Posts mit dem Label MeMadeMittwoch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label MeMadeMittwoch werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 1. August 2018

Was zu feiern: Ein Hochzeitsgastkleid

Wer als Gast zu einer Hochzeit eingeladen ist, braucht etwas zum Anziehen.
Trägt die Braut weiß, darf der Gast nicht weiß tragen.
Trägt die Braut kurz, darf der Gast nicht lang tragen.
Soweit die Anstandsregeln, die uns so ähnlich im "Handbuch" zur Hochzeit mitgeteilt wurden, auf der der beste Ehemann und ich vor einigen Wochen gewesen sind.

Während einige Freundinnen sich durch Kataloge wälzten und Geschäfte stürmten, war für mich klar - es wird ein selbstgemachtes Outfit, Ehrensache.

Kurz dachte ich darüber nach, das Hochzeitsgastkleid vom letzten Jahr noch einmal zu tragen. Es gefällt mir nämlich immer noch sehr sehr gut.


Allerdings lagerte in meinem Stoffvorrat schon seit Jahren ein schöner schwarzer Leinenstoff mit einer cremefarbenen Spizenborte und wartete auf seine Bestimmung. Eigentlich war klar: Der wird zum Hochzeitsgastkleid 2018. Und wie zufällig passt das neue Garn Suave Cotton von Pascuali in creme genau dazu - daraus sollte für alle Fälle ein leichtes Jäckchen werden.

Der Kleiderschnitt ist im Wesentlichen der vom Weihnachtskleid 2015. Das obere Vorderteil habe ich, wegen der besseren Passform und des schöneren Ausschnitts, vom Weihnachtskleid 2017 genommen. Wunderbarerweise passte alles ganz gut zueinander, vielleicht, weil beides Burdaschnitte sind.
Futter und Belege habe ich selbst dazu konstruiert - der Oberstoff ist zwar schwarz, aber so ganz ungefüttert wollte ich ihn lieber doch nicht tragen. Als Futter habe ich schwarze Baumwollvoile verwendet, da ich bei warmen Temperaturen Futterstoff aus Kunstfaser überhaupt nicht leiden mag.
Abgesehen vom üblichen Zeitproblem war das Nähen an sich keine große Sache. Beim Reißverschluss musste ich ein bisschen tüfteln, hier habe ich immer noch keinen Trick gefunden, wie man es hinbekommt, dass die Taillennähte zuverlässig aufeinandertreffen. Mit dem erreichten Ergebnis bin ich ganz zufrieden.
Ausschnitt und Ärmelausschnitte habe ich knappkantig abgesteppt. Eine Untersteppnaht will mir hier immer nicht gelingen - lieber habe ich außen eine ordentliche, sichtbare Naht als dieses krumme Gewurschel auf der Rückseite. Beim Leinenstoff stört es auch nicht, dass Steppnähte zu sehen sind, finde ich.

Zum Kleid habe ich mir dann noch ein leichtes Jäckchen gestrickt, "Nuvola" - darüber habe ich hier schon einmal geschrieben. 
Und zusammen ergab sich dann ein wunderbares, bequemes Hochzeitsgastoutfit:


Auch ohne Jäckchen ist das Kleid durchaus tragbar:
Und von hinten past es wie eine Eins (was der Grund war, noch einmal genau den Schnitt zu nähen).
Gottesdienst, Fotografieren, Buffet und anschließender Tanz machten mit dem Kleid wirklich Freude, nichts rutschte, kniff, schnitt ein, sondern es ist einfach nur bequem und trotzdem festlich.Aber nicht zu festlich als dass man es nicht auch zu geringeren Anlässen tragen könnte. Genau meins!

Ein Foto mit dem Brautauto darf natürlich nicht fehlen. Ist das nicht ein toller Wagen? Original mit Blumenvase innen, ein echter Traum! Und dieses blau - wirklich eine Augenweide. 

