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Mittwoch, 1. August 2018

Was zu feiern: Ein Hochzeitsgastkleid

Wer als Gast zu einer Hochzeit eingeladen ist, braucht etwas zum Anziehen.
Trägt die Braut weiß, darf der Gast nicht weiß tragen.
Trägt die Braut kurz, darf der Gast nicht lang tragen.
Soweit die Anstandsregeln, die uns so ähnlich im "Handbuch" zur Hochzeit mitgeteilt wurden, auf der der beste Ehemann und ich vor einigen Wochen gewesen sind.

Während einige Freundinnen sich durch Kataloge wälzten und Geschäfte stürmten, war für mich klar - es wird ein selbstgemachtes Outfit, Ehrensache.

Kurz dachte ich darüber nach, das Hochzeitsgastkleid vom letzten Jahr noch einmal zu tragen. Es gefällt mir nämlich immer noch sehr sehr gut.


Allerdings lagerte in meinem Stoffvorrat schon seit Jahren ein schöner schwarzer Leinenstoff mit einer cremefarbenen Spizenborte und wartete auf seine Bestimmung. Eigentlich war klar: Der wird zum Hochzeitsgastkleid 2018. Und wie zufällig passt das neue Garn Suave Cotton von Pascuali in creme genau dazu - daraus sollte für alle Fälle ein leichtes Jäckchen werden.

Der Kleiderschnitt ist im Wesentlichen der vom Weihnachtskleid 2015. Das obere Vorderteil habe ich, wegen der besseren Passform und des schöneren Ausschnitts, vom Weihnachtskleid 2017 genommen. Wunderbarerweise passte alles ganz gut zueinander, vielleicht, weil beides Burdaschnitte sind.
Futter und Belege habe ich selbst dazu konstruiert - der Oberstoff ist zwar schwarz, aber so ganz ungefüttert wollte ich ihn lieber doch nicht tragen. Als Futter habe ich schwarze Baumwollvoile verwendet, da ich bei warmen Temperaturen Futterstoff aus Kunstfaser überhaupt nicht leiden mag.
Abgesehen vom üblichen Zeitproblem war das Nähen an sich keine große Sache. Beim Reißverschluss musste ich ein bisschen tüfteln, hier habe ich immer noch keinen Trick gefunden, wie man es hinbekommt, dass die Taillennähte zuverlässig aufeinandertreffen. Mit dem erreichten Ergebnis bin ich ganz zufrieden.
Ausschnitt und Ärmelausschnitte habe ich knappkantig abgesteppt. Eine Untersteppnaht will mir hier immer nicht gelingen - lieber habe ich außen eine ordentliche, sichtbare Naht als dieses krumme Gewurschel auf der Rückseite. Beim Leinenstoff stört es auch nicht, dass Steppnähte zu sehen sind, finde ich.

Zum Kleid habe ich mir dann noch ein leichtes Jäckchen gestrickt, "Nuvola" - darüber habe ich hier schon einmal geschrieben. 
Und zusammen ergab sich dann ein wunderbares, bequemes Hochzeitsgastoutfit:


Auch ohne Jäckchen ist das Kleid durchaus tragbar:
Und von hinten past es wie eine Eins (was der Grund war, noch einmal genau den Schnitt zu nähen).
Gottesdienst, Fotografieren, Buffet und anschließender Tanz machten mit dem Kleid wirklich Freude, nichts rutschte, kniff, schnitt ein, sondern es ist einfach nur bequem und trotzdem festlich.Aber nicht zu festlich als dass man es nicht auch zu geringeren Anlässen tragen könnte. Genau meins!

Ein Foto mit dem Brautauto darf natürlich nicht fehlen. Ist das nicht ein toller Wagen? Original mit Blumenvase innen, ein echter Traum! Und dieses blau - wirklich eine Augenweide. 

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Mittwoch, 11. Juli 2018

Stoffdiät im Juli: Auf und ab...


Willkommen zur Stoffdiät im Juli!

