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Montag, 18. September 2017

Ferien-Hoodie



Springstoffe.
Ihr kennt das. Stoffläden arbeiten auf tückische Weise mit einem Vakuum, das arglose Kundinnen ins Ladeninnere hineinsaugt. Und dort ist man hilflos Springstoffen ausgeliefert.
Sie flehen einen an: "Nimm mich mit!"
Sie stellen fest: "Ich will ein Hoodie werden!"
Sie flüstern in dein Ohr: "Ringel gehen IMMER!"
Und irgendwann ergibt sich frau ihrem Schicksal, und der Mann, der vor dem Vakuum-Sog merkwürdigerweise gefeit blieb und mehr oder weniger geduldig vor dem Laden  wartet, rollt heimlich die Augen über die Tüte, die in den Kofferraum wandert.

So geschehen mit diesem wunderbaren Sommersweat, der mir auf Usedom zugelaufen ist (was ich bisher stofftechnisch als ungefährlichen Fleck eingeordnet hatte, aber auch hier gibt es nun ein nettes Stofflädchen).
Schon im Laden nahm ein Hoodie in meiner Vorstellung Gestalt an. Der Stoff schrie geradezu nach offenen, nach außen umgeschlagenen Kanten - es fehlte nur der rechte Schnitt.
Ich bin bekennender Ottobre-Fan, und die Durchsicht der vorhandenen Hefte ergab zwei Favoriten - schlussendlich ist, nach Beratung mit einigen Nähfreundinnen, die obere Variante "Get Moving"  aus Heft 5/15 geworden, ab den Achseln allerdings etwas weiter zugeschnitten.

Der Zuschnitt war so eine Sache. Denn obwohl der Sweat nicht ganz billig war, hat er sich beim Waschen derbe verzogen:
 Um kein Streifenfiasko zu fabrizieren, musste ich daher etwas herumtricksen, bis ich alle Schnitteile vernünftig untergebracht hatte.

Das Nähen wiederum war erst einmal keine große Sache. Die tollen Sattelärmel habe ich schon mehrfach genäht, u. a. beim Ringelshirt und dem Vogelmantel, bei dem auch die gleiche Taschenvariante genäht wird:

Bei der Kapuze habe ich die Innenkante nach außen geklappt, so entsteht der Tunnelzug für die Kordel.

 Die schmalen roten Streifen sind doch ziemlich dezent, und damit der Hoodie nicht so sehr nach Bademantel aussieht, habe ich alle Nähte, an die ich noch herankam, mit dem Hexenstich noch zusätzlich abgesteppt, und auch die Kapuzenkordel noch mit roten Kordelstoppern und Endstücken versehen.
 

Gerade rechtzeitig zum Sommerurlaub auf Texel war mein Hoodie dann fertig: 



 ... und ich finde ihn genau richtig!
Inzwischen hat er sich auch abseits vom Strand zu einem Lieblingsstück gemausert, denn er ist bequem und warm, und hat praktische Taschen, in der ich die Tempos für meine Triefnase verstauen kann.

Mein Hoodie wandert nun zum MeMadeMittwoch  - ich bin gespannt, was die anderen Damen heute zeigen.



Dienstag, 11. Juli 2017

Für heiße Nächte

Nein, keine Sorge, dies hier ist kein Post über Negligés oder Reizwäsche, oder gar für stimmungsvolle Filmchen 😊

Unser Schlafzimmer liegt unterm Dach. Das Fenster geht nach Südosten, morgens ab sieben knallt die Sonne aufs Bett. Und der beste Ehemann von allen ist sehr lärmempfindlich. Schlafen mit offenem Fenster fällt daher aus. Schlafen mit offener Tür ebenso, da unsere beiden Katzen nur zu gern mit im Bett schlafen. Wenn es draußen heiß ist, ist es im Schlafzimmer ebenfalls heiß. Also muss was Luftiges zum Schlafen her.

Wie gut, dass ich nähen kann!

In meiner Stoffkiste lagerte schon eine ganze Weile ein weicher türkisfarbener Jersey. Ein Meter, ursprünglich vorgesehen für ein Shirt. Bei meinen Überlegungen zum Spring-Style-Along und der Stoffdiät befielen mich allerdings Zweifel, ob die Farbe für mich so optimal ist. Der Jersey wanderte zunächst auf den Haufen mit den Problemstoffen.

Im Urlaub auf Usedom aber fand ich den optimalen Kombipartner: Einen bunten Jeresey "After Rain" von Hamburger Liebe, mit dem ich online schon lange geflirtet hatte. Ein halber Meter kam mit.

