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Montag, 22. Mai 2017

Sewing by the Sea Vol.2


 Zum zweiten Mal habe ich dieses Jahr beim Nähtreffen Sewing by the Sea, organisiert von Alex - Handmade Glamour, teilgenommen, das wieder auf Schloss Noer bei Eckernförde stattfand.

Der Termin stand schon seit dem letzten Herbst, und in den letzten Wochen des Winters stieg die Spannung unter den Teilnehmerinnen, die sich größtenteils vom letzten Jahr schon kannten. Hinter den Kulissen wurde die Zimmerbelegung ausgehandelt, um die Vierbettzimmer möglichst angenehm zu gestalten. Es wurden Nähpläne diskutiert, verworfen und schließlich vorbereitet, und in den letzten Tagen vor dem Treffen wurden Häufchen geschichtet und Maschinen- und Werkzeugpark bereitgestellt.
Ein bisschen wie früher die Klassenfahrten - nur mit Nähen!
Etwa 30 Frauen kamen zusammen, um sich ein Wochenende lang nur mit ihrem Hobby zu beschäftigen. Ein Tauschtisch wurde bestückt, und für viele der Stoffe fanden sich dankbare Abnehmerinnen. Das eine oder andere Stöffchen wurde sogar gleich vernäht.
Ein beeindruckender Maschinenpark wurde aufgebaut und in Betrieb genommen - vom frühen Morgen bis spät in die Nacht!




Wir Näherinnen waren wie beim letzten Mal im ehemaligen Pferdestall untergebracht, immer noch zu erkennen an den Einteilungen für die Boxen und einschlägiger Deko. Sehr gemütlich und praktisch dazu, da sich die Zimmer der meisten von uns ein Stockwerk höher befanden. So konnten auf dem Weg zum Frühstück schon die ersten Nähte genäht werden.
Und was für tolle Stücke sind wieder entstanden! Sogar ein ganz wunderschönes Hochzeitskleid war dabei, die Wucht in Tüten! Und der ganze Stolz von Tanja, die es mit viel Fleiß und Konzentration genäht hat.
Einige Oltimer waren im Einsatz, wie die alte Bernina oben im Bild, oder die wunderbare türkisfarbene Singer unten links im Bild, auf der Lore ihre Vintage-Kleidung stilgerecht näht. Der Mangel im Bild ist mein heimlicher Favorit aller Kleidungsstücke, die am Wochenende entstanden sind. Was für eine Augenweide mit all seinen Details!

Schöne Details gibt es auch im Schlossgebäude zu finden:
Wir Nähnerds  waren es aber zufrieden in unserem Pferdestall. Hin und wieder gelang es sogar der Sonne, uns vor die Tür zu locken auf einen Kaffee und Klönschnack. Lauschige Plätze dazu gibt es im weitläufigen Schlossgelände reichlich, und auch der Strand ist nah.
Tatsächlich wurde trotz des schönen Wetters hauptsächlich genäht. Ich hatte mir ein Muß-Projekt eingepackt: Mein Hochzeitsgastkleid aus Kirschblütenstoff, das tatsächlich ganz nach Plan am Freitagabend schon fertig wurde und ganz viel Lob eingefahren hat, da der Stoff wirklich ein ganz wunderbarer ist:
Der Stoff ist von Myo-Stoffe, ein Baumwollsatin. Näheres zu diesem Projekt gibt es am kommenden MeMadeMittwoch, versprochen!

Eine kleine Abordnung von vier Damen hat sich am Samstag abgesetzt, Eckernförde zu erkunden. Eckernförde lohnt durchaus einen Besuch, wie ich in verschiedenen früheren Posts schon beschrieben habe.
Wenn man dem "Weg der Sprotte" folgt, gelangt man zum Beispiel zur Schokoladen- und Bonbonfabrik von Hermann Hinrichs. Hier sollte man unbedingt hineinschauen. Das Angebot an Schokoladen, Pralinen und auch Bonbons ist einfach umwerfend!

