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Mittwoch, 1. August 2018

Was zu feiern: Ein Hochzeitsgastkleid

Wer als Gast zu einer Hochzeit eingeladen ist, braucht etwas zum Anziehen.
Trägt die Braut weiß, darf der Gast nicht weiß tragen.
Trägt die Braut kurz, darf der Gast nicht lang tragen.
Soweit die Anstandsregeln, die uns so ähnlich im "Handbuch" zur Hochzeit mitgeteilt wurden, auf der der beste Ehemann und ich vor einigen Wochen gewesen sind.

Während einige Freundinnen sich durch Kataloge wälzten und Geschäfte stürmten, war für mich klar - es wird ein selbstgemachtes Outfit, Ehrensache.

Kurz dachte ich darüber nach, das Hochzeitsgastkleid vom letzten Jahr noch einmal zu tragen. Es gefällt mir nämlich immer noch sehr sehr gut.


Allerdings lagerte in meinem Stoffvorrat schon seit Jahren ein schöner schwarzer Leinenstoff mit einer cremefarbenen Spizenborte und wartete auf seine Bestimmung. Eigentlich war klar: Der wird zum Hochzeitsgastkleid 2018. Und wie zufällig passt das neue Garn Suave Cotton von Pascuali in creme genau dazu - daraus sollte für alle Fälle ein leichtes Jäckchen werden.

Der Kleiderschnitt ist im Wesentlichen der vom Weihnachtskleid 2015. Das obere Vorderteil habe ich, wegen der besseren Passform und des schöneren Ausschnitts, vom Weihnachtskleid 2017 genommen. Wunderbarerweise passte alles ganz gut zueinander, vielleicht, weil beides Burdaschnitte sind.
Futter und Belege habe ich selbst dazu konstruiert - der Oberstoff ist zwar schwarz, aber so ganz ungefüttert wollte ich ihn lieber doch nicht tragen. Als Futter habe ich schwarze Baumwollvoile verwendet, da ich bei warmen Temperaturen Futterstoff aus Kunstfaser überhaupt nicht leiden mag.
Abgesehen vom üblichen Zeitproblem war das Nähen an sich keine große Sache. Beim Reißverschluss musste ich ein bisschen tüfteln, hier habe ich immer noch keinen Trick gefunden, wie man es hinbekommt, dass die Taillennähte zuverlässig aufeinandertreffen. Mit dem erreichten Ergebnis bin ich ganz zufrieden.
Ausschnitt und Ärmelausschnitte habe ich knappkantig abgesteppt. Eine Untersteppnaht will mir hier immer nicht gelingen - lieber habe ich außen eine ordentliche, sichtbare Naht als dieses krumme Gewurschel auf der Rückseite. Beim Leinenstoff stört es auch nicht, dass Steppnähte zu sehen sind, finde ich.

Zum Kleid habe ich mir dann noch ein leichtes Jäckchen gestrickt, "Nuvola" - darüber habe ich hier schon einmal geschrieben. 
Und zusammen ergab sich dann ein wunderbares, bequemes Hochzeitsgastoutfit:


Auch ohne Jäckchen ist das Kleid durchaus tragbar:
Und von hinten past es wie eine Eins (was der Grund war, noch einmal genau den Schnitt zu nähen).
Gottesdienst, Fotografieren, Buffet und anschließender Tanz machten mit dem Kleid wirklich Freude, nichts rutschte, kniff, schnitt ein, sondern es ist einfach nur bequem und trotzdem festlich.Aber nicht zu festlich als dass man es nicht auch zu geringeren Anlässen tragen könnte. Genau meins!

Ein Foto mit dem Brautauto darf natürlich nicht fehlen. Ist das nicht ein toller Wagen? Original mit Blumenvase innen, ein echter Traum! Und dieses blau - wirklich eine Augenweide. 

