Posts mit dem Label Hose werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hose werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 9. August 2018

Seweasy: Paperbag Culotte (Probenähen)

Hinweis - der Schnitt wurde mir im Rahmen des Probenähens kostenlos zur Verfügung gestellt. 

Anfang des Monats rief Hilli Hiltrud auf zum Probenähen einer Culotte.
Bisher waren Culottes nicht unbedingt auf meinem Radar. Unvorteilhaft in der Länge, Unvorteilhaft in der Beinweite - und ohnehin ist es diesen Sommer viel zu heiß für Hosen.
Die Culotte von Hilli allerdings fand ich auf den ersten Blick cool und sehr lässig. Und so bewarb ich mich für das Probenähen - und durfte mitmachen, juhuu!

Die Culotte ist das erste Teil der #seweasy Kollektion, den Hilli plant: Teile, die aufwändiger aussehen, als sie tatsächlich genäht sind. Und zumindest für die Culotte kann ich das bestätigen. 

In meinem Fundus fand sich ein leichter, etwas stretchiger Jeansstoff, den ich bisher noch keiner Verwendung zugeordnet hatte. Dazu einen Rest Baumwolle von meiner Sophie-Bluse, und für alle Fälle auch noch passende Borte.

Reißverschluss oder Knöpfe braucht es nicht bei der Hose, weil sie einen ganz praktischen Gummizugbund hat - ein Feature nach dem Motto "Mehr Schein als Sein".  Perfekt für mich mit meiner Reißverschlussphobie bei Hosen!
Der Hosenschlitz ist nur angetäuscht, und um ihn mit einer gleichmäßigen Doppelnaht abzusteppen, habe ich erstmals meinen Biesenfuß verwendet, mit dem man super auch die Abstände zweier Nähte unter Kontrolle bringt.

Auch die Taschenlösung ist verblüffend einfach, und die fertigen Taschen sind  wunderbar groß, genau, wie ich sie mag!
Der Gummizugbund sorgt außerdem für den "Paperbag"-Look der Hose: Der Bund, der extra etwas länger bemessen ist als der Hosenbund, legt sich durch die Spannung des Gummis in Falten und erinnert so an eine geknautsche Papiertüte.
Dazu gibt es einen lässigen Bindegürtel.

 
Die Hose habe ich an zwei Nachmittagen genäht, sie besteht aus nur wenigen Teilen. Auch der Schnitt zum Selbstausdrucken ist schnell zusammengesetzt (der fertige Kaufschnitt wird auch als Plotterdatei zu haben sein).
 Hinten bringen zwei Abnäher die Hose auf Figur, so dass sie trotz der Weite  gut sitzt.
Meine Culotte saß auf Anhieb perfekt, wie ich finde. Am Probeschnitt musste ich keine Änderungen vornehmen. Ich habe nur ein paar kleine Schönheitskorrekturen vorgenommen, so habe ich z. B. die Gürtelschlaufen abgesteppt, und an der Hose angesteppt, damit sie nicht wegklappen, und auch den Bund habe ich an der Oberkante noch zusätzlich abgesteppt. Die Hosenbeine habe ich übrigens bisher nur mit Saumfix gesäumt - ich konnte mich noch nicht für einen passenden Stich zum Säumen entscheiden. Ein Zierstich? Oder doch lieber eine doppelte Naht?

Was meint ihr?

Schnitt: #seweasy Culotte von Hilli Hiltrud
Material:  2m leichter Jeans mit Stretchanteil, Rest Webware für die Taschen

Henrijes Culotte und auch das Lookbook mit den Designbeispielen des Probenähens findet ihr hier auf ihrem Blog.
das Schnittmuster inkl. Nähanleitung gibt es z.B. bei Etsy. Dort gilt mit dem Gutscheincode “culotte” übrigens bis zum 12. August 2018 der Einführungsrabatt von 15%.

Verlinkt zu
Sew La-La
Du für dich am Donnerstag

... und noch mal für Pinterest:





Mittwoch, 13. September 2017

Abgenommen (oder: der Klon)

Nein, nein, nicht ich habe abgenommen.
Aber eine meiner Lieblings-Sommerhosen war verschlissen. Und da Hosen kaufen für mich ein noch größeres Gräuel ist als Hosen nähen, habe ich die alte Hose auseinandergeschnitten und den Schnitt - genau! - abgenommen.

