Mittwoch, 2. September 2015

Die Quartalsdiva: Ajourjäckchen

Der MeMadeMittwoch kehrt heute aus der Sommerpause zurück.
Zur Feier des Tages zeige ich heute mein bisheriges Meisterwerk in Sachen Strickkunst:  Hurra! Mein Ajourjäckchen ist fertig, an dem ich fast ein Vierteljahr gestrickt habe!



Das Jäckchen hatte ich schon länger im Visier (genaugenommen, sobald das Anleitungsheft – Sabrina 03/2015 – erschienen war), und habe es im Rahmen des Spring Style-Alongs in Angriff genommen.
In der Woche vor Ostern habe ich bei meinem örtlichen Wolldealer die Bestellung aufgegeben - und musste drei Wochen auf das bestellte Garn (Secondo von Lana Grossa) warten, da es gerade nicht vorrätig war und von der Färberei nachgeliefert werden musste. Das hat mich ganz schön auf die Folter gespannt! Denn natürlich war ich neugierig wie Lumpi auf das Garn und wie es sich stricken würde.

Anfangs waren Secondo, Muster und ich überhaupt keine Freunde, wie ich hier schon berichtet habe. 
Nach einer Woche Anlaufschwierigkeiten und dank der Adleraugen meiner Stiefmama ging es dann doch vorwärts - nach einem Monat waren nur noch die Ärmel zu stricken (s. hier), und das Projekt sah schon vielversprechend aus. 

Die Ärmel habe ich beide gleichzeitig mit zwei Knäulen auf einer Nadel gestrickt, damit mir die unendlich vielen Zunahmen gleichmäßig gelingen. Das war ein ganz guter Tipp, sofern man nicht durcheinander gerät und dann doch nur an einem Ärmel weiterstrickt...


 Mangels Maschenmarkierern mussten Restefädchen herhalten, denn es werden insgesamt 22 Zunahmen gestrickt: 


Dann alle Teile zusammennähen, alle Kanten mit Krebsmaschen umhäkeln - und Anprobe. 



Ehrliches Urteil des besten Ehemannes der Welt: "Sieht schlampig aus" - meint: die Jacke ist zu lang. 
(Vorher messen halte ich grundsätzlich für vertane Lebenszeit. Vielleicht lerne ich ja mal draus...)
Etwa 10 cm mussten weg.





Wie nun kürzen? Erst mal die Häkelkanten wieder aufribbeln... 
Bei anderen Stricksachen habe ich einfach die Anschlagkante aufgetrennt, dann ließ sich das Gestrick auch von unten auftrennen. Nun ist Secondo zum einen sehr flutschig - wenn eine Masche fällt, dann fällt sie bis ins Nirvana - und das Muster besteht aus so vielen Zu- und Abnahmen, dass Auftrennen nicht möglich war. 
Also habe ich in der gewünschten Reihe die Maschen auf die Nadel gefädelt und darunter beherzt abgeschnitten. 

Das ergab zwar ein Mords-Gefussel, aber den gewünschten Erfolg: Jacke kurz, alle Maschen auf der Nadel, fertig zum Abketten und für die neue Häkelkante. 


Et voilà, so sieht Madame Ajour nun aus: 

Ich hab sie natürlich gleich ausgeführt – bei einem Ausflug nach Lüneburg:
 


Diejenigen unter euch, die „Rote Rosen“ verfolgen, haben die Kulisse sicherlich erkannt :-)

Und bin sehr glücklich über mein elegantes Stück, auch wenn es mich einige Nerven gekostet hat!

Wolle: Lana Grossa Secondo, Verbrauch: 8 Knäuel (gekauft hatte ich die 10 in der Anleitung angegebenen, eines im Original zurückgegeben, und eines ist nach der Auftrennarie nun noch übrig)
Anleitung: Sabrina 03/2015, Modell 18
Änderungen: 10 cm kürzer als in der Anleitung, Picotkante am Kragen und Saum ersetzt durch Krebsmaschen rundum, Hakenverschluss statt Knopf. 

Beim MeMadeMittwoch gibt es heute wieder viele selbstgemachte Kleidung zu sehen – hier >klick< entlang zur Galerie!

 

Kommentare:

  1. Hallo Sandra! ich finde Deine Jacke sehr schön und auch nicht zu lang :-)
    Scheint auch ein sehr edles Material zu sein!
    LG Birgit

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  2. Die Strickjacke sieht super aus, gefällt mir sehr gut!
    LG Carolin

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  3. Bei dem beherzten Schnitt hätte ich nicht mit dir tauschen mögen!
    Aber es hat sich gelohnt, Die Jacke ist ein Traum und in der kürzeren Variante sieht sie wirklich viel peppiger aus. Manchmal haben Männer tatsächlich Recht ;))
    LG
    Wiebke

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