Verlinkt zu 


Mittwoch, 4. April 2018

Ob wir noch Freunde werden? - Kleid Fanö

Heute ist schon der vierte MeMadeMittwoch in diesem Jahr! Die Zeit rennt - Meine Nähleistung allerdings hinkt und humpelt eher. Dieses Jahr komme ich einfach nicht in die Spur. Nachdem am Ostersonntag noch Schnee lag, kommt nun hoffentlich doch der Frühling ein bisschen in Schwung. Am Ostermontag haben der beste Ehemann und ich die warmen Sonnenstrahlen genutzt und endlich Fanö fotografiert - das Kleid hatte ich schon vor ein paar Wochen genäht, und bisher war einfach noch kein passendes Wetter für Tragebilder.

Fanö ist ein Knotenkleid von Schnittbox. Es kann auch als Shirt und mit verschiedenen Armlängen genäht werden. Ich mag Knotenkleider, und als ich das Kleid bei einer Nähfreundin angezogen bewundern durfte war klar - ich brauche Fanö!
Den passenden Stoff hatte ich auch schon besorgt - einen schön schweren Viskosejersey von Hilco in einem wunderschönen dunkelrot.

Mit dem Ausdruck ging leider der Ärger schon los. Inzwischen bin ich ein bisschen verwöhnt, was Schnittmuster angeht - ich lasse am liebsten plotten und habe dann alles auf einem Bogen, anstatt ewig einzelne Seiten aneinanderzusetzen, die am Ende trotz aller Sorgfalt nicht genau zusammenpassen. Und scheinbar sind bei Fanö die beiden Schnittmusterbögen verschieden gradiert - jedenfalls ergab sich hier ein krasser Versatz:
Damit war der Ärger noch nicht zu Ende. Mein traumhafter Jersey hat nur eine Breite von 1.30, was ich bei der Bestellung nicht berücksichtigt hatte. Deshalb und wegen der großen Schnitteile hatte ich einiges zu tüfteln, bis alle Teile im Fadenlauf auf den verfügbaren Stoff passten. So hat mein Fanö auch nur halblange Ärmel bekommen.

Genäht war es dann recht schnell. Die Knotenlösung, die so raffiniert aussieht, ist verblüffend einfach genäht und gut bebildert erklärt und macht echt was her:
Der Rest des Kleides ist eigentlich selbsterklärend.

Ganz zufrieden bin ich allerdings doch nicht.
Der Jersey ist für den Schnitt offenbar zu schwer und zieht nach unten. Zwar fließt der Stoff sehr schön, aber irgendwie sieht das Kleid ein bisschen nach Nachthemd aus, findet ihr nicht?

In der Rückansicht sieht man die Mängel in der Passform:

Das Armloch ist viel zu groß, und der Ärmel damit viel zu weit.
Auch muss noch einiges weg an Weite in der Mittelnaht vom Hals bis zwischen die Schulterblätter, da das Kleid hier gern absteht. Da es ohnehin schon sehr "halsfern" geschnitten ist, und ich obenrum gern friere, ist das suboptimal für mich.
Gegebenenfalls kann auch an den Seitennähten noch etwas Weite weggenommen werden.
Alles in allem keine besonders schwierigen Änderungen - aber ihr kennt das ja: Nähen ist toll, Ändern ist bäh!

Am kommenden Sonntag habe ich aber kompetenten Nähbesuch von Frau KaPe Anlumi, die mir sicher mit Rat und Absteckhilfe zur Seite stehen wird. Vielleicht geht durch die Änderungen auch das "nachthemdige" verloren.

Immerhin gefällt mir die Farbe des Stoffes grandios und bringt Farbe ins Spiel nach dem langen grauen Winter! Wenn man endlich die Stiefel weglassen kann, gibt es auch nicht mehr so einen Bruch zwischen halblangen Ärmeln und langen Stiefeln...


Ich bin gespannt, welche Näherfolge die anderen Teilnehmerinnen heute vorweisen können - schaut doch auch vorbei beim MeMadeMittwoch.
Nina hat ihrem Wunsch nach einer roten Hose nachgegeben, die ich ganz großartig finde, nicht nur wegen der Farbe!