Ich nehme es gleich vorweg: Dieses Mal bin ich ganz schön stolz auf mich, denn in den vergangenen Wochen seit dem letzten Treffen habe ich einiges weggenäht, und die Stoffkiste schließt wieder💪

Was genau ich alles geschafft habe, zeige ich gleich - allerdings beichte ich erst einen Besuch auf dem Lübecker Stoffmarkt, der Ende Mai stattgefunden hat:
Eigentlich brauchte ich nur einen Reißverschluss und Satinband. Und nachdem ich die erste Hälfte der Stände in Augenschein genommen hatte, darunter mein Lieblingsstand, war ich vom Angebot ziemlich ernüchtert. Das würde ja ein billiger, stoffdiätgünstiger Besuch werden.
Doch dann kam alles anders, und es liegen hier:
- blaue einfarbige und gemusterte Viskose für eine Tunika aus einer älteren Herbst-Ottobre
- ein gelber Coupon für eine Sommerbluse (vielleicht Sophie Nr. 2)
- grauweißgelb gemusterter Baumwollcoupon für eine Pyjamahose
- Pinguinstoff für ein Tip-Top
- ein Coupon schwarze Schurwolle mit grauen Nadelstreifen für eine Winterhose
- und drei bunte Fat Quarter, die ich einfach haben wollte.
Insgesamt 11.50 m Zugänge... den Reißverschluss und das Satinband nicht eingerechnet 😉

Immerhin fast alles für konkrete Projekte, für die ich nun nur noch Zeit finden muss.

Zeit hatte ich allerdings in den vergangenen Wochen, denn ich habe mich unter anderem mit KaPe Anlumi zum Nähsonntag getroffen.
Am Sonntagabend konnte ich mit einem fertigen Pinguin-Tip-Top  nach Hause fahren (minus 1 m):
 Und auch die Winkekrabben-Sophie war so gut wie fertig (minus 1.50 m):
 Außerdem musste mein Hochzeitsgastoutfit bis Anfang Juli fertig werden:
Minus 1.5 m gut abgelagerter Leinenstoff, minus 1.3 m Voile fürs Futter, minus 650 m Suave Cotton für das Jäckchen Nuvola.

Tschakkaa... es läuft!
Beim Hamburger Nähtreff Ende Juni wurde dann noch mein Katzennachthemd fertig (minus insgesamt 1.3 m Jersey aus dem Lillestoff-Exzess vom Januar)

Und die Schlafi-Hose ist auch fertig (minus 2 m) :
Angefangen habe ich außerdem noch eine Bluse aus dem Viskosestoff rechts auf dem Foto - diese ist jedoch noch nicht in einem vorzeigbaren Stadium:
Macht zusammen minus 8.6 m - ich glaube, das ist mein Rekord für dieses Jahr. Fast reiche ich schon an das Mai-Ergebnis unserer lieben Gastgeberin heran.
Der Lillestoff-Kauf vom Januar ist jetzt fast aufgebraucht, und zwei der Stoffmarktkäufe sind auch schon umgewandelt. Yaaay!

Einen kleinen Ausflug gönne ich euch noch zum Unterthema des heutigen Treffens:

"Es muss nicht immer Kleidung sein"

Taschen, Utensilos, Patchworkdecken... sind super zur Verwertung von Resten und schaffen Platz in den Vorratskisten.
Ich habe in den vergangenen Wochen ein bisschen was für den guten Zweck genäht, aus Resten, die in einer gesonderten Kiste lagern und entweder gespendet werden (das ist der Regelfall) oder von mir vernäht werden. Diesmal habe ich wieder genäht, und zwar einige Mützen, Schals und "Hickibeutel" für Chemopatienten.

Das Projekt Patchworkdecke spukt mir immer noch im Kopf herum, aber ich muss gestehen - das ist für mich ein echter Angang. Stoffe sichten, passende zusammenfinden, alle aneinandernähen... Puh, das wird mich viel Zeit kosten, denn beim Kramen in meiner Baumwollkiste kann ich mich echt verlieren.

Auch eine Handtasche spukt mir schon lange im Hirn herum, Material lagert schon seit geraumer Zeit, aber auch hier scheue ich mich vor dem Zeitaufwand von Zuschnitt und dem Zusammenfügen der vielen Einzelteile.

Also setze ich mir erst einmal realistischere Nähziele für die kommenden Wochen:
- die puderrosa-blaue Viskosebluse fertig nähen
- den Ballerina-Mantel, den ich beim letzten Mal gezeigt habe, fertig nähen.
- die Tunika aus dem blauen Stoffmarkt-Viskosejersey nähen
- eine zweite Heldinnentasche nähen

Ab September geht es dann in die Winterproduktion - genauere Pläne werde ich später fassen.

