Posts mit dem Label Shirt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Shirt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Frau Marlene invers

Im Laufe des Sommers häuften sich in den Blogs Beiträge, die Frau Marlene zeigen, ein Basic-Shirt von Fritzi Schnittreif.
Der schlichte Schnitt mit dem gewissen Etwas gefiel auf Anhieb, und als es eine Rabattaktion gab, wanderte er sogleich in meine Sammlung. 
Dort lag er dann noch ein Weilchen unangetastet. Denn – ihr glaubt es nicht – ich hatte keinen passenden Stoff. Durch meine Stoffdiät habe ich meine Bestände so weit runtergefahren, dass für Neuzugänge auf der To-Sew-List einfach kein Material vorhanden ist.
Gute Ausrede, um neue Stoffe zu shoppen. Bei Myo-Stoffe gab es Anfang August schließlich dann einen Treffer – passende Bio-Jerseys von Stenzo. MEINE! (Es hat sich auch noch ein Pusteblumen-Jersey hinzugemogelt, aber das ist eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt…)


Also wanderten zwei Frau Marlenes ganz nach oben auf die Nähliste, und wurden tatsächlich an einem Sonntag bei KaPe AnLuMi fertiggestellt.

Ausgedruckt und geklebt ist der Schnitt sehr schnell, es sind nur vier Teile. Der Schnitt beinhaltet Ärmel in drei Längen (kurz, ¾ und lang), mit meinen jeweils 1 m Stoff musste ich mich mit halblangen Ärmeln begnügen – mehr war einfach nicht herauszuholen.
Genäht ist der Schnitt ebenfalls schnell, besonders mit der Overlock. Einzig die Versäuberung des Halsausschnitts bereitet mir etwas Sorge. Versäubert und umgeklappt, wie in der Anleitung beschrieben, steht bei mir vorne ein bisschen labberig ab. Auf dem unteren Foto kann man das bei dem weißen Shirt etwas sehen. Beim blauen Shirt habe ich den vorderen Ausschnitt daher mit Nahtband bebügelt, was etwas Linderung brachte. Beim nächsten Mal würde ich wohl den Ausschnitt für mehr Stand mit einem Jerseystreifen von innen versäubern.
Ich habe zwei Jerseys mit gleichem Muster, aber unterschiedlichen Farben verwendet. So lag  es nahe, die Schulterstücke, die den weiten U-Boot-Ausschnitt verzieren, im jeweils anderen Stoff zu vernähen. So habe ich nun zwei Frau Marlenes, von denen eine das Negativ der anderen ist.

Und damit ich weiß, wo vorne und hinten ist, habe ich auch meine Label mal wieder ausgekramt und eingenäht – voilá:

Mit der Passform bin ich sehr zufrieden, genäht habe ich Größe L und die sitzt körpernah, aber dennoch bequem.
Der Schnitt überzeugt mich so, dass ich mir gut vorstellen kann, noch weitere Marlenes zu nähen. Dann aber unbedingt in der langärmeligen Version aus etwas wärmerem Material. Es ist doch schade, dass ich meine halbärmeligen Shirts zur Zeit unter Jäckchen verstecken muss, denn dann sieht man genau die raffinierte Schulterpartie NICHT. 


Verlinkt zum MeMadeMittwoch, der wöchentlichen Plattform für selbstgenähte Kleidung.
Und zu Ich näh Bio









Mittwoch, 31. Mai 2017

Die Ameisenkante

Beim Frühlingsjäckchen-Knit-Along habe ich mir einen wunderbaren Pullover, den Hint of Summer gestrickt. Wegen der VoKuHiLa-Saumkante, die vorn vielleicht doch ein bisschen kurz geraten ist,  wollte er ein passendes Shirt zur Ergänzung.
Die Wahl fiel auf "Faded Stripes" aus Ottobre 2/15, ein einfaches Shirt mit überschnittenen Schultern und Schulterpassen. Vier Teile, Einfassungen für Halsloch und Ärmel, lässiger Look, das überzeugte mich als schnelles Projekt zwischendurch.
Trotz Stoffdiät habe ich den Jersey zum Projekt bei Stoff & Stil gekauft (und gleich vernäht, also kein Problem für die Diät). Er hat eine leicht gerippte Oberfläche und ist ansonsten einfach weiß.