Auch verlinkt zu
12x Memade





Mittwoch, 7. März 2018

Gut gelaunt in Falten (Fashionstyle 11/17)

Schon häufig habe ich hier beim MeMadeMittwoch-Treffen Projekte bewundert, die nach Schnitten aus der KnipMode oder FashionStyle geschneidert wurden.
Als bekennenter Ottobre-Fan, der auch nicht häufig an Zeitschriftenkiosken vorbeikommt, war diese Zeitschrift bislang an mir vorbeigegangen.
Das änderte sich, als ich in der Nachlese zur Annäherung Süd das sehr überzeugende Baukastenkleid entdeckte, eigens für die Ausgabe 10/17 zum gut sortierten Zeitschriftenhändler fuhr - und dort seither jeden Monat die aktuelle Ausgabe durchblättere.
Manchmal kaufe ich sie sogar - wie z. B. die Ausgabe 11/17, bei der mir einige Kleiderschnitte sehr gefallen. Ganz besonders Kleid Nr 24 mit dem gerafften Kragen hat es mir angetan.

Nach einem Besuch im Lillestoff-Fabrikverkauf im Januar hatte ich den passenden Stoff im Vorrat: einen dezent gemusterten Viskosejersey, schwarz-anthrazit. Damit das Ganze nicht zu trist wird, dazu noch curryfarbenen Jersey als Kontrast.

Wenn man nicht wie ich den Ausschnitt paspeln will und dazu erst einmal scharf nachdenken muss, wie man das anstellt mit den Belegen und dem separaten linken Schulterteil, ist das Kleid superschnell genäht. Ich musste wegen der Paspel ein bisschen tüfteln (und leider auch trennen), bis alles so war, wie ich wollte. Dennoch war das Kleid an einem Tag fertig genäht.
Hier seht ihr die Paspel, die ich schlussendlich bei den Belegen zwischengefasst habe. Eigentlich wollte ich das separate Schulterteil auch noch paspeln, das ließ sich aber wegen der Rundungen nicht gut nähen und sah nicht gut aus, also blieb es bei der Paspel am Ausschnitt.
Aus der Anleitung ging für mich nicht ganz genau vor, ob die Falten am Ausschnitt abgesteppt werden oder einfach nur gelegt und festgenäht. Ich habe sie also von der Rückseite ca. 4 cm tief abgesteppt - ich mag den Effekt, und nebenher flutschten sie beim Nähen auch nicht weg, sondern es blib alles schön an Ort und Stelle. 

Gegen zu viel Tristesse habe ich dann die Zwillingsnähte an allen Säumen zweifarbig genäht, ein Faden ist goldgelb. Ich finde, das gibt dem Kleid noch ein bisschen extra Pep.

Und - schon fertig ist das neue Kleid:

Hinten sind netterweise Abnäher vorgesehen, das finde ich super. Denn Jerseykleider ohne Mittelnaht beulen bei mir gern am Hohlkreuz - das ist hier nicht der Fall. In natura sehen die Abnäher hinten auch nicht so "tütig" aus wie hier auf dem Foto. Aber man kann schön die Kontrastnähte an den Säumen sehen. Ich finde die so toll!

Die Tragefotos hat der beste Ehemann von allen auf dem benachbarten Spielplatz gemacht.
Auf dem Balancierbalken hatte ich so meine Schwierigkeiten...


Aber Kleid und ich haben den Balanceakt unbeschadet überstanden. Überhaupt war ich sehr angetan darüber, wie bequem das Kleid ist.

Der beste Ehemann von allen bestand dann noch auf diesem Foto vor neutralem Hintergrund mit dem Argument "Das ist so ein elegantes Kleid, das passt überhaupt nicht auf den Spielplatz." So ein Kompliment bekomme ich selten, also tat ich ihm den Gefallen und posierte noch mal seriös:




Am unteren Bildrand seht ihr ein paar Reste Schnee - den folgenden Sonntag hat es angefangen, richtig doll zu schneien, und bis Montag fielen dann 30 cm Schnee. So ein Winter ist hierzulande nicht alltäglich - aber in meinem Kleiderschrank findet sich wunderbarerweise noch ein genau passendes Jäckchen in goldgelb, das ich prima zum Kleid tragen kann:


Ganz unvorhergesehen ist also ein Kleidungsstück mit Potenzial zum Liebling in den Schrank eingezogen - wie gut, wenn man ab und an einmal etwas Neues ausprobiert!