Meine Nähfreundinnen zweifelten etwas und staunten: "Das geht?"
Ja, das geht. Zumindest, wenn man ein Guerilla-Näher ist wie ich.
Weißes Leinen mit Stretch-Anteil hatte ich, der Stoffdiät zum Trotz, schon im Frühjahr gekauft. Ende Juni erfolgte dann beherzt der Zuschnitt.

Zwar gibt es keine Anleitung zum Schnitt, aber mit ein bisschen Erfahrung und der intakten Hosenhälfte zum Gucken, wie es am Ende aussehen soll, war das Ganze kein Problem.

Die Taschenkonstruktion fand ich bei der Kaufhose ganz interessant, das Taschenfutter ist vorn in der Reißverschlussnaht mitgefasst. Das macht die Taschen schön geräumig.

Den Bund habe ich wieder mit Schrägband versäubert - ich mag den sauberen Look, der sich daraus ergibt. Schrägband und Knöpfe hatte ich in meinem Lager vorrätig, ebenso den Reißverschluss und den Stoff für den inneren Bund und die Taschenbeutel. Ein bisschen was an Reststoffen wurde also doch verbraucht.
Durch den Stretchanteil im Stoff saß die Hose sehr locker, daher habe ich vorne Abnäher eingebaut.
Merkwürdigerweise war die Hose am Ende trotz einiger cm Zugabe ein bisschen kurz. So habe ich den Saum ebenfalls mit Schrägband versäubert. Wenn ich das Modell also noch einmal nähe, muss ich darauf achten, mindestens 10 cm an Länge zuzugeben.


Und so ist sie nun fertig, meine neue Sommerhose. Viel Gelegenheit, sie zu tragen, gab es in diesem nicht vorhandenen Sommer leider nicht. Vielleicht gibt es einen goldenen Herbst, dass ich sie noch einmal tragen kann.

Die Gürtelschlaufen werde ich noch einmal ändern. Aktuell sind sie gemacht für einen ganz schmalen Gürtel. Der funktioniert bei mir allerdings nur bei Hosen, die etwas höher in der Taille sitzen. Ich habe noch einen schönen breiten Gürtel, der besser passen dürfte. Eventuell werde ich auch hinten noch ein bisschen Weite wegnehmen. Das aber alles vermutlich erst im nächsten Sommer.
Grundsätzlich aber bin ich mit dieser "Guerilla-Hose" sehr zufrieden. Das Nähen war einfach, trotz der Details, und sie trägt sich sehr bequem. 

Bilanz für die Stoffdiät: 2 m weißes Stretchleinen, einige Reste an weißem Voile.

Und ihr lieben Mitstreiterinnen beim MeMadeMittwoch? Näht ihr schon für den Herbst, oder zeigt ihr noch Sommergarderobe?



Montag, 17. April 2017

Premierenhose und ein bisschen Klönschnack

Das Nähen von Hosen gehört immer noch zu meinen Angstgegnern.
Auch wenn ich inzwischen schon mehrere tragbare, darunter sogar zwei für meine Standards richtig gute Exemplare hinbekommen habe, ist ein Hosenprojekt für mich immer ein Angang.

Im Rahmen des Spring Style Alongs habe ich mir aber zwei Hosenprojekte auf den Zettel geschrieben, und eines davon ist - Tschakaa! - inzwischen fertig.
Und es war gar nicht schlimm. Vor allem ist es die beste Hose geworden, die ich bisher zustandegebracht habe. Aber der Reihe nach.

Bei K*rst*dt habe ich kürzlich einen Nadelstreifenstoff erwischt. Schon lange wünschte ich mir eine Nadelstreifenhose. Beim Preis von 11 EUR / m ließ ich Stoffdiät Stoffdiät sein, der Stoff kam mit. Als Schnitt habe ich mir den erprobten "Classic Flares" aus Ottobre 2/13 ausgesucht, dieser hat einen Sattel (was mir bei meinem Hohlkreuz die Anpassung im Rücken erleichtert) und Boot-Cut-Beine. Da ich aber eine Marlenehose wollte, habe ich die Beine von einem Burdaschnitt angesetzt. Die Taschen habe ich diesmal weggelassen (Rat von Frau Küstensocke: "Taschen tragen auf!") - ob sich das im Alltag bewährt, wird sich dann zeigen.

