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Sonntag, 18. Juni 2017

Ein (Maschen)Feines Treffen!

Am vergangenen Wochenende war es endlich soweit: Das erste offizielle Treffen von Maschenfein fand statt in Berlin.
Etwa 30 Strickverrückte Frauen, die einen der knappen Plätze ergattern konnten, trafen sich in der Dawanda Snuggery, um einen Tag lang zu stricken, zu plaudern und aus virtuellen Freundschaften echte Bekanntschaften zu schließen.

Schon Wochen vorher köchelte die Vorfreude in der Facebook-Gruppe immer höher, und die Erwartungen waren hoch. Und sie wurden noch übertroffen - aber der Reihe nach.

Für mich startete die Reise nach Berlin etwas holprig. Mutig und trendbewusst hatte ich ein Flixbus-Ticket gebucht, um zwei Minuten vor Abfahrt per SMS darüber informiert zu werden, dass mein Bus um 11 h nicht kommen würde, sondern ich auf 17 h umgebucht sei. Alle Mitreisenden teilten dieses Schicksal, und nachdem der erste Ärger verpufft war, taten sich verschiedene Fahrgemeinschaften zusammen. Ich hatte das Glück, eine Mitfahrgelegenheit im Auto zu ergattern, mit einer Frau, die zu einer Fortbildung nach Berlin musste, und einer älteren Dame, die ihren Sohn besuchen wollte. Das erste Mal in meinem Leben fuhr ich quasi per Anhalter, und es war eine ganz unterhaltsame Reise.

In Berlin angekommen, bestand die nächste Herausforderung darin, zum Hotel zu gelangen. Ich bin Expertin darin, bei U- und S-Bahnen in die falsche Richtung einzusteigen und den falschen Ausgang zu wählen. Aber schließlich konnte ich einchecken und machte mich gleich auf den Weg zu meinem ersten Ziel an diesem Tag: PAUL KNOPF in Kreuzberg.

Über den Laden hatte ich einmal gelesen, und ich muss sagen - er lohnt unbedingt einen Besuch! Drin durfte ich leider nicht fotografieren, aber auf dem rechten Bild gewinnt man einen Eindruck über das Geschäft: Es ist von oben bis unten vollgestopft mit Knöpfen in allen Farben, Formen und Materialien. Dazu zwei Bedientresen von Anno Tobak, dahinter zwei sehr unterhaltsame Verkäufer (darunter Paul himself), die sich intensiv mit den Wünschen ihrer Kundschaft auseinandersetzen und geduldig Knopfschachtel um Knopfschachtel aus den Regalen fördern. Das bedeutet Wartezeit - aber die ist so unterhaltsam, dass die Zeit wie im Fluge vergeht.
Im Idealfall geht man mit einem konkreten Projekt hin und lässt sich beraten - ich allerdings habe trotzdem hübsche Beute gemacht und blaue Perlmuttknöpfe und Holzknöpfe mitgenommen, und nebenbei einiges über Knöpfe gelernt.

Sehr zufrieden machte ich mich dann auf den Weg zum Potsdamer Platz, um wenigstens ein bisschen Touri-Atmosphäre zu atmen.

Das wunderbare Zeltdach ist einfach immer noch ein Hingucker, und es macht sehr viel Spaß, das Treiben darunter zu beobachten. Zeit war nur für ein - sehr teures, aber auch sehr leckeres - Eis, bevor es Zeit wurde, zum vereinbarten Treffpunkt für das Abendessen zu starten. Eine der Mitstrickerinnen war so nett, ein "Blind Date" zu organisieren bei einem Italiener mit sagenhaft großen Pizzen und einer ansprechenden Cocktailkarte. Und das Essen war ein voller Erfolg. Sechs Frauen trafen sich, und es gab keine Fremdelei, keine Zickerei, sondern von Anfang an munteres Geplauder und Geschnatter. Schnell wandten wir uns ab vom Stricken, sondern quasselten über dies und das, und die Zeit verging wie im Flug.

