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Dienstag, 28. Februar 2017

Ein Hauch von Nichts - Abschiedsschal "Ways of Life"

Eine liebe Freundin, der ich meine Nähkarriere verdanke, hat Geburtstag.
Kürzlich hat sie das Lace-Stricken für sich entdeckt - und ich habe ihr zum Geburtstag einen ganz leichten, hauchfeinen Frühlingsschal gestrickt.

Ein echter Hauch von Nichts - er wiegt nur 75g!



Verstrickt habe ich 50 g Rowan Kidsilk Haze Stripes in der wunderbaren Farbe CIRCUS. Ein wahres Überraschungsknäuel - Schon beim Stricken war es eine wahre Freude, die Farbwechsel zu beobachten:

Die Farben des Rowan-Garns sind unglaublich leuchtend, und das Garn (70% Mohair / 30% Seide) ist ganz weich - eine wahre Freude für Augen und Hände!
Da ein Knäuel Rowan von 50g nicht ausreichte, habe ich das bunte Garn ergänzt durch Drops Kidsilk  in hellgrün. Das Drops-Garn hat die gleiche Lauflänge wie Rowan, und unterscheidet sich in der Zusammensetzung nur minimal mit 75% Mohair und 25% Seide. In der Haptik konnte ich keinen Unterschied feststellen.


Das Muster habe ich selbst entwickelt. Es heißt "Ways of Life".


 Es symbolisiert die Wege, die das Leben nimmt - und dass Wege, die sich trennen, auch wieder zusammenfinden. Die Farben zeigen, dass das Leben ganz schön bunt ist. Stimmt doch, gell?

Das Muster ist - obwohl es kompliziert aussieht - recht eingängig und strickt sich nach ein paar Wiederholungen auch ohne Anleitung.
Hier entlang geht es zur kostenlosen Anleitung auf Ravelry. Neben einer ausformulierten generellen Anleitung gibt es eine Strickschrift für das Lacemuster. 

Rowan habe ich verstrickt, bis das Garn wieder einen grünen Abschnitt hergab, danach habe ich das Drops-Garn bis zum Ende gestrickt, und dann den Rest Rowan als Abschluss. So ergeben sich beim Wickeln des Schals unterschiedliche Effekte, je nach Wickelrichtung. Mir gefällt besonders gut die pinkfarbene Abschlusskante.
Trotz des superleichten Materials ist der Schal recht warm und natürlich ganz kuschelig. Und mit den leuchtenden Farben gibt er einen wunderbaren Farbklecks ab in diesen trüben Tagen.

Fertig misst er übrigens ca 1.80 m in der Länge und fast 50cm in der Breite. Ein riesiges Leichtgewicht, ein wahrer Hauch von Nichts!
Die Beschenkte hat einen pinkfarbenen Regenmantel - zu dem wird dieser Schal ganz famos passen!
Schön verpackt, mit Pflegehinweis versehen und um eine selbstgemalte Karte ergänzt, hat sich der Schal schon auf den Weg gemacht. Zu dieser und weiteren selbstgemalten Karten schreibe ich in Kürze noch mal mehr, ich habe nämlich noch eine neue Liebe entdeckt...

Was ich übrigens bei der Entwicklung des Musters und des Probestrickens besonders spannend fand, war die Tatsache, dass das Muster völlig anders herauskommt, wenn es aus anderem Garn gestrickt wird. Der Effekt ist verblüffend. Meine Proben habe ich aus cremefarbener Alpakasilk gestrickt, und hier kommen die Strukturen ganz klar heraus, auch ist das Gestrick insgesamt viel schmaler trotz gleicher Nadelstärke (3.0) - faszinierend!
Damit will ich euch alle ermutigen, auch einmal Muster auszuprobieren, wenn ihr nicht das in der Anleitung angegebene Material zur Hand habt.  Nur Mut! Länge und Breite lassen sich einfach variieren, und so sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

Verlinkt zu
Creadienstag
Häkelline
Maschenfein - auf den Nadeln März


Mittwoch, 1. Februar 2017

Loppa-Mantel: Kuschelfreund!

Mitte November  habe ich mich von einigen Damen in Frau Maschenfeins Facebook-Gruppe überzeugen lassen, dass ich zu meiner Herbst-Loppa unbedingt und dringend auch noch eine zweite Loppa benötige.