Beim Nähen hatten diesmal viele Helferlein ihre Premiere. Anfang des Jahres habe ich mir für relativ kleines Geld beim großen gelben Onlinehändler einen 32-teiligen Satz Nähfüße für meine Maschine gekauft. Und ich muss sagen, so manches Helferlein ist weltklasse!



Diese teste ich nach und nach aus, bisher habe ich mich bsonders in den Kantenfuß verliebt, der mir endlich akkurate Nähte entlang von Kanten beschert! Damit habe ich den Sattel der Hose abgesteppt, und ebenso die Gürtelschlaufen, die ich vorher mit dem Schrägbandformer gebügelt habe. Mit Wonderclips gesichert, flutscht auch nichts mehr weg, und so habe ich  - Premiere 1 - die akkuratesten Gürtelschlaufenstreifen ever fabriziert.
 Ein weiterer toller Helfer ist der Schrägbandeinfasser. Der war eigentlich der Grund, weswegen ich mir das Nähfuß-Set überhaupt angeschafft habe. Stufenlos verstellbar, hat man damit ruckzuck offene Kanten - in diesem Fall der innere Bundstreifen - mit Schrägband versäubert. Premiere Nr. 2!

Die Hose schließt mit einem konventionellen Reißverschluss, der mir auch gern mal misslingt, oder an dem ich lange rumfummeln musste. Diesmal habe ich mich ganz genau an die Anleitung gehalten (Ottobre hat hier eine sehr gut bebilderte), und - voilá: Es entstand auch noch ein sehr sauberer Reißverschluss.

Als Premiere Nr. 3 habe ich die Hosenbeinsäume mit Saumfix gearbeitet. Das ist eine klasse Sache, aufbügeln, umbügeln - fertig! Leider habe ich hiervon kein brauchbares Foto, und ich bin auch mal gespannt, wie dauerhaft diese Lösung ist. Aber es ist wieder eine schnelle und saubere Sache, ganz nach meinem Geschmack!

Und da ist sie nun, meine neue Hose! (Bitte entschuldigt das schlechte Foto. Die Kamera war mit den Lichtverhältnissen einfach überfordert.)

 Hier zeige ich euch noch mal die schöne Innenansicht mit der Schrägbandversäuberung...


 ... und meine Gürtelschlaufenlösung. Nämlich genau für einen sehr schmalen Gürtel. Im Leo-Design. Es tut mir Leid - den fand ich so großartig, den musste ich unbedingt haben.

Beim Nähen der Hose suchte ich ständig verstohlen nach der versteckten Kamera. Es lief einfach alles wie am Schnürchen. Bis auf die üblichen Anpassungen am Bund gab es keinerlei Gezumpel und keine Katastrophen. Ich bin ganz high von diesem unerwarteten Erfolg!

Der Stoff (50% Viskose, 50% Polyester) ist zwar sehr weich, knitterfrei und trägt sich wirklich angenehm, allerdings wärmt er so gut wie gar nicht. So ist die Hose bei den aktuell noch herrschenden Temperaturen nur begrenzt einsatzfähig, wie ich am Ostersonntag erfahren musste, als die Premierenhose ihre Premiere hatte.

Mit Freunden haben wir einen Ausflug Richtung Eckernförde gemacht und zunächst einmal die Globetrotter Lodge bei Ascheffel angelaufen.

Wer immer mal in diese Ecke kommt, sollte einmal dort einkehren. Allein architektonisch lohnt sich der Besuch. Am Innendesign konnte ich mich kaum sattsehen, das war bis hin zu der Beschriftung der Toilettentüren wirklich alles aus einem Guss und eine Augenweide. Lecker Essen gab es natürlich auch, unter anderem den ersten Spargel des Jahres. Mjam!

Zur Lodge gehört ein Hotel (Mitte unten), ein Aussichtsturm, den man auch beklettern kann, und zum erweiterten Gelände gehört der Ascheberg mit stolzen 98.4 m Höhe und versehen mit einer Statue von Otto von Bismarck.

