Sonntag, 5. März 2017

Fjka 2017: Fortschritte...

Hallo zusammen beim zweiten Termin des FJKA!
Tatsächlich ist auch hier im Norden der Frühling auf dem Vormarsch. Die Krokusse im Garten sind schon fast abgeblüht, und ich habe gestern sogar das erste sprießende Blatt entdeckt!

Unsere lieben Organisatorinnen Luise und Sibylle haben fleißig Musterbücher gewälzt. Auf diese Bibliothek bin ich richtig neidisch - außer einem allgemeinen Handarbeitshandbuch aus den 1970ern und der "Knitting and Crochet" Bible besitze ich noch eine dürre Auswahl an Strickheften, aber ich würde auch gern auf einen größeren Musterschatz zurückgreifen können. Bei meiner Recherche bin ich auf dieses Buch aus dem OZ-Verlag gestoßen, das neben geschriebenen Anleitungen auch Strickschriften beinhaltet (ich bin bekennender Fan von Strickschriften). Eine Auswahl der Muster aus dem Buch sind auch im Sonderheft von The Knitter enthalten, ebenfalls mit Strickschrift. Da ich während der Fastenzeit weder Wolle noch Stoff kaufen will, wäre die Gelegenheit passend, die Strickbibliothek aufzurüsten... ich muss wohl mal in den Buchladen 😊

Aber ich will von meinem Jäckchen erzählen. Ich bin ja mit einem laufenden Projekt beim Knit-Along eingestiegen, das schon die erste Begegnung mit dem Ribbelmonster hinter sich hat.

Nach der ersten Anprobe mit bereits vollendetem Vorder- und Rückenteil stellte sich heraus: 
- das Jäckchen ist mindestes 10 cm zu kurz .
- die Schulternaht liegt merkwürdig weit hinten

Also habe ich aufgetrennt, 15 cm in der Länge angestrickt und dabei im Rücken noch mehr Abnahmen eingefügt.
Beim Neustricken der Vorder- und Rückenteile ging mir dann auch ein Licht auf, warum der erste Versuch so schiefgegangen war: beim Rückenteil hatte ich ganze 22 Reihen unterschlagen, weil ich die Anleitung missverstanden hatte. Nun passt alles:

Besonders gefällt mir der Kragen. Durch sich verbreiternde Doppelrippen entsteht ein schöner Effekt und am Ende so etwas wie ein Reverskragen:

Inzwischen hat sich auch die Angst gelegt, das Garn könnte nicht reichen. Heute werden die Ärmel angestrickt, und ich habe gerade Knäuel 5 von 7 angestrickt. Malabrigo Rios, das ich letztes Jahr im Angebot bei Lanade ergattert habe, ist nach wie vor ein absoluter Liebling. Strickt sich ganz zickenfrei und unkompliziert, und auch das Ribbeln wurde klaglos überstanden.

Ach, und natürlich konnte ich es nicht abwarten und habe für mein 2. Projekt ("Hint of Summer" by Isabell Kraemer) schon eine Maschenprobe gestrickt:

Beim Eintreffen des Garns war ich über den starken Farbunterschied der Blautöne etwas irritiert, im Webshop sahen beide Blautöne von Ito Washi Aqua und Ito Shio Navy näher beieinander aus. Aber so verstrickt gefällt mir der Effekt sehr gut. Die Maschenprobe auf dem Foto ist mit NS 2.5 (!) gestrickt und trifft genau die Probe der Anleitung. Aber einen ganzen Pullover mit so dünnen Nadeln werde ich mir nicht antun. So werde ich auf NS 3 ausweichen und eine Nummer kleiner stricken. Das verspricht eindeutig mehr Strickspaß. Dazu werde ich die beiden Garne zusammen wickeln, um des Haussegens willen. Alle Garne sind auf Pappkonen gewickelt, die beim Stricken unschön aneinander klappern. Der beste Ehemann von allen hat schon bei der Probe ziemlich genervt reagiert - das muss ja nicht sein.

Also, ich bin sehr zuversichtlich, meine Jacke innerhalb der nächsten zwei Wochen fertigzustellen. Der Pullover allerdings wird aufgrund des feinen Garns ein Langzeitprojekt werden.