Ursprünglich plante ich ein Nachthemd. Als ich dann aber zu Hause ein passendes Schnittmuster im Fundus suchte, entschied ich mich dafür, einen Shorty zu nähen.

Den Hosenschnitt habe ich abgenommen von einer ausrangierten Schlafanzughose, die ich in der Länge so gekürzt habe, dass ich aus dem türkisen Jersey gerade eben noch die Sattelärmel für das Oberteil herausbekommen habe.

Für das Oberteil entschied ich mich für den bereits erprobten "Solid & Stripes" aus Ottobre 5/15. Der Hamburger-Liebe Jersey reichte haargenau für Vorder- und Rückenteil, und ein kleiner Rest blieb übrig für eine Applikation auf dem Hosenbein.
Das war am Ende doch eine ganz schön knappe Angelegenheit, die ein bisschen Schnittmustertetris erforderte. Schließlich aber passte alles, wenn auch gerade eben so.





Im Nachhinein hätte ich mal besser ein bisschen mehr von der Hamburger Liebe mitgenommen, denn mit dem halben Meter war nicht mehr an einen normalen Saum zu denken, ohne dass das Shirt zu kurz geworden wäre.

Also wagte ich mich an Neuland: den Rollsaum! Mit der Overlock!
Davor hatte ich bisher gehörig Respekt, da ich bei der Inbetriebnahme meiner Ovi kurz das Kapitel gestreift hatte und eine aufwändige Umbauanleitung erinnerte. 


Im Endeffekt war es aber gar nicht schlimm, und nachdem ich alle Varianten einmal Probe genäht hatte, entschied ich mich für einen normalen Rollsaum in pink, der in kürzester Zeit genäht wurde.


 Die Säume an Ärmeln und Hosenbeine habe ich dann auch noch mit einer zweifarbigen Ziernaht versehen, genäht mit der Zwillingsnadel.


Auch das habe ich noch nie gemacht, und bin von dem Ergebnis ganz angetan.

Und so ist er fertig, mein Schlafshorty für die heißen Nächte:
 Einige Male kam er bisher auch schon zum Einsatz - und hat sich bereits gut bewährt!

Mit meinem Shorty nehme ich zum ersten Mal seit Langem wieder einmal beim Creadienstag teil, wo viele Kreative ihre Werke zeigen.






Mittwoch, 26. Oktober 2016

Das Sofakleid

Neulich fragte mich eine Nähbekanntschaft, ob ich denn gar nicht mehr nähe, sondern nur noch stricke?
Tatsächlich habe ich in diesem Jahr sehr viel gestrickt. Stricken kann ich abends auf dem Sofa beim Film, oder auf längeren Autofahrten. So habe ich relativ viel Strickzeit.
Beim Nähen ist das nicht so einfach, genäht wird zu Hause im Nähzimmer. Vorher muss zugeschnitten sein - das mache ich zu Hause am Esstisch. Zwischendurch wird gebügelt. Nichts davon ist Arbeit "zum Mitnehmen" außerhalb des Nähzimmers, und kompatibel zum fernsehen ist die Nähmaschine auch nicht. (Ich liebe es zwar, beim Nähen Filme oder Serien laufen zu lassen, aber nur im Nähzimmer).
Also scheint es, als wäre mein Näh-Output dieses Jahr sehr gering, verglichen mit den Massen an Gestricktem, das ich produziere, und meine Nähbekanntschaft war in Sorge.

Nein, nein - keine Sorge! Es wird genäht!
Hier also zu meinem neuesten Werk: Das Sofakleid.

Beim Nähtreff auf Schloss Noer dieses Jahr im März habe ich eine Zimmergenossin bewundert für ihre bequemen Sweatkleider. Darauf angesprochen, erzählte sie, sie braucht zu Hause bequeme Kleidung, mit der man aber dennoch angezogen genug ist um auch mal dem Postboten die Tür zu öffnen. Tolle Sache, fand ich. So was brauche ich dringend auch.

Auf dem Stoffmarkt habe ich kuscheligen Sweat gekauft: Blaugrau meliert, blaugrau gestreift, Blaugrau mit Sternen. Als Schnitt habe ich mir Nr. 11 aus Ottobre 5/14 ausgesucht, hier gefiel mir der gerade Schnitt und die Taschen, die sich in der Teilungsnaht verstecken. Da ich es gern richtig muckelig mag, habe ich noch die Kapuze von Schnitt Nr. 9 dazugebastelt.