Nun bin ich gespannt, wie es den anderen Mitstreiter ergangen ist - hier entlang geht es zur Linkliste!


Donnerstag, 5. Juli 2018

Winkekrabben - Sophie von Schnittchen

Wenn man in den Urlaub nach Usedom fährt und weiß, dass es dort einen schönen Stoffladen gibt, dann muss man dort auch vorbeifahren.
Und was kaufen. Als Andenken.
Klar, oder?
Schöne Schätze habe ich gefunden! Nämlich einen schön leichten Baumwollseersucker, der mit seinen blauweißen feinen Streifen farblich genau in mein Beuteschema passt, und der mit kleinen roten Krebsen bestickt ist. Wie cool ist dass denn bitte? Keine Frage, anderthalb Meter mussten mit.
(Noch dazu roter Sommersweat und dazu passender Möwenjersey - aber das wird eine andere Geschichte werden).

Was daraus werden sollte, war auch gleich klar - die Bluse "Sophie" von Schnittchen.
Inspiriert dazu hat mich Frau Dennmanto, die eine Sophie nach der anderen näht und die mir allesamt prima gefallen. Noch im Urlaub habe ich den Schnitt gekauft und den Plott bestellt.
Genäht habe ich dann aber erst Anfang Juni bei einem Nähsonntag mit Frau Kape Anlumi.

Sophie ist wirklich schnell genäht. Das Kniffligste ist, die Ärmelsäume auf die Weite der Manschetten einzureihen. Da Einkräuseln nicht zu meinen Stärken zählt, habe ich ein schmales Gummiband in der Länge der Manschetten zugeschnitten und auf die Nahtzugabe der Ärmel genäht, dann die Manschetten angenäht, und am Ende den Gummizug wieder herausgetrennt, da vier Lagen Stoff plus Gummiband nicht so trageangenehm waren.

Bei den Belegen habe ich mir ganz besonders Mühe gegeben, und sie ganz akkurat gebügelt und dann knappkantig abgesteppt.

Eine Hürde hatte ich aber doch zu meistern: Die Saumweite war zu knapp. Entweder hätte ich die Bluse um mehrere cm kürzen müssen (mit dem Risiko, dass sie vorn zu kurz wird), oder Sophie hätte auf den Hüften unschön "geschoppt" - beides keine hübsche Idee.
Also habe ich in den Seitennähten jeweils ein Dreieck eingesetzt, das für die Mehrweite sorgt. Die Saumlinie habe ich nicht genau erwischt, aber gemessen an den Umständen finde ich die Lösung doch ganz gelungen.
Ein bisschen skeptisch war ich im Hinblick auf die Tragequalität so eines Baumwolltops mit Ärmeln. Klassische Blusen trage ich eher selten, da ich sie nicht so bequem finde und der Stoff häufig steif ist. Sophie aber trägt sich sehr angenehm. Luftig, leicht, und man ist gut angezogen.

Und ja - ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Blüschen!
Zwei Dinge würde ich da nächste Mal anders machen:
Den Schnitt anpassen auf die passende Hüftweite, und die Manschetten "klassisch" annähen anstatt die zum Ring geschlossene Manschette rechts auf rechts an die Ärmel zu steppen.
Aber das sind wirklich Kleinigkeiten!

Ganz besonders mag ich aber wirklich diese lustigen kleinen Krabben - diese Sophie macht mir einfach gute Laune, und hat Potenzial zum Sommerliebling!
Kurz will ich euch noch die Aussicht zeigen, die ich beim Fotografiertwerden genießen durfte:


Dies ist der Herrenteich in unserem Nachbarstädtchen Reinfeld. Der Teich gehört mit mehreren anderen zu einem mit Bachläufen verbundenen Teichsystem, in dem Karpfen gezüchtet werden. Im Oktober gibt es immer ein großes Fest zum Abfischen, und dann gibt es Karpfen satt. Ursprünglich wurden die Teiche im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen angelegt . Heute kann man um den Uferweg wandern und in den Lokalen am Ufer einkehren. Auf dem Foto links hinten ist ein langes Gebäude zu erkennen - das gehört zur Badestelle, die ich an so warmen Tagen wie wir sie jetzt haben, sehr gerne besuche. 
Ach, wie ist es hier schön!

