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Mittwoch, 6. Juni 2018

Elephant Love

Heute zeige ich Euch einmal ein Werk meiner frühen Nähkarriere, von dem ich gar nicht mehr genau weiß, wann ich es genäht habe.

Es muss wohl 2014 gewesen sein, als die Serie "Elephant Love" von Hamburger Liebe aufgelegt wurde. Und ich war sofort schockverliebt in das knallbunte Elefantenmotiv. Bollywood auf Baumwolle. Und dann auch noch in pink und blau - muss ich haben.

Anderthalb Meter wurden bestellt, geliefert und schnurstracks zu einem ganz einfachen Rock mit Kellerfalten vernäht. Ohne Schnitt, ganz frei Nase.

Seitlich gibt es einen Reißverschluss, der Bund ist einfach ein gerader Streifen, und der Saum ist mit Satin-Schrägband eingefasst.

Ich bin immer noch ganz angetan von dem Stoff: Er hat eine ganz glatte, ein wenig glänzende Oberfläche, knittert kaum (ist allerdings auch schwierig zu Bügeln), und hat diverse Wäschen klaglos überstanden.

Zuletzt habe ich ihn ausgeführt beim Besuch einer wunderbaren Ausstellung im Lübecker St. Annen - Museum: "Chanel, Dior, Pucci..." führt den Besucher ein in die Welt der Haute Couture und die Sammlung von Monika Gottlieb.

Hier habe ich über den Besuch der Ausstellung berichtet. Ich war dort mit zwei Freundinnen, von denen eine noch nähverrückter ist als ich, und so gab es zum Vergnügen der Dritten eine Menge zu fachsimpeln.
 Zum Beispiel darüber, dass bei diesem Cocktailkleid von Givenchy die Ärmel angeschnitten sind (und daher unter der Achsel ganz schön Falten werfen), und auch die Seitennähte von Oberteil und Rock nicht aufeinandertreffen. Wenn das schon bei der Haute Couture nicht klappt, näht es sich für den Hobbyschneider doch gleich entspannter!

Auch Lübeck hat seine ohnehin schon sehenswerte Altstadt schick herausgeputzt, denn am kommenden Wochenende sind die Lübecker Hansetage mit großem Programm. Weil ich selbst Lübeck so sehr mag, teile ich noch ein paar Eindrücke mit Euch:

Die Fachwerkhäuser schmücken sich mit Wimpeln....
... am Logenhaus dagegen geht es pompöser zu mit Kronleuchtern.

 
 Die Hüxstraße ziert sich mit Lampenschirmen...
 ... und das Balauerflohr mit bunten Schirmchen.

Da wir ja heute den Memademittwoch begehen, an dem selbstgenähte Kleidung an der Frau gezeigt wird, will ich euch auch die Tragefotos nicht vorenthalten:


Tatsächlich trage ich den Rock am liebsten mit Caprileggings drunter, so wie auf den Fotos. Die Weite, die durch die Kellerfalten entsteht, gibt ganz viel Bewegungsfreiheit, und der Rock schwingt und wippt ganz fröhlich beim Gehen.- Für mich ein wirkliches Lieblingsteil.

Und ihr - was habt ihr so zu zeigen bei unserer monatlichen Parade? Ich geh gleich mal schauen!
Gastgeberin Wiebke vom Blog Kreuzberger Nähte zeigt uns ein Schluppenkleid mit ganz interessanten Muster, das mir auch gefallen könnte.


Auch verlinkt bei der neuen Linkparty am Donnerstag vom Nähfrosch:
Du für Dich am Donnerstag

Und bei der ebenfalls neuen Linkparty von The flying Needle:Sew La La


Mittwoch, 7. Februar 2018

Der 7/6 Partyrock

Heute treffen wir uns wieder zum monatlichen MeMadeMittwoch. Unsere  Gastgeberin präsentiert einen wunderschönen Rock mit Rüschen und Falten, der mir auch gut gefallen könnte. Mein Rock, den ich heute zeige, hat auch Falten - aber ich will von vorne berichten.
Ich gebe zu - zur Zeit stehe ich total auf die Schnittmuster von Crafteln.
Angefixt wurde ich mit dem Stadtmantel, der mir auf Anhieb großartig gelungen ist und auf Anhieb passte.
Die Heldinnentasche, die ich probenähen durfte, ist eine feine Ergänzung dazu und ein gutes Beispiel, dass bei Schnitten aus dem Hause Stokx sich am Ende alles so fügt wie es soll und Sinn macht.
Mit dem Ninjakleid habe ich mir ein bürotaugliches Kuschelkleid geschaffen, das schnell und einfach zu nähen war und superbequem ist.
Und nun habe ich mir den Partyrock, eines der ersten Schnittmuster von Crafteln, vorgenommen.