In meinem Wolle-Lager befand sich noch eine größere Menge Drops Alpaka und Kidsilk in Lila, die für einen Mantel vorgesehen waren - warum also nicht für einen Loppa-Mantel?

Gedacht, gemacht und angenadelt - über die Fortschritte habe ich hier und hier und hier  berichtet.
Und jetzt ist er fertig mein erster Strickmantel und eine echte Fleißarbeit:

Meiner ursprünglichen Idee folgend, habe ich statt einer Knopfleiste und Hals- und Saumbündchen umlaufend eine I-Cord gestrickt. Hierzu habe ich das feine Milano-Garn zweifädig gestrickt, so ergibt sich eine Kordelbreite, die nicht vom Mantel verschluckt wird.


Ich mag diesen Abschluss sehr gerne, er ist schön clean und dezent. 
Auch an den Ärmeln habe ich den I-Cord gestrickt, und in den eingesetzten Taschen blitzt ein kleines Muster hervor.

Normalerweise weiche ich fertig Gestricktes über Nacht im Waschbecken, spanne es gegebenenfalls und lasse es dann trocknen. In der Strickgruppe erhielt ich den Tipp zu Dämpfen,  und das habe ich an diesem Mantel ausprobiert. Und ich bin begeistert vom Ergebnis.

Leider kann man den Unterschied auf dem Foto schwer erkennen. Links (glatte I-Cord) habe ich schon gedämpft, die Maschen sind ganz glatt und klar, rechts, wo sich die Kante noch wellt, ist das Maschenbild noch ziemlich buckelig. Das Tollste ist aber, dass man das fertige Teil nach dem Dämpfen gleich tragen kann, es muss nicht erst noch lange trocknen!

Da ich keine Knopfleiste gestrickt habe, fielen Knöpfe als Verschluss aus, und so habe ich Haken und Ösen im I-Cord versteckt.

Und das gute Stück am vergangenen Samstag bei bestem Wetter ausgeführt. Der Mantel ist so warm und die Temperaturen waren so mild, dass ich keine zusätzliche Jacke brauchte. Und was für ein Zufall, mein Lace-Schal passt auch noch genau dazu!


Insgesamt hätte der Mantel gut 10 cm kürzer sein können. Das Zuviel an Länge fiel mir allerdings erst auf, als die Taschen schon eingestrickt waren. Nun fällen die sehr tief sitzenden (und auch ziemlich klein geratenen) unter die Kategorie "It's not a fail. It's a feature!"
Auf den Fotos könnt ihr unseren "Fjord" sehen - einer meiner Lieblingsplätze, zu dem ich von zu Hause aus nur etwa 10 min. zu Fuß laufe. Immer wieder schön dort am Teich, und auch immer wieder eine tolle Kulisse!


Verbraucht habe ich von Lamana Milano je 1 Knäuel in perlgrau, marmor und anthrazit und 2 Knäuel silbergrau, dazu 7 Knäuel Drops Alpaka und 6 Knäuel Kid Silk verbraucht. Was mich sehr erstaunt hat war, wie sehr das Mitführen von so einem unscheinbaren Fädchen Kidsilk die Haptik verändert und das Gestrick "aufflauscht". So ist der Mante echt ein Kuschelfreund geworden, der mich hoffentlich lange begleitet.

Gestrickt habe ich dieses Mal mit NS 3 (Musterteile) und 3.5 (Körper, Ärmel) eine Größe zwischen S und M (Loppa ist ein echter Schlankmacher, was die Größenfindung angeht), und die Länge nach den Zunahmen für die Hüfte einfach gerade runtergestrickt.

Verlinkt zum Me-Made-Mittwoch, wo es heute wieder viel Inspiration an Selbstgenähtem zu sehen gibt.

Ich schau auch vorbei bei:
Stricklust
Häkelline






Sonntag, 15. Januar 2017

Loppa-Mantel: Endspurt!

Mein Jahrensendprojekt 2016 geht in die Endrunde: Mein Loppa-Mantel!

Beim Zwischenstand letzte Woche knobelte ich mit ein paar Denkaufgaben.

