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Mittwoch, 1. August 2018

Was zu feiern: Ein Hochzeitsgastkleid

Wer als Gast zu einer Hochzeit eingeladen ist, braucht etwas zum Anziehen.
Trägt die Braut weiß, darf der Gast nicht weiß tragen.
Trägt die Braut kurz, darf der Gast nicht lang tragen.
Soweit die Anstandsregeln, die uns so ähnlich im "Handbuch" zur Hochzeit mitgeteilt wurden, auf der der beste Ehemann und ich vor einigen Wochen gewesen sind.

Während einige Freundinnen sich durch Kataloge wälzten und Geschäfte stürmten, war für mich klar - es wird ein selbstgemachtes Outfit, Ehrensache.

Kurz dachte ich darüber nach, das Hochzeitsgastkleid vom letzten Jahr noch einmal zu tragen. Es gefällt mir nämlich immer noch sehr sehr gut.


Allerdings lagerte in meinem Stoffvorrat schon seit Jahren ein schöner schwarzer Leinenstoff mit einer cremefarbenen Spizenborte und wartete auf seine Bestimmung. Eigentlich war klar: Der wird zum Hochzeitsgastkleid 2018. Und wie zufällig passt das neue Garn Suave Cotton von Pascuali in creme genau dazu - daraus sollte für alle Fälle ein leichtes Jäckchen werden.

Der Kleiderschnitt ist im Wesentlichen der vom Weihnachtskleid 2015. Das obere Vorderteil habe ich, wegen der besseren Passform und des schöneren Ausschnitts, vom Weihnachtskleid 2017 genommen. Wunderbarerweise passte alles ganz gut zueinander, vielleicht, weil beides Burdaschnitte sind.
Futter und Belege habe ich selbst dazu konstruiert - der Oberstoff ist zwar schwarz, aber so ganz ungefüttert wollte ich ihn lieber doch nicht tragen. Als Futter habe ich schwarze Baumwollvoile verwendet, da ich bei warmen Temperaturen Futterstoff aus Kunstfaser überhaupt nicht leiden mag.
Abgesehen vom üblichen Zeitproblem war das Nähen an sich keine große Sache. Beim Reißverschluss musste ich ein bisschen tüfteln, hier habe ich immer noch keinen Trick gefunden, wie man es hinbekommt, dass die Taillennähte zuverlässig aufeinandertreffen. Mit dem erreichten Ergebnis bin ich ganz zufrieden.
Ausschnitt und Ärmelausschnitte habe ich knappkantig abgesteppt. Eine Untersteppnaht will mir hier immer nicht gelingen - lieber habe ich außen eine ordentliche, sichtbare Naht als dieses krumme Gewurschel auf der Rückseite. Beim Leinenstoff stört es auch nicht, dass Steppnähte zu sehen sind, finde ich.

Zum Kleid habe ich mir dann noch ein leichtes Jäckchen gestrickt, "Nuvola" - darüber habe ich hier schon einmal geschrieben. 
Und zusammen ergab sich dann ein wunderbares, bequemes Hochzeitsgastoutfit:


Auch ohne Jäckchen ist das Kleid durchaus tragbar:
Und von hinten past es wie eine Eins (was der Grund war, noch einmal genau den Schnitt zu nähen).
Gottesdienst, Fotografieren, Buffet und anschließender Tanz machten mit dem Kleid wirklich Freude, nichts rutschte, kniff, schnitt ein, sondern es ist einfach nur bequem und trotzdem festlich.Aber nicht zu festlich als dass man es nicht auch zu geringeren Anlässen tragen könnte. Genau meins!

Ein Foto mit dem Brautauto darf natürlich nicht fehlen. Ist das nicht ein toller Wagen? Original mit Blumenvase innen, ein echter Traum! Und dieses blau - wirklich eine Augenweide. 

Verlinkt zu 


Montag, 25. Dezember 2017

Mein Weihnachtskleid

Beim letzten Treffen war ich fast schon fertig mit meinem Weihnachtskleid: Seitennähte, Saum und Gehschlitz fehlten noch. Kleinigkeit - dachte ich.
Leider kam ich dann nicht mehr richtig zum Nähen, das Leben 1.0 mit verschärftem Endjahresstress im Büro und der einen oder anderen Einladung zum Glühweintrinken kam dazwischen.
So wurde das Kleid am 23. Dezember mit ganz heißer Nadel fertig genäht.