Verlinkt zu 


Donnerstag, 5. Juli 2018

Winkekrabben - Sophie von Schnittchen

Wenn man in den Urlaub nach Usedom fährt und weiß, dass es dort einen schönen Stoffladen gibt, dann muss man dort auch vorbeifahren.
Und was kaufen. Als Andenken.
Klar, oder?
Schöne Schätze habe ich gefunden! Nämlich einen schön leichten Baumwollseersucker, der mit seinen blauweißen feinen Streifen farblich genau in mein Beuteschema passt, und der mit kleinen roten Krebsen bestickt ist. Wie cool ist dass denn bitte? Keine Frage, anderthalb Meter mussten mit.
(Noch dazu roter Sommersweat und dazu passender Möwenjersey - aber das wird eine andere Geschichte werden).

Was daraus werden sollte, war auch gleich klar - die Bluse "Sophie" von Schnittchen.
Inspiriert dazu hat mich Frau Dennmanto, die eine Sophie nach der anderen näht und die mir allesamt prima gefallen. Noch im Urlaub habe ich den Schnitt gekauft und den Plott bestellt.
Genäht habe ich dann aber erst Anfang Juni bei einem Nähsonntag mit Frau Kape Anlumi.

Sophie ist wirklich schnell genäht. Das Kniffligste ist, die Ärmelsäume auf die Weite der Manschetten einzureihen. Da Einkräuseln nicht zu meinen Stärken zählt, habe ich ein schmales Gummiband in der Länge der Manschetten zugeschnitten und auf die Nahtzugabe der Ärmel genäht, dann die Manschetten angenäht, und am Ende den Gummizug wieder herausgetrennt, da vier Lagen Stoff plus Gummiband nicht so trageangenehm waren.

Bei den Belegen habe ich mir ganz besonders Mühe gegeben, und sie ganz akkurat gebügelt und dann knappkantig abgesteppt.

Eine Hürde hatte ich aber doch zu meistern: Die Saumweite war zu knapp. Entweder hätte ich die Bluse um mehrere cm kürzen müssen (mit dem Risiko, dass sie vorn zu kurz wird), oder Sophie hätte auf den Hüften unschön "geschoppt" - beides keine hübsche Idee.
Also habe ich in den Seitennähten jeweils ein Dreieck eingesetzt, das für die Mehrweite sorgt. Die Saumlinie habe ich nicht genau erwischt, aber gemessen an den Umständen finde ich die Lösung doch ganz gelungen.
Ein bisschen skeptisch war ich im Hinblick auf die Tragequalität so eines Baumwolltops mit Ärmeln. Klassische Blusen trage ich eher selten, da ich sie nicht so bequem finde und der Stoff häufig steif ist. Sophie aber trägt sich sehr angenehm. Luftig, leicht, und man ist gut angezogen.

Und ja - ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Blüschen!
Zwei Dinge würde ich da nächste Mal anders machen:
Den Schnitt anpassen auf die passende Hüftweite, und die Manschetten "klassisch" annähen anstatt die zum Ring geschlossene Manschette rechts auf rechts an die Ärmel zu steppen.
Aber das sind wirklich Kleinigkeiten!

Ganz besonders mag ich aber wirklich diese lustigen kleinen Krabben - diese Sophie macht mir einfach gute Laune, und hat Potenzial zum Sommerliebling!
Kurz will ich euch noch die Aussicht zeigen, die ich beim Fotografiertwerden genießen durfte:


Dies ist der Herrenteich in unserem Nachbarstädtchen Reinfeld. Der Teich gehört mit mehreren anderen zu einem mit Bachläufen verbundenen Teichsystem, in dem Karpfen gezüchtet werden. Im Oktober gibt es immer ein großes Fest zum Abfischen, und dann gibt es Karpfen satt. Ursprünglich wurden die Teiche im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen angelegt . Heute kann man um den Uferweg wandern und in den Lokalen am Ufer einkehren. Auf dem Foto links hinten ist ein langes Gebäude zu erkennen - das gehört zur Badestelle, die ich an so warmen Tagen wie wir sie jetzt haben, sehr gerne besuche. 
Ach, wie ist es hier schön!