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Du für dich am Donnerstag

Mittwoch, 20. Juni 2018

Pinguine im Sommer - Tip-Top von Crafteln


(Achtung – je nach Betrachtungsweise enthält dieser Post Werbung!)

Seit letztem Herbst gehöre ich zum Probenähteam von Meike / Crafteln. Meike entwirft nicht nur zusammen mit dem Label STOKX raffinierte Schnittmuster, sondern bietet auch viele Kurse an zum Thema Schnittmusteranpassung.

Für Ihren Kurs zum Thema FBA („Full Bust Adjustment“ – Anpassungen für eine größere Brustweite) gab es für uns vom Probenähteam das Schnittmuster vom Tip-Top Anfang Mai kostenlos.

Zum Zeitpunkt des Probenähens hatte ich leider keine Zeit, was im Nachhinein betrachtet gar nicht so schlecht war. Denn auf dem Lübecker Stoffmarkt Ende Mai habe ich diesen lustigen Pinguinstoff aufgestöbert. Denn es ist doch klar – zu heißen Sommertagen passt nichts besser als coole Pinguine, nicht wahr? (Wieso denke ich dabei eigentlich an den coolsten Pinguin aller Zeiten, den aus den Känguruh-Chroniken, der Mitarbeiter in einer Firma für Tiefkühlprodukte ist? Wahrscheinlich, weil einige der Pingus auf dem Stoff so lustig auf dem Kopf stehen.)

Der Schnitt ist ganz übersichtlich – Vorderteil und geteiltes Rückenteil, zack, fertig.
Und weil er so übersichtlich daherkommt, habe ich auch nicht plotten lassen, sondern zu Hause selbst ausgedruckt. Und wie schon beim Partyrock passiert, hatte ich auch hier die erste Variante zu klein ausgedruckt. Diesmal war ich immerhin so schlau, vor dem Zusammenkleben der Schnittmusterteile das Kontrollquadrat nachzumessen. Zugeschnitten habe ich dann wie immer Größe 4 mit etwas mehr Hüftweite.

Wie ich inzwischen gelernt habe, empfiehlt es sich, bei gemustertem Stoff und geteiltem Rückenteil auf den Musterverlauf zu achten. Diesmal habe ich das beherzigt. Ganz zufrieden bin ich noch nicht mit dem Ergebnis – aber ich bin zufrieden damit, dass ich in dem Punkt (wie auch beim Ausdruck, s.o.) eine Lernkurve zeige !

Wie ich es bei einigen anderen Näherinnen gesehen hatte, habe ich dem Top noch einen Halsbeleg spendiert, das finde ich sauberer als die Säume einfach umzuklappen. Nordendnaht hat dazu auch ein Tutorial verfasst.
 
Anders als in der Anleitung vorgesehen, habe ich die Schnitteile vor dem Zusammennähen versäubert, das ist mir einfach lieber. Danach: Brustabnäher nähen, Rückenteile zusammenfügen, Schulternaht schließen, Beleg nähen, Seitennähte schließen und (mit passender Kontrastfarbe) säumen – Fertig!
Wirklich flugs genäht, das Tip-Top!
 
Wie üblich bei den Schnitten von STOKX ist der Schnitt leicht anzupassen. Besonders die Teilungsnaht im Rücken hilft dabe. In der Anleitung gibt es aber auch noch einen Ausflug in die Welt der Brustanpassungen. 
Ich mag besonders am Tip-Top, dass es wirklich schön luftig ist. Ich habe die Variante mit dem Brustabnäher genäht, es gibt alternativ eine Variante mit Taillenabnähern, die dann aber noch einen Reißverschluss benötigt. Das ist mir für mich zu figurbetont. So gefällt mir mein Pinguin-Top!
 
Am letzten Sonntag habe ich es ausgeführt, als mein Mann und ich das Nachbarstädchen erkundeten nach Ecken, die wir noch nicht kannten. Und wir haben tatsächlich eine hübsche Ecke für die Fotos gefunden, an die es uns bisher noch nicht verschlagen hat. 
 