Und wie gut, dass es auf der Plattform des MeMadeMittwoch so viel Inspiration gibt! Schade nur, dass er seit diesem Jahr nur noch einmal im Monat stattfindet - meiner Meinung nach viel zu selten.

Heute will ich aber die Gelegenheit nutzen und stöbern, was die  Mitstreiterinnen so alles zeigen - vielleicht ist ja wieder ein Fundstück für mich dabei.

Dieser Beitrag wandert auch zu 12x memade Februar  von Chrissy - eine tolle Aktion, hier lohnt sich das Mitlesen immer!

Montag, 25. Dezember 2017

Mein Weihnachtskleid

Beim letzten Treffen war ich fast schon fertig mit meinem Weihnachtskleid: Seitennähte, Saum und Gehschlitz fehlten noch. Kleinigkeit - dachte ich.
Leider kam ich dann nicht mehr richtig zum Nähen, das Leben 1.0 mit verschärftem Endjahresstress im Büro und der einen oder anderen Einladung zum Glühweintrinken kam dazwischen.
So wurde das Kleid am 23. Dezember mit ganz heißer Nadel fertig genäht.


Die Knappheit der Zeit hat mir denn auch die Entscheidung abgenommen, ob es noch die im Originalschnitt vorgesehenen Ärmel bekommen soll. Ich habe sie weggelassen. Zum einen, weil sie mir sehr wahrscheinlich viel zu warm geworden wären (der schöne Wollstoff ist zwar leicht, aber muckelig warm). Zum anderen hätte ich die Ärmel auch noch füttern müssen - und das gab der Zeitplan einfach nicht mehr her.
 Ohne Ärmel passt es auch besser in meinen Alltag. Mit einer Bluse oder einem Shirt und verschiedenem Schmuck kombiniert, passt es zu verschiedenen Anlässen. Hier zeige ich euch mal zwei Varianten:

Links mit einem weißen Shirt und meiner Auerhahnfederkette - so würde ich auch ins Büro gehen. Und rechts macht sich meine Bluse aus goldfarbener Viskose, die fast in der Tonne gelandet wäre, zusammen mit der goldenen Kette doch echt festlich, oder?
Und mit einem Jäckchen oder einem Tuch lassen sich auch verschieden Temperaturen gut ausgleichen. Die Alternative dazu wären Ärmel zum Abzippen gewesen....
Langarmshirts habe ich in vielen weiteren Farben, rot, curry, pink, limette... Da gehen also viele verschiedene Styles, und darauf kam es mir beim Kleid an. Kein Anlasskleid, dass im Schrank hängt, sondern eines, das getragen und geliebt wird.

Zwar habe ich mich bei der Fertigstellung gefühlt wie ein Actionheld, der auf den letzten Drücker noch schnell mit gezogener Knarre und einem Hechtsprung unter dem sich schließenden Rolltor dem Ganoven hinterher springt, doch der Stress hat sich gelohnt: Mit dem Kleid bin ich sehr zufrieden.



Es trägt sich bequem, hat noch ein bisschen "Kuchenreserve", die kniebedeckte Länge finde ich optimal, und die gekreuzten Bänder sorgen für den rechten Pfiff. Leider war es heute wie auch an den letzten Tage sehr trüb, so sind die Tragefotos eher suboptimal geraten. Meiner Freude tut das allerdings wenig Abbruch. 

Hier noch einmal die Details: 
  •  Stoff: Wollgemisch von Stoff & Stil, dunkelblau mit Nadelstreifen, 2.00 m
  • Futterstoff: lila Taft, 1,30 m
 Vielen Dank an die Organisatorinnen, Claudia / Bunte Kleider, Katharina/ Sewing Addicted und Nina / Kleidermanie - es war wieder eine wirkliche Freude!

Hier geht es zur Kleiderparade des diesjährigen WKSA - wie immer finde ich es unglaublich, welche Vielfalt an Kleidern wieder entstanden ist.

Euch allen wünsche ich alles Gute für 2018 - bleibt gesund und kreativ!