Diese Statue stand bis 1919 im (heute dänischen) Apenrade und wurde 1930 hier aufgestellt. Damals waren sich die Preußen, die Schleswiger und die Dänen überhaupt nicht grün. Aber auch heute gibt es wieder Bestrebungen im Schleswigschen, sich Dänemark anschließen zu wollen, und in den Landtagswahlen tritt der Südschleswigsche Wählerverband an, um die Interessen der Dänen und Friesen im Land zu vertreten.

Oben auf dem Aussichtsturm hat man eine wunderbare Aussicht, man konnte sogar die Ostsee sehen. Allerdings war es dort oben auch ganz schön windig, weshalb ich in meiner dünnen Hose nicht so erfreut dreinschaue.
 Zum Kaffeetrinken führte uns der Ausflug dann noch nach Eckernförde. Ein wirklich entzückendes Städtchen, und zum Ostersonntag war tüchtig Betrieb in den Straßen, denn dank Bäderregelung waren die meisten Geschäfte geöffnet und es war eine Lust zu Bummeln.


Auf dem Bild rechts scheint es, als sei die Hose etwas zu lang - tatsächlich ist das nicht so. Beim nächsten Mal würde ich allerdings den Bund wohl ein paar Zentimeter tiefer setzen. Wenn man keine Taschen vorsieht, ist das ja überhaupt kein Thema.

Der Mann, den ich hier so herze, ist Wilhelm Lehmann, ein Pädagoge und Schriftsteller, der in Eckernförde gewirkt hat. Der Herr auf dem rechten Foto ist Lorenz von Stein, Staatsrechtler und Nationalökonom. Seine Herzensangelegenheit war die Unabhängigkeit der Schleswiger von den Dänen in den 1850er Jahren. Ich will gar nicht so viel dröge Geschichte herunterleiern, aber in diesem Zipfel der Welt fällt es mir doch sehr auf, wie gegenwärtig die jüngere Geschichte ist, wenn man die Augen ein bisschen öffnet.  Ich finde das sehr spannend.
Die beiden Herren stehen übrigens auf dem Rathausmarkt, und gleich in unmittelbarer Nachbarschaft ist das urige Café Heldt, das ein meterlanges Tortenbuffet bietet.

Hier wurde dann der Osterausflug zünftig beschlossen - und die Hose hat sich sehr bewährt: Es gibt ja nichts Besseres als eine Hose, die nirgends kneift! Übrigens habe ich mir schon die nächste Hose auf die Projektliste gesetzt. Ich hoffe, ich kann diese Woche zuschneiden!

Wettermäßig hat sich seit dem Wochenende übrigens kaum etwas geändert, in der Nacht gab es Frost, und nun sehen die Tulpen ganz schön traurig aus: 

Mit dieser Erkenntnis verlinke ich mich zum MeMadeMittwoch. Claudia vom Blog bunte kleider
zeigt ein Tuuli Dress im Leoprint.


Mittwoch, 16. November 2016

Ein Bleistift im Elbrausch

Sicher kennt ihr alle „Springstoffe“. Solche Stoffe, die sich im Laden an einen ranschleichen und sich dann festklammern, weil sie unbedingt mit nach Hause wollen. Besonders hartnäckig sind diese Stoffe dann, wenn man „eigentlich“ gar nichts kaufen will.

So ging es mir mit diesem schönen Baumwollstretchstoff, der mich anfiel, als ich nur zu Beratungszwecken meine Freundin ins Stoffgeschäft begleitete. Beim Verlassen des Ladens begleiteten mich 2 m davon, auf die ich auch noch mit 10% Rabatt bekommen hatte. Damit war mein Gewissen dann nicht mehr ganz so schlecht angesichts des recht gut gefüllten Stofflagers zu Hause. 


Was aus dem Stoff werden sollte, war klar: eine Bleistifthose, wie ich sie schon lange auf der Nähliste habe. 
Zuerst hatte ich diese hier von Burda im Visier.
Beim Durchblättern meines Ottobre-Archivs stieß ich dann auf eine sehr ähnliche Hose: „Pencil Shape“, Nr. 11 aus Ausgabe 05/15 (rechts zu sehen). 

links: Burda / rechts: Ottobre

 
 Da ich mit den Burda-Anleitungen immer so meine Schwierigkeiten habe, und mir die Schlitze an den Beinabschlüssen ein bisschen Angst einjagte, entschied ich mich für Ottobre. Hier weiß ich, was ich bekomme, ich finde die Anleitungen verständlich und habe auch eine ungefähre Idee über die Passform.