Zuschnitt und Nähen waren kein Problem, an einem Nachmittag war das Shirt fertig und natürlich in der Länge auf den Hint of Summer angepasst.
 Allerdings war es so nackig weiß doch ein bisschen langweilig, es fehlte der letzte Schliff.
Die Muse küsste mich beim Lesen von diesem Post von Frau Wollixundstoffix. Eine kleine Handstickerei gab die besondere Note bei ihrem Kleid - so was wollte ich für das Shirt auch!

Ein Faden des blauen Garns aus den Resten der Pulloverstrickerei, einfache kleine Vorstiche entlang der Schulterpassen und Halsausschnitte: So entstand die "Ameisenkante" (denn die Stiche sehen aus wie die umlaufende Auswahlkante bei Bildbearbeitungsprogramme, die der kleine Sohn einer Bekannten so lustig getauft hat).

Damit ist das Shirt nun richtig fertig:
 Durch den weiten Schnitt und die überschnittenen Schultern ist das Shirt überaus bequem und lässig, und natürlich vielseitig kombinierbar.

Ich hatte es bei einem Ausflug nach Fürth an, wo wir ein Wochenende bei der Hochzeit meiner ältesten Freundin verbracht haben. Neben den Tragefotos will ich auch ein paar Eindrücke dieses schnuckeligen Städtchens mit euch teilen, wo ich so einige Überraschungen außerhalb der üblichen Sehenswürdigkeiten entdeckt habe: 
In Fürth gibt es nämlich Drachen. Wieso der wohl vor einer Schule liegt? Ist das vielleicht Frau Mahlzahn? Oder Fuchur? (ich hatte einen Lehrer, dessen Vespa Fuchur hieß, die war auch vanillegelb)
Und jede Menge Buntstifte! Im nahen Nürnberg wurde nämlich der Bleistift "erfunden", und diese Zunft hat dort Tradition (Staedtler und Faber Castell kommen nicht von ungefähr aus dieser Gegend).
Ich bekam gleich irre Lust zu zeichnen, am liebsten hätte ich den Staedtler-Laden leergekauft!
Und es gibt einen leider verwaisten, aber immer noch echt kultigen ehemaligen Autosalon mit angeschlossener Tankstelle und Werkstatt. Beim Anblick dieses Gebäudeensembles wuchsen mir förmlich Petticoat und Pfennigabsätze, so stark fühlte ich mich in die 50er Jahre zurückversetzt. Ich konnte mir ganz genau die blank polierten Autos im Schauraum vorstellen, bestimmt stand da ein rotes Cabrio im Schaufenster! Schade, dass es so etwas heutzutage nicht mehr gibt.

 Hinter dieser wunderschönen Tür verbirgt sich ein Innenhof, in dem noch eine Gleisanlage zu erkennen ist. Wenn man sich hineinwagt, sieht man Werkstätten und einen großen Schlot; das Gelände beherbergte früher eine Kürschnerei. Hier ist auf einem Schild vermerkt, dass der Schlot vor vielen Jahren saniert wurde, um einem Storchenpaar Heimat zu bieten, das sich seither jedes Jahr dort einfindet. Leider waren Storchens an diesem Samstag Vormittag nicht zu Hause, aber die Geschichte mag ich wirklich gern!

Mein Shirt mag ich auch gern, hier für euch noch mal eine Detailaufnahme mit Ameisenkante:


Was mich an dem Projekt ganz besonders fasziniert hat, ist die Tatsache, dass sich mit geringem Aufwand und ohne große Schwierigkeiten ein ganz toller Effekt erzielen ließ, der das Shirt wirklich aufwertet. Ich habe mir ganz fest vorgenommen, so etwas wieder einmal auszuprobieren. 

