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Mittwoch, 8. November 2017

Fast für die Tonne...

... wäre diese Bluse gewesen.
Dieses Projekt stand von Anfang an unter keinem guten Stern.

Dabei ging alles so gut los.
Beim letzten Bummel durch Stoff & Stil, auf der Suche nach passendem Stoff für ein Weihnachtskleid, lief mir ein wunderbarer Viskosestoff über den Weg. Genau mein aktuelles Beuteschema - currygold mit dunkelblau.😍😍😍😍
Das Projekt dazu war klar - die Bluse aus der Frühlingsausgabe von Handmade Kultur. Diese hatte ich als kurzärmelige Variante im Mai schon genäht, und nun wollte ich gern noch eine langärmelige Variante haben für den Herbst. Mit der Stoffwahl der ersten Bluse war ich nicht so glücklich, aber bei einem Nähtreff hatte ich Gelegenheit, eine Version aus weich fallendem Stoff probieren zu dürfen, die mir ausgesprochen gut gefiel. Stoff vorhanden, Schnitt lag bereits abgepaust und ausgeschnitten vor - so war alles bereit zum Start.

Doch schon beim Zuschnitt passierte mir ein Fehler. Obwohl die Seiten des Stoffs wunderbar gekettelt waren, habe ich alle Teile quer zum Fadenlauf zugeschnitten und das erst gemerkt, als nur noch die Belege zuzuschneiden waren.
Trotzdem habe ich angefangen zu nähen, allerdings schon leicht genervt.  
Die Ärmel habe ich diesmal nicht gekräuselt, sondern mit Hilfe von Stecknadelvoodo in Fältchen gelegt.  Für den hinteren Verschluss fand sich ein passender Knopf in meinem Fundus. Gar nicht mal so schlecht!

Da der Stoff ziemlich dünn ist und leicht franst, wollte ich gerne französische Nähte nähen. Das finde ich immer besonders adrett bei so feinen Stoffen. Beim Schließen der Ärmelnähte stellte sich dann heraus, dass die Ärmel viel zu eng wurden.
Schon mal vier lange Nähte bei einem empflindlichen Stoff aufgetrennt? - Dann wisst ihr ja, wie ich mich fühlte.
Merke - wenn französische Nähte auf dem Plan stehen, immer ordentlich Nahtzugabe zugeben!
Neu genäht passten nun meine Arme auch in die Ärmel. Allerdings passte die ganze Bluse irgendwie nicht so recht - zu eng um die Brust, die Falten wollten nicht ordentlich liegen (was vielleicht am Fadenlauf liegt?), und überhaupt fühlte ich mich gar nicht wohl.
In diesem Stadium entschloss ich mich, die Säume noch zu nähen und die Bluse zu spenden. Dem schönen Stoff trauerte ich allerdings schon hinterher.
Und auch beim Festlegen der Ärmellänge passierte wieder ein Fehler - ich habe an der falschen Markierung abgeschnitten und die Ärmel so mehr gekürzt als beabsichtigt. Menno! 😠😠😠

An einem schönen Samstag Vormittag nahm ich mir die Säume also vor. Eigentlich sind an den Ärmeln und auch am Saum Gummizüge vorgesehen, um einen Balloneffekt zu erzielen. Da die Bluse aber so einen hübsche Länge hatte, habe ich alle Säume einfach umgenäht.

Eine letzte Chance kriegte die Bluse noch - und bei der Anprobe ohne langärmeliges Shirt drunter fiel alles an seinen Platz. Auf einmal passte sie, Heureka!
Wie passend: so hatte ich plötzlich ein wunderbares Outfit für eine festliche Einladung!

Solange am Samstag das Licht noch ausreichte, habe ich mich flugs in Schale geworfen, und der beste Ehemann von allen mussste seine Bauarbeiten unterbrechen, um "Modefotos" anzufertigen. 

Die Form des Halsausschnitts gefällt mir besonders. Nicht zu offenherzig, aber doch auch ein bisschen raffiniert durch die Falten.

Hier kann man ein bisschen die schöne, leicht ausgestellte, Ärmelform erkennen. Und wie durch ein Wunder haben die Ärmel auch mit Saum genau die richtige Länge!