Zum einen war der Kragen sehr "halsfern" geraten, da ich auf das eigentlich vorgesehene Halsbündchen verzichtet hatte. Der Plan lautete ursprünglich, dass statt Bündchen und Knopfleiste ein I-Cord um die Kanten herum gestrickt werden sollte. Ich mag I-Cords sehr gern! Kehrseite war, dass der Ausschnitt dann mittels weiterer Musterreihen und verkürzter Reihen verkleinert werden musste.
Oder doch lieber ein Bündchen und Knopfleiste? So wäre das Problem des offenherzigen Ausschnitts gelöst?
Eine kurze Umfrage in Frau Maschenfeins Facebook-Gruppe ergab ein einstimmiges Urteil: I-Cord. UNBEDINGT! Und zwar, weil das verwendete graue Garn (Milano aus dem Hause Lamana) sehr fein ist, zweifädig.
Somit stand ich vor einer Herausforderung: Eigenständig verkürzte Reihen konstruieren, und damit den Ausschnitt anpassen. Und das auch noch im Muster!
Was soll ich sagen - ich musste gar nicht lang probieren. Ich habe Maschen aus dem Anschlag aufnehmen, und in den einfarbigen Runden des Mustersatzes einfach drei Mal verkürzte Reihen gestrickt. War gar nicht schwer, und die Lösung jetzt gefällt mir sehr.

Damit war die Arena frei fürs Steeken. Diesmal habe ich die Maschen nur abgehäkelt mit sehr feinem Spitzengarn. (Bei der ersten Loppa hatte ich die Ränder nach dem Steeken auch noch mit der Nähmaschine bearbeitet, was sich aber als nicht notwendig erwiesen hatte.)



Da ihr ja gerne schreckliche Bilder seht - hier wird gesteekt (nicht geeignet für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren):

 Für die Zweifler unter euch: Es ist wirklich nicht schlimm! Ich habe den Mantel übers Bügelbrett gezogen, mit Stecknadeln fixiert und munter zwischen den Häkelmaschen mittig geschnitten. Alles kein Problem. Man muss nur beim Aufhäkeln darauf achten, beide Maschenbeinchen zu umfassen und die Kettmaschen fest anzuziehen. Traut euch nur!

Und so ist nun ein Mantel aus der Jackenwurst geworden:


Ein Detail will ich euch noch zeigen:
Zum einen bin ich stolz wie Oskar über das super gleichmäßige Maschenbild bei dem Muster am Saum. Im Gegensatz zur Passe hatte ich dieses nicht mit Holznadeln, sondern mit Bambusnadeln gestrickt. Die sind viel weniger glitschig, und daraus ergibt sich dieses schöne Bild!


Zum anderen hatte ich die Saumkante gleich mit der doppelfädigen I-Cord abgekettet, und der Effekt gefällt mir supergut.
Jetzt kommt nur noch die Fleißarbeit von ca 3 m I-Cord auf mich zu - und dann ist mein Mantel fertig. So lange wird es sicher auch noch kalt genug bleiben, dass ich ihn diesen Winter noch tragen kann.

Was andere so stricken, könnt ihr hier sehen:  Maschenfein - auf den Nadeln im Januar
Andere kreative Werke und Inspiration bietet der  Creadienstag

Ach ja, eines kann ich euch versprechen: Mein nächstes Projekt auf den Nadeln wird ein fühlingshaftes. Ganz ehrlich!

Samstag, 7. Januar 2017

Loppa-Mantel: Fleißarbeit

Seit Dezember stricke ich an meinem Loppa-Mantel.
Wie sich herausstellt, ein echtes Fleißprojekt. Nach Weihnachten hatte ich die Ärmel abgeteilt und ein Stück Rumpf gestrickt (<klick> hier zum letzten Post).

Über die freien Tage zum Jahreswechsel, die wir gaaaanz ruhig verbracht haben, hatte ich schön viel Strickzeit, und so bin ich inzwischen ein gutes Stück weiter.

Damit mir nicht am Ende die Wolle ausgeht, habe ich die Ärmel zuerst gestrickt, und am Bündchen wieder ein Stück des Norwegermusters eingefügt. Statt eines normalen Rippenbündchens habe ich ein I-Cord als Abschluss gestrickt. 

Außerdem gefiel mir der Gedanke, dass die Jacke Taschen bekommen sollte. Also habe ich nahtlos eingestrickte Taschen konstruiert.


  Fertig eingestrickt sehen sie so aus:

Eine kleine Bordüre im Norwegermuster blitzt oben aus den Taschen heraus. Da der einfarbige Rumpfteil sehr lang ist und damit ziemlich massiv wirkt, finde ich das ein lustiges Detail, das die Front des Mantels etwas auflockert.  