Verlinkt zu 
Du für dich am Donnerstag

Mittwoch, 6. Juni 2018

Elephant Love

Heute zeige ich Euch einmal ein Werk meiner frühen Nähkarriere, von dem ich gar nicht mehr genau weiß, wann ich es genäht habe.

Es muss wohl 2014 gewesen sein, als die Serie "Elephant Love" von Hamburger Liebe aufgelegt wurde. Und ich war sofort schockverliebt in das knallbunte Elefantenmotiv. Bollywood auf Baumwolle. Und dann auch noch in pink und blau - muss ich haben.

Anderthalb Meter wurden bestellt, geliefert und schnurstracks zu einem ganz einfachen Rock mit Kellerfalten vernäht. Ohne Schnitt, ganz frei Nase.

Seitlich gibt es einen Reißverschluss, der Bund ist einfach ein gerader Streifen, und der Saum ist mit Satin-Schrägband eingefasst.

Ich bin immer noch ganz angetan von dem Stoff: Er hat eine ganz glatte, ein wenig glänzende Oberfläche, knittert kaum (ist allerdings auch schwierig zu Bügeln), und hat diverse Wäschen klaglos überstanden.

Zuletzt habe ich ihn ausgeführt beim Besuch einer wunderbaren Ausstellung im Lübecker St. Annen - Museum: "Chanel, Dior, Pucci..." führt den Besucher ein in die Welt der Haute Couture und die Sammlung von Monika Gottlieb.

Hier habe ich über den Besuch der Ausstellung berichtet. Ich war dort mit zwei Freundinnen, von denen eine noch nähverrückter ist als ich, und so gab es zum Vergnügen der Dritten eine Menge zu fachsimpeln.
 Zum Beispiel darüber, dass bei diesem Cocktailkleid von Givenchy die Ärmel angeschnitten sind (und daher unter der Achsel ganz schön Falten werfen), und auch die Seitennähte von Oberteil und Rock nicht aufeinandertreffen. Wenn das schon bei der Haute Couture nicht klappt, näht es sich für den Hobbyschneider doch gleich entspannter!

Auch Lübeck hat seine ohnehin schon sehenswerte Altstadt schick herausgeputzt, denn am kommenden Wochenende sind die Lübecker Hansetage mit großem Programm. Weil ich selbst Lübeck so sehr mag, teile ich noch ein paar Eindrücke mit Euch:

Die Fachwerkhäuser schmücken sich mit Wimpeln....
... am Logenhaus dagegen geht es pompöser zu mit Kronleuchtern.

 
 Die Hüxstraße ziert sich mit Lampenschirmen...
 ... und das Balauerflohr mit bunten Schirmchen.

Da wir ja heute den Memademittwoch begehen, an dem selbstgenähte Kleidung an der Frau gezeigt wird, will ich euch auch die Tragefotos nicht vorenthalten:


Tatsächlich trage ich den Rock am liebsten mit Caprileggings drunter, so wie auf den Fotos. Die Weite, die durch die Kellerfalten entsteht, gibt ganz viel Bewegungsfreiheit, und der Rock schwingt und wippt ganz fröhlich beim Gehen.- Für mich ein wirkliches Lieblingsteil.

Und ihr - was habt ihr so zu zeigen bei unserer monatlichen Parade? Ich geh gleich mal schauen!
Gastgeberin Wiebke vom Blog Kreuzberger Nähte zeigt uns ein Schluppenkleid mit ganz interessanten Muster, das mir auch gefallen könnte.