Auch die Saumlänge gefällt mir ganz gut an meiner Bluse. Da der Stoff so weich ist, kann man sie auch gut in den Hosen- oder Rockbund stecken - sie ist also tatsächlich universell tragbar.
Beim Aufrüschen für die Feier fiel mir allerdings auf, dass mir zum wirklich perfekten Outfit der passende Schmuck fehlt. Aber das ist eine andere Geschichte...

Habt ihr auch schon mal ein Kleidungsstück genäht, dass euch während des Nähens so geärgert hat, und das euch am Ende doch sehr gut gefällt?

Verlinkt zum MeMadeMittwoch.



Mittwoch, 10. Mai 2017

Kann ich damit punkten?

Ich liebe Punkte. Ich finde, sie machen einfach gute Laune!
Seitdem ich selber nähe, haben sich in meinen Kleiderschrank schon viele Kleidungsstücke mit Punkten angesammelt, die ich allesamt sehr gerne trage.
Als ich bei Stoff & Stil auf diesen wunderbar bunten Baumwollstoff stieß, war es sofort um mich geschehen: so schön bunt - ganz klar, ein Meter musste mit.
In der aktuellen Handmade Kultur ist ein wunderbarer Blusenschnitt, den ich hier ganz wunderbar vernäht gesehen habe. Die ursprünglichen Pläne für diesen Stoff (eine Schluppenbluse) wurden sofort über den Haufen geworfen, und super motiviert ging ich ans Nähen.
Ganz akkurat habe ich die Kellerfalten im Vorder- und Rückenteil genäht und war vom Ergebnis sehr angetan. Macht sich super, der Punktestoff!
Mit ein bisschen Näherfahrung näht sich das Blüschen eigentlich supereinfach. Für Unerfahrenere, oder für die kniffligen Stellen wie die Knopflochschlaufe, gibt es aber auch ein sehr gut gemachtes Anleitungsvideo.
Den Stütznaht für den Beleg und auch die anschließende äußere Steppnaht habe ich wieder mit meinem neuen Freund, dem Kantensteppfuß, genäht. Dieses kleine Füßchen gebe ich nicht mehr her, es hat mir bei fast allen meinen letzten Projekten wirklich wertvolle Dienste geleistet!
Die Ärmel werden wieder gekräuselt. Mit zwei Kräuselnähten klappt es besser mit dem Einhalten - da habe ich mal wieder was gelernt!
Da ich ja nur einen Meter Stoff gekauft hatte, reichte es nur für die Kurzarmvariante. Die Ärmellänge des Schnitts habe ich etwas verlängert, ganz so kurze Ärmelchen mag ich an mir nicht leiden.

Soweit, so gut. Die Bluse war fast fertig, es fehlte noch der Saum. Hier passierte die Katastrophe. Ganz ordentlich habe ich den Saum mit dem Saumlineal markiert und umgebügelt - und dann fein nicht im Bügelfalz geschnitten, wie geplant, sondern entlang der umgebügelten Stoffkante. Prompt war die Bluse 4 cm kürzer als vorgesehen. (Anmerkung - die Länge des Schnitts ist sehr lang. Eigentlich wird am Saum ein Gummizug eingezogen für einen Balloneffekt, der sicher einiges an Länge fristt - ich finde die vorgesehene Länge für normal Große jedoch immer noch großzügig.) Ich hatte für mich allerdings von vornherein einen normal gesteppten Saum vorgesehen und daher die Mehrlänge beim Anpassen der Saumlänge schon mit berücksichtigt - sprich: abgeschnitten.

Darüber hinaus ergab sich bei der Anprobe leider das, was ich vorher insgeheim schon befürchtet hatte: Die Kellerfalten im Rücken führten in Verbindung mit dem recht steifen Stoff dazu, dass die Bluse im Rücken derbe abstand. Untragbar! Leider habe ich davon kein vernünftiges Foto hinbekommen; an Püppi sieht die Passform ohnehin noch mal anders aus als an mir.

Es folgten Stunden der Anpassung à la Sonnenburg: Stecken, anprobieren, stecken, anprobieren und passend machen, was nicht passen will. Im Endeffekt habe ich die äußeren beiden hinteren Kellerfalten in laaaange Abnäher umgewandelt und noch Weite vom Rückenteil an der Seite abgenommen. Nicht so ganz schön, und eigentlich auch anders gedacht, aber im Endeffekt immerhin tragbar.