Der Schnitt hat nur wenige Teile, die schnell zugeschnitten sind. Zusätzlich zum Bund habe ich Gürtelschlaufen gearbeitet, da Hosen bei mir im Rücken gern mal abstehen und ich daher gern Gürtel trage.


Als Taschenfutter habe ich einen Rest sehr schicken Futterstoff verwendet, mit Paisleys schwarz auf schwarz. Leider ist er beim Fotografieren ähnlich schüchtern wie der Hosenstoff selbst.

Nicht einmal der Reißverschluss hat Probleme bereitet. In den Ottobre-Heften ist immer eine schön illustrierte Anleitung drin, und mit der hat es jetzt schon 2x geklappt mit dem Reißverschluss und Hosenschlitz. Hurraaaa! 
 Nun ist die Hose also fertig, und ich habe sogar passende Oberteile zum Kombinieren.



Hinten schlägt die Hose leider ein paar Falten. Hat eine von euch einen Tipp, wie das zu korrigieren wäre? 
Der Bleistift durfte mit zum Elbrausch Designmarkt in Lübeck, den ich am vergangenen Wochenende mit zwei Freundinnen besucht habe. Das war wirklich toll dort. Über 30 Aussteller zeigten ihre Werke aus den Bereichen Mode und Textiles, Wohnaccessoires, Schmuck, Grafik, Illustration und Fotografie. Obwohl wir am Nachmittag dort waren, war es nicht überlaufen, man konnte in aller Ruhe stöbern, mit den Designern plaudern und natürlich nach Herzenslust einkaufen.


 Hier ein paar Eindrücke:  

Rechts auf dem Foto ist der Stand von Vintagere (http://de.dawanda.com/shop/vintagere). Einer meiner Lieblingsstände auf dem Markt! Aus Omas Porzellan, aber auch aus moderneren Stücken, werden hier Etageren gefertigt. Die Dekore kann man sich individuell zusammenstellen und frei miteinander und mit den Verschraubungen kombinieren. Beim Stöbern in den Ausstellungsstücken konnte ich mich einfach nicht sattsehen – geschweige denn, entscheiden! Aber dann fiel mir ein, ich habe noch ein Sammeltassen-Gedeck aus den 50ern geerbt, das ich umbauen lassen werde. Denn natürlich kann man auch eigenes Porzellan einsenden oder in Claudias Rostocker Werkstatt vorbeibringen und zu einer Etagere zusammenbauen lassen. Wunderschön!


Auch Wooden Elements (www.woodenelements.de) widmet sich dem Upcycling. Aus alten Brettern oder Paletten entstehen wunderbare Schilder und Wohnaccessoires, liebevoll gestaltet und von Hand bemalt. Was ich hier bewundert habe: die wunderbaren Letterings. Das würde ich auch einfach zu gern können!

Mein zweiter Lieblingsstand war der von Kila Photography (www.kila-photography.com). Nämlich, weil es hier gaaaanz viele Fotos meiner Lieblingsstädte, Hamburg und Lübeck, verarbeitet zu Magneten, Bildern, Schlüsselborden oder Postkarten. gab. Einfach nur schön – besonders, da oft sehr bekannte Motive aus ungewohnten Blickwinkeln aufgenommen worden sind, und man erst einmal nachdenken muss, woher man das Motiv wohl kennt. Hier habe ich das zweite Weihnachtsgeschenk des Jahres erstanden. Strike!
 Was fürs Näschen gab es beim Stand vom Seifendealer. Neben veganer Seife direkt vom Block gibt es hier auch Rasierseife, Duschzucker, Deocreme, und andere feine Sachen zu erschnuppern. Ich mochte zwar nicht alle Seifen gern riechen, aber eine Augenweide sind sie allemal. 