 Beim Nähen fand ich die blaugrauen Muster allein dann doch zu trist. So habe ich die Kapuze mit einem Rest von meinerValentina-Jacke rot gefüttert, und auf der Brust einen roten Stern appliziert. Das bringt einen schönen Kontrast - im Herbst ist es eh schon grau genug, finde ich.



Angefangen zu nähen habe ich übrigens schon im Juli, als es hierzulande noch einmal elend kalt wurde. Die Tüftelei mit der Kapuze dauerte dann aber doch so lange, dass es zwischendurch Sommer wurde und damit zu warm, um mit dem dicken Sweat zu arbeiten.

Nach dem Urlaub im September dann war hier dann doch der Herbst eingezogen. In der letzten Urlaubswoche wurde das Kleid fertig genäht und konnte erprobt werden. Schiebt ihr das Säumen auch immer so lange vor euch her? Lange hing das Kleid über der Schneiderpuppe, und es fehlten nur noch die Kapuze und die Säume. Seufz.

Mit Jeggings und Chucks kombiniert ist das Kleid durchaus straßentauglich, wie ich finde. Leider krabbelt es die Beine hoch - mit einer dicken Strumpfhose sollte das Problem nicht auftreten, das wird noch getestet werden.
 

An dem Tag, als die Fotos entstanden - in einer wunderschönen Lindenalle - pfiff der Wind ganz gewaltig, aber Kleid und Kapuze hielten mich schön warm. Auch ohne zusätzliche Jacke.
Und ich kann euch versichern - auf dem Sofa funktioniert das Kleid auch prima.


Am Schnitt musste ich allerdings so einiges an Weite herausnehmen. Entweder fällt der Schnitt sehr groß aus oder ist sehr sackig konstruiert. Die erste Anprobe ergab jedenfalls extrem zu viel Stoff an den Seiten, den ich beseitigt habe. Nun ist es bequem und warm, und ich mag es sehr gern leiden.

Mehr Selbstgenähtes und -gestricktes gibt es wie immer beim MeMadeMittwoch. Hier entlang zum fröhlichen Post von Frau Prinzenrolle, die uns sogar mit einem kleinen Gute-Laune-Video erfreut.

Mittwoch, 27. Juli 2016

Von Katzen lernen...

Heute ist der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause mit dem Special "Ich packe meinen Koffer...".  Wiebke von Kreuzberger Nähte zeigt uns ihre Urlaubsgarderobe, darunter ein lustiger Bikini mit Skimotiven. Klasse Idee. 

Ich selbst bin erst Ende September dran mit Kofferpacken. Das Gute daran: Alle anderen sind schon wieder zurück und man selbst hat die schönste Zeit des Jahres noch vor sich. Das Schlechte daran: Bis man endlich Ferien hat, wird die Zeit ganz schön lang und durch Urlaubsvertretungen unter Umständen auch stressig. Aber egal - vor uns liegt ein hoffentlich sonniger August, in dem sich hoffentlich auch die Möglichkeit ergibt, zu Hause ein bisschen auszuspannen. 

Dazu brauche ich ein bisschen Unterstützung.

Was man von Katzen lernen kann?
CHILLEN!

Meine beiden sind da große Vorbilder. Ich schwöre, die beiden schaffen es, 25 Stunden am Tag zu schlafen, dösen und rumzuliegen. Und das an immer wieder neuen Plätzen. 



Oft bin ich richtig neidisch auf das faule Leben der beiden. Auf das Vermögen, den ganzen Tag rumdösen zu können, wenn nicht gerade eine Maus vorbeispaziert und zum Spiel auffordert. Und auf die Fähigkeit, von jetzt auf gleich in Tiefschlaf zu versinken. Das würde ich auch gern können - Relaxen auf Knopfdruck.
Neulich las ich, dass die gleichmäßige Verteilung schlafender Katzen auf der Erdkugel dafür sorgt, dass die Erdachse sich nicht verschiebt. Jetzt verstehe ich viel besser, warum meine Fellnasen Dauerchiller sind. Und umso besser werde ich ausharren, wenn gerade mein Schoß der Platz der Wahl für ein Nickerchen ist. Schließlich trage ich eine Verantwortung!

Zum richtigen Entspannen braucht es neben einem geeigneten Plätzchen auch die richtige Kleidung (sofern man nicht über ein flauschiges Katzenfell verfügt).