Mit meinem Shirt geht es nun zum Memademittwoch. Sybille zeigt uns heute die Bielefelder Kunsthalle in einem Namedpatterns-Schnitt.
Und endlich einmal passt ein Kleidungsstück auch zu den 12 Colours of handmade fashion - die Farbe für den Mai ist nämlich weiß. 





Dienstag, 30. Mai 2017

Am Ende wird alles gut... Ringelshirt

Ringel sind heute Thema beim MeMadeMittwoch.
Da kann ich doch mithalten! Ringel gehören seit zwei Jahren zu meinem festen Beuteschema. Bestimmt fünf Ringelshirts habe ich mir inzwischen genäht, eines davon ist noch ganz frisch. Aber der Reihe nach!

Ihr kennt das sicher: Springstoffe! Die euch im Regal anspringen, sich an euch klammern und erst nach dem Bezahlvorgang Ruhe geben? Dieses Erlebnis hatte ich mit diesem wunderschönen Courtelle-Jersey, den ich im März bei einem Besuch in der örtlichen Stoff & Stil-Filiale entdeckt habe.
Keine Frage, der musste mit, ich hatte keine Chance, und mir schwebte auch schon ein wunderbares Projekt vor: "Poetic Lace" aus Ottobre 5/16, gekürzt zum Shirt.
Die Kragenlösung fand ich sehr interessant, so etwas wollte ich unbedingt nähen, und zwar beim Nähtreffen auf Schloss Noer.
Doch es schien, als stünde das Projekt unter keinem guten Stern. Den frisch erbeuteten Stoff habe ich sofort gewaschen, und erlebte eine böse Überraschung, als ich ihn aus der Maschine geholt habe: 
 Bis zum Nähtreff war nicht mehr allzuviel Zeit, und ich arbeitete schon an einem Ersatzprojekt, während ich den verfärbten Stoff reklamierte. Stoff & Stil war sehr flink und entgegenkommend, man schnitt mir einen neuen Meter zu und hinterlegte ihn für mich in der Filiale, wo ich ihn ganz knapp vorm Nähtreffen abholte. Diesmal überstand der Jersey die Wäsche problemlos, wurde zugeschnitten und eingepackt.

Nachdem mein erstes Projekt, das Kirschblütenkleid, fertiggestellt war, sollte das Shirt ein entspanntes Zwischendurchprojekt werden. Doch das schlechte Karma setzte sich fort. Ein Ausrutscher mit der Ovi, und ein hässliches großes Loch klaffte in der linken Schulter:


Und natürlich war kaum noch Stoff übrig, um noch einmal ein Vorderteil zuschneiden zu können. Was für ein Jammer!
Was tun? Gut, dass ich mit meinen Mitnäherinnen beratschlagen konnte. Und tatsächlich fand sich eine Lösung. 

Die beiden "Flügel", die vom Rückenteil auf das Vorderteil überlappen, habe ich neu zugeschnitten und entlang eines Ringels neu zusammengenäht.
Alles ordentlich aufgebügelt - sieht kein Mensch. Und wenn, sieht es "gewollt" aus.

Was für ein Glück!

Alle weiteren Schritte habe ich mit äußerster Vorsicht und ausnahmsweise nicht mit der Ovi genäht, sondern mit der normalen Nähmaschine. Sicher ist sicher.
Und so war am Ende des 3. Tages auf Schloss Noer tatsächlich meine kleine Dramaqueen fertig:


Und nur geübte Adleraugen sehen kleine Unregelmäßigkeiten. Das Zusammensetzen der Vorder- und Rückenteile war nämlich gar nicht so einfach. Und leider verzeihen Ringel kleine Schlampereien nicht. Aber das Shirt gefällt mir trotzdem, und das Material ist einfach großartig. Ganz weich, dabei hat der Courtelle einen schweren Fall, ohne sich wirklich schwer anzufühlen.