Sonntag, 10. Dezember 2017

Weihnachtskleid - Schaffenspause

Vor zwei Wochen war mein erster Termin zum diesjährigen WKSA. 
In der folgenden Woche habe ich schon einiges geschafft an meinem Burda-Kleid:
Das Oberteil ist fertig und macht schon ziemlich was her, wie ich finde.
Es war nicht schwer zu nähen, und mein Wollstoff macht auch keine Zickereien.

Anders als in der Anleitung angegeben, habe ich das Kleid gefüttert mit diesem lila Taft:

Ich mag es, wenn das Innenleben kontrastfarbig ist. Das sehe zwar nur ich, wenn ich das Kleid an- oder ausziehe, aber für mich ist das ein ganz besonderes Extra im Gegensatz zu Kaufkleidung, bei der das Futter in der Regel Ton in Ton gefärbt ist.

Auch die Rockteile habe ich schon angenäht, und das Ganze sieht nun schon richtig nach Kleid aus.

Die Seitennähte sind noch nicht geschlossen, deswegen hängt das Kleid auf der Puppe noch etwas auf "halb acht". Eine provisorische Anprobe hat immerhin ergeben, dass es gut passt. In der Länge werde ich wohl noch etwas abnehmen, aber das entscheide ich später.

Dies ist der Status vom letzten Wochenende  - seither habe ich keinen Stich mehr genäht. Es ist einfach zu viel los im echten Leben, und abends konnte ich mich diese Woche einfach nicht mehr aufraffen. Auch dieses Wochenende ist verplant - ich setzte auf das nächste, wo bisher noch nichts im Kalender steht.

Es fehlen noch die Seitennähte, der Reißverschluss, der Saum. Und eventuell Ärmel. Diese habe ich ja zugeschnitten, da das Original 3/4-Ärmel vorsieht, aber damit kann ich mich einfach nicht anfreunden. Ich denke, das würde zu dunkel und drückend werden. So ärmellos gefällt mir das Kleid nämlich sehr gut.

Ich wurde gefragt, ob ich an den überkreuzten Taillenbändern noch Pailetten oder Perlen für den Weihnachtsglamour anbringen würde. Ehrlich gesagt, ist Glitzer und BlingBling an der Kleidung generell eher nicht meine Sache. Mein Weihnachtsrock von 2014 hat Glitzerpailetten, und ich habe ihn bisher nur zwei Mal getragen, da es einfach an Gelegenheiten fehlt. Dieses Kleid soll (wie auch das Modell von 2015) alltagstauglich werden, ich will es vor allem im Büro tragen, und es dann lieber mit Schmuck ein bisschen aufpeppen.

Nun hoffe ich, dass sich das eine oder andere Zeitfenster noch auftut für mich, damit mein Kleid noch fertig wird vor dem Fest.Vorher gehe ich aber mal schauen, was sich bei euch anderen so getan hat - hier entlang geht es zur Linksammlung.




Mittwoch, 29. November 2017

Ninja!

Nach meinem erhebenden Näherlebnis mit dem Stadtmantel von Crafteln war ich so begeistert von den Schnitten , dass ich mich gleich auf den nächsten Schnitt aus der Kollektion von Stokx gestürzt habe: Das Ninja-Kleid.

Dafür habe ich mir diesen wunderschönen Jacquard von Traumbeere gegönnt:
 Den hatte ich schon für meinen Vogelmantel vernäht und war begeistert von der Qualität. Ganz sicher, ob sich der etwas dickere Stoff für den weich fallenden Kragen des Kleides eignen würde, war ich allerdings nicht.


Versuch macht kluch, sagt man hier im Norden, und so machte ich mich an den Zuschnitt. Empfehlung: Den Schnitt unbedingt plotten lassen! So kann man nicht nur direkt aus dem festen Plot-Papier den Schnitt ohne Kopieren gleich ausschneiden, sondern hat auch keinen Ärger beim Zusammenkleben der Teile. Wie ihr oben sehen könnt, sind die nämlich nicht ganz klein, und so stellt der Zuschnitt zumindest platzmäßige Herausforderung dar. Was aber einen Hauch Glamour verleiht ist, dass Crafteln alle Schnitte personalisiert. Auf dem Schnitt und auf der Anleitung steht "exclusif für ..." - das gibt der Sache doch gleich ein bisschen Glanz, finde ich!