Der Schnitt kommt zum Ausdrucken auf A4 daher, dies ist aber schnell erledigt, da nur wenige Seiten zusammengesetzt werden müssen: Es gibt nur ein Schnitteil für die Rockbahn, das mehrfach verwendet wird. 

Zutaten braucht es wenig: Stoff (ich habe schwarzen Babycord verwendet), einen Reißverschluss, Schrägband für den Saum, und natürlich Garn.
Beim Einkauf der Zutaten habe ich meinen Garnvorrat wieder einmal aufgestockt und musste danach ein Aufbewahrungsproblem lösen - eine hübsche Bonbonniere vom Möbelschweden schafft seither Abhilfe und schmückt mein Nähstübchen: 

Bei dunklen Stoffen übertrage ich das Schnittmuster gern mit hellem Kajalstift auf den Stoff und schneide dann zu. Kajal ist besser sichtbar als Schneiderkreide, lässt sich leichter auftragen, haftet besser und länger und lässt sich problemlos auswaschen: 

Was mir ein wenig Kopfzerbrechen bereitete, war die Frage, wie die zahlreichen Markierungen der Falten vom Schnitt auf den Stoff zu übertragen seien.
Schließlich kam die zündende Idee: Ich habe alle zugeschnittenen Rockbahnen übereinander gelegt, obendrauf das Schnittmuster, und alle Markierungen mit einer dicken Nadel und einem Faden durchgestochen.
Anschließend habe ich das Schnittmuster als oberste Lage entfernt, die Fadenmarkierungen bleiben erhalten, und Lage für Lage konnte ich die Markierungen nun miteinander verbinden.

Die Falten werden dann abgenäht, und - der Crafteln-Moment! - fügen sich beim anschließenden Aufeinanderstecken ganz easy zu einer geschwungenen, glatten Kante zusammen:


Fertig genäht, sehen sie so aus:
Wenn man die Sache mit den Falten einmal geschafft hat, ist der Rest ein Klacks.
WENN man sich selbst richtig vermisst UND auch das Kontrollquadrat beim Ausdrucken des Schnitts kontrolliert.
Letzteres habe ich versäumt. Und als der Rock quasi fertig war, stellte ich bei der Anprobe fest: Sitzt SEHR spack. Atmen fast unmöglich. Und büschen kurz ist er auch geraten.
Kommt davon, wenn das Kontrollquadrat statt 30x30 mm nur 27x27 mm misst. Mist!

Auslassen aller Nahtzugaben half nichts - es fehlten insgesamt knapp 10 cm Umfang. Was tun?
Hey, es ist ein Bahnenrock! Hey, ich habe noch genügend Stoff!
Also habe ich kurzerhand noch eine weitere Rockbahn zugeschnitten und eingesetzt, anschließend die Bundweite noch etwas verkleinert - das geht hier ganz einfach zu bewerkstelligen. Nun hat mein Partyrock eben sieben Bahnen statt sechs. Aber er passt und ist nun auch lang genug, da der Bund von knapp unter der Brust auf die Taille gerutscht ist, wo er hingehört.
Nachteil ist, dass die Saumweite sich weiter erhöht und man am Ende noch mehr Schrägband vernähen muss also ohnehin schon 😆

Statt des ursprünglich gekauften gepunkteten Baumwollschrägbandes habe ich mich zum Schluss doch für einfarbiges aus dem Bestand entschieden (hätte ich lieber gleich mal die Vorräte sichten sollen). Der Schrägbandeinfasser-Nähfuß hat mir bei der Menge Band wieder sehr gute Dienste geleistet.