Die Fehlende Länge habe ich ein bisschen kaschiert und statt eines umgebügelten Saums die neu festgelegte Saumkante (im von mir momentan so geliebten VoKuHiLa-Stil) mit blauem Satinband eingefasst. So konnte ich immerhin noch knapp 2cm rausholen.

 Mit dem Schrägbandeinfasser, ein weiterer inzwischen unverzichtbarer Helfer, ging das Ratzfatz, und damit das Ganze etwas mehr "gewollt" aussieht, wurden auch die Ärmelsäume entsprechend eingefasst.

So ist Madame Bluse doch noch tragbar geworden - et voilá:

Tragefotos gibt es natürlich auch. Aus meinem schönen Garten, der gerade noch so herrlich blüht:
Für kühlere Tage, wie sie momentan ja noch an der Tagesordnung sind, habe ich eine hübsche Jacke in dem gleichen Türkiston, der auch im Stoff vorhanden ist.

 Aber natürlich soll das Blüschen auch ohne Jäckchen getragen werden:
Ich finde, das Blüschen ist ganz knapp nicht zu kurz, sofern es mit Hosen getragen wird, die nicht hüftig sitzen (solche habe ich zum Glück nicht). Die Zentimeter, die ich zu viel abgeschnitten habe, hätten aber doch in der Länge gutgetan.
Von hinten gefällt mir das Blusenshirt ganz gut. Merke: solange es noch zu kühl ist, ohne Hemdchen zu gehen, muss eines drunter, das hinten etwas weiter ausgeschnitten ist! Sonst blitzt es aus dem Rückenausschnit hervor.

Den Schnitt würde ich gern noch einmal nähen. In meinem Fundus ist noch ein ganz leichter Baumwollchambray in blau mit feinem Muster.Eigentlich habe ich ihn für eine Hose vorgesehen, dafür ist der Stoff aber vielleicht zu dünn?
Zum Blusenschnitt könnte er gut passen. Und ich hätte genug für die Variante mit den langen Bischofsärmeln - die finde ich einfach klasse.
Also mein Fazit:
Der Schnitt ist schön, und mit der richtigen Stoffwahl kann man damit eine wunderbare Bluse nähen. Die Anleitung im Heft ist kurz und knapp, aber bei Schwierigkeiten hilft das Anleitungsvideo sehr gut weiter.
Was ich mir allerding wünschen würde, wäre eine konkretere Bezeichnung bei der Wahl des Stoffs, gerade unerfahrenere Näherinnen könnten hier einen Fehlgriff landen.

Mein Blüschen wandert zum MeMadeMittwoch - ob es schon weitere sommerliche Kleidung zu sehen gibt? Frau Kleidermanie hat mich jedenfalls gerade angefixt mit ihrer wunderschönen Robe Vogue von Louis Antoinette. Diesen Schnitt muss ich mir unbedint mal genauer ansehen!
















Mittwoch, 15. April 2015

Twist-Shirt - aus der Flopkiste

Heute brauche ich mal den Rat der versammelten Leserschaft beim Me-Made-Mittwoch...denn das Twist-shirt, das ich fabriziert habe, macht mich nicht ganz glücklich. Und das, obwohl es eine richtige Pleiten-Pech-und-Pannen-Näherei war. Aber lest selbst:

In der Handmade Kultur 4/2014 habe ich ein ganz interessantes Shirt gefunden,  was mich damals auch veranlasst hat, das Heft zu kaufen. 
Zum einen überzeugte mich der raffinierte Fall des Shirts, zum anderen las sich die Anleitung so, als sei es auch schnell und einfach herzustellen, denn es besteht nur aus einem Teil + dem Halsbeleg.
Hier stelle ich euch mein zweites Shirt nach dem Schnitt vor. Beim ersten hatte ich einen minderwertigen Stoff erwischt, der ganz schnell "knödelte". Außerdem hatte ich feststellen müssen, dass die Größenangaben S, M, L interpretationsfähig sind. Leider waren keine Maße zum Vergleich angegeben, und so stellte ich erst nach dem Nähen fest, dass der Schnitt in L extrem knapp saß.