Und siehe da, nicht nur im feinen Hamburg gibt es einen Jungfernstieg an der Alster, sondern auch im viel weniger glamourösen Reinfeld am Neuhofer Teich hat es einen! Der ist glechzeitig noch Teil des Jakobswegs. Und nicht so überlaufen obendrein.

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Afterworksewing 
SewLaLa

Nähfrosch


Mittwoch, 6. Juni 2018

Elephant Love

Heute zeige ich Euch einmal ein Werk meiner frühen Nähkarriere, von dem ich gar nicht mehr genau weiß, wann ich es genäht habe.

Es muss wohl 2014 gewesen sein, als die Serie "Elephant Love" von Hamburger Liebe aufgelegt wurde. Und ich war sofort schockverliebt in das knallbunte Elefantenmotiv. Bollywood auf Baumwolle. Und dann auch noch in pink und blau - muss ich haben.

Anderthalb Meter wurden bestellt, geliefert und schnurstracks zu einem ganz einfachen Rock mit Kellerfalten vernäht. Ohne Schnitt, ganz frei Nase.

Seitlich gibt es einen Reißverschluss, der Bund ist einfach ein gerader Streifen, und der Saum ist mit Satin-Schrägband eingefasst.

Ich bin immer noch ganz angetan von dem Stoff: Er hat eine ganz glatte, ein wenig glänzende Oberfläche, knittert kaum (ist allerdings auch schwierig zu Bügeln), und hat diverse Wäschen klaglos überstanden.

Zuletzt habe ich ihn ausgeführt beim Besuch einer wunderbaren Ausstellung im Lübecker St. Annen - Museum: "Chanel, Dior, Pucci..." führt den Besucher ein in die Welt der Haute Couture und die Sammlung von Monika Gottlieb.

Hier habe ich über den Besuch der Ausstellung berichtet. Ich war dort mit zwei Freundinnen, von denen eine noch nähverrückter ist als ich, und so gab es zum Vergnügen der Dritten eine Menge zu fachsimpeln.
 Zum Beispiel darüber, dass bei diesem Cocktailkleid von Givenchy die Ärmel angeschnitten sind (und daher unter der Achsel ganz schön Falten werfen), und auch die Seitennähte von Oberteil und Rock nicht aufeinandertreffen. Wenn das schon bei der Haute Couture nicht klappt, näht es sich für den Hobbyschneider doch gleich entspannter!

Auch Lübeck hat seine ohnehin schon sehenswerte Altstadt schick herausgeputzt, denn am kommenden Wochenende sind die Lübecker Hansetage mit großem Programm. Weil ich selbst Lübeck so sehr mag, teile ich noch ein paar Eindrücke mit Euch:

Die Fachwerkhäuser schmücken sich mit Wimpeln....
... am Logenhaus dagegen geht es pompöser zu mit Kronleuchtern.

 
 Die Hüxstraße ziert sich mit Lampenschirmen...
 ... und das Balauerflohr mit bunten Schirmchen.

Da wir ja heute den Memademittwoch begehen, an dem selbstgenähte Kleidung an der Frau gezeigt wird, will ich euch auch die Tragefotos nicht vorenthalten:


Tatsächlich trage ich den Rock am liebsten mit Caprileggings drunter, so wie auf den Fotos. Die Weite, die durch die Kellerfalten entsteht, gibt ganz viel Bewegungsfreiheit, und der Rock schwingt und wippt ganz fröhlich beim Gehen.- Für mich ein wirkliches Lieblingsteil.

Und ihr - was habt ihr so zu zeigen bei unserer monatlichen Parade? Ich geh gleich mal schauen!
Gastgeberin Wiebke vom Blog Kreuzberger Nähte zeigt uns ein Schluppenkleid mit ganz interessanten Muster, das mir auch gefallen könnte.


Auch verlinkt bei der neuen Linkparty am Donnerstag vom Nähfrosch:
Du für Dich am Donnerstag

Und bei der ebenfalls neuen Linkparty von The flying Needle:Sew La La


Samstag, 19. Mai 2018

Stoffdiät: Urlaubssünder

Frau Küstensocke ruft uns im Mai wieder zusammen zum nächsten Treffen bei der Stoffdiät, und legt mit über 60m Abgängen eine uneinholbare Leistung vor.
So viel Stoff vernähe ich nicht in einem ganzen Jahr!
Ich bin immer noch nicht zurück im Nähgroove, und habe in den vergangenen Monaten nähtechnisch wenig zuwege gebracht.