 Und fertig ist er nun, mein Partyrock mit sieben Bahnen:
 

Eingeweiht habe ich ihn am letzten Wochenende, tatsächlich zu einer Feier: Unser japanischer Nachbar wurde 80 Jahre alt und lud zu einem Hauskonzert mit anschließedem Abendessen. Gut, dass der Rock nicht nur gut kleidet, sondern nun genügend "Kuchenreserve" bietet!
Den Reißverschluss trage ich hinten statt seitlich, so fällt die Assymmetrie nicht so auf, die sich durch die siebte Rockbahn leider ergibt und die man oben auf den Fotos an der Puppe sehen kann.
Die Falten geben dem Rock Stand und Volumen, das gefällt mir sehr gut!

Und der weite Rocksaum schwingt SOO schön:
Mit dem Partyrock ist somit wieder einmal ein besonderes Kleidungsstück mit dem gewissen Pfiff in meinem Kleiderschrank eingezogen. Den Rock werde ich sicher häufig tragen, denn er ist schlicht und bequem. Vielleicht folgt noch eine Sommerversion (diesmal mit korrekt gedrucktem Quadrat und nur mit sechs Bahnen - einen Stoff hätte ich schon im Visier.

Für die Stoffdiät schlägt der Rock mit 2.50 Metern zu Buche. Außerdem habe ich damit meine Nähfaulheit überwunden, die mich immer Anfang des Jahres befällt. Tschakaa!

Damit mir der Schwung nicht verloren geht, habe ich für den Februar dieses Projekt aus anthrazit gemustertem Viskossejersey vor:


Verlinkt zu
Memademittwoch
12x MeMade - Januar von Chrissy










Mittwoch, 15. März 2017

Der Guerilla-Rock

Einmal in der Woche fahre ich nach Lübeck in die Innenstadt zum Spanischkurs bei der Volkshochschule. Die Wartezeit zwischen Büroschluss und Kursbeginn überbrücke ich gerne mit Bummeln, und so fand ich im Dezember bei Wolle & Hobby einen Salz- und Pfeffer-Wollstoff.

In meinem Kleiderschrank befand sich ein Rock aus sehr ähnlichem Material, aus dem ich leider rausgewachsen bin. Den Rock an sich fand ich aber sehr schön, und so wollte ich ihn nachschneidern.

Ein passendes Schnittmuster war nicht aufzutreiben in meinem Fundus, und so habe ich in einer Guerilla-Aktion den Schnitt vom "alten" Rock abgenommen. 
Sprich - Rock auf Packpapier aufgelegt, die Nähte mit Stecknadeln durch das Papier gebohrt, die Löcher miteinander verbunden und alles ausgeschnitten. Fertig war der Schnitt!
(Die Profis werden sich die Haare raufen über meine Vorgehensweise, ich weiß - aber: es hat hier sehr gut funktioniert!)

Der Schnitt besteht aus zwei Seitenteilen und einem Mittelteil, jeweils für die Vorder- und Rückseite, und hat einen seitlichen Reißverschluss. Anders als beim Originalschnitt, der einen Bund und Gürtelschlaufen hatte, habe ich eine Variante ohne äußeren Bund genäht.
Innen habe ich einen Formbund gebastelt, den ich mit dem Futterstoff verbunden habe.
 
Gürtelschlaufen habe ich trotzdem - in Form von Knopflöchern, die genau zu einem vorhandenen ganz schmalen Gürtel passen. Ich finde, das ist eine perfekte Lösung, die ich von einer Kaufhose geklaut habe.

Den Saum hat mir der beste Ehemann von allen abgesteckt (mit echtem "Männerwerkzeug": einem langen Lineal mit verschiebbaren Markern), und ich habe zum ersten Mal mit Schrägband gesäumt.
 Was für eine schnelle und saubere Lösung! Die werde ich sicher öfter verwenden. Hier habe ich schwarzes Satinband verwendet, aber ich kann mir auch gut ein lustiges gemustertes Band vorstellen, z. B. zum Jeansrock.

Und hier ist er nun, mein Guerilla-Wollrock:


Vom Fall bin ich total begeistert, es ist keine klassische A-Linie, sondern die Schnitteile verlaufen erst gerade und etwa ab der halben Rocklänge weiter ausgestellt.

So war das Röckchen schnell genäht und wurde am vergangenen Wochenende ausgeführt ins Theater nach Lübeck.

Ist das nicht wieder eine herrliche Kulisse, die Türme der Marienkirche im Hintergrund?