Längenmäßig bin ich nun fast fertig - ich werde noch das aktuelle Knäuel Alpaka zu Ende stricken und dann noch eine Musterbordüre als Abschluss anfügen. Aktuell habe ich sechs Knäuel Alpaka und 5 Knäuel Kid Silk verbraucht. Ein sehr sparsames Modell, wie ich finde!


So sieht der Mantel von vorne aus. Leider sind nicht die Ärmel zu kurz geraten, sondern die Taschen sind, trozt vorheriger Anprobe, zu tief gerutscht. Da sie aber ohnehin zu klein sind, um sich die Hände darin zu wärmen, werde ich sie so lassen. Ribbeln kommt nicht in Frage. Als Taschentuchdepot reichen die Täschchen allemal aus.

Nun treibt mich eine Frage um: 
Die Originalanleitung beginnt mit einem Rippenbündchen am Halsausschnitt, bevor der Musterteil beginnt. Ursprünglich hatte ich geplant, den Mantel rundherum mit einem I-Cord zu stricken, wie ich es bei den Ärmeln ja schon gemacht habe. Nun ist der Ausschnitt am Hals allerdings noch sehr "halsfern" und muss auf jeden Fall noch weiter geschlossen werden. 

Lösung 1: Ich stricke oben noch ein Stück Musterrapport an, evtl mit verkürzten Reihen, und dann, nach dem Steeken, den I-Cord rundherum. Frage dazu: Wird so ein zierliches I-Cord bei dem massiven Mantel nicht verschwinden? Das am Ärmel ist aus 4 Maschen. Wenn ich 6 Maschen nehme, würde das funktionieren?

Lösung 2: Ich stricke doch ein Halsbündchen und eine Knopfleiste an, und ändere die Ärmelbündchen. Problem dabei: Dann muss richtigerweise noch ein Bündchen an den Saum - wie verhindere ich dabei, dass sich das Gestrick zusammenzieht? Der Mantel soll keine Tulpenform bekommen!

Was meint ihr dazu? Ich freue mich über Denkanstöße!
Bestimmt bekomme ich die beim Creadienstag, oder bei  Maschenfein!














Dienstag, 27. Dezember 2016

Ich tue es wieder: Loppa Nr 2

Beim Herbstjäckchen-Knit-Along in diesem Jahr habe ich mir eine wunderbare Jacke gestrickt: "Loppa", nach einer Anleitung von Pinneguri (hier entlang zur Anleitung auf Ravelry, die es inzwischen sogar auf deutsch gibt).

Diese Jacke löste in der Facebook-Gruppe von Frau Maschenfein einen regelrechten Hype aus. Nachdem mein Jäckchen fertig war, strickten und stricken viele Damen  nach der gleichen Anleitung.
Da kann ich doch nicht zusehen? - Andererseits: Das Norwegermuster war schon eine ganz schöne Herausforderung. Soll ich mir das noch einmal antun?
Die Antwort lautet - JAAA!
In meinem Stash lagert schon geraume Zeit eine größere Menge Drops Alpaka in rotlila, und dazu passend Drops Kidsilk in dunkellila. Beides zusammen sollte ein Mantel werden - warum also kein Loppa-Mantel?

Erste Herausforderung, wie auch beim ersten Modell, war die Farbauswahl. Rotlila war ja gesetzt, und es galt, eine passende Farbstellung drumherum zu finden. Ein Garn hatte ich schon im Blick, Lamana Milano, verstrickt bei meinem geliebten Whippet, und erhältlich in vielen Farben. Dank einer Farbberatung von Frau Maschenfein und den Mitstreiterinnen aus der Facebook-Gruppe entschied ich mich so:

Hauptfarbe: Rotlila, 1. Kontrastfarbe: Silbergrau, dazu anthrazit, perlgrau und marmor. Das Rose habe ich als Joker mitbestellt, um ein bisschen spielen zu können .