Beim letzten Stoffmarkt ist mir dieser Katzenjersey in die Finger geraten, und es war klar - das wird ein Sommerschlafanzug werden. Einer zum richtig schön Chillen. Für gemütliche Stunden im Bett oder auch morgens im Garten, wenn die Nachbarschaft noch ruht.

Ein Meter kam mit in die Tüte, dazu 1.5 m cremefarbener Uni-Jersey, und es wurde drauflosgenäht.
Das Oberteil ist meine Allzweckwaffe "Autumn Mood" aus Ottobre 5/ 13, etwas verlängert. Der Hosenschnitt ist abgenommen von einer ausrangierten Stoffhose, in der Läge gekürzt und unter den Knien wie eine Pumphose mit Bündchen versehen (ich habe sogar drauf geachtet, dass das Katzenmotiv an den Bündchen richtig herum angenäht ist!)

Et voilà - der Katzen-ChillAnzug:
Der obere Bund ist schön breit und bequem, und wird mit einem Satinband zugebunden.


Getragen morgens im Garten, auf der Lounge, bei schönem Sonnenschein und mit einer Tasse Kaffee.  Die Lounge, entstanden als Nebenprodukt des Teichbaus vor vier Jahren, ist ein ebenso gutes Utensil zum Chillen. Hier kann man nachmittags vorzüglich Nickerchen im Schatten halten.


Wer genau schaut, sieht auch den Kater, der sich unter dem Polster versteckt. Natürlich ist er in einer höheren Mission unterwegs!


Gelegentlich kann man übrigens im Garten  auch ganz besonderen Besuch beobachten:
Frau Reh mag besonders gern rote Rosen. Leider gibt es die in unserem Garten nicht. Und so ist sie nach einer kurzen Inspektion zur Frau Nachbarin weitergezogen. Bei der gibt es jetzt auch keine roten Rosen mehr...

Ich wünsche euch allen einen schönen Sommer - beim Me-Made-Mittwoch geht es weiter am 7.9. Ob ich bis dahin noch das eine oder andere Stück für die Urlaubsgarderobe fertiggestellt haben werde?
Inspiration hole ich mir bei den anderen Damen der Runde. Der Bikini von Kreuzberger Nähte könnte mir zum Beispiel durchaus gefallen.










Mittwoch, 16. März 2016

Ein Shirt für den Maulwurf

Vor wenigen Wochen habe ich einen Hilferuf an die die MMM-Welt gerichtet - dieses Shirt wollte einfach nicht gelingen:
Zum einen wies der Schnitt massive Passformmängel auf (und obwohl ich meine Größe laut Größentabelle ausgewählt hatte, war das Shirt VIEL zu weit) - aber das Hauptproblem war die Knopfleiste aus Viskosejersey, die sich an dem sehr elastischen Rippenjersey ganz unschön wellte. Auf dem Foto oben ist der Zustand nach Abtrennen der Knopfleiste zu sehen.

Die Ratschläge der Bloggergemeinde konzentrierten sich auf "Einlage aufbügeln" und "BügelnBügelnBügeln". Also frisch ran ans Werk.

Zunächst einmal habe ich die Weite des Ausschnitts an den Raglannähten deutlich verringert - an jeder Naht ca 1 cm.
Danach habe ich Formband an die Ausschnittkanten aufgebügelt und die Kanten des Ausschnitts mit ordentlich Sprühstärke.gefügig gemacht. Den Streifen der Knopfleiste habe ich nun ordentlich gedehnt mit der Ovi an den Ausschnitt genäht (dabei mit dem Differenzialtransport ein bisschen rumgespielt, das war ein Tipp von einer Freundin) und anschließent die Nahtzugabe mit Geradstich festgesteppt . Da ich mit meiner Knopflochautomatik überhaupt nicht klar komme und das Shirt nicht ganz am Ende mit misslungenen Knopflöchern verschandeln wollte, habe ich die Knöpfe einfach als Attrappe aufgenäht.
Die überschüssige Weite unter den Armen und in der Taille habe ich ebenfalls weggenommen. Und so sieht's nun aus, das Shirt:



Das Shirt ist also gerettet. Allen lieben Ratgeberinnen an dieser Stelle lieben Dank für die Tipps und das Mutmachen!! Schön, dass es sowas gibt :)

Und hier ein paar Tragebilder (der beste Ehemann von allen, der auch hier wieder als Fotograf herhaltn musste, meinte "Beweg dich doch mal" - hier das Ergebnis):