Auch verlinkt bei der neuen Linkparty am Donnerstag vom Nähfrosch:
Du für Dich am Donnerstag

Und bei der ebenfalls neuen Linkparty von The flying Needle:Sew La La


Mittwoch, 2. Mai 2018

Sculpture - wird es endlich Frühling?

In den letzten Jahren habe ich den Eindruck, der Winter wird von Jahr zu Jahr länger, und die Zeit, in der man luftige, leichte Kleidung tragen kann, dagegen immer kürzer.

Das führt zum einen dazu, dass ich es von Jahr zu Jahr immer weniger erwarten kann, bis es endlich wieder hell, sonnig und warm wird, zum anderen dazu, dass ich gegen Ende der Saison immer noch fleißig für den Sommer nähe und dann - schwupps! - vom plötzlichen Wintereinbruch überrascht werde.

So kam es, dass ich diese wunderbare Bluse zwar im letzten Jahr noch genäht habe, sie aber erst am ersten warmen Wochenende, das wir hierzulande genießen durfte, tragen konnte.


So nutze ich den heutigen MeMadeMittwoch wieder einmal herzlichen Dank an das Team für die monatliche Organisation!), euch "Sculpture" vorzustellen!
Der Schnitt ist schon etwas älter, aus Ottobre 2/15. Genau wie auch der Stoff schon etwas älter ist, den habe ich im gleichen Jahr gekauft, als im örtlichen Stoffladen gerade Sommerschlussverkauf war.
Es ist ein wunderbarer Leinenstoff in einer Hammerfarbe, irgendwo zwischen Pink und Hummerfarben. Ideal für das leichte Blusenshirt.

Der Schnitt ist schnell genäht, besteht nur aus zwei Teilen und einem Streifen für das Halsbündchen hinten. Der Clou sind die Falten am Vorderteil, die laut Schnitt gelegt und dann ein paar cm tief abgesteppt werden:
 Ansonsten werden Hals- und Ärmelsäume knappkantig abgesteppt, der untere Saum etwas breiter (ich habe mich in der Größe etwas verschätzt und habe deshalb seitlich Schlitze gearbeitet) - und: FERTIG!
 Einziger Nachteil der Stoffwahl: Leinen knittert leider sehr.
Aber bis auf dieses Detail liebe ich das Blüschen - es ist luftig, leicht, man kann notfalls noch ein Hemdchen drunter tragen, und die Farbe macht einfach gute Laune!

Gibt es noch mehr Knallfarben an diesem Mai-Mittwoch? Ich geh gleich mal schauen auf unserem virtuellen Laufsteg.


Montag, 5. März 2018

FJKA 2018: ich hab mich ein bisschen verzettelt...

Fast hätte ich es verpasst, das dritte Treffen beim diesjährigen gemeinsamen Frühlingsjäckchen-Stricken!

Es ist ja ganz beeindruckend, wie weit einige schon sind! 
Mein ursprüngliches Pullover-Projekt „Sprig“ liegt seit dem letzten Treffen etwas „auf Halde“. Leider kann man immer nur ein Ding zur Zeit machen, also entweder stricken, nähen, bloggen, arbeiten – und auch immer nur an einer Sache gleichzeitig.

So habe ich es gerade eben noch geschafft, die Ärmel abzuteilen.

Die assymmetrische Ausschnitform kann man nun erahnen, hier wird später die Passe mit dem wunderschönen Blättermuster angestrickt und wird die Assymmetrie ausgleichen. Ob ich mit der Musterschrift zurechtkomme, wird sich zeigen – auf den ersten Blick finde ich sie sehr kompliziert (und die Masche für Masche ausgeschriebene Anleitung noch verwirrender). Wird schon werden.

Den Mangelnden Fortschritt am eigentlichen Projekt kann ich so erklären: 
Ich habe für den Pullover und alle weiteren, die da noch kommen mögen, einen schicken großen Projektbeutel genäht (den zeige ich in Kürze noch einmal genauer, hier nur ein kleiner Ausschnitt zum Neugierig-machen).