Angestrickt wurde Mitte November, und promt passierte der erste Kinken: Ich habe beim Schließen der Runde die Maschen verdreht und einen schönen Möbius prozuziert.
 Aufribbeln kam nicht in Frage. Schon mit diesen paar Musterreihen hatte ich mich gewaltig gequält. Also habe ich beherzt zur Schere gegriffen und den Möbius aufgeschnitten. Da die Jacke in Runden gestrickt wird, wird sie am Ende ohnehin aufgeschnitten (gesteekt), und dafür gibt die Anleitung extra Steekmaschen vor. Bei Reihe 1 - 8 fehlen die nun 😏

Nachdem die erste Herausforderung gemeistert  war, stellte sich die nächste: Die gewählten Farben waren nicht besonders gut voneinander zu unterscheiden, sondern sehr kontrastarm. Das Rosé, dass ich in der aktuellen Runde verstrickte, war nicht vom silbergrau zu unterscheiden. Das machte das Stricken im Muster deutlich schwieriger. 

Ein guter Tipp ist, vorher die Garnfarben zu fotografieren, und die Aufnahme auf schwarzweiß zu ändern. Sind die Farben auch in Graustufen immer noch gut voneinander zu unterscheiden, dann ist der Kontrast ausreichend. Wie in meinem Fall zu erkennen, ist er das in diesem Beispiel nicht. Also wurde rosé gestrichen aus der Farbpalette und durch rotlila ersetzt. Zusammen mit dem Anthrazit konnte ich zwei starke Farben mit drei blassen kombinieren und mich so durchs Muster tricksen:
 Dies ist der Stand nach 2 Tatorten und 9 Folgen House of Cards - das Muster hat mich dieses Mal wirklich Zeit (und Nerven!) gekostet. Aber ab hier geht es einfach zweifädig mit Alpaka und Kid Silk weiter, das läuft wie geschmiert.
 Die Ärmel sind nun abgeteilt, und die Runden um den Körper sind nun schnell gestrickt.
 Nun bin ich am Ende der Taillenabnahmen, demnächst wird wieder zugenommen 😊

Ganz besonders angetan bin ich vom Strickbild und der Haptik der Alpaka/Kidsilk-Kombination.
Die ist sowas von weich und flauschig, da ist das Stricken die reine Freude! Da die KidSilk im Farbton etwas anders ist als Alpaka und natürlich durch den Mohairanteil auch flauscht, ergibt sich außerdem ein schön meliertes Ergebnis, dass den langen Körperteil des Mantels etwas auflockert.

Bisher bin ich - trotz aller Startschwierigkeiten - schon ganz begeistert von meinem neuen Mantel. Und ganz besonders spannend find ich, wie völlig unterschiedlich das gleiche Muster wirkt, wenn es in verschiedenen Farben gestrickt wird.

Mein Beitrag wandert nun zum Creadienstag, und auch zu Maschenfein
Habt eine gute Woche!


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Honigsüß im Arboretum

Dieses Jahr gab es hier in Schleswig-Holstein einfach keinen Sommer.
Daher fand ich mein bisher 3. Jäckchenprojekt in diesem Jahr durchaus gerechtfertigt. (Inzwischen ist das 5. Jäckchen in Arbeit...)

Über die Entstehung des neuesten Mitglieds meiner Garderobe habe ich z. B. hier schon geschrieben. Ursprünglich als Projekt für die Fußball-EM gedacht, erwies es sich doch als aufwändiger als gedacht, und es zog sich ein bisschen hin. Einmal, weil man ohne Ende Muster stricken muss,die auf verschiedenen Seiten der Anleitung gedruckt sind und man ständig hin- und herblättern muss, zum anderen, weil Drops Alpaka ein feines Garn ist und Stricken mit Nadeln Nr. 2,5 und 3 halt seine Zeit dauert.

Anfang August war das knallige Jäckchen endlich fertig und hat mich bei einem Ausflug nach Ellerhoop ins Arboretum fein gekleidet und gewärmt. Leider komme ich erst jetzt dazu, die Bilder zu seigen und von dem Ausflug zu berichten.


Das Arboretum ist so etwas wie eine Dauer-Gartenschau. Ein Besuch lohnt sich fast zu jeder Jahreszeit, und übers Jahr gibt es verschiedene Sonderveranstaltungen.



Außerdem kann man formidabel Kuchen und auch kleine Speisen im Gartencafe zu sich nehmen. Und natürlich in Blütenpracht schwelgen!

Das Arboretum ist zwar für das Publikum ein wunderschöner Park, unterstützt aber auch die theoretische und praktische Ausbildung von Gärtnern und Landschaftsbauern sowie den Biologieunterricht in Schulen.