Und ihr so? Was machen Eure Projekte? Ich geh gleich mal stöbern - hier entlang bitte zu den Mitstrickerinnen!

Außerdem verlinkt zu Maschenfein - auf den Nadeln März


Freitag, 3. März 2017

Spring Style Along

Alex von Handmade Glamour organisiert dieses Jahr wieder einen Spring Style Along. Unter dem Motto "Ehre, was ist" halten wir bei diesem ersten Termin Rückschau über vorhandene Garderobe, denken über Ergänzungen nach und darüber, welche Teile inzwischen so abgeliebt sind, dass sie ersetzt werden müssen.

Was sind meine Lieblinge aus der bestehenden Garderobe? - Witzigerweise einige Stücke aus dem Spring Style Along von 2015!

Diese Jacke liebe ich heiß und innig und trage sie in der Freizeit sehr häufig.
 Die Einzelteile dieser Kombination trage ich ebenfalls sehr häufig, auch kombiniert mit anderen Kleidungsstücken:

Diesen Trench habe ich vergagenes Jahr bei Sewing by the Sea genäht und freue mich schon sehr darauf, ihn endlich wieder ausführen zu können: 

Das Punktekleid entstand ebenfalls im Spring Style Along 2015, das weiße Jäckchen dazu war mein Frühlingsjäckchen im vergangengen Jahr. Beides wird sehr häufig angezogen: 
 

Und meine Lieblingsbluse aus Schirmchenviskose darf natürlich nicht fehlen: 
 

Leider ist dieses Clownshemd Ringelshirt nun verschlissen. Aber es wird ersetzt werden durch ein Shirt aus etwas feiner geringeltem rot-weißem Jersey, allerdings nach einem anderen Schnitt.
 Gar nicht gern getragen habe ich diese Bluse. Stoff und Schnitt erwiesen sich im Nachhinein als "nicht meins" - sie fällt aus im kommenden Jahr.


Dem aufmerksamen Betrachter fällt auf, dass schwerpunktmäßig die Farben blau - weiß - rot im Einsatz sind. Dies war mein Style-Code im Frühling vor 2 Jahren. Ein gewaltiger Vorteil zeigte sich darin, dass sich die einzelnen Stücke, die ich damals genäht habe, problemlos untereinander kombinieren lassen. Sehr sehr bequem!
Der Nachteil ist, dass die Garderobe schnell eintönig wirkt.

Wie will ich also in der kommenden wärmeren Jahreszeit gekleidet sein?
Kombinierbar muss es sein. Sprich, dem Vorhandenen in rot-weiß-blau, zu Jeans und schwarz passen. Etwas Farbe täte mir auch gut. Im Herbst habe ich currygelb für mich entdeckt in Kombination mit - jaja! - blau. Dieser Mantel und diese Bluse habe ich der Farbstellung genäht und trage beide sehr sehr gern! Ergänzt durch zwei Kaufshirts ist somit schon eine neue Farbe abgedeckt.
Ich habe auch zwei graue Strickjacken, die ich sehr gerne trage, und die ich mit  weiß oder rosa kombiniere. Also wird meine Farbpalette um grau, rosa und curry ergänzt.
Meine Kleidung muss bequem sein, pflegeleicht und halbwegs praktisch. Elegant ist nicht mein Stil, eher sportlich und leger. Das schlägt sich nieder in den Schnitten, die ich bevorzuge, den verwendeten Materialien und auch den Accessoires. 

Außerdem will ich meine Stoffvorräte abbauen und "abnähen" im Rahmen der Stoffdiät.
Was also schwebt mir vor?
- eine Marlenehose ähnlich der oben gezeigten roten Leinenhose (aus Polyviskose in grau mit Nadelstreifen)
- ein weißes einfaches T-Shirt
- ein beigefarbenes Shirt mit schwarzen Akzenten (das gehört allerdings eigentlich noch eher in die Herbst-Winter-Garderobe)
- das Ringelshirt in rot-weiß
- 2 kurzärmelige oder ärmellose Blusen, ggf. mit Schluppe
- eine Longbluse / Tunika
- eine leichte lange Sommerhose
- am liebsten noch eine weiße Leinenhose
- und ein Anlasskleid - meine älteste (längste) Freundin heiratet nämlich Ende Mai, und dazu möchte ich ein selbstgenähtes Kleid tragen!
- schon in Arbeit: eine grobe blaue Strickjacke im Rahmen des Frühlingsjäckchen-Knit-Alongs
- und dieser gestrickte Ringelpullover
by Isabelle Kraemer

Alle genannten Projekte bis auf die weiße Leinenhose kann ich aus meinen Vorräten bestreiten. Sprich, im Prinzip muss ich nur die Stoffe zu den Projekten verarbeiten, für die ich sie vorgesehen und gekauft habe.