Also habe ich beim 2. Mal besser aufgepasst und großzügiger zugeschnitten. Diesmal aus tollem Stenzo-Jersey in einem sehr schönen Petrolgrün - eine der Zickenfarben, die sich nicht gern fotografieren lässt.

Zugeschnitten sieht das Ganze so aus: 


Was man auf dem Foto nicht sieht - leider hatte ich ungefähr 10 cm zu wenig Stoff. So fehlte an einem Ärmel ein kleines Stück. Nachdem der erste Ärger abgeklungen war, kam mir die Idee - einfach ein Stückchen ansetzen und das schön verzieren. Natürlich bei beiden Ärmeln. 

Auf einem Reststück habe ich dann meine wenigen Zierstiche ausprobiert mit den Garnfarben, die zu dem schwierigen Petrol passen könnten. Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Farben aus der grün-blau-Familie habe... Das Limettengrün  (2. von rechts) fand ich ganz interessant. Noch zu sehen, von links nach rechts:  (bzw eher nicht, leider kommt das auf dem Foto nicht so raus): Türkis, Mittelblau und das Petrolfarbene Garn, mit dem ich das Shirt genäht habe.


 Entschieden habe ich mich für das Mittelblau, was einen schönen, aber nicht zu auffälligen Kontrast ergibt zum Jersey.
Irgendwo hatte ich als Tipp gelesen, bei elastischen oder empfindlichen Stoffen Stickvlies unterzulegen. Mangels Vlies habe ich Schnittpapierreste verwendet , was sich als gute Alternative erwies:

Dafür, dass es sich hier um einen Erstversuch handelte, finde ich die Verzierungen sehr gut gelungen: 

Der Vollständigkeit halber sollte der Muschelstich auch am Kragen erscheinen. Dazu musste ich das Shirt vom Saum her auf die Nähmaschine fummeln. Fast fühlte ich mich wie beim Quilten, da herrschte schon Gedränge: 

Leider nahm bei diesem Schritt das Elend seinen Lauf. Auf den letzten 10 cm ribbelte sich der Oberfaden mehrfach auf, der Unterfaden verhedderte sich zu einem Knoten und der Transporteur fraß den Jersey. Zweimal musste ich ein Stück auftrennen. Bei dem Stich und dem elastischen Material eine echte Ätzarbeit, und leider habe ich es auch geschafft, Löcher in den Oberstoff zu bohren, weil ich wohl zu doll gezogen habe.  Diese musste ich dann vorsichtig stopfen. Natürlich sah man das Gestopfte... Wie doof!
Mit untergebügelter Vlieseline konnte ich den Kragen dann doch noch retten. Der Muschelstich verdeckt das meiste Drama ganz gut, und so ist der Kragen noch vorzeigbar geworden:
Aaaber... irgendwas ist mit dem Schnitt faul. Der Kragen sitzt einfach nicht, schon gar nicht so elegant wie auf dem Foto in der Zeitschrift. Hinten, wo die Schulternaht geschossen wird, ist ein hässlicher Zipfel. 
Was tun? 
Beherzt abschneiden; Halsbeleg neu zuschneiden und neu nähen, diesmal einfach mit der Zwillingsnadel. Leider verschwindet damit der Muschelstich - aber der doch recht eng bemessene Ausschnitt wird etwas weiter. 


Et voila - das sieht doch schon besser aus. Leider ist mir wieder der Faden gerissen, und beim Abschneiden der Fadenenden habe ich mir ein Loch in den Kragen gebohrt. Natürlich auch noch vorne...

Und damit nichtgenug - Auch beim Abschneiden des überschüssigen Stoffes am Saum habe ich mir ein Loch ins Shirt geschnitten. 
Och Manno!
Also noch mal neu säumen. Gut, dass die Länge das gut hergab.
Und jetzt ist das Shirt fertig.
Was meint Ihr - Top oder Flop?
Ich bin mir nicht sicher. Die Farbe finde ich super (obwohl ich sonst mit grün und Petrol nix am Hut habe).


Aber sicher würde ich den Schnitt nicht noch einmal nähen.

Lasst mich eure Meinung wissen - hier beim Memademittwoch, in dem kleidermanie uns mit einem wunderschönen Kleid in koralle begrüßt.