So geben sich die Macher viel Mühe, verschiedene gärtnerische Stile darzustellen und eine große Vielfalt an Pflanzen zu zeiten. Es gibt es einen japanischen Garten, einen Wasserwald mit Bambuspfad,  mediterrane Gärten, Heidelandschaft und natürlich auch einen Küchengarten. Hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Artischockenpflanze gesehen (oben rechts im Bild). Was für eine Schönheit!


Immer wieder beeindruckend finde ich den "Steinzeitwald" - diese Bäume hier (ich glaube, es sind Sumpfzypressen) stehen ganzjährig im Wasser und bilden Wurzeln aus, die nach oben durch die Wasseroberfläche stoßen und den Baum "atmen" lassen.


Bei unserem Besuch Mitte August blühten die Lotosblüten - ein Traum, der See dicht bewachsen mit Lotos, dessen filigrane Blüten aus dem Wasser ragen:


Um ein Haar wäre ich in den Lotosblüten-Teich gefallen - ooops! :)
Die Farbe des Jäckchens - limette - ist für mich eigentlich total ungewöhnlich. Grün kommt in meinem Kleiderschrank so gut wie nicht vor, und knallig grün schon gar nicht. Aber mit dieser Farbwahl bin ich absolut super zufrieden. Das Alpakagarn kratzt auch nicht, und wärmt an kühleren Tagen schön. Ich habe mein Jäckchen gestern ausgeführt, und es hat mich im Büro schön gewärmt ohne zu sperrig zu sein. Ich glaube, ich kann sagen - Volltreffer!

Hier noch mal die Einzelheiten: 
- Anleitung: "Sweet as Honey" - kostenlos übers Garnstudio
- Garn: Drops Alpaka, 6 Knäuel, Farbe Lime (für Gr. M nach Anleitung) - keine Reste, Punktlandung!
- Änderungen: Rumpflänge um ca 5 cm reduziert, Halsbündchen mit Zopfmuster,Knopfleiste verstärkt
- Schwierigkeitsgrad: Die Konstruktion fand ich gut nachvollziehbar, allerdings waren die vielen verschiedenen Musterfolgen eine große Herausforderung. 4 von 5 Sternen. 
- Noch mal? Vermutlich nicht mit dem Lochmuster - viel zu fummelig und im etwas trachtigen Look auch ziemlich speziell. Aber die Passform gefällt mir ausgesprochen gut, von daher - wer weiß, vielleicht mit einem anderen Muster? Allerdings habe ich ja grade schon wieder anderes auf der Nadel und in Planung. 

Mit diesen Eindrücken wandert mein Jäckchen zum MeMadeMittwoch. 
Frau Nahtzugabe teilt offenbar meine Vorliebe für Gestricktes.




Montag, 1. August 2016

Sweet as Honey - Endspurt

Das Jäckchen ist fertig!

In meinem letzten Beitrag bin ich fast an den schier endlosen Bündchen des ersten Ärmels verzweifelt. Kaffebohnenzöpfchen über 16 cm auf NS 2.5 sind einfach fummelig.
Wenn die erst einmal bewältig sind, strickt sich der Rest des Ärmels sozusagen von selbst und ich konnte sogar beim TV-Film mal wieder hinsehen.
Beim zweiten Ärmel habe ich jede Nadel mit den rechten  Zopfmaschen begonnen statt - wie beim ersten Ärmel - mit den linken, und das fluppte viel besser.

Hier das ansehnliche Ergebnis nach zwei Folgen Outlander und einem Star-Trek Film (richtig - das eine hab ich aussuchen dürfen, und das zweite mein Mann :) ):

Ich habe beide Ärmel mit einem provisorischen Anschlag angefangen, daher der helle Faden am Saum. Für den Fall, dass nach dem finalen Waschen und trocknen noch etwas an der Länge verändert werden muss. Zu oft schon musste ich nachträglich an der Ärmellänge korrigieren und den Anschlag mühsam aufdröseln.

Das Rumpfteil hatte ich erst einmal bis auf eine gewisse Höhe gestrickt und dann gespült, um zu sehen, wie die Länge sich verändert. Abgesehen davon, dass das Garn doch ganz schön ausgeblutet ist, reichte die Länge noch nicht aus, und ich habe noch einmal vier Musterrapporte drangestrickt.
Auf diesem Foto kann man sehr gut den Unterschied zwischen dem bereits einmal gespülten Teil und dem frisch angestrickten erkennen:

Was so ein bisschen Wasser und Shampoo doch ausrichten - ich finde das beachtlich.