 Die zugeschnittenen Einzelteile wurden zusammen mit dem übrigen Handwerkszeug und dem Maschinenpark ins Auto geladen, denn genäht wurde bei Frau Dashabichselbstgemacht zusammen mit Frau Kape Anlumi.

Und tatsächlich schaffte ich neben dem Pflichtprogramm, einem T-Shirt, auch das komplette Ninja-Kleid zu nähen. Denn das ist wirklich gar nicht schwer.

Die Kapuzennaht habe ich, abweichend von der Anleitung, mit einer französischen Naht genäht, damit es auch von innen sauber aussieht. Ansonsten habe ich brav nach Anleitung genäht und überhaupt keine Probleme.


Nach eingehender Beratung mit den beiden Nähfreundinnen wurde entschieden, die Ärmel nach außen umzuschlagen, um die schöne rote Rückseite sichtbar zu machen. Abends um halb neun wurden dann auch noch die letzten Zierstiche an den Ärmeln angebracht, und das Kleid war fertig.
 
Eine Sache muss ich allerdings anmerken - es fällt SEHR groß aus. In der Anleitung stehen die Körper- und die Fertigmaße des Kleidungsstücks sowie die Anmerkung, die Größe nach Brustumfang auszuwählen. Die danach ermittelte Größe 4 war sehr sehr weit. Größe 3 hätte es locker getan, und so hatte Sabine einige Arbeit mit mir beim Abstecken. Glücklicherweise ist der Schnitt aber so angelegt, dass man Anpassungen sehr leicht vornehmen kann.

Gleich am nächsten Tag wurde das Kleid ausgeführt. Zum Mittagessen nach Gut Basthorst im Lauenburgischen (ja, "das Gut von Vicky Leandros").
 
Die Vorbereitungen zu den Weihnachtsbasaren waren schon in vollem Gange (s. die große Tanne links am Bildrand, die aufs Aufstellen wartet), aber an dem Tag war es noch menschenleer, und so konnte ich das erste Mal das Gut abseits von den sonst üblichen Besuchermassen erforschen. Eine Kulisse für die "Modefotos" war schnell gefunden:



Die Wiese war leider sehr sumpfig, und mit meinen Absätzen piekste ich lustig Löcher in den Boden, die gleich mit Wasser volliefen. Der Wind spielte auch ab und zu lustig mit, deshalb sehe ich ein bisschen verwegen aus. 

Aber das Ninja-Kleid gefällt mir gut. Der Stoff hält schön warm und fällt trotzdem schön am Hals. Und er hat die für meinen Geschmack genau richtige Stabilität, um nicht "fipsig" zu wirken.

Ach ja, und warum es Ninja-Kleid heißt, seht ihr hier:

Nachdem es beim Fotografieren doch recht kalt und ungemütlich geworden war, gab es zur Belohnung ein ganz leckeres Mittagessen in der Gutsgaststätte.

Man sitzt da ganz urig in ehemaligen Pferdeboxen und hat neben einer kleinen feinen Speisekarte auch die Auswahl aus einem reichhaltigen Spirituosenangebot, das auch gutseigenen Whisky beinhaltet.
 Ein gelungener Sonntagnachmittag mit gelungenem Kleid, das ich sicher oft und gerne tragen werde. Auch ein Shirt werde ich unbedingt noch nach dem Schnitt nähen (diesmal aber gleich eine Größe kleiner) - erst einmal kommt aber das Weihnachtskleid, zu dem uns die Crew vom MeMadeMittwoch wieder eingeladen hat.

Dort gehe ich jetzt auch einmal luschern, was die anderen Damen heute zeigen. Im Eröffnungspost zeigt uns Wiebke heute ein Hemdblusenkleid und beschreibt ihre Nöte bei den Anproben. Ich glaube, so oder ähnlich kennt das jede von uns!
Habt einen schönen Tag!