Die Knappheit der Zeit hat mir denn auch die Entscheidung abgenommen, ob es noch die im Originalschnitt vorgesehenen Ärmel bekommen soll. Ich habe sie weggelassen. Zum einen, weil sie mir sehr wahrscheinlich viel zu warm geworden wären (der schöne Wollstoff ist zwar leicht, aber muckelig warm). Zum anderen hätte ich die Ärmel auch noch füttern müssen - und das gab der Zeitplan einfach nicht mehr her.
 Ohne Ärmel passt es auch besser in meinen Alltag. Mit einer Bluse oder einem Shirt und verschiedenem Schmuck kombiniert, passt es zu verschiedenen Anlässen. Hier zeige ich euch mal zwei Varianten:

Links mit einem weißen Shirt und meiner Auerhahnfederkette - so würde ich auch ins Büro gehen. Und rechts macht sich meine Bluse aus goldfarbener Viskose, die fast in der Tonne gelandet wäre, zusammen mit der goldenen Kette doch echt festlich, oder?
Und mit einem Jäckchen oder einem Tuch lassen sich auch verschieden Temperaturen gut ausgleichen. Die Alternative dazu wären Ärmel zum Abzippen gewesen....
Langarmshirts habe ich in vielen weiteren Farben, rot, curry, pink, limette... Da gehen also viele verschiedene Styles, und darauf kam es mir beim Kleid an. Kein Anlasskleid, dass im Schrank hängt, sondern eines, das getragen und geliebt wird.

Zwar habe ich mich bei der Fertigstellung gefühlt wie ein Actionheld, der auf den letzten Drücker noch schnell mit gezogener Knarre und einem Hechtsprung unter dem sich schließenden Rolltor dem Ganoven hinterher springt, doch der Stress hat sich gelohnt: Mit dem Kleid bin ich sehr zufrieden.



Es trägt sich bequem, hat noch ein bisschen "Kuchenreserve", die kniebedeckte Länge finde ich optimal, und die gekreuzten Bänder sorgen für den rechten Pfiff. Leider war es heute wie auch an den letzten Tage sehr trüb, so sind die Tragefotos eher suboptimal geraten. Meiner Freude tut das allerdings wenig Abbruch. 

Hier noch einmal die Details: 
  •  Stoff: Wollgemisch von Stoff & Stil, dunkelblau mit Nadelstreifen, 2.00 m
  • Futterstoff: lila Taft, 1,30 m
 Vielen Dank an die Organisatorinnen, Claudia / Bunte Kleider, Katharina/ Sewing Addicted und Nina / Kleidermanie - es war wieder eine wirkliche Freude!

Hier geht es zur Kleiderparade des diesjährigen WKSA - wie immer finde ich es unglaublich, welche Vielfalt an Kleidern wieder entstanden ist.

Euch allen wünsche ich alles Gute für 2018 - bleibt gesund und kreativ!




Sonntag, 10. Dezember 2017

Weihnachtskleid - Schaffenspause

Vor zwei Wochen war mein erster Termin zum diesjährigen WKSA. 
In der folgenden Woche habe ich schon einiges geschafft an meinem Burda-Kleid:
Das Oberteil ist fertig und macht schon ziemlich was her, wie ich finde.
Es war nicht schwer zu nähen, und mein Wollstoff macht auch keine Zickereien.

Anders als in der Anleitung angegeben, habe ich das Kleid gefüttert mit diesem lila Taft:

Ich mag es, wenn das Innenleben kontrastfarbig ist. Das sehe zwar nur ich, wenn ich das Kleid an- oder ausziehe, aber für mich ist das ein ganz besonderes Extra im Gegensatz zu Kaufkleidung, bei der das Futter in der Regel Ton in Ton gefärbt ist.

Auch die Rockteile habe ich schon angenäht, und das Ganze sieht nun schon richtig nach Kleid aus.

Die Seitennähte sind noch nicht geschlossen, deswegen hängt das Kleid auf der Puppe noch etwas auf "halb acht". Eine provisorische Anprobe hat immerhin ergeben, dass es gut passt. In der Länge werde ich wohl noch etwas abnehmen, aber das entscheide ich später.