Mein absoluter Lieblingsstand allerdings war der von Chickass / Leaf me. Die beiden Designerinnen Susann Buchholz und Anna Dziedzioch fertigen wunderschöne Anhänger aus Messing, und zwar in Form von „Federn vom Huhn“ und Blättern berauschender Pflanzen.
Quelle: My lovely Hamburg
Quelle: My lovely Hamburg
Da ich selbst ein Huhn besitze, ist klar, wobei ich schwach geworden bin, gell? Richtig – beim Rebhuhn, das ist die 2. Feder von rechts. Einfach und schlicht - und einfach schön!

Dieses lustige Gefährt sorgte für ein angemessenes Ambiente und für frischen Kaffee und leckere Waffeln:

Wir haben allerdings den Kaffeeklatsch etwas verschoben und "Fräulein Brömse" aufgesucht. Das ist ein uriges Cafe in einem historischen Gemäuer, das früher als BeichthausTeil des Lübecker Burgtorklosters war und heute zum Hansemuseum gehört. 
 Hier sitzt man gemütlich auf Sofas und kann herrlichen Kaffee und Kuchen genießen. Ein wunderbarer Ausklang eines wunderbaren Tages, von dem ich euch noch ein paar Lübecker Eindrücke mit auf den Weg geben möchte: 

Noch einmal zurück zur Hose: Beim Kuchenausflug hat sich der Stretchanteil absolut bewährt. 
Allerdings bin ich inzwischen der Meinung, dass sie „über Tag“ sehr viel nachgegeben hat und nun doch extrem locker sitzt. Auf den Fotos fällt das nicht so auf, wie ich finde, beim Tragegefühl habe ich allerdings den Eindruck, zu versinken. Vermutlich werde ich sie also noch einmal etwas ändern und enger nähen. 

Aber ganz grundsätzlich bin ich sehr sehr zufrieden mit der neuen Hose, und habe mich sogar mit der Bügelfalte angefreundet! 

Und damit ab zum MeMadeMittwoch  ein bisschen stöbern, was die anderen Damen zu zeigen haben. Frau Himmel* und Zwirn präsentiert ein umwerfendes Kleid, das auch als Weihnachtskleid prima taugen würde

Mittwoch, 14. September 2016

Angstgegner Hose

Heute ist ein trauriger Tag beim Me-Made-Mittwoch: Monika von  wollixundstoffix, verlässt das Team der Organisatorinnen. Wie schade! Bei der Gelegenheit frage ich mich, was genau die Aufgaben der Organisatorinnen sind - vielleicht kann eine einmal aus dem Nähkästchen plaudern? Mich würde das sehr interessieren. 
Für mich ist der Mittwoch immer ein großes Highlight. Inzwischen nähe ich schon seit über drei Jahren. Kleider, Röcke, Shirts stellen mich inzwischen (und besonders, seit ich meine Ovi besitze) kaum noch vor Probleme.Auch wegen der vielen Tipps, die man beim Lesen der Blogbeiträge oder aus den Kommentaren zum eigenen Post mitnehmen kann. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bedanken!
 
Ein Angstgegner (neben Knopflöchern) für mich sind nach wie vor Hosen. Ganze vier habe ich in drei Jahren genäht. Ich trage sie alle, denn sie haben mir viel Mühe gemacht und kneifen auch nirgends, aber richtig zufrieden bin ich eigentlich nur mit meiner Tweedhose

Zum einen wegen der Passform – schon Hosen kaufen ist für mich ein Horror, selten passt eine wie sie soll. Bei Hosenschnitten muss ich daher immer anpassen, und das ist mit viel Arbeit verbunden, besonders, wenn man niemanden greifbar hat zum Abstecken. (und man immer noch nicht weiß, wie man vorgenommene Änderungen auf den Schnitt überträgt)
Zum anderen haben viele Hosen mindestens ein Knopfloch UND einen Reißverschluss. Letzteren dazu noch mit Untertritt und allem Drum &Dran. Bisher habe ich mich vorm Hosennähen also immer gedrückt, aber allmählich muss der Bestand mal aufgefüllt werden.

Ein Schnitt, der mir sehr gut gefällt, den ich gut tragen kann (wie ich finde), und den ich auch schon einmal genäht habe, ist Classic Flares / Nr. 20 aus Ottobre 2/13.
Dieser Schnitt hat alles: Bund, Sattel, Reißverschluss, Knopf, Eingrifftaschen – und dazu leicht ausgestellte Beine, was ich persönlich sehr mag.