Samstag, 25. November 2017

Weihnachtskleid 2017: Ich habe mich entschieden und habe sogar Stoff

... so lautet die heutige Überschrift zum WKSA 2017, veranstaltet von Claudia / Bunte Kleider, Katharina/ Sewing Addicted und Nina / Kleidermanie.
An dieser Stelle schon einmal ein dickes Dankeschön! an das Trio, dass die schöne Tradidion des gemeinsamen Weihnachtskleid-Nähens fortgeführt wird.

Darauf hatte ich nämlich schon im Oktober spekuliert und mir bei Stoff & Stil bereits einen marineblauen Wollstoff mit feinen Nadelstreifen gekauft. Denn der Schnitt war damals schon klar:
Etuikleid 116B aus der September-Burda, der im Heft sogar als separater Schnitt beigelegt war.
Auf den Schnitt hatte mich Mamamachtsachen gestoßen: sie hatte den Schnitt auf Instagram gepostet, und ich fand den gleich so ansprechend, dass ich mir seit Jahren mal wieder eine Burda gekauft habe.

Bildquelle: Burda

Beim Nähtreffen bei Frau Dashabichselbstgemacht zusammen mit Frau Kape Anlumi gab es dann einen Lacher: Wir hatten alle drei den gleichen Schnitt ins Auge gefasst und auch alle drei den Stoff parat:

Passt der Rosé-Sekt nicht herrlich zum Schnittmuster? *lach*
Mein Stoff ist oben in der Mitte, leider wirkt er darauf schwarz. Der graugestreifte rechts gehört zu Kape Anlumi, und der schöne bräunliche mit dem Hahnentritt zu Dashabichselbstgemacht.
Ob alles Weihnachtskleider werden, ist noch die Frage, aber sicher werden wir drei in absehbarer Zeit das gleiche Modell im Schrank beherbergen.Ich finde das Bombe und bin gespannt, wie die drei Kleider aus den unterschiedlichen Stoffen wirken werden!

Letzte Woche habe ich zugeschnitten - die 1.70 m, die für meine Größe angegeben werden, haben genau ausgereicht. Das finde ich super, denn ich mag es überhaupt nicht, wenn man am Ende eines Projekts noch Reste übrig hat, die für nichts so recht reichen wollen. 

Bei meinem Stoff unterscheidet sich die Vorderseite nicht von der Rückseite, so habe ich beim Zuschnitt schon mit allen Tricks gearbeitet und alle Markierungen mit weißem Kajalstift (darauf schwöre ich, der bleibt schön lange sichtbar und lässt sich bei Bedarf einfach rauswaschen) angebracht und dabei auch die jeweilige Rückseite markiert. Ich bin nämlich Expertin darin, die falschen Teile zusammenzunähen...


Ob ich das Modell tatsächlich mit langen Ärmeln nähen werde, bleibt allerdings fraglich. Der Originalschnitt sieht nicht einmal Futter vor, das geht bei meiner Stoffwahl gar nicht. Also habe ich Futterteile und Halsbelege gebastelt, allerdings noch kein Ärmelfutter. Dreiviertelärmel finde ich für ein Winterkleid aus warmem Stoff irgendwie suboptimal, und eigentlich trage ich am liebsten langärmelige Shirts zu ärmellosen Etuikleidern. Alternativ liebäugele ich mit ganz kurzen oder Kappärmeln - mal sehen, wie die Entscheidung am Ende ausfällt.

Letzte Woche waren es über 90 Teilnehmerinnen, die ihre Ideen wältzen - ich bin gespannt , wie es nun weitergeht und schaue hier nach. 


Mittwoch, 25. Oktober 2017

Pusteblumenknoten


Eigentlich bin ich ja auf Stoffdiät.

Aber wie bei jeder Diät soll man sich ab und an etwas gönnen - und so gönne mir ab und an kleine Lustkäufe.

Der letzte bestand aus drei Biojerseys, die mich im Onlineshop von Myo Stoffe angesprungen haben. Zwei davon wurden zeitnah zu Frau Marlenes vernäht
.
Der graue Jersey mit den weißen Pusteblumen sollte aber ein Kleid werden. Frau Liese als Kleid, die ich schon mehrfach als Kleid genäht habe, war ursprünglich der Favorit.