Hier könnt ihr den Schwung des Rocks bewundern:
Besucht haben wir zum ersten Mal das Theaterschiff. Ein ausgedientes Binnenschiff wurde innen komplett entkernt, zu einem kleinen Theater mit Barbereich umgebaut und auf der Trave festgezurrt:
Das Programm beschränkt sich auf Lustiges, es spielen hier Comedians und Kabarettisten, aber auch ein eigenes Ensemble mit lustigen Stücken.
Wir haben usn die "Landeier" angesehen und hatten sehr großen Spaß dabei, drei Jungbauern-Junggesellen bei ihren Bemühungen, eine Frau zu finden, zu beobachten! Wer den Film "Ganz oder gar nicht" gesehen hat, kann sich ausmalen, worauf die Story hinausläuft. Ein sehr sehr lustiger Abend!
Im April gibt es eine Fortsetzung, für die wir uns gleich Karten gesichert haben. Mal sehen, welches Outfit ich euch dann präsentiere 😊

Damit geht mein Rock nicht nur ins Theater, sondern auch zum Memademittwoch, dem Laufsteg für selbstgenähte Alltagskleidung und Beichtstuhl für geheime Süchte: Sybille (dasbürofürschönedinge) gesteht uns ihre Latzhosensucht, und zeigt auch gleich ein neues knackiges Modell mit passender Bomberjacke. 




Mittwoch, 9. November 2016

Mit der Mathelehrerin in Schottland

Ich muss sagen, die aktuelle Ottobre haut mich total um. In dieser Augabe sprechen mich sehr sehr viele Schnitte an. Wäre bloß das Zeitproblem nicht, ihr kennt das sicher...

Ein Projekt aus der Ausgabe habe ich gerade umgesetzt und bin sehr sehr angetan: Schnitt Nr. 6 "Math Teacher". Mit Mathe hab ich es ja nicht so, aber dieser Faltenrock gefiel mir auf Anhieb. In meinem Stofflager fand sich auch noch ein passener marineblauer Feincord. Reißverschluss, ein passender Knopf (von meinem Trenchcoat) und sogar passender Futterstoff fanden sich ebenfalls im Vorrat, also konnte das Projekt starten.

Der Schnitt ist recht einfach, ein Vorderteil, zwei Rückenteile, gerade Bundstreifen. Auch beim Nähen ergaben sich keine größeren Probleme. Allerdings habe ich auf dem Schnittmusterbogen die zweite Falte für das Rückenteil nicht gefunden und daher auch nicht übertragen. Schlauerweise habe ich den Rock probiert, bevor ich den Bundstreifen angenäht habe. Da ich enorm viel Mehrweite hatte (obwohl ich nach dem passenden Taillenmaß der Maßtabelle zugeschnitten habe), habe ich die zwei zusätzlichen Falten im Rückenteil eingepasst und auch die Falten im Vorderteil noch mal tiefer gefaltet. Futter rein, Bundstreifen dran, sogar das Knopfloch ließ sich problemlos nähen (!).


Allerdings sollte man die Anleitung doch aufmerksam lesen. Denn die Falten sollten abgesteppt werden, BEVOR man Futter und Rock mit dem Bundstreifen verbindet. So hatte ich dann doch noch einiges an Tüftelei beim Absteppen der Falten. Anders als angegeben, habe ich die Falten 16 cm lang - so lang wie Tascheneingriffe und Reißverschluss - abgesteppt. Mit den ursprünglich angegebenen 4 cm würden die Falten wohl zu weit oben aufspringen, so dass mir die Rockform wohl nicht mehr stehen würde. Mit diesem Trick habe ich auch Bundfaltenhosen für meine Figur tragbar gemacht, z. B. diese Wollhose.


Noch schnell säumen - und fertig ist der Rock.


Ende Oktober, gerade rechtzeitig zur Music Show Scotland, war die Mathelehrerin fertig und wurde zum ersten Mal ausgeführt.

Der beste Ehemann von allen und ich haben im vergangenen Jahr Urlaub in Schottland gemacht. Dabei sind wir zufällig in die Europäische Dudelsackmeisterschaft in Forres geraten. Das war ein Augen- und Ohrenschmaus!  Wer Lust hat, kann hier mal sehen und hören, was dort jedes Jahr so los ist. Seither sind wir infiziert von Dudelsackmusik.  Klar, dass wir unbedingt zur Music Show mussten!