Es wird demnächst zwei neue Schnittmuster von Crafteln geben, und ich durfte wieder Teil des Probenähteams sein.

Beide Schnitte habe ich heute 2x genäht, hier seht ihr den ersten:

(Minus 1m weiß aus dem Altbestand, minus 1m wunderbarer blauer Jersey aus dem Lillestoff-Exzess vom Januar)

Und hier kommt der zweite Schnitt:
(Minus 1.5 m ebenfalls Modal mit Mohnblumen und etwas Glitzer ebenfalls vom Lillestoff-Kauf, und den schwarzen - weitere 1.5 m - habe ich für das Probenähen gekauft).

Macht zusammen 1.5 m Zugang und 5 m Abgänge. Das ist tatsächlich die gesamte Ausbeute von März und April, wobei zwei der Teile bei einem Nähtreffen mit Frau KaPe AnLuMi entstanden sind. 

Jetzt allerdings kommt ein bisschen Bewegung in die Sache, denn ich habe aktuell zwei (!) Projekte in Arbeit:
Einen Mantel nach einem Ottobreschnitt (den ich schon Mal als "Vogelmantel" genäht habe), aus dem wunderschönen Ballerina-Jersey von Lillestoff, zu dem ich auch einen passenden Unistoff mitgenommen habe - zusammen 2.5 m.
Momentan stockt das Projekt. Die Teilungsnähte würde ich gerne auf dem einfarbigen Jersey mit einem Zierstich absteppen. Allerdings ist das farblich passende Garn kaum sichtbar, das andere, pinkere sieht man zwar gut, aber es beißt sich ein bisschen mit dem dunkleren Pink aus dem Ballerinamotiv. Ob das schlimm ist - schließlich nähe ich ja die Ziernaht auf dem einfarbigen Jersey? Was meint ihr?

Bis ich eine Entscheidung gefällt habe, mache ich mich über mein zweites Projekt her, nämlich ein weiteres Hochzeitsgastkleid aus schwarzem Leinenstoff mit einer wunderschönen Lochstickerei in cremeweiß, der schon bestimmt drei Jahre in meiner Stoffkiste schlummert:

Als Schnitt habe ich mir eine Kombination aus meinen letzten beiden Weihnachtskleidern zusammengebaut - im Prinzip nähe ich den Schnitt von 2015, aber mit dem Ausschnitt des Kleides vom letzten Jahr.  
Das Kleid wird wieder ärmellos und gefüttert - das wären dann minus 3 m insgesamt.
Zum Kleid werde ich mir dann noch ein passendes Bolerojäckchen stricken (und weil ich dazu ein ganz bestimmtes Garn ins Auge gefasst habe, habe ich auch noch gegen meine Wolldiät verstoßen).

Die Hochzeit ist zwar Anfang Juli, aber man weiß hierzulande ja nie, was der Sommer so bringt. Ein leichtes Jäckchen kann frau immer brauchen.

Nachdem ich nun seit Lillestoff keinen Stoff mehr gekauft habe, bin ich im Urlaub wieder einmal schwach geworden. Wir waren wieder auf Usedom, und im Inselgroove und Urlaubsmodus habe ich Zeit und Muße zum Bummeln und Stöbern. Neben anderen Geschäften habe ich mich also auch im örtlichen Stoffladen umgesehen und mein Herz an drei Stöffchen verloren:

- 1.5 m Sommersweat und passend dazu ein halber Meter Möwenjersey werde ich bis zum kommenden Frühjahr zu einer neuen Sweatjacke vernähen. Meine heiß geliebte Valentina ist inzwischen vom Dauereinsatz schon ziemlich räudig geworden und soll zum nächsten Frühling ersetzt werden - jetzt habe ich das passende Material dazu!
- 1.5 m ganz reizender leichter Seersucker in blauweiß mit - festhalten! - aufgesticktenn Krabben mussten auch noch mit, in diesen Stoff habe ich mich schockverliebt. Ideal für ein leichtes Sommerblüschen - ich plane ein Shirt Sophie von Schnittchen. Ein bisschen passende Borte habe ich auch noch mitgebracht, mal sehen, ob diese bei Sophie zum Einsatz kommen wird.