Der erste Ärmel ist hier schon auf der Nadeln zusammen mit dem Rumpfteil, und die erste Raglanabnahme ist dort auch schon gestrickt:


Wenn sie erst mal fertig sind, gefallen mir die langen Ärmelbündchen richtig gut, und auch der Puffärmeleffekt, der sich durch die Zunahmen nach den Bündchen ergibt, ist sehr schön.

Obwohl ich manchmal an den Musterfolgen verzweifelt bin: Blendenmuster mit Knopflöchern, Ajour- und Zopfmuster auf den Vorderteilen und dem Rückenteil, Zopfbündchen, Raglanabnahmen mit Zopfmuster... strickte sich der Rest des Jäckchens dann doch ganz flink. Mit den Raglanabnahmen reduziert sich die Maschenzahl schnell, und umso flotter geht es vorwärts.


Anders als in der Anleitung vorgesehen, habe ich das Zöpfchenmuster im Halsbündchen fortgeführt. Bei den Zunahmen für die Bündchenmaschen musste ich ein bisschen tricksen, damit der Rapport hinkommt, aber ich finde, der Aufwand hat sich gelohnt. Warum die Anleitung normale Zweierbündchen vorsieht, wo sonst alle Bündchen gezopft sind? Ich vermute, weil genau die Zunahmen zu knifflig zu berechnen waren, um sie passend in die Anleitung für die vielen verschiedenen Größen einzugliedern.

Wider erwarten musste ich nach dem abschließenden Spülbad auch an der Ärmellänge nichts mehr korrigieren. Allerdings hat die Farbe wie schon beim ersten Spülgang verhältnismäßig stark ausgeblutet. Gut, dass ich das Jäckchen nicht einfach in die Maschine geworfen habe!

Bei einem Ausflug nach Eckernförde habe ich im örtlichen Stofflädchen auch die passenden Knöpfe ergattert. Farblich passen die wie die Faust aufs Auge, und mir gefällt besonders gut, dass sie aussehen wie kleine Smileys:

Um das Jäckchen dann wirklich perfekt zu machen, habe ich mich sogar an eine Premiere gewagt – ich habe die Knopfleisten verstärkt. Bei meinem Alpaka-Silk-Jäckchen ist die Knopfleiste leider schon sehr ausgeleiert, das wollte ich bei diesem Jäckchen, dass mich so viele Nerven gekostet hat, unbedingt vermeiden. In meinem Restefundus fand sich ein limettenfarbener Stoff mit weißen Pünktchen, dessen Farbton zwar etwas gelber als die Jacke ist, aber meiner Meinung nach dennoch sehr gut passt.Eine Anleitung dazu fand ich über Pinterest bei Fröbelina.

Ich habe meinen Stoff auf einer Seite mit Einlage bebügelt, was im Nachhinein vielleicht sogar unnötig war, denn jetzt ist die Leiste wirklich sehr steif. Außerdem habe ich die gestrickten Knopflöcher noch mal mit der genähten Knopfleiste verbunden und sie dabei gleich ein bisschen in Form gezogen. So sieht das Ganze dann aus und macht furchtbar gute Laune: 

 
Zwar war das Ganze ein bisschen aufwändig, aber wenn ich mir das Ergebnis betrachte, werde ich wohl auch mein weißes Jäckchen noch entsprechend bearbeiten. Wenn die Knopfleiste durch das Eigengewicht der Knöpfe so labberig herumhängt, verliert das ganze Strickstück seinen Charme.

Damit ist mein neues Jäckchen fertig. Bei den momentan herrschenden Temperaturen werde ich es demnächst sicher schon tragen können – Tragefotos folgen dann an dieser Stelle.

Hier noch mal die Einzelheiten: 
- Anleitung: "Sweet as Honey" - kostenlos übers Garnstudio
- Garn: Drops Alpaka, 6 Knäuel, Farbe Lime (für Gr. M nach Anleitung)
- Änderungen: Rumpflänge um ca 5 cm reduziert, Halsbündchen mit Zopfmuster,Knopfleiste verstärkt
- Schwierigkeitsgrad: Die Konstruktion fand ich gut nachvollziehbar, allerdings waren die vielen verschiedenen Musterfolgen eine große Herausforderung. 4 von 5 Sternen. 
- Noch mal? Vermutlich nicht - viel zu fummelig.


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