenken werde. Auf den Fotos ist der Beutel noch nicht komplett "eingerichtet" - was ich so mitschleppe in meinem Beutel will ich euch ein andermal zeigen. 


Viele Komplimente habe ich bekommen von der Nachbarin und einigen der Gäste - für den weichen Schal, aber besonders für den schicken Beutel.

Was ich persönlich so richtig praktisch finde, ist die Schlaufe.
Ganz praktisch kann man den Beutel so entweder wie ein Herrenhandtäschen am Handgelenk tragen (und zum Beispiel stricken, während man an der Bushaltestelle stehend wartet), oder aber man hängt ihn lässig über die Armlehne und genießt beim Stricken die Sonne im Garten.

Das flauschige Etwas, das da über der Banklehne drapiert ist, wird übrigens einmal ein richtig großer, kuscheliger Schal, der Himmelsstrahl, den ich gerade für Meine Fabelhafte Welt teststricke. Zu Weihnachten wird er verschenkt. Ich muss allerdings ein bisschen Gas geben, denn Mitte August muss der Schal fertig werden für einen Fototermin. Bis dahin fehlen noch 1.50 Meter...

Mein schöner Beutel wird verlinkt zu
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Maschenfein - auf den Nadeln August
RUMS