Ob mir das so gelingt, wird sich dann weisen. Denn erfahrungsgemäß dauert bei mir jedes Nähprojekt länger als geplant. Eine zu volle Projektliste stresst mich dann eher als dass mich das Nähen freut. Aber das sehen wir dann beim nächsten Termin am 11.3.

Die Pläne  und Bestandsaufnahmen der anderen Teilnehmerinnen sind hier zu sehen - und jetzt lasst uns loslegen mit dem Spring Style 2017!




Mittwoch, 1. März 2017

Blau-Gelb in Schweden

... naja, nicht ganz in Schweden, aber immerhin beim Möbelschweden 😊

Mein Mann (!) äußerte am letzten Samstag den Wunsch, einmal zu Ikea zu fahren. Sein Arbeitszimmer soll neu möbliert werden, und die Schweden haben für kleine Räume mit schwierigem Grundschnitt ja immer gute Ideen. "Nur mal gucken" war die Devise.

So habe ich die Möbelausstellung genutzt, um endlich die lange fälligen Tragefotos meiner Bluse "Girly Touch" (Ottobre 5/13) zu schießen, die ich im Rahmen des Blusen-Sew-Alongs von Elle Puls genäht habe.
Hier, hier und hier habe ich über den Werdegang der Bluse geschrieben. Jetzt ist sie ausgehfertig, und ich mag sie sehr gern leiden. 

Der gelbe Sessel hat fast die gleiche Farbe wie das Gelb meines Kontraststoffes, und er ist sehr bequem. Die gemütliche Leseecke, in der er aufgestellt war, hätte ich so, wie sie war, am liebsten gleich nach Hause gebeamt. Der Sessel steht nun, allerdings in männertauglichem braun, tatsächlich im Arbeitszimmer des besten Ehemannes von allen.

Die kontrastfarbige untere Knopfleiste und der innere Kragen geben der Bluse das gewisse Extra.
Aber meint ihr, ich sollte die Knöpfe noch einmal versetzen, so dass die Knopfleiste nicht so hervorblitzt?
Eine neue Küche gab es übrigens nicht. Aber dafür ein ganzes Auto voll mit Schreibtisch, Regalen, Lampen, Schrank für das Arbeitszimmer. So viel zu "nur mal gucken".
Der beste Ehemann von allen, der wie fast immer als Fotograf herhalten musste, fand die gelbe Wand zur blauen Bluse dem Thema angemessen. Allerdings falle ich ein bisschen aus dem Rahmen...
Aber die Bluse sitzt super und ist trotzdem bequem.
Nun trage ich mich mit der Idee, eine passende blaue Hose dazu zu nähen, da meine Lieblingsjeans doch einen etwas anderen Farbton hat. Was meint ihr?

Beim Memademittwoch gibt es heute wieder selbstgenähte Alltagskleidung auf dem virtuellen Laufsteg zu sehen. Allen voran Mema, die ein komplettes Farbkonzept für ihre Urlaubsgarderobe erstellt hat und Frühlings- und Sommergarderobe näht. So weit bin ich noch lange nicht, ich nähe immer noch Modelle für die aktuell herrschenden Temperaturen.
Im Rahmen des SpringStyleAlongs von Mamamachtsachen werde ich mich allerdings mit der Garderobe für die kommenden Jahreszeiten beschäftigen. Das wird eine tolle Sache. Wer macht noch mit? Heute geht es los!

Dienstag, 28. Februar 2017

FJKA 2017 - ich bin auch noch dabei!