Unsere eigentliche Misson (neben der, das Herbergsfrühstück zu umgehen und etwas länger zu schlafen) war ein Besuch im Stoffladen, um Vergessenes zu besorgen. Weder Frau Kape Anlumi noch ich sind schwach geworden und haben nichts gekauft beim Tapferen Schneiderlein, denn wir beide machen ja Stoffdiät!
Ein Besuch im Buchladen zeigte, dass es eine ganze Ecke Nähbücher zur Auswahl gibt, und noch dazu ist die Stadt an einigen Ecken sehr hübsch textil dekoriert.

 Bei der dänischen Softeisbude allerdings gab es keine Zurückhaltung, und das erste Eis der Saison wurde genüsslich verspeist. Lecker, wo die Sonne so herrlich vom Himmel brannte!
Und wie ihr seht, gab es trotz Enthaltsamkeit im Stoffladen reiche Beute.
Doch die Nähmaschinen riefen! Mehr als einen halben Tag "frei" wollten wir uns nicht gönnen, sondern an unseren Projekten weiter arbeiten.

Mein zweites Projekt sollte ein ganz einfaches, Schnelles, werden, nachdem das Kleid doch mehr Zeit und Mühe gekostet hatte als zuerst gedacht.
Leider gab es einige Tücken an dem T-Shirt, die ich ebenfalls separat posten werde. Nach viel Kampf war es am Samstagabend kurz vor Schlafenszeit dann doch fertig:

Das dritte von vier mitgebrachten Projekten habe ich noch angefangen. Es wird eine Tunikabluse, und die schwierigsten Stellen (Knopfleiste, Vordertaschen) habe ich am Sonntagmorgen noch gemeistert. Seither schlummert das Projekt allerdings, denn ich war die ganze letzte Woche auf Reisen:
Insgesamt war es wieder ein ganz super gelungenes Wochenende. Schön war, dass die Gruppe im Vergleich zum letzten Jahr kleiner war. Das führte zum einen zu brauchbaren Platzverhältnissen (man saß nicht Backe an Backe und hatte ausreichend Platz am Nähtisch, es gab sogar noch einen gesonderten Zuschneidetisch in der Mitte des Raums, der auch sehr häufig genutzt wurde). Zum anderen aber ermöglichte die kleinere Gruppe es, mit den Mitstreiterinnen öfter ins Gespräch zu kommen, und es ergaben sich viele nette Kontakte am Bügeltisch, bei der Kaffeetasse oder beim Ausleihen von Werkzeug.
Mich persönlich hat außerdem sehr stolz gemacht, das ich, die ich letztes Jahr überhaupt erst mal erschnuppert habe, was an nützlichen Helferlein es überhaupt so gibt, in diesem Jahr sehr häufig weiterhelfen konnte mit Wendehaken, Saummesser und Fingerhut!
Aber auch ich habe wieder vieles lernen dürfen: wie man einen Rocksaum "püstert", wie man feine Kleider mit einem Handsaum versieht, und wie man ein T-Shirt mit Loch rettet. Danke an alle lieben Tippgeberinnen!

Und danke an Petra, Sabine und Anna - mit euch auf der Bude war es einfach großartig!

Und natürlich ein dickes Danke an Alex, die das Event organisiert hat. Gerne bin ich wieder mit dabei!

Hier entlang geht es zu den Berichten der anderen - viel Spaß beim Lesen!










Sonntag, 27. März 2016

Sewing by the Sea - SEW SCHÖN!

34 Hobbyschneiderinnen trafen sich vom 17. bis 20. März auf Schloss Noer zu einem Nähwochenede.
Als die Ankündigung von Mamamachtsachen kam, zögerte ich erst eine ganze Weile. Schloss Noer ist nicht weit entfernt von meinem Wohnort, ein absoluter Pluspunkt zu den anderen Veranstaltungsorten wie Bielefeld oder Würzburg.
ABER -
Als relativer Nähneuling?
Mit lauter Fremden?