Beim Kunsthandfest im Nachbardorf am Himmelfahrtswochenende habe ich das Shirt ausgeführt, und möchte wie immer ein paar Einrücke mit euch teilen:
Vier ortsansässige Künstler öffnen jedes Jahr ihre Ateliers, laden weitere Künstler und Kunsthandwerker ein, und das ganze Dorf ist das Wochenende über im Ausnahmezustand. Natürlich kann man nicht nur gucken, sondern darf auch kaufen und sich vor allem mit den Künstlern austauschen. Die Auswahl der Aussteller ist jedes Jahr ein bisschen anders, und es gibt auch ein Rahmenprogramm mit Musik und Gesang. 

Hier ist der Kaffeegarten, der sich bis zur Trave erstreckt. Ist es nicht herrlich dort? Die Segelschiffe aus der Werkstatt von Udo Hoffer sind aus Keramik und haben hauchdünne Segel aus Porzellan. Wunderschön!

Der Kaffeegarten endet direkt an der Trave, wo ein paar Vatertagsausflügler sich beim Stehpaddeln vergnügten.

Der Kaffeegarten gehört zu dem Gelände einer Antikmöbelrestauration von Uwe Kolschegg. Neben wunderbaren (leider unbezahlbaren) restaurierten Antiquitäten gibt es dort auch jede Menge Kleinkram zu bestaunen, von der alten Badewanne bis hin zum Nähkästchen aus Omas Zeiten (meine hatte genau so eines):


 Den Handtuchhalter fand ich besonders reizend, denn hier wird für Ordnung gesorgt:
Gläsertuch - Tellertuch - Wischtuch - Handtuch. Alles klar!


Ein kleiner Blick in den privaten Garten - bei "Künstlers" geht es auch privat kunstvoll zu.

Besonders hat mir mir auch diese kleine Wildfamilie aus der Schmiede von Isabel und Kurt Lange.

Und diese von Hand geprägten (punzierten) Sporenriemen - sind sie nicht eine Augenweide? Ich habe zugesehen, wie die Prägung "eingemeißelt" wurden, eine Wahnsinnsarbeit, und wunderschön!

Es war wieder ein gelungener Ausflug, und mit meinem Shirt war ich dem Wetter entsprechend luftig gekleidet (und doch ausreichend vor der Sonne geschützt). 
Ob ich es allerdings noch einmal nähen würde, kann ich nicht sicher sagen. Falls ja, dann einfarbig, und ohne Beleg, sondern wie in der Anleitung vorgesehen, mit Einfassstreifen an den Halsausschnittkanten. Und ich werde mir merken, dass ich ganz ganz exakt sein muss beim Anbringen der Markierungen!

Wie sich die anderen Damen so ringeln, werde ich mir jetzt einmal in Ruhe ansehen. Bestimmt springt mich wieder eine Idee an... aber das ist ja das Tolle am Memademittwoch, der stets sprudelnden Quelle an Inspirationen! An dieser Stelle einmal noch ein ganz herzliches Dankeschön an das Moderatorenteam, das neue Konzept mit Monatsthemen und Gastbloggern finde ich sehr sehr schön, und es ist mir jeden Mittwoch eine Freude, hier zu sein!










Mittwoch, 5. April 2017

Ringel gehen IMMER!

Ringelshirts kann man nie genug haben, finde ich. Ringel machen gute Laune und sehen lustig aus, aber sind dennoch auch bürotauglich.
Mein erstes Ringelshirt - dieses hier - ist inzwischen sehr abgeliebt und kommt nur noch bei der Gartenarbeit zum Einsatz. Ersatz muss her!
 
Vor einer guten Weile habe ich ein Reststück rot-weißen Ringeljersey ergattert, das nun gut abgelagert im Rahmen der Stoffdiät vernäht wurde.

Genäht habe ich wieder nach einem Ottobre-Schnitt. Diesmal aber nicht nach der "Allzweckwaffe" Autumn Mood, sondern ich habe Schnitt "Solid & Striped" aus Heft 5/15 gewählt. Das Besondere am Shirt sind die Sattelärmel, deren gute Passform mich schon bei meinem Vogelmantel (der auf dem gleichen Schnitt basiert) sehr überzeugt hat.
So ein Shirt ist ja schnell und unspektakulär genäht (vor zwei Jahren hätte ich niemals gedacht, dass ich das mal so sagen würde). Als Besonderheit habe ich Kragen und Säume mit einem Zierstich verschönert.