Außerdem musste mein Teststrick #hyggeheimgeheim fertig werden (ein Traum aus Angora und Kaschmir, wahrscheinlich stricke ich deshalb so langsam, weil das Gestrick sich so unglaublich gut anfühlt):
Was es genau wird, darf ich noch nicht verraten, aber es ist fast fertig. Und mit Eierlikör vom heimischen Bauern und einem schönen Kaffee dazu strickt es sich noch mal so gut. 

Am Sprig geht es dann in Kürze weiter, dann ganz gemütlich in langen rechten Runden, bei denen nicht viel passiert und wobei man sicher wunderbar lesen oder Hörbücher hören kann.

Das knallige Grün macht jedenfalls immer noch gute Laune, genauso wie das Quietscheentchen, aus dem ich einen passenden Maschenmarkierer gebaut habe :)


Ich schaue nun einmal vorbei bei den anderen Mitstrickerinnen.

Viel Erfolg euch allen!

Mittwoch, 7. Februar 2018

Der 7/6 Partyrock

Heute treffen wir uns wieder zum monatlichen MeMadeMittwoch. Unsere  Gastgeberin präsentiert einen wunderschönen Rock mit Rüschen und Falten, der mir auch gut gefallen könnte. Mein Rock, den ich heute zeige, hat auch Falten - aber ich will von vorne berichten.
Ich gebe zu - zur Zeit stehe ich total auf die Schnittmuster von Crafteln.
Angefixt wurde ich mit dem Stadtmantel, der mir auf Anhieb großartig gelungen ist und auf Anhieb passte.
Die Heldinnentasche, die ich probenähen durfte, ist eine feine Ergänzung dazu und ein gutes Beispiel, dass bei Schnitten aus dem Hause Stokx sich am Ende alles so fügt wie es soll und Sinn macht.
Mit dem Ninjakleid habe ich mir ein bürotaugliches Kuschelkleid geschaffen, das schnell und einfach zu nähen war und superbequem ist.
Und nun habe ich mir den Partyrock, eines der ersten Schnittmuster von Crafteln, vorgenommen.

Der Schnitt kommt zum Ausdrucken auf A4 daher, dies ist aber schnell erledigt, da nur wenige Seiten zusammengesetzt werden müssen: Es gibt nur ein Schnitteil für die Rockbahn, das mehrfach verwendet wird. 

Zutaten braucht es wenig: Stoff (ich habe schwarzen Babycord verwendet), einen Reißverschluss, Schrägband für den Saum, und natürlich Garn.
Beim Einkauf der Zutaten habe ich meinen Garnvorrat wieder einmal aufgestockt und musste danach ein Aufbewahrungsproblem lösen - eine hübsche Bonbonniere vom Möbelschweden schafft seither Abhilfe und schmückt mein Nähstübchen: 

Bei dunklen Stoffen übertrage ich das Schnittmuster gern mit hellem Kajalstift auf den Stoff und schneide dann zu. Kajal ist besser sichtbar als Schneiderkreide, lässt sich leichter auftragen, haftet besser und länger und lässt sich problemlos auswaschen: 

Was mir ein wenig Kopfzerbrechen bereitete, war die Frage, wie die zahlreichen Markierungen der Falten vom Schnitt auf den Stoff zu übertragen seien.
Schließlich kam die zündende Idee: Ich habe alle zugeschnittenen Rockbahnen übereinander gelegt, obendrauf das Schnittmuster, und alle Markierungen mit einer dicken Nadel und einem Faden durchgestochen.
Anschließend habe ich das Schnittmuster als oberste Lage entfernt, die Fadenmarkierungen bleiben erhalten, und Lage für Lage konnte ich die Markierungen nun miteinander verbinden.