Das Highlight war aber natürlich der Samstag. Beim Auschecken an der Hotelrezeption wurden meine Freundin und ich von einer wildfremden Frau bestürmt: "Fahrt ihr auch zum Stricktreffen? - Ich hab dich an deinem Pullover erkannt!" (Ich trug meinen Hint of Summer) "Nehmt ihr mich mit?" Erst ein paar Minuten später fiel uns ein, uns einander vorzustellen, und schon war der erste Lacher da und das Eis gebrochen.
Um 10 Uhr quoll die Snuggery über von strickbegeisterten Maschenfeinfans.
Frau Maschenfein hatte jede Menge Garnproben von Ito und Lamana spendiert, und die Chance, die exotischen Garne probezustricken, wurde eifrigst genutzt. Auch die Farbmusterbücher von Lamana, Ito und Pascuali wurden fleißig studiert, ebenso wurde der große Haufen fertig gestrickter Modelle aus maschenfeinen Garnen befühlt, probiert und beliebäugelt.
Es gab sogar maschenfein-Kekse! Und wiederum nette Getränke 🍸🍷🍹

Die Snuggery selbst gefiel mir auch ausgesprochen gut. Neben feinen Kuchen, kleinen Snacks und leckeren Smoothies gibt es auch viele Nettigkeiten zum Bestaunen und auch kaufen. In so einer ansprechenden Atmosphäre war es ein Leichtes, mit den Stricknachbarinnen ins Gespräch zu kommen.

Wie auch bei den Nähtreffen, die ich bisher besucht habe, war es auch hier so, dass es keine Zickereien gab, sondern lauter offene, freundliche, nette Frauen, die die gleiche Leidenschaft teilen. Die virtuelle Welt gaukelt einem ja häufig eine Vertrautheit vor, die in der analogen Welt keinen Bestand hat. Hier allerdings ist es mir mit einigen passiert, dass man aufeinander zuging und sich gleich fühlte, als kenne man sich schon ewig. Ganz wunderbar. Dazu natürlich die Fachsimpelei über Strickprojekte, die Garne, und was man daraus machen kann - insgesamt ein ganz ganz gelungenes Event! (Hierbei auch noch einmal ein ganz dickes DANKE an die Organisatorinnen!)
 
Jede Teilnehmerin erhielt als Geschenk das Maschenfein-Notizbuch mit Platz für Notizen, eigene Musterideen und Etiketten zum Beschriften von Maschenproben. Klasse!


Zum Stricken bin ich kaum gekommen. Ich habe mich ausschließlich auf die Ito-Garne gestürzt, die ich hier einmal kurz vorstelle:
linke Probe - von oben nach unten:
- Ito Gima 8.5: schmalesBändchengarn mit schönem Glanz aus 100% Baumwolle, hier in der Farbe Dahlia. Mich hat die ziemlich steife Haptik des Garns sehr erstaunt. Durch die Wäsche soll es weicher werden. Bei den fertig gestrickten Modellen war ein Tuch aus diesem Garn dabei, dass zwar sehr leicht war, aber immer noch ein bisschen hart. Meine Probe habe ich einfädig mit Nadel 2.5 gestrickt, und das Maschenbild sagt mir, dass eine halbe Nadelstärke durchaus angesagt wäre. Für ein leichtes Sommertop kann ich mir das Garn sehr gut vorstellen, würde aber einen Beilauffaden empfehlen.
- Ito Serishin: ein sehr luxuriöses Seidengarn in Bändchen- /Baststruktur, hier in der Farbe Mustard. Der wunderschöne Glanz hat mich angefixt, ebenso wie die bändchenartige Struktur. Sehr angenehm zu stricken (einfädig mit Nadel 2.5) ergibt das Garn ein hübsches Maschenbild. Für ein sehr exklusives Top ein eindeutiger Favorit, leider ziemlich teuer. Bei der super Lauflänge von 290 m  pro Kone braucht man aber wohl auch nicht sehr viel für ein Oberteil.
- Ito Kinu: ebenfalls ein Seidengarn, aber diesmal mit runder Fadenstruktur, hier in der Farbe Denim. Das Garn (Bouretteseide) wird aus Spinnresten hergestellt und zeigt daher kleinen Einsprengsel und Unregelmäßigkeiten. Überzeugt hat mich die sehr interessanten Haptik. Es fühlt sich schwer und "trocken" an, was mir unglaublich gut gefiel. Eindeutig ein Favorit - eventuell für diesen Pullover?