Dies ist der Status vom letzten Wochenende  - seither habe ich keinen Stich mehr genäht. Es ist einfach zu viel los im echten Leben, und abends konnte ich mich diese Woche einfach nicht mehr aufraffen. Auch dieses Wochenende ist verplant - ich setzte auf das nächste, wo bisher noch nichts im Kalender steht.

Es fehlen noch die Seitennähte, der Reißverschluss, der Saum. Und eventuell Ärmel. Diese habe ich ja zugeschnitten, da das Original 3/4-Ärmel vorsieht, aber damit kann ich mich einfach nicht anfreunden. Ich denke, das würde zu dunkel und drückend werden. So ärmellos gefällt mir das Kleid nämlich sehr gut.

Ich wurde gefragt, ob ich an den überkreuzten Taillenbändern noch Pailetten oder Perlen für den Weihnachtsglamour anbringen würde. Ehrlich gesagt, ist Glitzer und BlingBling an der Kleidung generell eher nicht meine Sache. Mein Weihnachtsrock von 2014 hat Glitzerpailetten, und ich habe ihn bisher nur zwei Mal getragen, da es einfach an Gelegenheiten fehlt. Dieses Kleid soll (wie auch das Modell von 2015) alltagstauglich werden, ich will es vor allem im Büro tragen, und es dann lieber mit Schmuck ein bisschen aufpeppen.

Nun hoffe ich, dass sich das eine oder andere Zeitfenster noch auftut für mich, damit mein Kleid noch fertig wird vor dem Fest.Vorher gehe ich aber mal schauen, was sich bei euch anderen so getan hat - hier entlang geht es zur Linksammlung.




Samstag, 25. November 2017

Weihnachtskleid 2017: Ich habe mich entschieden und habe sogar Stoff

... so lautet die heutige Überschrift zum WKSA 2017, veranstaltet von Claudia / Bunte Kleider, Katharina/ Sewing Addicted und Nina / Kleidermanie.
An dieser Stelle schon einmal ein dickes Dankeschön! an das Trio, dass die schöne Tradidion des gemeinsamen Weihnachtskleid-Nähens fortgeführt wird.

Darauf hatte ich nämlich schon im Oktober spekuliert und mir bei Stoff & Stil bereits einen marineblauen Wollstoff mit feinen Nadelstreifen gekauft. Denn der Schnitt war damals schon klar:
Etuikleid 116B aus der September-Burda, der im Heft sogar als separater Schnitt beigelegt war.
Auf den Schnitt hatte mich Mamamachtsachen gestoßen: sie hatte den Schnitt auf Instagram gepostet, und ich fand den gleich so ansprechend, dass ich mir seit Jahren mal wieder eine Burda gekauft habe.

Bildquelle: Burda

Beim Nähtreffen bei Frau Dashabichselbstgemacht zusammen mit Frau Kape Anlumi gab es dann einen Lacher: Wir hatten alle drei den gleichen Schnitt ins Auge gefasst und auch alle drei den Stoff parat:

Passt der Rosé-Sekt nicht herrlich zum Schnittmuster? *lach*
Mein Stoff ist oben in der Mitte, leider wirkt er darauf schwarz. Der graugestreifte rechts gehört zu Kape Anlumi, und der schöne bräunliche mit dem Hahnentritt zu Dashabichselbstgemacht.
Ob alles Weihnachtskleider werden, ist noch die Frage, aber sicher werden wir drei in absehbarer Zeit das gleiche Modell im Schrank beherbergen.Ich finde das Bombe und bin gespannt, wie die drei Kleider aus den unterschiedlichen Stoffen wirken werden!

Letzte Woche habe ich zugeschnitten - die 1.70 m, die für meine Größe angegeben werden, haben genau ausgereicht. Das finde ich super, denn ich mag es überhaupt nicht, wenn man am Ende eines Projekts noch Reste übrig hat, die für nichts so recht reichen wollen. 

Bei meinem Stoff unterscheidet sich die Vorderseite nicht von der Rückseite, so habe ich beim Zuschnitt schon mit allen Tricks gearbeitet und alle Markierungen mit weißem Kajalstift (darauf schwöre ich, der bleibt schön lange sichtbar und lässt sich bei Bedarf einfach rauswaschen) angebracht und dabei auch die jeweilige Rückseite markiert. Ich bin nämlich Expertin darin, die falschen Teile zusammenzunähen...