Unterm Strich also immerhin ein Minus von 2 Metern. Auch kleine Schritte bringen voran... :)

Eigentliches Thema sind aber heute Colourblocking und Patchwork.
Beide Techniken eignenn sich prima zur Verwertung von Reststücken oder kleineren Stoffmengen - sind aber so gar nicht mein Thema. Ich mag es gern clean, und vielleicht fehlt mir auch die Vorstellungskraft um Stoffe so elegant zu kombinieren, wie es unsere "Chefin" bei ihren Kleidern tut. 
Dazu ist mein Stofflager ja nicht so unerschöpflich, dass ich ständig aus dem Vollen schöpfen könnte - inzwischen kaufe ich fast ausschließlich projektbezogen ein, und Reste von fertigen Projekten werden fast alle gespendet. Da ist nicht viel zu holen bei mir...

Was ich mir allerdings für die Zukunft, vielleicht für den Winter, vorgenommen habe ist, eine Patchworkdecke zu nähen. Der beste Ehemann von allen nämlich belegt im Sommer immer meine Patchwork-Sofadecke mit Beschlag und nutzt sie als Bettdecke. In der Folge sitze ich immer mit der dicken Wolldecke im Wohnzimmer (und mir ist zu warm), oder aber ohne Decke (und mir ist zu kalt). Es muss also eine Zweitdecke her als Redundanz. Baumwollreste habe ich eine ganze Kiste, und es ist mein Ziel, hier ein bisschen was abzuarbeiten. Sprich, einmal die Stoffe genau anzusehen im Hinblick auf Menge und Kombinationsmöglichkeiten, und dann gezielt dazukaufen was fehlt (Einlage und Rückseite auf jeden Fall). 

Und wie geht es den anderen bei der Stoffdiät? - Das ist hier zu lesen <klick>

Mittwoch, 2. Mai 2018

Sculpture - wird es endlich Frühling?

In den letzten Jahren habe ich den Eindruck, der Winter wird von Jahr zu Jahr länger, und die Zeit, in der man luftige, leichte Kleidung tragen kann, dagegen immer kürzer.

Das führt zum einen dazu, dass ich es von Jahr zu Jahr immer weniger erwarten kann, bis es endlich wieder hell, sonnig und warm wird, zum anderen dazu, dass ich gegen Ende der Saison immer noch fleißig für den Sommer nähe und dann - schwupps! - vom plötzlichen Wintereinbruch überrascht werde.

So kam es, dass ich diese wunderbare Bluse zwar im letzten Jahr noch genäht habe, sie aber erst am ersten warmen Wochenende, das wir hierzulande genießen durfte, tragen konnte.


So nutze ich den heutigen MeMadeMittwoch wieder einmal herzlichen Dank an das Team für die monatliche Organisation!), euch "Sculpture" vorzustellen!
Der Schnitt ist schon etwas älter, aus Ottobre 2/15. Genau wie auch der Stoff schon etwas älter ist, den habe ich im gleichen Jahr gekauft, als im örtlichen Stoffladen gerade Sommerschlussverkauf war.
Es ist ein wunderbarer Leinenstoff in einer Hammerfarbe, irgendwo zwischen Pink und Hummerfarben. Ideal für das leichte Blusenshirt.

Der Schnitt ist schnell genäht, besteht nur aus zwei Teilen und einem Streifen für das Halsbündchen hinten. Der Clou sind die Falten am Vorderteil, die laut Schnitt gelegt und dann ein paar cm tief abgesteppt werden:
 Ansonsten werden Hals- und Ärmelsäume knappkantig abgesteppt, der untere Saum etwas breiter (ich habe mich in der Größe etwas verschätzt und habe deshalb seitlich Schlitze gearbeitet) - und: FERTIG!
 Einziger Nachteil der Stoffwahl: Leinen knittert leider sehr.
Aber bis auf dieses Detail liebe ich das Blüschen - es ist luftig, leicht, man kann notfalls noch ein Hemdchen drunter tragen, und die Farbe macht einfach gute Laune!

Gibt es noch mehr Knallfarben an diesem Mai-Mittwoch? Ich geh gleich mal schauen auf unserem virtuellen Laufsteg.