Im Vierbettzimmer??!!

Doch es überwog schließlich die Neugier, "Bekannte" aus der virtuellen Welt in der Realität kennen zu lernen, und ein ganzes langes Wochenende in der Gesellschaft Gleichgesinnter dem Hobby zu frönen.

Und - die Entscheidung war goldrichtig. Es war so ein tolles Wochenende!

Am Donnerstagnachmittag erfolgte die Anreise bei bestem Wetter. Das Auto war vollgepackt mit Nähmaschinen, Spiegel, Bügelbrett etc., und so war das Einchecken, Zimmer beziehen und Nähplatz einrichten zuerst etwas chaotisch.
Die Unterbringung war wie beschrieben im Vierbettzimmer (mit deutlich verbesserungswürdigen Betten, aber immerhin hat man uns Etagenbetten vorenthalten).

Meine Angst vor unbekannten Zimmergenossen war unbegründet. Zusammen mit Birgit, Petra und Cathrin ergab sich ein sehr harmonisches Team. Auch die drei Duschen im Damenwaschraum übern Flur waren eigentlich kein Thema, die Wartezeiten am Morgen hielten sich im Rahmen, und am 2. Tag hatten wir auch verstanden, dass mangels männlicher Belegung auf dem Flur auch der Herrenwaschraum mit benutzt werden konnte.

Was immer zur Erheiterung beitrug, waren die Mahlzeiten. Streng festgelegt - 8h Frühstück, 12 h Mittagessen, 18 h Abendbrot, wie bei Oma. Und obwohl serviert im Schloss doch sehr rustikal in der Anmutung. Der Durft des wohlbekannten Jugendherbergstees in den obligatorischen Edelstahlkannen am ersten Abend versetzte uns alle mindestens 30 Jahre zurück. Was für ein Jungbrunnen!
Insgesamt aber war das Essen zwar einfach, aber schmackhaft, das Küchenpersonal extrem nett, und auch Sonderwünsche für Vegetarier und andere Diäten wurden erfüllt.

Am Donnerstagabend stellten wir uns alle einander vor und skizzierten unsere Projekte, die auf der Projektpinnwand ausgestellt wurden. Wie beeindruckend, was da alles zusammenkam!
Angesichts der teilweise sehr ehrgeizigen Projekte und des beachtlichen Maschinenparks, der da aufgebaut war, war mir doch ein bisschen kleinlaut zumute mit meiner kleinen treuen Brother-Maschine und der billigen Ovi. Wie sich aber herausstellte, war das aber überhaupt kein Thema.
Und dann ging, oft in drangvoller Enge, das Nähen los.
Mein Projekt, eine Trenchjacke nach einem Ottobre-Schnitt, machte zunächst große Fortschritte - wies aber bei der Anprobe massive Passformprobleme auf. Hier machte sich die Anwesenheit geballter Nähkompetenz bezahlt. Mamamachtsachen und Epilele-Unikat steckten ab, was das Zeug hielt und gaben mir massenweise Tipps, wie ich die Änderungen umsetzen sollte. Am Ende des Freitags hatte ich so einen gut passenden Obermantel vorzuweisen. Ohne die beiden wäre das nie was geworden. Ganz lieben Dank noch mal auf diesem Wege!!!
Hier im Reitstall waren Näh- und Bügelzimmer untergebracht.