Jaaaa, also - besonders glücklich bin ich nicht mit dem Shirt. Es ist wohl tragbar, aber ich werde nicht so richtig warm damit. Zum einen finde ich es immer noch ein bisschen zu weit, besonders unten am Saum. Die Raglanform ist auch nicht so besonders gut für meine ohnehin eher nach vorn falleden Schultern (Schreibtischarbeit...!), und so ganz 100% zufrieden bin ich auch nicht mit der Einfassung des Ausschnitts. Die beult nämlich immer noch ein bisschen und steht auch an einer Stelle ab. Insgesamt könnte auch die Rückenbreite etwas schmäler sein. Und mit der Farbstellung - beige / weinrot  - bin ich irgendwie auch nicht so ganz zufrieden, jedenfalls nich an mir.

Fazit:
Schnitt aus "Meine Nähmode" aus dem Sommer 2014. Ich werde mit dieser Zeitschrift und den Schnitten darin einfach nicht warm. Beim Originalschnitt wurde die Knopfleiste aus Webware angefertigt, und wo sonst ellenlange Erklärungen mit Zeichnungen verfügbar sind, hieß es hier nur dürr "Knopfleistenstreifen links auf links falten  und rechts auf rechts an die Ausschnittkanten nähen." Das wär bei meinem Beispiel bloß noch mehr in die Hose gegangen.
Material: Rippenjersey von Stoff & Stil, Viskosejersey vom Stoffmarkt, Knöpfe aus der Restekiste.
Noch mal? - Auf keinen Fall. Mein Schnitt ist schon entsorgt. Ich habe diverse "Meine Nähmoden", dies war der erste Schnitt, den ich daraus versucht habe - aber das Theater mit diesem Shirt macht mir keine Lust auf weitere Tests.
Reste? - ein paar wenige. Die größeren habe ich schon für meine Frühchen / Sternenkinderprojekte vernäht, aber es gibt auch noch eine lustige Geschichte zur Resteverwertung:

Wir haben einen Maulwurf im Garten, der sich vom Nachbarn links bis zum Teich, unter der Terrasse durch bis zum Nachbarn rechts einmal quer durch den Garten gegraben hat. Mindestens 10 Häufchen haben wir am vergangenen Wochenende gezählt. Dem besten Ehemann von allen war das ein gewaltiger Dorn im Auge (nicht, dass wir englischen Rasen hätten, aber dennoch...) Was also tun? Die Vorschläge der Nachbarn "Silvesterböller" und "Karbid" haben wir dankend abgelehnt. Schließlich darf man Maulwürfe nicht töten, wohl aber vergrämen. Die Internetrecherche brachte den Tipp "Buttersäure". Davon wurde kurzerhand ein Fläschchen bestellt.

Die Maulwurfhügel wurden abgetragen (so habe ich nun 2 Kübel feinste lockere Erde zum Vortreiben der ersten Kartoffeln im Gewächshaus), die Gänge gesucht, ein Stück Ringelrippenjersey hineingestopft und mit Buttersäure beträufelt (schon mal gerochen? Donnerwetter...stinkt gewaltig!). Das Ganze bei jedem Hügel - und ich schwöre, im Garten roch es noch am nächsten Tag sehr sehr merkwürdig... Der Maulwurf hat sich seither jedenfalls nicht mehr blicken lassen.
Vielleicht wird mein Shirt also ein Shirt für die Gartenarbeit. Bequem ist es auf jeden Fall. 

Mit dieser kleinen Geschichte schaut mein Shirt jetzt beim MeMadeMittwoch vorbei.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Ein gelungenes Experiment und ein Hilferuf

Ich habe entschieden - ich brauche mehr Shirts.
Seitdem ich letztes Jahr meine Ovi gebraucht gekauft habe (Braucht man so was? - Ja, tatsächlich, unbedingt sogar!), habe ich meine Bedenken vor der Verarbeitung von Jerseystoffen verloren und auch schon einige Shirts und Kleider genäht. Ein Traum, wie schnell das mit der Ovi geht!
In meinem Schrank fehlt es an selbstgenähter freizeittauglicher Kleidung, das soll in diesem Jahr anders werden.

Heute zeige ich euch ein gelungenes Shirt - und ganz am Ende eines, das kurz vor dem Weg in die endgültigen Jagdgründe ist. Vielleicht kann euer Expertenrat es aber noch retten .