Weil ich für den bevorstehenden Urlaub gern noch eine leichte Sommerhose haben wollte, habe ich mich nun herangewagt und aus dem Schnitt eine 7/8-Version gebastelt. Verwendet habe ich einen leichten Jeansstoff, ein Coupon vom Stoffmarkt (dummerweise ohne den Stretchanteil, den der Schnitt eigentlich vorsieht, naja). Falls der Versuch „in die Hose gehen“ würde, wäre zumindest kein teurer Stoff verloren. Vom ersten Versuch wusste ich noch, dass ich an der hinteren Bundnaht locker 3cm wegnehmen konnte, was ich beim Zuschnitt gleich berücksichtigt habe. Den Bund habe ich an die reduzierte Taillenweite angepasst, und mich dann mutig ins Abenteuer gestürzt.


Zuerst hab ich mir ein lustiges Taschenfutter ausgesucht – aus einem Rest Baumwollstoff, rotorange mit bunten Paisleys. Ich mag sowas voll gern, auch wenn man den Taschenstoff in der Regel nicht sieht. Und ich bin immer total begeistert, wie sehr eine Hose nach Hose aussieht, sobald man die Taschen genäht hat :)


Beim Reißverschluss habe ich mich dieses mal ganz genau an die Anleitung in der Ottobre gehalten. Die ist zwar knapp, aber durch die Illustrationen gut nachvollziehbar. Und – oh Wunder! – zum ersten Mal ist mir ein perfekter Hosenreißverschluss gelungen.

Damit ging der Rest echt schnell. Allerdings musste ich bei der Anprobe dann feststellen, dass die Hosenbeine um die Hüften rum durch den fehlenden Stretchanteil des Stoffes doch ganz schön spack geraten waren. So habe die Nahtzugabe noch mal aufgetrennt und so knapp genäht wie möglich. So passt sie. Ein bisschen fummelig war dann doch das Annähen des Bundstreifens – trotz der Längenanpassung passte er nicht an den Bund, aber auch das ließ sich lösen. Was mich aber immer wieder wundert ist, dass ich beim Absteppen des Bundstreifens (von außen im Nahtschatten) immer wieder ins Schrägband gerate, obwohl doch beide Bundstreifen gleich breit sind. Habt ihr einen Tipp, was ich falsch mache? (Ok, ist von innen und daher nicht SO kriegsentscheidend)

Total stolz bin ich auf die Gürtelschlaufen, ich finde, die sind mir sehr gut gelungen, und mein Lieblingsgürtel passt durch! Auf meiner guten alten Brother war auch das Knopfloch kein Problem (es hätte allerdings etwas kleiner ausfallen können). Ach ja, und erstmals habe ich auch noch „Hecktaschen“ angebracht. Mit dickerem Garn habe ich mich im Topstitching versucht – aber für eine Kontrastfarbe war ich noch zu feige.


Die Beine habe ich umgeschlagen – mit meiner Lösung (Umschlag abgesteppt) bin ich allerdings nicht so ganz zufrieden. Allerdings habe ich Synapsensperre, wie ich den Umschlag anders hätte machen können. Die Kante mit der Ovi säumen , umschlagen, und dann im Nahtschatten der Seitennähte feststeppen ? Habt ihr eine Idee?


Bis auf diese Kleinigkeit bin ich mit dieser Hose total zufrieden. Sie sitzt bequem, ist schön leicht und gefällt mir einfach VOLL GUT!


Die Jacke, genäht im letzten Frühjahr - ist inwzsichen ein absolutes Lieblingsstück. Ich habe sie hier schon gezeigt.  Auch das Ringelshirt, gezeigt hier trage ich total gern. Leider musste ich es etwas kürzen, ich hatte mir hinten am Saum ein Loch gerissen, jetzt ist es leider fast ein bisschen kurz geraten. 