Ursprünglich waren 3/4Ärmel geplant wie beim Vorgängershirt, allerdings "fressen" die Sattelärmel unverschämt viel Material, und so wurde ein Kurzarmshirt aus dem Meter Stoff. 

Und tatsächlich war am vergangenen Wochenende T-Shirtwetter, und das Shirt durfte mit zum Geburtstag bei Nachbarns. Vorher gab es ein schnelles "Modefotoschießen" im Garten.


Auf dem linken Foto ist zu sehen, dass ich den Saum des Shirts in der Mitte kürzer gehalten habe und er sich zu den Seiten verlängert. Das mag ich momentan total gern und will auch versuchen, bei meinem Hint Of Summer-Pullover diese Saumführung zu erreichen.
Ansonsten sitzt es schön locker, und in den Bund gesteckt wird es auch zu Rock und Blazer tragbar sein. 

Am Teich ist schon eine Menge los. Nicht nur haben die meisten Goldfische den Winter gut überstanden. Bei dem milden Wetter feiern Kröten und Frösche schon eifrig Hochzeit, und auch die ersten Molche haben sich eingefunden.


Nachbarns Bienen schwärmen aus, um am Ufer Wasser zu holen, und die ersten Wasserläufer sind auch schon da. Es ist keine Sekunde langweilig, am Teich zu sitzen, und die Tiere zu beobachten entspannt total.

Auch gartentechnisch sind die ersten Vorbereitungen getroffen: Ich habe Hochbeete bekommen, in denen nun zunächst Radieschen und Möhren wachsen sollen, später dann Blumenkohl, Rosenkohl, Zucchini und Erbsen.

In den Blumenkästen warten die Kartoffeln auf den ersten Austrieb, bevor sie dann bis zur Ernte in die bewährten Wäschekörbe gepflanzt werden.

So passt mein heutiger Beitrag perfekt zum heutigen Motto: "Frühlingserwachen". Auch beim Memademittwoch ist es nie langweilig - hier entlang geht es zur wöchentlichen Schau selbstgenähter Kleidung.

Mittwoch, 29. März 2017

Ergänzungsshirt

Kennt ihr das auch? Ich habt euch ein Teil genäht, eure Garderobe bietet schon das passende Kombinationsteil, das neue Stück ist fertig - und im "Tagesbetrieb" stellt sich heraus, dass es sich nur genau als ein Outfit kombinieren lässt. Es schreit sozusagen nach Ergänzungen, quasi nach einer Anschlussinvestition?

Im November habe ich mir diese Bleistifthose genäht:
Und obwohl ich viel schwarz im Kleiderschrank habe, fehlt es an beige. Oder an Teilen, die ich zu meinen beiden beigefarbenen Shirts zur Hose kombinieren kann.
Erste Anschlussinvestition zur Hose war im Januar dieses Shirt:

Doch für den Frühling und die kommenden wärmeren Temperaturen muss noch etwas Leichteres, Luftigeres her. Ein weicher, schön fallender Jersey lagerte schon seit November in der Stoffkiste (ihr wisst, die Stoffdiät!), und an einem Samstagnachmittag nahm ich das Projekt "Ergänzungsshirt" in Angriff.

Als Grundlage für den Schnitt habe ich meine Allzweckwaffe, "Autumn Mood" aus Ottobre 5/13, verwendet. Aber ich wollte kein sportliches, einfaches Shirt, sondern ein etwas Eleganteres.