Vor kurzem habe ich meinen Pyjama vorgestellt, dessen Oberteil ich von einem bestehenden Freizeitpullover abgenommen habe.
Das hat so  gut geklappt, dass ich den gleichen Schnitt noch einmal genäht habe, und diesmal habe ich ein bisschen herumexperimentiert. Als Inspiration diente mir ein bisschen das Loungewear-Shirt von Frau Rehgeschwister, dessen offene rohe Kanten mir sehr gut gefallen.

Die Rückseite habe ich nicht im Bruch, sondern geteilt zugeschnitten, und alle Nähte rechts auf rechts genäht:
Die Nahtzugaben im Rücken habe ich aufgebügelt und noch einmal abgesteppt. Am Hals, dem Saum und den Ärmelbündchen habe ich Rollbündchen angebracht. Der weiche Jersey, den ich verwendet habe, macht seinen Job sehr gut und rollt sich ganz fein ein wie vorgesehen.
Alle Säume habe ich mit dem 3fach-Geradstich abgesteppt, damit sie schön liegen.



So ist ein wunderbares Shirt entstanden, da mir nicht nur wegen seiner schönen Farbe so gut gefällt. Das Beste ist - man kommt mit einem Meter Stoff locker aus!

Die Tragefotos sind am vergangenen verregneten Sonntag im Garten entstanden. Wenigstens mein Schirm gibt einen kleinen Farbtupfer ab :)


Details:
Verbrauch: 1m Baumwolljersey, jeansblau, vom Stoffmarkt
Schnitt: Selbst erstellt anhand von bestehendem Pullover
Nochmal?  - Auf jeden Fall! Dann aber mit etwas mehr Weite am Körper und vor allem an den Ärmelöffnungen. Da ist das Shirt nämlich etwas eng geraten.
Und die Reste? - Sind schon fast alle vernäht zu Kindermützchen.

Verlinkt zum MeMadeMittwoch.

Meinem Vorsatz, mehr Shirts zu nähen, bin ich treu und habe schon das nächste in Arbeit - hier brauche ich aber ein paar Profitipps... Das Shirt ist aus Rippenjersey und hat eine Knopfleiste. Die hat sich beim ersten Versuch furchtbar gewellt, so dass ich sie wieder abtrennen musste. Nun sieht das Shirt leider so aus:

Abgesehen davon, dass es insgesamt mindestens 2 Größen zu groß ausfällt: Wie kann ich es schaffen, dass der Knopfleistenbesatz (der wird aus Viskosejersey sein) schön glatt liegt, und sich auch nicht wellt, wenn ich die Nahtzugabe der Knopfleiste an den Rippenjersey steppe? Ich habe keinen Obertransportfuß, aber eine Ovi und eine NähMa (TecStar) mit jeder Menge Stichen.
Tipps aus der Community sind hoch willkommen! - Danke schon mal im voraus.


Dienstag, 2. Februar 2016

Wer einschläft, muss ausschlafen...!

Über Weihnachten war Ausmisten im Kleiderschrank angesagt. Einiges musste gehen, weil es zerschlissen war (oder - ähem - nicht mehr passte). So auch meine Lieblings-Schlafanzughose, Original Schiesser - über fast acht Jahre oft getragen und inzwischen arg fadenscheinig .

Ersatz musste her, und die Originalhose taugte noch dazu, auseinandergeschnitten zu werden, um als Schnitt für den Nachfolger herzuhalten.
Stoffe.de hatte vor Weihnachten eine Rabattaktion auf Baumwollstoffe, und so habe ich mich eingedeckt mit einem ganz süßen Baumwollstoff in hellblau mit kleinen weiß-beigen Ornamenten.



Schnell zugeschnitten, flugs genäht - hinten habe ich im Bund einen Gummizug eingezogen, zusätzlich einen Tunnelzug mit einem Bindeband aus dem gleichen Stoff.
Da ich dieses Jahr meine gesammelten Reste abbauen will, habe ich zur Verzierung noch eine schöne Baumwollspitze am Bund und am Saum aufgenäht. Das gibt der Hose einen sehr romantischen Anklang.




Passend dazu habe ich aus einem gut abgelagerten Jersey in Creme ein Shirt gebastelt, dessen Schnitt ich ebenfalls von einem bestehenden Kleidungsstück abgenommen habe.










Hals- und Armbündchen habe ich mit einem Rollrand versehen und mit einer Zierstichranke versehen.

Fertig ist mein schöner neuer Schlafanzug:




Dieser schöne Schlafanzug schaut nun beim Creadienstag vorbei, außerdem bei Dienstagsdinge - und HoT ist er natürlich auch :)