Bei der Music Show (www.musicshowscotland.de) liefern 200 Musiker (davon etwa 70 Mitglieder von Dudelsack-Bands), Tänzer und Sänger eine tolle Show von über 3 Stunden. Die Pipes sind leider lautstärkegedimmt, in einem geschlossenen Raum würden einem sonst die Ohren abfliegen (ich spreche aus Erfahrung - bei der Open-Air Veranstaltung im Urlaub hat es mich überhaupt nicht gewundert, dass so mancher Feind die Flinte ins Korn geworfen hat, als sich ihm ein Haufen Schotten, angefeuert von ihren Pipers, genähert hat!). Die Lautstärkeregelung war aber auch deshalb nötig, damit die anderen Musiker überhaupt eine Chance hatten, gehört zu werden. Angesichts der Tatsache, dass die 200 Leute auf der Bühne größtenteils keine Profis sind, war die Show erstklassig. Schaut mal hier für einen Vorgeschmack - dass kein einziger Schotte mit von der Partie war, tat dem Vergnügen überhaupt keinen Abbruch.

Im übrigen finde ich, so ein Schotte in vollem Ornat mit Kilt, Plaid, Barett und Sporran ist einfach ein Fest für die Augen. Und wenn es dann noch so viele auf einem Haufen gibt... Hier zwei Beispiele aus dem Urlaub:

Hach, gefällt mir! (Ja, ich gebe zu, ich bin auch Outlander-infiziert...!)
Jedenfalls freue ich mich wie ein Schnitzel, dass mein neuer Rock durch die unfreiwillig sehr tief geratenen Falten auf der Rückseite beim Gehen ganz ähnlich neckisch schwingt wie so ein Kilt:

 Noch dazu ist er sehr kombinationsfreudig, ich kann sehr viele Sachen aus meinem Kleiderschrank dazu tragen. Und mein neues Jäckchen, das noch nicht ganz fertig ist, wird auch ganz fein dazu passen.

Hier sitze ich bei Berta Klingberg. Ihre Geschichte könnt ihr hier lesen - ist das nicht rührend? Ein netter Mensch hat Berta einen Korb Herbstblumen vorbeigebracht, und ein Vögelchen betrachtet mit ihr gemeinsam das Treiben am Seeufer.

Mit dem Rock ist also ein neues Lieblingsstück in meinen Kleiderschrank eingezogen - ich bin wirklich rundum zufrieden!
Sicher werde ich den Schnitt auch noch mal aus leichter Webware für den Sommer nähen. Als nächstes Projekt mache ich mich aber erst mal an eine weitere Hose...

Verlinkt zum MeMadeMittwoch, dem virtuellen Laufsteg selbstgenähter Kleidung - viel Spaß beim Stöbern!





Mittwoch, 27. Mai 2015

Wickelrock mit Pfiff - Raita

  Bei einigen Blogs bin ich über diesen wunderbaren Schnitt gestolpert: 

Nach Kurzer Beratung mit der Designerin Sophie, ob ihrer Meinung nach der Schnitt auch zu meinem Körperbau passt, wanderte der Schnitt ins Körbchen, wurde ausgedruckt und zusammengeklebt. 
Hier das erste Kompliment: Ich glaube, dieser Schnitt ist der erste E-Book-Schnitt, bei dem mir nicht an einer Stelle etwas aus dem Winkel läuft - dank der raffinierten "Kringel", die als Passzeichen viel besser funktionieren als alles, was ich bisher so gesehen habe. Dafür schon mal ein dickes Danke an die Zeichnerin!
Als Material habe ich einen leichten Jeansstoff ausgewählt, dazu passend blaues Schrägband mit weißen Punkten und Spitzenkante. 
Die Anleitung ist reich bebildert und verständlich geschrieben. Der Zuschnitt geht schnell, das Nähen eigentlich auch - allerdings machen einem bei der Anpassung der Abnäher die fast 3m Stoff das Leben etwas schwer, solange der Knopf noch nich gesetzt ist. Aber auch das ließ sich mit Hilfe einer Armee von Stecknadeln bewältigen.
Leider hatte ich beim Kauf nicht im Sinn, dass der Stoff für den Rock möglichst nicht elastisch sein sollte.
Prompt schlug das Schrägband nach dem Annähen Wellen. Am unteren Saum ergibt sich dadurch ein schöner gewellter Saum, am Bund jedoch ging das gar nicht. Also habe ich knapp 2m Schrägband abgetrennt, Abnäher verengt und das Schrägband wieder angenäht. Diesmal habe ich wie ein Luchs aufgepasst, den Jeansstoff nicht zu dehnen, und diesmal passte es.