Der Stoff reichte nur für halblange Ärmel, die ich zum Saum hin etwas ausgestellt und mit einem schwarzen Bündchen versehen habe, das die Weite wieder einholt. Außerdem habe ich den Ausschnitt etwas tiefer gezogen und mit zwei Jerseystreifen eingefasst. Wenn man die linke Seite nach außen nimmt, rollen sich die Kanten schön ein. Zu guter Letzt dann habe ich noch einen schwarzen Streifen (ebenfalls mit der linken Seite außen) in der vorderen Mitte aufgesteppt, und auch hier rollen sich die Kanten schön zur Mitte hin.

Et voilà - das Ergänzungsshirt:

Beim Sonntagsspaziergang hat der beste Ehemann von allen sich dann völlig gehen lassen und eine Bilderflut angefertigt, die ich euch nicht vorenthalten will:
Bei den Temperaturen am letzten Wochenende brauchte man gar nicht mehr unbedingt den Mantel.

So kann das Shirt in voller Pracht gezeigt werden. (Die Falten unter der Achsel sind mir zu Hause allerdings nicht aufgefallen)


Hier stelle ich die berühmte Szene aus Dirty Dancing nach - Mambo auf dem glitschigen Baumstamm. Gar nicht so einfach! Bei den herrschenden Temperaturen haben wir die Hebefigur diesmal nicht geprobt 😊

Mir gefällt total gut, was man aus einem simplen 08/15-Schnitt mit ein paar einfachen Ideen herausholen kann. Die schwarzen Jerseystreifen sind übrigens Reste von dem Wasserfallshirt, das ebenfalls zu der Hose "gehört" - Also habe ich nicht nur den Stoffberg reduziert, sondern auch noch Reste verwertet. Doppelt gut!

Ina, unsere heutige Gastgeberin beim MeMadeMittwoch, begrüßt uns mit einem wunderbaren Rock im Hermès-Stil. , den man durch alle Jahreszeiten gut tragen kann. 

Und ihr? Näht ihr auch endlich für den Frühling, den Sommer gar? Oder beschäftigt ihr euch auch mit "Anschlussinvestitionen"?






Mittwoch, 8. März 2017

Ein Wasserfall wird rosa

Willkommen beim heutigen MeMadeMittwoch, den diesmal Nina eröffnet. In einem knackigen Kleid von Colette und mit einem genauso knackigen Statement zum Thema Gleichberechtigung. Schließlich ist heute Weltfrauentag.

 Zwar bin ich nicht so mutig wie Nina und trage keinen Pussy Hat, aber zumindest zeige ich euch heute ein Shirt in mädchenhaftem Rosa.

 Im Rahmen von Stoffdiät und Spring Style Along habe ich folgende Vorsätze gefasst:
- vorhandene Stoffe verwenden für meine Projekte, und so den Stoffberg verkleinern
- Teile nähen, die die vorhandene Garderobe sinnvoll ergänzen oder verschlissene bzw nicht mehr passende Stücke ersetzen.

Das erste Teil, dass nach diesem Konzept entstanden ist, ist dieses Wasserfallshirt aus Viskosejersey :
Der weiche Fall des Jerseys ist genau richtig für dieses Projekt! Den Schnitt aus Sabrina 7/2014 habe ich schon einmal genäht (s. hier), und so war das Shirt flugs fertig. Bei der Stoffdiät schlägt es mit minus 1.5 m zu Buche.

Hier zeige ich euch nun ein paar Kombinationsmöglichkeiten mit diversen Strickjacken aus meinem Fundus, denn neulich suchte ich ein Outfit für den Geburtstag meiner Schwägerin:


 Zusammen mit dem weißen Sweatblazer passt das Shirt sicher auch zu Jeans.

 Zusammen mit meiner Whippet-Jacke ergibt sich eine wunderbar bequeme Kombi.
Und auch mit meinem Ajourjäckchen kann sich der Wasserfall sehen lassen.


Inzwischen zieht hierzulande der Frühling ein, so dass mein geliebter, kuscheliger Strickmantel
wohl demnächst ins Sommerquartier auf dem Dachboden umgelagert werden wird. Die gezeigte Kombi ist eher was für den nächsten Herbst - an den wollen wir aber ja noch gar nicht denken!