Mittwoch, 4. April 2018

Ob wir noch Freunde werden? - Kleid Fanö

Heute ist schon der vierte MeMadeMittwoch in diesem Jahr! Die Zeit rennt - Meine Nähleistung allerdings hinkt und humpelt eher. Dieses Jahr komme ich einfach nicht in die Spur. Nachdem am Ostersonntag noch Schnee lag, kommt nun hoffentlich doch der Frühling ein bisschen in Schwung. Am Ostermontag haben der beste Ehemann und ich die warmen Sonnenstrahlen genutzt und endlich Fanö fotografiert - das Kleid hatte ich schon vor ein paar Wochen genäht, und bisher war einfach noch kein passendes Wetter für Tragebilder.

Fanö ist ein Knotenkleid von Schnittbox. Es kann auch als Shirt und mit verschiedenen Armlängen genäht werden. Ich mag Knotenkleider, und als ich das Kleid bei einer Nähfreundin angezogen bewundern durfte war klar - ich brauche Fanö!
Den passenden Stoff hatte ich auch schon besorgt - einen schön schweren Viskosejersey von Hilco in einem wunderschönen dunkelrot.

Mit dem Ausdruck ging leider der Ärger schon los. Inzwischen bin ich ein bisschen verwöhnt, was Schnittmuster angeht - ich lasse am liebsten plotten und habe dann alles auf einem Bogen, anstatt ewig einzelne Seiten aneinanderzusetzen, die am Ende trotz aller Sorgfalt nicht genau zusammenpassen. Und scheinbar sind bei Fanö die beiden Schnittmusterbögen verschieden gradiert - jedenfalls ergab sich hier ein krasser Versatz:
Damit war der Ärger noch nicht zu Ende. Mein traumhafter Jersey hat nur eine Breite von 1.30, was ich bei der Bestellung nicht berücksichtigt hatte. Deshalb und wegen der großen Schnitteile hatte ich einiges zu tüfteln, bis alle Teile im Fadenlauf auf den verfügbaren Stoff passten. So hat mein Fanö auch nur halblange Ärmel bekommen.

Genäht war es dann recht schnell. Die Knotenlösung, die so raffiniert aussieht, ist verblüffend einfach genäht und gut bebildert erklärt und macht echt was her:
Der Rest des Kleides ist eigentlich selbsterklärend.

Ganz zufrieden bin ich allerdings doch nicht.
Der Jersey ist für den Schnitt offenbar zu schwer und zieht nach unten. Zwar fließt der Stoff sehr schön, aber irgendwie sieht das Kleid ein bisschen nach Nachthemd aus, findet ihr nicht?

In der Rückansicht sieht man die Mängel in der Passform:

Das Armloch ist viel zu groß, und der Ärmel damit viel zu weit.
Auch muss noch einiges weg an Weite in der Mittelnaht vom Hals bis zwischen die Schulterblätter, da das Kleid hier gern absteht. Da es ohnehin schon sehr "halsfern" geschnitten ist, und ich obenrum gern friere, ist das suboptimal für mich.
Gegebenenfalls kann auch an den Seitennähten noch etwas Weite weggenommen werden.
Alles in allem keine besonders schwierigen Änderungen - aber ihr kennt das ja: Nähen ist toll, Ändern ist bäh!

Am kommenden Sonntag habe ich aber kompetenten Nähbesuch von Frau KaPe Anlumi, die mir sicher mit Rat und Absteckhilfe zur Seite stehen wird. Vielleicht geht durch die Änderungen auch das "nachthemdige" verloren.

Immerhin gefällt mir die Farbe des Stoffes grandios und bringt Farbe ins Spiel nach dem langen grauen Winter! Wenn man endlich die Stiefel weglassen kann, gibt es auch nicht mehr so einen Bruch zwischen halblangen Ärmeln und langen Stiefeln...


Ich bin gespannt, welche Näherfolge die anderen Teilnehmerinnen heute vorweisen können - schaut doch auch vorbei beim MeMadeMittwoch.
Nina hat ihrem Wunsch nach einer roten Hose nachgegeben, die ich ganz großartig finde, nicht nur wegen der Farbe!

Auch verlinkt zu
12x Memade