Fast hätte ich ihn verpasst, den diesjährigen FJKA! Organisiert von  Sylvia und Luise, und ähnlich wie der Weihnachtskleid-Sew-Along so etwas wie eine feste Institution beim MeMadeMittwoch.
Tatsächlich bin ich nur durch Zufall über die Aktion gestolpert. Kaum ist man mal etwas weniger online, hängt einen das Leben 2.0 schon ab 😊


Erst einmal möchte ich Rückschau halten auf meine frühlingstauglichen Jäckchen.
2015 habe ich eine Stola gestrickt aus Lana Grossa Cool Wool Baby in schneeweiß:
 Die Stola gefiel mir als Anleitung sehr gut und war spannend zu stricken - die empflindliche Farbe taugt allerdings nicht wirklich für den Alltag und leider pillt die Merinowolle auch. Daher wird die Stola nicht mehr getragen.

Nicht im Rahmen des FJKA 15, sondern während des Spring Style Alongs 15 entstanden ist dieses Ajourjäckchen nach einer Sabrina-Anleitung:
 Im Alltag lässt sich das elegange Jäckchen schwer kombinieren. Zu feineren Anlässen trage ich es aber sehr gern. Und das Material (Lana Grossa "Secondo" mit Seidenanteil) war zwar zickig zu stricken, trägt sich aber sehr angenehm und ist null empfindlich.

Mein Jäckchen aus dem letztes Jahr ist dieses hier nach der Anleitung Timeless Beauty vom Garnstudio:

Dieses ist mein absolutes Lieblingsjäckchen, das ich letztes Jahr sehr viel getragen habe, und das sich vor allem gut zu Kleidern und Röcken kombinieren lässt. Gestrickt aus Drops Baby Alpaka Silk ist es ebenfalls nicht empflindlich, pillt nicht und trägt sich einfach schön ohne zu warm zu sein. Einzig die Knopfleiste schwächelt ein bisschen, und so habe ich für die kommende Saison die Knopfleiste verstärkt.

Alles weiße Jäckchen, wie ich gerade feststelle.... Da muss doch mal was in anderer Farbe her.

Aus Bequemlichkeit gehe ich mit meinem aktuellen Projekt ins Rennen: "Armande" von Andi Satterlund (hier gibt es die kostenlose Anleitung dazu).
By Andi Satterlund / Ravelry

An der Jacke gefällt mir der rustikale Stil mit dem gerippten Kragen und den Eingrifftaschen besonders. Ich stelle mir das Jäckchen als ideal vor, um beim ersten Frühlingswetter den Garten auf Vordermann zu bringen. Gestrickt wird aus Malabrigo Rios in der Farbe Paris Night:


Hier habe ich bereits über die Anfänge berichtet. Allerdings musste ich ribbeln, da sich nach der ersten richtigen Anprobe, sprich: Nachdem die Schulternähte gemeinsam abgekettet waren, herausstellte, dass dem Schätzchen mindestens 15 cm fehlen.  So bin ich fast wieder auf Start, nämlich auf Taillenhöhe:

Aber zuversichtlich, dass ich das gute Stück zum Finale am 16. April fertig zu haben.
Eigentlich schon eher, denn das Anschlussprojekt steht schon in den Startlöchern und wird wirklich sommerlich:
"Hint of Summer" von Isabell Kraemer
Garn habe ich schon: Eine Kombination aus Ito Washi (Viskose/Papier) und Ito Shio (Wolle), die zweifädig verstrickt werden. Ito Washi ist ein wirklich spezielles Garn, das ich schon einmal für diesen Poncho verstrickt habe. Den trage ich sehr sehr gerne, und obwohl ich anfänglich skeptisch war wegen des hohen Papieranteils ist der Poncho noch so gut wie neu.
Jetzt bin ich total gespannt, wie sich die Garnkombi bei einem Pullover machen wird. Von der Anfassqualität her ist Washi etwas hart, ähnlich wie Leinen, und wird sich für einen Sommerpullover gut tragen lassen.
Eigentlich bin ich ganz hibbelig darauf, anzustricken - aber Armande geht vor. Ohnehin ist es momentan ja noch so kalt, dass ein warmes Strickjäckchen noch nötig ist und der leichte Sommerpulli durchaus noch Zeit hat.
Aber ob ich nicht schon mal eine Maschenprobe mache...?

Und wenn ich mir die ganze Sammlung an Inspiration beim FJKA 2017 so ansehe, müsste ich eigentlich aufhören zu arbeiten, um Zeit für all die Projekte zu haben... ich bin dann mal stöbern!