rechte Probe - von oben nach unten:
- Ito Gami Picot: Ein Schlaufengarn, hier in der Farbe Caramel, aus Baumwolle, Seide und Papier. Es hat eine ganz weiche Haptik durch den Baumwollanteil. Durch die Schlaufenstruktur musste ich aber erst einmal überlegen, wie man es am besten strickt. Strickt man den ganzen Faden, erhält man ein unregelmäßig strukturiertes Strickbild. Sticht man immer nur in die Schlaufen ein, ergibt sich ein puscheliges Gestrick, das mir persönlich besser gefällt. Beide Effekte kann man hier gut studieren, mein Foto gibt leider nicht viel her. Als Effektgarn für Akzente an Pullovern oder Jacken, oder auch als Einfassung für ein Tuch kann ich mir das Garn sehr gut vorstellen.
- Ito Urugami: ein Garn mit Papierkern, umsponnen mit Wolle. Meine Probe in der Farbe Sangria habe ich zweifädig mit Ito Shio gestrickt und bin sehr begeistert davon. Urugami hat einen ganz runden, glatten, festen Faden, und ist erhältlich in vielen tollen Farben. In das Knallgelb habe ich mich spontan verliebt, und mir fest vorgenommen, ein Sommertop daraus zu stricken.
- Ito Kinu Kasuri: wieder ein Seidengarn mit sehr unregelmäßiger Struktur, hier in der Farbe Brass. Sehr angenehm zu stricken, aber nicht gut zu ribbeln, da das Garn sehr leicht reißt. Die Struktur ergibt fast einen Bouclé-Effekt. Die Farben sind brilliant, allerdings ist zur Zeit keine Kombination erhältlich, die meinen Geschmack trifft. Mir persönlich ist der Farbverlauf auch zu unruhig. Gut vorstellen könnte ich mir das Garn als Akzent bei einem Pullover oder einer Jacke, um beispielsweise Kragen oder Tascheneingriffe abzusetzen.

Zum Andenken an den schönen Tag habe ich meine Materialproben in einen Bilderrahmen gesteckt, der in meinen Nähzimmer einen schönen Platz bekommen wird:

An meinem eigenen Projekt, meinem Schal, habe ich tatsächlich nur auf den Autofahrten gestrickt. Inzwischen habe ich die dritte Farbe - rot - abgeschlossen:
Der Schal bekommt noch eine I-Cord-Umrandung in weiß, und in Kürze gibt es zu diesem Projekt ein genaueres Update.

Erst einmal verlinke ich diesen Post zu Maschenfein - auf den Nadeln Juni.

Mittwoch, 18. Mai 2016

MeMade auf Usedom

Katharina von Sewing Addicted zeigt uns heute beim MeMadeMittwoch ihren Wochenrückblick im MeMadeMay. Ich will es ihr gleichtun - gleichzeitig will ich euch ein bisschen meine Lieblingsinsel schmackhaft machen.

Mein Vorsatz für den MeMadeMay war, jede Woche mindestens drei selbstgenähte Teile zu tragen.

Die letzte Woche habe ich im Urlaub auf meiner Lieblingsinsel Usedom verbracht. Wenn man sich viel Selbstgenähtes in den Koffer packt, bleibt einem nichts anders übrig, als entweder nackig zu laufen oder die Dinge zu tragen. :)

Den Auftakt des Urlaubs machte ein Abendessen auf Wasserschloss Mellenthin. Die Bluse ist ganz neu und wird demnächst noch detailliert vorgestellt. Die Hose ist ein Ergebnis des Spring Style Alongs vom letzten Jahr.
Das Wasserschloss ist ein schöner Platz auf der Insel. Es liegt im Achterland. Im Schlosshotel kann man kann im Schlosshotel luxuriös Urlaub machen, die Schlossbrauerei lädt ein zur Bierverkostung (ich habe dieses mal Bier mit Sanddorn probiert - lecker!) und zu Themenbüffets an mehreren Abenden der Woche. Im Schlossrestaurant warten Spezialitäten aus der Region und sehr sehr leckere hausgebackene Waffeln. Dazu gibt es eine eigene Kaffeerösterei, und hin und wieder Kunstausstellungen im Schlosshof oder -garten.