Ich bin gespannt, ob heute beim MeMadeMittwoch schon Frühlingskleidung zu sehen ist - ich gehe gleich mal nachschauen!

Mittwoch, 15. Februar 2017

Vintage Lines - kurze Ärmel im Winter??

Ich hab es ja schon öfters erwähnt - die Herbstausgaben von Ottobre gefallen mir im allgemeinen immer sehr gut. Besonders die aktuelle Ausgabe 5/2016, aus der ich schon einiges genäht habe, hat es mir angetan.

Nun ist mein nächstes Projekt entstanden: "Vintage Lines", ein schlichtes kurzärmeliges Top aus Strick, mit einem schön hochgeschlossenen Kragen.
Den Rock dazu, Modell "Math Teacher" habe ich mir letztes Jahr schon genäht, und mit diesem Shirt kann ich das Outfit vervollständigen. 
Beim Stoffmarkt habe ich mich in einen weichen Strickstoff (Baumwolle / Polygemisch) verliebt, der mich mit seinem melierten Rotton gleich ansprang. Das Rot liegt irgendwo zwischen Himbeere und Rost, ist also nicht ganz klassisch mein Beuteschema, aber ich will ja auch ein bisschen rechts und links des Wegesrandes schauen.  Auf jeden Fall passt die Farbe zu grau, schwarz und blau und ist daher kompatibel mit vielen Stücken meiner Garderobe.

Eigentlich finde ich kurzärmelige Tops für den Winter eher unsinnig widersprüchlich. Ich bin eher das Modell Frostbeule und habe es gern warm. Daher war der erste Plan "Ärmel einfach verlängern". Das sah genäht und angezogen allerdings derbe blöd aus, nach Art der Skiunterwäsche, die es in den 80ern gab. Gott sei Dank Leider gibt es davon kein Foto. Jedenfalls habe ich die Ärmel schließlich wieder gekürzt  wie es das Original vorgab. Und so habe ich nun ein hübsches Basic-Shirt, das ich ohnehin immer mit einer Jacke drüber tragen werde.

Außer natürlich beim Fotografieren. Hier habe ich an einem kalten Wintertag alles gegeben 😃
Am vergangenen Wochenende war es hier nämlich noch richtig kalt, und es hatte ein bisschen geschneit. Beim Spaziergang an meinem Lieblingsflecken, unserem Dorfteich, fand sich eine 1A Kulisse.

Erst mal gab es eine Stellprobe:

Und dann half alles nichts, die Hüllen mussten fallen.

Gut, dass keine anderen Spaziergänger vorbeikamen. Die hätten mich bei Temperaturen unter 0° C vermutlich eingeliefert.




Hier könnt ihr ein besonderes Detail am Shirt erkennen - es hat eine kleine Kellerfalte am Ärmel, die mir sehr gut gefällt. Ich habe sie am Ärmelsaum fortgeführt, so hat der Ärmel ein bisschen Puffärmelcharakter: 
Wie üblich bei Ottobre fällt der Schnitt locker aus. Eine Nummer kleiner hätte es vielleicht auch getan, insbesondere wenn man noch etwas drüber tragen will. Aber mir gefällt mein Shirt so, wie es ist, sehr gut. Sicher werde ich es auch noch einmal nähen, denn die Kragenlösung mag ich auch gern für die kühlere Jahreszeit.

Durch die ursprüngliche Version mit den langen Ärmeln habe ich 1.5 m Stoff verbraucht. Mit kurzen Ärmeln kommt man aber auch mit deutlich weniger Stoff aus.
Leider zählt der verbrauchte Stoff nicht in die Statistik 2017 für die Stoffdiät, da ich das Shirt schon 2016 genäht habe.

Aber da es ein Me-Made-Stück ist, darf das Shirt am MeMadeMittwoch teilnehmen. Heute nimmt Lucy (Nahtzugabe) ihren Abschied aus dem Moderatorenteam, was ich sehr schade finde. Aber das Leben 1.0 ändert sich, so dass leider (und auch glücklicherweise) Anpassungen ab und an notwendig werden.