Ein Hauch von Nichts - Abschiedsschal "Ways of Life"

Eine liebe Freundin, der ich meine Nähkarriere verdanke, hat Geburtstag.
Kürzlich hat sie das Lace-Stricken für sich entdeckt - und ich habe ihr zum Geburtstag einen ganz leichten, hauchfeinen Frühlingsschal gestrickt.

Ein echter Hauch von Nichts - er wiegt nur 75g!



Verstrickt habe ich 50 g Rowan Kidsilk Haze Stripes in der wunderbaren Farbe CIRCUS. Ein wahres Überraschungsknäuel - Schon beim Stricken war es eine wahre Freude, die Farbwechsel zu beobachten:

Die Farben des Rowan-Garns sind unglaublich leuchtend, und das Garn (70% Mohair / 30% Seide) ist ganz weich - eine wahre Freude für Augen und Hände!
Da ein Knäuel Rowan von 50g nicht ausreichte, habe ich das bunte Garn ergänzt durch Drops Kidsilk  in hellgrün. Das Drops-Garn hat die gleiche Lauflänge wie Rowan, und unterscheidet sich in der Zusammensetzung nur minimal mit 75% Mohair und 25% Seide. In der Haptik konnte ich keinen Unterschied feststellen.


Das Muster habe ich selbst entwickelt. Es heißt "Ways of Life".


 Es symbolisiert die Wege, die das Leben nimmt - und dass Wege, die sich trennen, auch wieder zusammenfinden. Die Farben zeigen, dass das Leben ganz schön bunt ist. Stimmt doch, gell?

Das Muster ist - obwohl es kompliziert aussieht - recht eingängig und strickt sich nach ein paar Wiederholungen auch ohne Anleitung.
Hier entlang geht es zur kostenlosen Anleitung auf Ravelry. Neben einer ausformulierten generellen Anleitung gibt es eine Strickschrift für das Lacemuster. 

Rowan habe ich verstrickt, bis das Garn wieder einen grünen Abschnitt hergab, danach habe ich das Drops-Garn bis zum Ende gestrickt, und dann den Rest Rowan als Abschluss. So ergeben sich beim Wickeln des Schals unterschiedliche Effekte, je nach Wickelrichtung. Mir gefällt besonders gut die pinkfarbene Abschlusskante.
Trotz des superleichten Materials ist der Schal recht warm und natürlich ganz kuschelig. Und mit den leuchtenden Farben gibt er einen wunderbaren Farbklecks ab in diesen trüben Tagen.

Fertig misst er übrigens ca 1.80 m in der Länge und fast 50cm in der Breite. Ein riesiges Leichtgewicht, ein wahrer Hauch von Nichts!
Die Beschenkte hat einen pinkfarbenen Regenmantel - zu dem wird dieser Schal ganz famos passen!
Schön verpackt, mit Pflegehinweis versehen und um eine selbstgemalte Karte ergänzt, hat sich der Schal schon auf den Weg gemacht. Zu dieser und weiteren selbstgemalten Karten schreibe ich in Kürze noch mal mehr, ich habe nämlich noch eine neue Liebe entdeckt...

Was ich übrigens bei der Entwicklung des Musters und des Probestrickens besonders spannend fand, war die Tatsache, dass das Muster völlig anders herauskommt, wenn es aus anderem Garn gestrickt wird. Der Effekt ist verblüffend. Meine Proben habe ich aus cremefarbener Alpakasilk gestrickt, und hier kommen die Strukturen ganz klar heraus, auch ist das Gestrick insgesamt viel schmaler trotz gleicher Nadelstärke (3.0) - faszinierend!
Damit will ich euch alle ermutigen, auch einmal Muster auszuprobieren, wenn ihr nicht das in der Anleitung angegebene Material zur Hand habt.  Nur Mut! Länge und Breite lassen sich einfach variieren, und so sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

Verlinkt zu
Creadienstag
Häkelline
Maschenfein - auf den Nadeln März


Montag, 20. Februar 2017

Mit Armande auf Sylt unterwegs

Vergangenen Juli gab es bei Lanade Malabrigo Rios im Angebot. Das Garn wollte ich schon immer mal (also seit ungefähr einem Jahr) verstricken, und so habe ich zugeschlagen: Sieben Stränge landeten erst in meinem Warenkorb und dann bei mir zu Hause:
Ich war sofort sehr angetan von der Anfassqualität des Garns, es ist sehr weich und dabei auch sehr fest - und die Farbe (Paris Night) ist wunderschön.