Wettergott Petrus hat sehr gut mitgespielt, und so konnten der beste Ehemann von allen und ich das tun, was wir auf Usedom am liebsten tun - draußen aktiv sein. Die Insel bietet viele Möglichkeiten, Paddeln und Segeln auf dem Achterwasser, Radfahren auf dem weit verzweigten Radwegenetz, Wandern, Reiten, Minigolfen (es gibt sogar einen vorzüglichen 36 Loch-Platz) - und natürlich Baden und Relaxen auf über 40 km Strand an der Ostsee. Zum Baden war es mir mit 11°C dann allerdings doch noch zu kalt.

Unser liebster Bootsverleih ist das Inselkanu in  Ückeritz am Achterwasser. Hier gibt es Kajaks, Kanus oder Ruderboote stundenweise zu mieten. Aus Sicherheitsgründen bis Windstärke 3. Wir hatten Glück - der Wind blies knapp darunter, und wir waren dieses Jahr die allerersten, die dieses Jahr ein Boot bekommen haben!
 Weil die Sonne schon ganz schön brannte, habe ich zum Paddeln mein selbstkonstruiertes blaues Shirt mit langen Ärmeln getragen.

Das Paddeln ist für mich immer ein besonderes Erlebnis. Im Kajak sitzt man quasi mit dem Hintern auf dem Wasser. So bekommt man eine ganz spezielle Perspektive. Fischreiher, Brandgänse, jede Menge Möwen und sogar ein Seeadler waren zu sehen, und am Ufer laichten gerade die Bleie. Auf dem Wasser spürt man eine wunderbare Stille - Geräusche, die vom Land zu hören sind, empfinde ich dann als störend.


Direkt neben dem Kanuverleih ist seit neuestem ein Fischimbiss, ähnlich wie Gosch. Hier kann man abends ganz vorzüglich draußen sitzen und den Sonnenuntergang erleben - der sieht häufig so aus:

Nach dem Paddeln gab es noch ein paar entspannende Stunden im Strandkorb mit Frau Liese, hier vorgestellt.

Ein weiteres Highlight ist das Segeln. In der Surfschule des Cafe Knatter kann man nicht nur surfen, kiten oder segeln lernen, sondern auch Boote mieten. Von der Restaurantterasse hat man einen prima Blick auf das Achterwasser und alles, was sich dort tut. Außerdem kann man dort sehr gut essen - oder sich nachmittags zu einer gemütlichen Kaffeestunde niederlassen.


Wir waren bei bestem Wetter zwei Stunden auf dem Achterwasser unterwegs. Auch beim Segeln genieße ich die Ruhe auf dem Wasser. Allerdings hat man mehr zu tun und zu beachten als beim Paddeln, so ist das Segeln auf andere Art entspannend.


Anschließend gab es ein schönes Stück Kuchen und ein kühles Alster - in einem Burda-Shirt, das letzes Jahr beim Spring Style-Along fertiggstellt wurde.
"Herr Finger" hat oft die Angewohnheit, sich ins Bild zu schummeln :)
Ein weiterer Teil des Usedom-Aktiv-Programms ist das Radfahren. Man soll nicht unterschätzen, dass die Insel stellenweise ganz schön buckelig sein kann, und selbst auf flachen Strecken können einem Sandkuhlen das radeln schwer machen - aber es gibt ein dichtes Radwegenetz mit gut ausgebauten Wegen, und im großen und ganzen ist das Radfahren auch für Untrainierte wie mich ein wirkliches Vergnügen.
Fahrradverleihe gibt es auf Usedom an jeder Ecke, viele davon liefern auch Räder an die Unterkunft. Die Preise sind meiner meiner Meinung nach  erschwinglich (ab 5 EUR / Tag für ein normales Tourenbike), und bis auf eine Ausnahmen hatten wir bisher nur gute Räder.