Die Falten werden dann abgenäht, und - der Crafteln-Moment! - fügen sich beim anschließenden Aufeinanderstecken ganz easy zu einer geschwungenen, glatten Kante zusammen:


Fertig genäht, sehen sie so aus:
Wenn man die Sache mit den Falten einmal geschafft hat, ist der Rest ein Klacks.
WENN man sich selbst richtig vermisst UND auch das Kontrollquadrat beim Ausdrucken des Schnitts kontrolliert.
Letzteres habe ich versäumt. Und als der Rock quasi fertig war, stellte ich bei der Anprobe fest: Sitzt SEHR spack. Atmen fast unmöglich. Und büschen kurz ist er auch geraten.
Kommt davon, wenn das Kontrollquadrat statt 30x30 mm nur 27x27 mm misst. Mist!

Auslassen aller Nahtzugaben half nichts - es fehlten insgesamt knapp 10 cm Umfang. Was tun?
Hey, es ist ein Bahnenrock! Hey, ich habe noch genügend Stoff!
Also habe ich kurzerhand noch eine weitere Rockbahn zugeschnitten und eingesetzt, anschließend die Bundweite noch etwas verkleinert - das geht hier ganz einfach zu bewerkstelligen. Nun hat mein Partyrock eben sieben Bahnen statt sechs. Aber er passt und ist nun auch lang genug, da der Bund von knapp unter der Brust auf die Taille gerutscht ist, wo er hingehört.
Nachteil ist, dass die Saumweite sich weiter erhöht und man am Ende noch mehr Schrägband vernähen muss also ohnehin schon 😆

Statt des ursprünglich gekauften gepunkteten Baumwollschrägbandes habe ich mich zum Schluss doch für einfarbiges aus dem Bestand entschieden (hätte ich lieber gleich mal die Vorräte sichten sollen). Der Schrägbandeinfasser-Nähfuß hat mir bei der Menge Band wieder sehr gute Dienste geleistet.

 Und fertig ist er nun, mein Partyrock mit sieben Bahnen:
 

Eingeweiht habe ich ihn am letzten Wochenende, tatsächlich zu einer Feier: Unser japanischer Nachbar wurde 80 Jahre alt und lud zu einem Hauskonzert mit anschließedem Abendessen. Gut, dass der Rock nicht nur gut kleidet, sondern nun genügend "Kuchenreserve" bietet!
Den Reißverschluss trage ich hinten statt seitlich, so fällt die Assymmetrie nicht so auf, die sich durch die siebte Rockbahn leider ergibt und die man oben auf den Fotos an der Puppe sehen kann.
Die Falten geben dem Rock Stand und Volumen, das gefällt mir sehr gut!

Und der weite Rocksaum schwingt SOO schön:
Mit dem Partyrock ist somit wieder einmal ein besonderes Kleidungsstück mit dem gewissen Pfiff in meinem Kleiderschrank eingezogen. Den Rock werde ich sicher häufig tragen, denn er ist schlicht und bequem. Vielleicht folgt noch eine Sommerversion (diesmal mit korrekt gedrucktem Quadrat und nur mit sechs Bahnen - einen Stoff hätte ich schon im Visier.

Für die Stoffdiät schlägt der Rock mit 2.50 Metern zu Buche. Außerdem habe ich damit meine Nähfaulheit überwunden, die mich immer Anfang des Jahres befällt. Tschakaa!

Damit mir der Schwung nicht verloren geht, habe ich für den Februar dieses Projekt aus anthrazit gemustertem Viskossejersey vor:


Verlinkt zu
Memademittwoch
12x MeMade - Januar von Chrissy










Mittwoch, 3. Januar 2018

Lieblinge 2017

Ein frohes neues Jahr Euch allen!
Wir treffen uns heute beim Me-Made-Mittwoch, dem ersten im neuen Jahr, um unsere Me-Made-Lieblinge aus dem letzten Jahr vorzustellen.