Mamamachtsachen und Küstensocke konfrontierten mich dann allerdings mit einem Kindheitstrauma - der Mangel brauche SCHULTERPOLSTER!! Was? Die sind so was von 80er! Kommt gar nicht in die Tüte! Aber - wie auch einige Mitnäherinnen bei ihren Projekten - ich musste mich schließlich der Unerbittlichkeit der Mitnäherinnen beugen. Ok, der Mantel sollte seine Polster bekommen.
Gut, dass es im nahegelegenen Eckernförde einen kleinen, aber gut sortierten Stoffladen gibt. Zusammen mit Frau Vigeliensch und Frau Overluck, denen auch noch Kleinigkeiten fehlten, wurde dieser am Samstagvormittag besucht (was für ein Zufall - auch andere Mitstreiterinnen wurden dort gesichtet), die notwendigen Utensilien besorgt, und nach einem Belohnungscappuccino in einem netten Café ging es wieder zurück an die Nähmaschine. Von Frau Küstensocke erhielt ich eine Unterrichtsstunde zum Thema "Annähen von Schulterpolstern", und am Nachmittag wurde am Mantelfutter genäht.
Zwischendurch war allerdings auch Zeit für einen kurzen Besuch am nahegelegenen Strand:


Was mir richtig gut gefallen hat war, dass es so gut wie keine "Anlaufschwierigkeiten" unter den Näherinnen gab. Am Nähtisch hatte man zwar feste Besatzung - mit Güde und Sabine (Frau Dashabichselbstgemacht) gab es viel Gelächter und auch gute Gespräche, das war eine sehr gute Kombination. Insbesondere das reichhaltige Prym-Sortiment von Sabine hat mich in großes Staunen versetzt. Ich muss wohl mal einen längeren Aufenthalt im Zubehörbereich des örtlichen Stoffdealers einplanen. Bei den Mahlzeiten, im Kaminzimmer beim Kaffee, Kuchen und dem Stoffetauschtisch und auch abends beim Glas Sekt oder Wein ergaben sich aber immer neue Kombinationen, und immer ergaben sich Gespräche, die nicht nur ums Nähen gingen. Besonders spannend fand ich die Tatsache, dass es kaum von Interesse war, was jemand beruflich macht und "was man ist" - sehr sehr entspannend.

Am Samstagabend war mein Mantel so gut wie fertig. Die liebe Anna und Küstensocke halfen mir ganz rührend beim Füttern der Ärmel (ich hoffe, ich behalte den Trick mit dem Verstürzen) und des Gehschlitzes - ohne Euch beide hätte ich auch das nicht geschafft, danke dafür!
Die späteren Stunden verbrachte ich mit dem Steppen von Schulterklappen, Gürtel und Ärmelriegeln.

Das Wenden dieser kleinen, schmalen Teile gelang mir wiederum mit einem erstaunlichen Wendewerkzeug - wiederum von Prym - auf dem schicksten Bügelbrett der Runde:
Am Sonntagmorgen half mir die liebe Anna wiederum ganz selbstlos mit dem Anbringen der Knopflöcher (ich durfte sogar an ihre Turbomaschine, was war ich aufgeregt!), und noch vor dem Mittagessen habe ich die Knöpfe angenäht. Somit war mein Mantel zur abschließenden Modenschau am Nachmittag zwar noch nicht ganz fertig, aber vorzeigbar. Und ich bin SOOO stolz!

Mein Fazit des Wochenendes:
Es war eng. Es gab wenig Schlaf. Es gab unvergleichliches Jugendherbergsfeeling. Es gab ein tolles Gemeinschaftsgefühl und sehr viel Hilfsbereitschaft. Es gab Unmengen an Nähzubehör zu bestaunen und auszuprobieren. Und es gab eine Menge neuer Bekanntschaften, von denen einige vielleicht sogar Bestand haben könnten.
Ich bin immer noch ganz begeistert von diesem tollen Erlebnis - und wenn es irgend geht, werde ich beim nächsten Mal wieder teilnehmen.

Meinen Mantel gibt es nächste Woche bei MMM zu sehen - denn der wurde schon fleißig ausgeführt. Und er wird mich immer an mein erstes Nähbloggerinnentreffen erinnern!

Die Geschichten der anderen Teilnehmerinnen werden hier (<klick>) gesammelt. Viel Spaß bei der Nachlese.