Es gibt außerdem auf der Insel ein sehr ausgeklügeltes Netz an Mietradstationen, bei denen man sich Räder leihen und an einer anderen Station wieder zurückgeben kann - UsedomRad. Die Räder sehen zwar etwas mitgenommen aus, sind aber top in Schuss und fahren wie eine eins. Ausleihen und Rückgabe erfolgen per Handy einfach und problemlos .

Dieses Mal haben wir uns ein Rad in Trassenheide im Norden der Insel geliehen, denn unser Ziel war die Krumminer Wiek.

Und in Krummin ein ganz reizendes Gartencafe, die Naschkatze:

In einem wunderschönen Garten, in dem man in jedem Winkel etwas Neues entdecken kann, sitzt man unter Apfelbäumen und genießt Kuchen oder kleine Speisen, die man sich im Verkaufswagen vorher ausgesucht hat - ein wirklicher Traum!

Leider bin ich auf dem Ausflug mit dem Rad gestürzt und habe mir das Knie geprellt. Den folgenden Vormittag durfte ich die Notaufnahme des Wolgaster Kreiskrankenhauses besichtigen. Nachdem man mich dort mit Verband und schicken blauen Krücken versorgt hatte, gab es einen zweiten Besuch in der Naschkatze - zum Trostkuchen. 
Hier in einem blauen Shirt mit Wellenmuster, ebenfalls aus dem Spring Style Along.

Wegen des kaputten Knies haben wir den Urlaub abgebrochen - die übrigen Programmpunkte wie Minigolfen auf der tollen Anlage in Koserow, Radeln nach Swinemünde oder Klettern im Kletterwald müssen dieses Jahr ausfallen.
Zum Abschied gab es noch einen kleinen Abstecher zum Fischkaufen in Rankwitz. Schon zu DDR-Zeiten gab es hier die Fischräucherei, die die Wende überstanden hat und inzwischen nicht nur den Fischverkauf betreibt, sondern auch ein gutes und preiswertes Fischrestaurant.
Seit einigen Jahren gibt es auch ein Sommercafé direkt am Wasser:
Hier kann man im beheizten Pavillion oder draußen im Strandkorb sitzen, vorzüglich essen und den Blick übers Wasser schweifen lassen. Ein wunderbarer Ort!
Hier von mir besucht im Burda-Shirt, das ich weiter oben schon vorgestellt habe, und mit den neu erworbenen Krücken. :)

Fazit der Me-Made-May-Woche: an 5 Tagen habe ich selbstgenähtes getragen und mein Ziel damit mehr als erreicht.

Fazit des Usedom-Urlaubs: Auch nach dem etwa 20. Besuch ist die Insel immer noch nicht langweilig. Zu inzwischen altbekannten, lieb gewonnen Orten kommen immer noch neue Plätze und Aktivitäten hinzu - und glücklicherweise ist es von uns zu Hause nur 3 Stunden mit dem Auto ins Paradies! Bloß werde ich das nächste Mal beim Radfahren besser achtgeben. Wolgast wollte ich zwar immer schon mal besuchen, jedoch nicht das Krankenhaus! Dem Knie geht es inzwischen schon besser, die Krücken kann ich für kürzere Strecken schon weglassen und es scheint kein größerer Schaden entstanden zu sein.

Ich hoffe, ich konnte euch inspirieren zu  einem Ausflug auf meine Lieblingsinsel?
Ich hole mir weitere Inspiration beim heutigen MeMadeMittwoch.