Gefühlt habe ich im vergangenen Jahr gar nicht so viel genäht. Wenn ich mir allerdings meine Posts so ansehe, sind doch eine Menge Kleidungsstücke entstanden, die ich alle gerne trage.
So war die Qual der Wahl groß, und wie immer habe ich nicht den EINEN Liebling, sondern eine Top-Drei gekürt, die ich euch nach und nach vorstelle.

Der erste Liebling entstand gleich zu Anfang des Jahres - mein Vogelmantel nach dem Schnitt "Autumn Fall" aus Ottobre 5/15.
Diesen Mantel habe ich bis ins späte Frühjahr so intensiv getragen, wie Linus bei den Peanuts seine Schmusedecke benutzt. Er ist bequem und besonders und hat mir schon viele Komplimente eingebracht. Das Material - Jacquard-Jersey von Traumbeere - ist sehr hochwertig, sehr einfach zu vernähen und lässt sich ganz problemlos waschen. Aus dem gleichen Material ist mein Ninja-Kleid, das ich im November genäht habe.

Liebling Nummer zwei ist mein kuscheliger Strickmantel:
Wenn der Vogelmantel in der Wäsche war, habe ich diesen Mantel getragen, könnte man sagen. Gestrickt ist er in Abwandlung der Anleitung "Loppa", die ich zum Mangel verlängert und mit Täschchen versehen habe. Der Hauptteil des Mantels ist zweifädig aus Alpaka und Kidsilk gestrickt und damit besonders kuschelig - genau, wie ich es mag. Falls es doch einmal zu warm wird, ist der Mantel schnell ausgezogen - und genausoschnell ist man wieder "eingestiegen", wenn es wieder kühl wird.

Liebling Nummer drei ist mein Stadtmantel:
Von dem Schnitt war ich total begeistert, er saß auf Anhieb ohne Änderungen, und da er vom Grundsatz her sehr schlicht ist, kann man sich nach Herzenslust und Geschmack an Details und Verzierungen austoben. Eigentlich ein Übergangsmantel, wird er bei den momentan milden Temperaturen häufig getragen.

Zum Stadtmantel habe ich zwei Lieblingsaccessoires geschaffen:
Zum einen den Stadtschal aus weichem Mohair-Seidengemisch, farblich auf die Details des Mantels abgestimmt:

Und zum zweiten die Heldinnentasche, die zwar erst seit ein paar Wochen fertig ist, aber sich im Alltag so gut bewährt hat, dass ich sie nicht mehr missen möchte:

Lustig, dass meine Lieblinge allesamt Mäntel sind, findet ihr nicht? Und gerade stricke ich an einem neuen Mantel, dem No-Frills-Cardigan in knallrot. Vielleicht hat der das Zeug zu einem neuen Liebling, wir werden sehen.

Was sind eure Lieblinge, und was macht sie dazu? Ich bin gespannt!

Vielen Dank auch an das Team vom MMM, und dafür, dass diese wunderbare Blogparade auch 2018 weitergeht - wenn auch nur noch monatlich. Ich freue mich schon auf viele weitere Inspirationen und Austausch!

Mittwoch, 8. November 2017

Fast für die Tonne...

... wäre diese Bluse gewesen.
Dieses Projekt stand von Anfang an unter keinem guten Stern.

Dabei ging alles so gut los.
Beim letzten Bummel durch Stoff & Stil, auf der Suche nach passendem Stoff für ein Weihnachtskleid, lief mir ein wunderbarer Viskosestoff über den Weg. Genau mein aktuelles Beuteschema - currygold mit dunkelblau.😍😍😍😍
Das Projekt dazu war klar - die Bluse aus der Frühlingsausgabe von Handmade Kultur. Diese hatte ich als kurzärmelige Variante im Mai schon genäht, und nun wollte ich gern noch eine langärmelige Variante haben für den Herbst. Mit der Stoffwahl der ersten Bluse war ich nicht so glücklich, aber bei einem Nähtreff hatte ich Gelegenheit, eine Version aus weich fallendem Stoff probieren zu dürfen, die mir ausgesprochen gut gefiel. Stoff vorhanden, Schnitt lag bereits abgepaust und ausgeschnitten vor - so war alles bereit zum Start.