Aus den Strängen soll "Armande" von Andi Satterlund entstehen (hier gibt es die kostenlose Anleitung dazu). Das Jäckchen hat mir letzten Sommer bei Dennmanto so gut gefallen und wurde gleich auf die To-Knit-Liste gesetzt. Mit dem Rios-Garn wird es eher eine Jacke für den Übergang, die man an milderen Frühlingstagen sicher auch als Überjacke tragen kann.

Vor dem Stricken müssen die Stränge allerdings zu Knäulen gewickelt werden. Mangels Wickler habe ich die ersten drei per Hand gewickelt. Als Hilfsmittel dienten hierzu ein Kochlöffelstiel und drei Stuhlbeine, und dieses Video:
Angesichts der Mengen an Garn in Strängen, die ich in meinem Stash horte, und der Zeit, die ich für das Wickeln eines Strangs benötigte, habe ich mir dann doch irgendwann einen einfachen Wollwickler gekauft. Damit geht das Wickeln deutlich schneller, und das Ergebnis fällt auch ordentlicher aus:
links: handgewickelt, rechts: mit Wollwickler
 Endlich konnte es also losgehen mit der Maschenprobe. Rios ist 100% Merinogarn, das erfahrungsgemäß nach dem Waschen seine Ausmaße deutlich verändert. Diesmal habe ich mir den Spaß gemacht und gleich zwei MaPros gestrickt und diese vor und nach dem Waschen ausgezählt.
 Die Maschenprobe ergab vor der Wäsche
- mit Nadel 4,5:  23 Reihen x 15 Maschen,
- mit Nadel 4:  24 Reihen x 17 Maschen.
Nach der Wäsche
- mit Nadel 4,5: 24 Reihen x 17 Maschen
- mit Nadel 4: 25 Reihen x 18 Maschen und ein wunderschönes Maschenbild.

Das Maschenbild mit Nadelstärke 4 gefiel mir deutlich besser - also war die Sache klar.
Allerdings musste ich die Anleitung umrechnen, da die MaPro der Anleitung bei 16 x26 lag.

Endlich!! konnte ich anstricken.  Rios strickt sich traumhaft, und trotz der langen Reihen geht es gut vorwärts. Am Ende von Knäuel eins befielen mich kurzzeitig Zweifel, ob ich mit meinem Vorrat auskommen würde:

Scheinbar war etwas weniger Länge auf dem Strang, oder die angestrickten Taschenbeutel fälschen das Gesamtbild - Am Ende von Knäuel 2 war das Jäckchen immerhin bis zur Taille fertig, und ich denke nun, dass ich mit meinem vorrat auskommen werde (wenn auch vielleicht ohne nennenswerte Reste, aber das wäre ja nicht so schlimm).
Kurz vor Ende von Knäuel 2 - die Taschen sind fertig!

Die melierte Farbe gefällt mir sehr gut, sie nimmt dem dicken Gestrick und der dunklen Färbung die Schwere. Inzwischen bin ich kurz vor der Abteilung der Ärmelschrägen, ab da wird das Werk geteilt und Vorderteile und Rückenteil getrennt weitergestrickt.

Den Großteil dessen, was ich bisher geschafft habe, habe ich auf Sylt gestrickt, wo ich das letzte Wochenende mit meiner Freundin verbracht habe. Ein paar Eindrücke will ich mit euch teilen.

Wettermäßig war es eher mau, es war sehr neblig und grau, aber immerhin regnete es nicht, so dass man warm eingepackt am Strand wandern konnte. Für fünf Minuten kam immerhin die Sonne zum Vorschein.

 Dennoch war das Beste, das man tun konnte, durch Westerland zu bummeln. Eigentlich kein wirklich schöner Ort, schon gar nicht bei grauem Wetter - aber das eine oder andere bunte Kleinod war doch aufzufinden.
Traditionell gibt es immer einen Kaffee "zum Sitzen" im Café Wien, und hier gibt es auch leckere Torten, worauf die Schaufensterdeko schließen lässt. 
Anderswo hat man Coffee to Go neu interpretiert:
Nach drei Tagen mit sehr viel frischer Luft war der Kurzurlaub leider schon wieder beendet, und Armande ist wieder mit mir nach Hause gefahren.