Dienstag, 21. Juli 2015

Schottische Häkelfische

Die letzte Zeit war es etwas ruhiger hier auf dem Blog.
Wir waren im Urlaub.
In Schottland! 
Ein echter Traumurlaub und bestimmt nicht das letzte Mal. 
Ich gehöre zu den leuten, die sich immer "Andenken" mitbringen in Form von Fundstücken - meistens liegen die dann zu Hause eine zeitlang rum und verschwinden dann. 
Diesmal nicht!
 Ich habe Steine gesammelt: 
  • am Loch Lomond (dort wollte ich unbedingt hin wegen des schottischen Volkslieds, das Runrig seinerzeit sooo schön gesungen hat, und das in den 90ern mein absoluter Lieblingshit war... hier ein Link zu Youtube, ich krieg immer noch Gänsehaut! )

  • am Firth of Moray (wer sich an Macbeth erinnert: "Hail to thee, Thane of Moray!"... also in Nairn, in der Nähe von Inverness), 
 
  • und am Fith of Forth in Edinburgh,  quasi gleich vor der Tür unserer Unterkunft.

 (Wolle habe ich mir auch mitgebracht, aber dazu gibt es einen separaten Post)

Am heißen letzten Wochenende war mir nach einem schnellen Projekt, und so habe ich mich dann hingesetzt und die Steine in Fische verwandelt:


Die Idee stammt von Centi bastelt, aber anders als dort beschrieben, habe ich die Fische vom Schwanz her gehäkelt. Zusammen mit den Muscheln, die ich auch am Strand gefunden habe, ergab sich ein schönes Mobile:




Das baumelt nun seit Sonntag am Terrassendach und erinnert uns an die schönen Ferien!





Verlinkt zu Häkelline,  MaschenfeinCreadienstag, Häkelliebe




Sonntag, 12. Juli 2015

Schottische Wollabenteuer

In diesem Jahr haben der beste Ehemann der Welt und ich Urlaub gemacht in Schottland.
Was für herrliche Ferien!

Wunderschöne Natur, nette, aufgeschlossene Menschen - und WOLLGESCHÄFTE, die mein Herz höher schlagen ließen.
Natürlich war ich total neugierig darauf, in die schottische DIY-Szene einzutauchen. Nach dem zu schließen, was ich auf britischen und auch amerikanischen Blogs aufschnappe, ist die Szene dort etwas anders als hierzulande, und das finde ich spannend. (Was meine ich mit anders? Schwer zu sagen, anders kreativ, vielleicht experimentierfreudiger, und man verarbeitet Garne von Marken, die man hierzulande nicht oder kaum kennt).
Was ich meinem Mann also verschwiegen habe war, dass ich auf jeden Fall alle Wollgeschäfte besuchen WOLLte, die mir über den Weg laufen.

Leider sind mir die Fotos von meinem Handy abhanden gekommen, so muss dieser Post mit Links zu den Geschäften auskommen, und mit meinen Worten zum Shoppingerlebnis.

Erster Zufallstreffer: Der Wool Shop in Nairn nahe Inverness. Eine kleine Wunderkiste, vom Boden bis zur Decke vollgestopft mit Kostbarkeiten von Noro, Rowan, Debbie Bliss, und der Schöppel Zauberball war auch zu finden. Daneben gibt  wunderbare handgesponnene und -gefärbte Garne aus der Region, eine Riesenauswahl an Knöpfen und natürlich Nadeln und anderes Werkzeug in großer Auswahl.

Die Inhaberin, eine ältere Dame mit fünf Kindern und neun Enkeln, war sehr rührend vertieft in der Beratung einer anderen Kundin, die sich mit ihrer Entscheidung schwer tat. Schnell wurde ich mit eingebunden in die Beratung, und flugs entstand ein wunderbares Gespräch zwischen Wolljunkies... ganz herrlich!

Mein Highlight: Die Garne von Noro und Rowan, die ich beide bisher nur aus Online-Shops kannte. Diese wanderten in meinen Beutel:

Rowan kidsilk Haze Stripe (für fürstliche 17,95 brit. Pfund..!) - ein superweiches Flauschgarn aus 70% super Kid Silk Mohair and 30% Seide, ganz edel. Hier in der Farbe "Circus". Ein 50g-Knäuel mit 420 m soll für einen Schal reichen, und auf der Innenseite Banderole gibt es auch eine entsprechende Anleitung.
Die Verkäuferin hat dieses Garn auch schon verstrickt, und versicherte mir, dass der Schal sogar eher größer würde als in der Anleitung angegeben, und ein Knäuel auf jeden Fall ausreicht. Ich bin gespannt!