Weil sie gerade noch rechtzeitig fertig wurde, durfte meine neue Hose mit nach Stralsund zur Langen Nacht des offenen Denkmals. Hier habe ich schon über die Abendveranstaltung berichtet, ein echt empfehlenswertes Highlight. 
 Jetzt möchte ich euch mitnehmen auf einen kleinen Stadtrundgang durch die schöne Hansestadt (die mir tatsächlich noch besser gefällt als mein geliebtes Lübeck):
Zum Auftakt haben wir der Störtebeker-Brauerei einen Besuch abgestattet. Im Fanshop kann man alle Sorten der Störtebeker-Biere und diverse Fanartikel kaufen. Bei einem vorherigen Besuch haben wir eine Brauereiführung samt Verkostung gemacht, und sogar mir schmecken die meisten Sorten. In der Brauereigaststätte gibt es deftiges, leckeres Essen - wir haben den Abend mit ein paar Tapas eingeläutet. Lecker!

 Am nächsten Morgen stand erst mal eine Stadtführung an. Wir hatten eine unterhaltsame Führerin, die anschaulich von den Gebräuchen in der Hansezeit zu erzählen wusste. Allerdings hat sie so viel erzählt, das wir uns kaum vom Marktplatz, von dem aus die Tour startete, wegbewegten. Die wunderschöne Passage im Rathaus samt der Büste von König Gustav Adolf Zwo gehörte aber zum Programm, ebenso wie einige schöne Hansehäuser am Platz.


 Für die Fitness empfiehlt sich die Besteigung der Marienkirche - 366 Stufen sind zu besteigen, um auf die in 104 m Höhe gelegene Aussichtsplattform zu gelangen. Mir hängt jedes Mal die Lunge aus dem Hals (dies war die 2. Besteigung), aber die Qual lohnt sich, denn die Aussicht über die Stadt, den Strelasund und bis nach Rügen ist einfach grandios.


 Wer kraxelt, darf auch essen (und auswärts essen setzt ohnehin nicht an auf den Hüften!) - im Café Gumpfer gleich beim Ozeaneum gibt es eine sensationelle Tortenauswahl. Das Café ist in einem Gebäude, in dem früher ein Fliesenhandel untergebracht war. Reste der "Ausstellung" von damals sind am Nebeneingang noch zu finden, und auch in der Fassade. Ganz rechts ist der Eisverkauf untergebracht, links das Café, und was heute der Eingang ist, war früher die Durchfahrt für die Pferdewagen - wenn man's weiß, sieht man die Geschichte auch. So was gefällt mir immer sehr sehr gut - und mein Stück Frankfurter Kranz mindestens genau so.

 Wenn man so mit offenen Augen durch die Altstadt bummelt, gibt es so viel zu entdecken. Bunte Fassaden, schön gestaltete Eingänge zu versteckten Lädchen...
Wieder hergestellte Beschriftungen an den Gebäuden lassen etwas ahnen von deren Geschichte.



Selbst neuere Gebäude sind mit schönen Details versehen - hier mit einer wunderschön gestalteten Hausnummer.

Frische Bücher gibt es auch - was für ein Glück!
Und das lustige Männchen erinnert an die herzhaften Gepflogenheiten im Mittelalter - die Straße, deren Ecke es verziert, hieß früher "Arschritze". Der Legende zufolge war keiner der Anwohner traurig über eine Umbenennung. Gegenüber des Männchens ist übrigens das katholische Pfarramt. Bei "Kirchens" war man im Mittelalter ja auch nicht so zimperlich - ich hab mich jedenfalls sehr amüsiert über diese Kombination. 

Aber noch einmal zurück zur Hose:
Von dem Jeanscoupon mit 1.6 m Länge ist nichts mehr übrig – damit lässt sich meine Stoffkiste sogar wieder schließen, yeah!
Durch diesen Erfolg beflügelt, habe ich mir fest vorgenommen, den gleichen Schnitt noch einmal zu nähen – grauer Baumwollstretch (!) liegt schon bereit.
Und neulich hat mich im Stoffladen ein weiterer Baumwollstretch angesprungen, der ebenfalls unbedingt zu einer Hose für mich werdenwill . Hierfür habe ich einen Burda-Schnitt auserkoren. Und einen Schnitt für eine Boyfriend-Hose habe ich auch schon besorgt.
Ob ich doch noch zur Hosenspezialistin werde?

Mit diesem Reisebericht geht mein Post zum Me-Made-Mittwoch. Schön, dass es diese Runde gibt!