Mein Post wandert damit zu Maschenfein und zum Creadienstag.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Vintage Lines - kurze Ärmel im Winter??

Ich hab es ja schon öfters erwähnt - die Herbstausgaben von Ottobre gefallen mir im allgemeinen immer sehr gut. Besonders die aktuelle Ausgabe 5/2016, aus der ich schon einiges genäht habe, hat es mir angetan.

Nun ist mein nächstes Projekt entstanden: "Vintage Lines", ein schlichtes kurzärmeliges Top aus Strick, mit einem schön hochgeschlossenen Kragen.
Den Rock dazu, Modell "Math Teacher" habe ich mir letztes Jahr schon genäht, und mit diesem Shirt kann ich das Outfit vervollständigen. 
Beim Stoffmarkt habe ich mich in einen weichen Strickstoff (Baumwolle / Polygemisch) verliebt, der mich mit seinem melierten Rotton gleich ansprang. Das Rot liegt irgendwo zwischen Himbeere und Rost, ist also nicht ganz klassisch mein Beuteschema, aber ich will ja auch ein bisschen rechts und links des Wegesrandes schauen.  Auf jeden Fall passt die Farbe zu grau, schwarz und blau und ist daher kompatibel mit vielen Stücken meiner Garderobe.

Eigentlich finde ich kurzärmelige Tops für den Winter eher unsinnig widersprüchlich. Ich bin eher das Modell Frostbeule und habe es gern warm. Daher war der erste Plan "Ärmel einfach verlängern". Das sah genäht und angezogen allerdings derbe blöd aus, nach Art der Skiunterwäsche, die es in den 80ern gab. Gott sei Dank Leider gibt es davon kein Foto. Jedenfalls habe ich die Ärmel schließlich wieder gekürzt  wie es das Original vorgab. Und so habe ich nun ein hübsches Basic-Shirt, das ich ohnehin immer mit einer Jacke drüber tragen werde.

Außer natürlich beim Fotografieren. Hier habe ich an einem kalten Wintertag alles gegeben 😃
Am vergangenen Wochenende war es hier nämlich noch richtig kalt, und es hatte ein bisschen geschneit. Beim Spaziergang an meinem Lieblingsflecken, unserem Dorfteich, fand sich eine 1A Kulisse.

Erst mal gab es eine Stellprobe:

Und dann half alles nichts, die Hüllen mussten fallen.

Gut, dass keine anderen Spaziergänger vorbeikamen. Die hätten mich bei Temperaturen unter 0° C vermutlich eingeliefert.




Hier könnt ihr ein besonderes Detail am Shirt erkennen - es hat eine kleine Kellerfalte am Ärmel, die mir sehr gut gefällt. Ich habe sie am Ärmelsaum fortgeführt, so hat der Ärmel ein bisschen Puffärmelcharakter: 
Wie üblich bei Ottobre fällt der Schnitt locker aus. Eine Nummer kleiner hätte es vielleicht auch getan, insbesondere wenn man noch etwas drüber tragen will. Aber mir gefällt mein Shirt so, wie es ist, sehr gut. Sicher werde ich es auch noch einmal nähen, denn die Kragenlösung mag ich auch gern für die kühlere Jahreszeit.

Durch die ursprüngliche Version mit den langen Ärmeln habe ich 1.5 m Stoff verbraucht. Mit kurzen Ärmeln kommt man aber auch mit deutlich weniger Stoff aus.
Leider zählt der verbrauchte Stoff nicht in die Statistik 2017 für die Stoffdiät, da ich das Shirt schon 2016 genäht habe.

Aber da es ein Me-Made-Stück ist, darf das Shirt am MeMadeMittwoch teilnehmen. Heute nimmt Lucy (Nahtzugabe) ihren Abschied aus dem Moderatorenteam, was ich sehr schade finde. Aber das Leben 1.0 ändert sich, so dass leider (und auch glücklicherweise) Anpassungen ab und an notwendig werden.