Dann der nächste Schreck - ich hatte total blaue Finger. Scheinbar färbte die Jeans wie blöd. Aber der Verkäufer hatte mir mehrfach versichert, der Stoff sei vorgewaschen... Mit klopfendem Herzen wanderte Raita in die Waschmaschine - und kam unversehrt und mit unverfärbtem Schrägband wieder zum Vorschein. Puh!
Schnell den Knopf gesetzt - leider kommt die schöne Used-Look-Optik bei diesem Foto nicht gut heraus: 


Bügeln - Anziehen   Freuen:


Ein tolles Teil, ein einfacher Schnitt, wandelbar in Länge und Design, mit Tasche oder ohne - ganz ganz toll!

Stolz wie Oskar schicke ich Raita nun zum MeMadeMittwoch   (hier zeigt Gastbloggerin Anne ein wunderbares Cape zum roten 40er-Jahre-Kleid) und zur Afterwork-Sewing-Linkparty und freue mich auf die Werke der anderen Damen.  
Am Donnerstag darf Raita dann zum RUMs.


 

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Weihnachten - Let's Rock!

Beim letzten Stoffmarkt habe ich mich - trotz Einkaufszettels - wieder mal völlig gehen lassen.
Unter vielem anderem ist mir dieser herrliche Stoff in die Finger geraten:
Ein herrliches Wollmischgewebe, ganz weich (leider dünn) und bestickt mit so vielen schönen Glitzerpailetten... Da war der Preis fast egal. Und da die Borte an beiden Kanten angebracht ist, brauchte ich ohnehin nur knapp einen Meter.
Am Stand war genau aus diesem Stoff ein Rock genäht - und schon war klar, was ich aus meinem Stück machen will: ein Rock für Weihnachten und andere festliche Momente.
Zwar habe ich beim gleichen Stoffmarkt sicherheitshalber noch Futterstoff besorgt, aber zu Haus habe ich noch einen Rest dieses schönen Stöffchens aus der Restekiste gezerrt:

Ein Schnitt war schnell gefunden - On-Trend aus der Ottobre 5/2013, ohne Bund und Taschen.
Und los ging's.

Durch die Pailetten war das Zuschneiden ein Abenteuer - die Glitzerdinger lagen noch Tage später im Wohnzimmer und meinem Nähtimmer herum... Aber meine tapfere Nähmaschine hat den Stoff brav genäht.
Inzwischen bin ich auch gut in Übung, und so waren erstmals die Abnäher am Bund bzw deren Passform kein Thema.
Auch der (nahtverdeckte, yeah!) Reißverschluss im Rücken klappte anstandslos.Übung macht vielleicht doch noch eine Meisterin aus mir.
Nun war der Rock fertig - und ich musste die Tücke des Stoffs erkennen: Dass die Abschlussborten unten nicht aneinanderstießen, hatte ich schon vor dem Zusammennähen korrigiert.  Aber irgendwie sahen die Stoßnähte an der Seite nicht so prickelnd aus, da ich in meinem Eifer beim Zuschnitt nicht auf einen evtl. Rapport geachtet hatte.
Was tun? Um den Versatz zu kaschieren, habe ich einfach an den Seiten eine Satinborte aufgenäht. Ich finde, das gibt diesem Glamour-Teil noch einen Extra-Kick:
Am nettesten fand ich, dass bei diesem Stoff die Webkante gleichzeitig die Saumkante ist - so war das Säumen mit der Hand eine Sache von Minuten, zumal man durch die Pailetten auf der Oberseite die Stiche auch noch optimal verstecken kann.

Und da gerade die Sonne scheint, macht der beste Ehemann von allen heute ein Outdoor-Fotoshooting:
Ich finde den Rock sehr gelungen. Er ist auf Figur geschnitten, dennoch bequem und hat noch etwas Platz für das eine oder andere Feiertagspfündchen. 
Und ab damit zum Memademittwoch!