Als ich de Jersey dann aber in der Hand hielt, fand ich, dass er mit seiner weichen Anfassqualität auch für einen anderen Schnitt passend wäre. Die Bemerkung von Kape Anlumi, dass ich doch schon so viele Liesen hätte, gab den Ausschlag zur Planänderung: Twist Knot aus Ottobre 5/13 war nun der Schnitt der Wahl.

Auch dies ist ein bewährter Schnitt. Die erste Version, hier zu sehen, habe ich mir gleich zu Anfang meiner Nähkarriere genäht aus einem wild gemusterten Viskosejersey. Das Kleid trage ich sehr gerne, leider ist das Material für kühle Tage zu dünn. Die zweite Variante, hier gezeigt ist inzwischen entsorgt, da der Stoff zum einen ebenfalls sehr dünn und flutschig war (ein Reinfall beim Onlinekauf), und außerdem extrem pillte.

Ein Schnitt, den ich bereits mehrfach genäht habe, führt bei mir gerne dazu, dass ich schluderig werde. Nach dem Motto, ist mir schon ein paarmal geglückt und war nicht schwierig, da muss ich nicht so doll aufpassen.

So passierte es, dass ich ein oberes Rückenteil zuschnitt, dass partout nicht zum Rest passen wollte. Erst nach reiflichem Überlegen fiel mir auf, dass in der Plastiktüte, in der ich meine Schnittmuster aufbewahre, noch ein anderer Schnitt einsortiert war, und ich das falsche Schnittteil erwischt hatte. Der Zuschnitt war zum einen zu breit, zum anderen zu lang. Das ließ sich natürlich korrigieren. Als Folgefehler wurde dann allerdings der Stoff etwas knapp. War ich bei den anderen beiden Kleidern mit 2 m gut ausgekommen, musste ich hier ziemlich tricksen. Den Rockteil musste ich etwas verschmälern, und auch die langen Ärmel bekam ich nur mit Mühe raus. 
Außerdem habe ich das hintere Taillenband viel schmäler zugeschnitten als vorgegeben. Dies aber nicht aus Stoffnot, sondern aus der Erfahrung, dass die in der Anleitung eingekräuselte Version enorm aufträgt und die dicken Stofflagen ganz schlecht zu nähen sind. 

Genäht war das Kleid dann allerdings sehr schnell. Wenn man sich genau an die Anleitung hält (das ist normalerweise keine Stärke von mir, aber war mir von den vorherigen Kleidern in Erinnerung geblieben), ist das Knotenteil keine Hexerei.  
Die dicken Stellen an den Seiten, an der die Taillenbänder aufeinandertreffen, habe ich erst mit der Nähmaschine geheftet und dann mit der Ovi genäht, die so problemlos mit der dickeren Lage Stoff zurechtkam.
Besonders stolz bin ich auf die Einfassung des hinteren Halsausschnitts, die ist mir wirklich sauber gelungen. Ebenso wie die kleinen Abschlüsse an den Ärmeln, die ich aufgrund der Stoffknappheit ansetzen musste. 


Trotz aller Hürden ist das Kleid also ein Twist Knot geworden, und anlässlich eines 60. Geburtstags wurde es ausgeführt. Hier zu sehen auf dem Ponton des Lübecker Segelclubs, in dessen Restaurant die Party stattfand. 
Eine ganz wackelige Sache, aber eine super Location mit Ausblick auf die ganz dicken Villen der Lübecker oberen Zehntausend. Lecker Essen gab es übrigens auch 😊

Wie schon seine Vorgänger ist das Kleid bequem, ich finde es sehr kleidsam, und es lässt sich gut mit einem Jäckchen oder Blazer drüber kombinieren, wenn es etwas kühler ist.

Bei der Feier trug ich meinen Wardrobe Basic als Ergänzung, was zugegebenermaßen ein bisschen blass macht. Aber schaut mal, beim Bummel in Hamburg neulich ist mir dieses goldgelbe Jäckchen zugelaufen, ist das nicht eine super Kombi zum Kleid?
Grau / gold oder grau / curry ist seit letztem Herbst eine meiner Lieblingskombinationen. Vielleicht brauche ich noch ein Tuch in diesen Farben, was meint ihr?

Verlinkt zu Memademittwoch