Doch schon beim Zuschnitt passierte mir ein Fehler. Obwohl die Seiten des Stoffs wunderbar gekettelt waren, habe ich alle Teile quer zum Fadenlauf zugeschnitten und das erst gemerkt, als nur noch die Belege zuzuschneiden waren.
Trotzdem habe ich angefangen zu nähen, allerdings schon leicht genervt.  
Die Ärmel habe ich diesmal nicht gekräuselt, sondern mit Hilfe von Stecknadelvoodo in Fältchen gelegt.  Für den hinteren Verschluss fand sich ein passender Knopf in meinem Fundus. Gar nicht mal so schlecht!

Da der Stoff ziemlich dünn ist und leicht franst, wollte ich gerne französische Nähte nähen. Das finde ich immer besonders adrett bei so feinen Stoffen. Beim Schließen der Ärmelnähte stellte sich dann heraus, dass die Ärmel viel zu eng wurden.
Schon mal vier lange Nähte bei einem empflindlichen Stoff aufgetrennt? - Dann wisst ihr ja, wie ich mich fühlte.
Merke - wenn französische Nähte auf dem Plan stehen, immer ordentlich Nahtzugabe zugeben!
Neu genäht passten nun meine Arme auch in die Ärmel. Allerdings passte die ganze Bluse irgendwie nicht so recht - zu eng um die Brust, die Falten wollten nicht ordentlich liegen (was vielleicht am Fadenlauf liegt?), und überhaupt fühlte ich mich gar nicht wohl.
In diesem Stadium entschloss ich mich, die Säume noch zu nähen und die Bluse zu spenden. Dem schönen Stoff trauerte ich allerdings schon hinterher.
Und auch beim Festlegen der Ärmellänge passierte wieder ein Fehler - ich habe an der falschen Markierung abgeschnitten und die Ärmel so mehr gekürzt als beabsichtigt. Menno! 😠😠😠

An einem schönen Samstag Vormittag nahm ich mir die Säume also vor. Eigentlich sind an den Ärmeln und auch am Saum Gummizüge vorgesehen, um einen Balloneffekt zu erzielen. Da die Bluse aber so einen hübsche Länge hatte, habe ich alle Säume einfach umgenäht.

Eine letzte Chance kriegte die Bluse noch - und bei der Anprobe ohne langärmeliges Shirt drunter fiel alles an seinen Platz. Auf einmal passte sie, Heureka!
Wie passend: so hatte ich plötzlich ein wunderbares Outfit für eine festliche Einladung!

Solange am Samstag das Licht noch ausreichte, habe ich mich flugs in Schale geworfen, und der beste Ehemann von allen mussste seine Bauarbeiten unterbrechen, um "Modefotos" anzufertigen. 

Die Form des Halsausschnitts gefällt mir besonders. Nicht zu offenherzig, aber doch auch ein bisschen raffiniert durch die Falten.

Hier kann man ein bisschen die schöne, leicht ausgestellte, Ärmelform erkennen. Und wie durch ein Wunder haben die Ärmel auch mit Saum genau die richtige Länge!

Auch die Saumlänge gefällt mir ganz gut an meiner Bluse. Da der Stoff so weich ist, kann man sie auch gut in den Hosen- oder Rockbund stecken - sie ist also tatsächlich universell tragbar.
Beim Aufrüschen für die Feier fiel mir allerdings auf, dass mir zum wirklich perfekten Outfit der passende Schmuck fehlt. Aber das ist eine andere Geschichte...

Habt ihr auch schon mal ein Kleidungsstück genäht, dass euch während des Nähens so geärgert hat, und das euch am Ende doch sehr gut gefällt?

Verlinkt zum MeMadeMittwoch.