Ob ich das Modell tatsächlich mit langen Ärmeln nähen werde, bleibt allerdings fraglich. Der Originalschnitt sieht nicht einmal Futter vor, das geht bei meiner Stoffwahl gar nicht. Also habe ich Futterteile und Halsbelege gebastelt, allerdings noch kein Ärmelfutter. Dreiviertelärmel finde ich für ein Winterkleid aus warmem Stoff irgendwie suboptimal, und eigentlich trage ich am liebsten langärmelige Shirts zu ärmellosen Etuikleidern. Alternativ liebäugele ich mit ganz kurzen oder Kappärmeln - mal sehen, wie die Entscheidung am Ende ausfällt.

Letzte Woche waren es über 90 Teilnehmerinnen, die ihre Ideen wältzen - ich bin gespannt , wie es nun weitergeht und schaue hier nach. 


Mittwoch, 29. Juli 2015

Retro-Pünktchenbluse

Heute sind wir eingeladen, unsere Ferienkleidung zu zeigen.
Nach dem Nähdesaster, das ich letzte Woche vorgestellt habe, gibt es heute etwas tragbares zu sehen:
Eine Vintage-Bluse im Stil der 50er, genäht nach diesem Schnitt aus der Burda 07/2014:


Vorne mit Schluppe...



Hinten gewickelt und geknöpft. 


Die Stoffempfehlung sieht wegen der Schluppe einen durchgefärbten Stoff vor. Leider gab es keinen geeigneten bei meinem Besuch bei Stoff und Stil, und so habe ich mich für diesen lustigen Fliegenpilz-Popeline entschieden. Die Schluppe ist nicht gedoppelt, aber das stört (mich) nicht.
Wenn man den Zuschnitt erst mal geschafft hat (Die Vorderteile mit den angeschnittenen Bindebändern und der Schluppe sind mördergroß), ist der Rest ratzfatz genäht.

Die Schlaufe wird durch eine ebenfalls angeschnittene Lasche gezogen:

Hinten sind an den Bindebändern Schlaufen und Knöpfe angebracht (zugegeben, das Anziehen ist damit schon eine kleine Yogaübung):

Kombiniert mit einer leichten Hose und einem Ajour-Shirt ein ideales Sommerteil - luftig, und doch bürotauglich.

Das Blüschen darf nun mit zum 90. Geburtstag meiner Oma. Bei ihr im Süden ist es hoffentlich sommerlicher als im immer noch verregneten Norden.

"Ich packe in meinen Koffer..." ist ein beliebtes Spiel aus meinen Kindertagen - spielt man das heute auch noch?
Ich freue mich nun darauf, in Eure Koffer spinxen zu dürfen - hier >klick< geht's lang.

Weiterhin verlinkt zu After Work Sewing - auch hier gibt es Selbstgenähtes zu sehen.

Mittwoch, 8. Juli 2015

Wasserfall-Ringelshirt

Bei der Hitze der vergangenen Woche war an Nähen nicht zu denken. 
So zeige ich heute ein Shirt vom letzten Jahr, das sich seit letztem Herbst im Schrank versteckt und das sich im gerade vergangenen Urlaub in Schottland (bei mir deutlich angenehmeren Temperaturen) gut bewährt hat:
 

Wieder im maritimen Ringellook, mein aktueller Favourite.
Der Schnitt ist aus der Burda 5/2014. Ich wollte unbedingt ein Wasserfallshirt haben! Bei diesem Schnitt gefiel mir dazu noch die Kombi mit den Raglanärmeln, an denen der Kragen gerafft angenäht wird:
Genau da lag mein Problem mit diesem Schnitt.
Irgendwie kriege ich das mit dem "zwischen den Markierungen auf x cm einkräuseln" einfach nicht hin, schon gar nicht mit der Hand. So habe ich schließlich Framilonband eingenäht. Nun ist die Raffung zwar gleichmäßig, allerdings ist das Ganze nun ziemlich steif. In der Kombination mit dem nicht ganz so fließenden Jersey (Stoff und Stil) nicht die optimale Kombination.

Dennoch gefällt mir das Shirt sehr gut, und gerade bei den bisher üblichen kūhleren Temperaturen ist es sehr angenehm zu tragen


Damit geht das Shirt zum heutigen MeMadeMittwoch, und zu
After Work Sewing.