Meine zweite Beute im gleichen Laden: Noro Sekku
Qualität: 50% Baumwolle, 17% Wolle, 17% Nylon, 16% Seide, Lauflänge: 420m/50g


Hier finde ich besonders die Farbverläufe spektakulär, die eine Spezialität der Noro-Garne sind. Normalerweise tue ich mich schwer mit so buntem Material, aber an diesem Tag konnte ich nicht anders als Zugreifen. Die zwei Knäuel reichen für eine Stola - vielleicht aber auch für ein Bolerojäckchen für den kommenden Sommer.

Am selben Tag ist mir bei anderer Gelegenheit noch dieser Strang in die Hände gefallen:
Qualität: 70% Merino, 30% Seide, handgefärbt in Uruguay, Lauflänge 135 m.
Manos del Uruguay ist eine Kooperative, in der Wolle handgesponnen und im Kessel gefärbt wird. Dadurch ist jedes Knäuel einzigartig. Diese Sorte hier hat leuchtende Farben und ist einfach grandios weich. 
Verkauft wurde der in einem Büdchen am Rande der europäischen Dudelsackmeisterschaften in Forres. (Wer einen Eindruck über das Geschehen dort möchte - hier gibts was auf die Ohren)
Sicherheitshalber habe ich gleich 2 Stränge gekauft, das sollte reichen für einen schönen Schal. Es muss sich nur noch ein Muster finden...

Schwieriger wurde die Sache in Edinburgh. Über die Seite Knitmap.com bin ich auf  Be Inspired gestoßen.

Dies ist ein ganz kleines Lädchen in einem Wohngebiet (blöd für meinen Mann, der lieber draußen wartet - der hatte ganz schön Langeweile...) und mit sehr ehrgeizigen Öffnungszeiten (11 - 17 h). Für den Touristen ist das ganz schön sportlich: Beim ersten Versuch waren wir fast da, und es war kurz vor 17 h, als meinem Mann auffiel, dass der Laden gleich schließt. Also haben wir am nächsten Tag noch einen Versuch gestartet - und es hing ein Schildchen in der Tür. Schreck lass nach - heute geschlossen? Nein: "Back in 20 Minutes". Schließlich tauchte eine Asiatin auf und öffnete den Laden wieder- hurra!

Damit konnte ich abtauchen in die Wunderwelt der exclusiven Garne. Eine große Auswahl an Ito-Garnen (zwei davon habe ich hier schon mal verstrickt), die aus Nairn schon bekannten Noro's, Manos del Uruguay, Habu und noch einigen anderen.
Diesmal hatte ich sogar ein konkretes Projekt: ein Beilaufgarn zu finden, das meine Drops Big Fabel in Kirschrot etwas aufpeppt, aus der ich mir eine Miette stricken will. Mei, die Inhaberin, war ganz rührend und beriet mich sehr eingehend - ich war etwas überfordert, da ich mich an dem herrlichen Angebot überhaupt nicht sattsehen konnte.
Schließlich entschied ich mich für dieses Schätzchen:
Baby Silk Alpaka von Malabrigo, 70% Alpaka, 30% Seide, 50 g - 386 m. Farbe: ravelry red.
Sooo weich, und durch den Seidenanteil mit einem herrlichen Glanz... Das Rot ist etwas meliert, was dem Garn noch einen Extra-Kick verleiht.

Nun kann ich es eigentlich gar nicht abwarten, meine Schätzchen anzugehen - aber ich habe gerade dieses Jäckchen begonnen, das ich zuerst beenden möchte. Sonst verzettele ich mich in UFO's...
Für die nächsten Regentage (und auch für den kommenden Herbst / Winter bin ich mit Sicherheit erst einmal versorgt).

Und falls mir mal die Projekte ausgehen, habe ich basierend auf diesem Postkartenmotiv meiner Nachbarin versprochen, ihr einen Pulli für ihr Pferd zu stricken:


verlinkt zu Maschenfein - Auf den Nadeln; Stricklust