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Montag, 25. Dezember 2017

Mein Weihnachtskleid

Beim letzten Treffen war ich fast schon fertig mit meinem Weihnachtskleid: Seitennähte, Saum und Gehschlitz fehlten noch. Kleinigkeit - dachte ich.
Leider kam ich dann nicht mehr richtig zum Nähen, das Leben 1.0 mit verschärftem Endjahresstress im Büro und der einen oder anderen Einladung zum Glühweintrinken kam dazwischen.
So wurde das Kleid am 23. Dezember mit ganz heißer Nadel fertig genäht.


Die Knappheit der Zeit hat mir denn auch die Entscheidung abgenommen, ob es noch die im Originalschnitt vorgesehenen Ärmel bekommen soll. Ich habe sie weggelassen. Zum einen, weil sie mir sehr wahrscheinlich viel zu warm geworden wären (der schöne Wollstoff ist zwar leicht, aber muckelig warm). Zum anderen hätte ich die Ärmel auch noch füttern müssen - und das gab der Zeitplan einfach nicht mehr her.
 Ohne Ärmel passt es auch besser in meinen Alltag. Mit einer Bluse oder einem Shirt und verschiedenem Schmuck kombiniert, passt es zu verschiedenen Anlässen. Hier zeige ich euch mal zwei Varianten:

Links mit einem weißen Shirt und meiner Auerhahnfederkette - so würde ich auch ins Büro gehen. Und rechts macht sich meine Bluse aus goldfarbener Viskose, die fast in der Tonne gelandet wäre, zusammen mit der goldenen Kette doch echt festlich, oder?
Und mit einem Jäckchen oder einem Tuch lassen sich auch verschieden Temperaturen gut ausgleichen. Die Alternative dazu wären Ärmel zum Abzippen gewesen....
Langarmshirts habe ich in vielen weiteren Farben, rot, curry, pink, limette... Da gehen also viele verschiedene Styles, und darauf kam es mir beim Kleid an. Kein Anlasskleid, dass im Schrank hängt, sondern eines, das getragen und geliebt wird.

Zwar habe ich mich bei der Fertigstellung gefühlt wie ein Actionheld, der auf den letzten Drücker noch schnell mit gezogener Knarre und einem Hechtsprung unter dem sich schließenden Rolltor dem Ganoven hinterher springt, doch der Stress hat sich gelohnt: Mit dem Kleid bin ich sehr zufrieden.



Es trägt sich bequem, hat noch ein bisschen "Kuchenreserve", die kniebedeckte Länge finde ich optimal, und die gekreuzten Bänder sorgen für den rechten Pfiff. Leider war es heute wie auch an den letzten Tage sehr trüb, so sind die Tragefotos eher suboptimal geraten. Meiner Freude tut das allerdings wenig Abbruch. 

Hier noch einmal die Details: 
  •  Stoff: Wollgemisch von Stoff & Stil, dunkelblau mit Nadelstreifen, 2.00 m
  • Futterstoff: lila Taft, 1,30 m
 Vielen Dank an die Organisatorinnen, Claudia / Bunte Kleider, Katharina/ Sewing Addicted und Nina / Kleidermanie - es war wieder eine wirkliche Freude!

Hier geht es zur Kleiderparade des diesjährigen WKSA - wie immer finde ich es unglaublich, welche Vielfalt an Kleidern wieder entstanden ist.

Euch allen wünsche ich alles Gute für 2018 - bleibt gesund und kreativ!




Montag, 4. Dezember 2017

Stadtmütze und Stadtstulpen

 Anfang November war mein Stadtschal aus der wunderbar luxuriösen Ito Sensai fertiggestrickt. Seither trage ich ihn ununterbrochen und freue mich an dem warmen Schal, der mit seinen bunten Farben gute Laune bringt und trotz des federleichten Gewichts so schön wärmt.
 
Mit fallenden Temperaturen allerdings wurde mir klar - es fehlt noch eine Mütze! Mich friert es nämlich leicht am Kopf.
Die Mütze sollte, klar, zum Schal passen. Da Ito Sensai auch zweifädig verstrickt zu wenig "Körper" für eine Mütze bietet, ließ ich mich von Frau Maschenfein beim Stricktreff in Berlin beraten, und entschied mich für Lamana Bergamo, ein schön griffiges Merinogarn, in der Farbe weiß als Hauptgarn. Mit Sensai als zweitem Faden war flugs meine "Stadtmütze" gestrickt:

Für die Beanie mit den bunten Streifen brauchte ich allerdings nur die Hälfte der drei gekauften Knäuel. Auch von Sensai, das scheinbar eine unendliche Lauflänge bietet, waren noch reichlich Reste übrig.


Spontan kam mir eine Idee für Handstulpen, die in Reihen statt in Runden gestrickt werden, und bei denen sich die Bergamo-Reste sehr gut aufbrauchen ließen.
Das dicke Bergamo-Garn sorgt für warme Finger, "Fächer" in dem dünnen, edlen Sensai bringen Farbe ins Spiel. Schnell gestrickt sind sie obendrein - ich habe für beide Stulpen einen Abend gebraucht.
Und so habe ich zusätzlich zu meinem kuscheligen Schal auch noch ein passendes Set aus Mütze und Stulpen im Kleiderschrank!

Wer mag, darf gerne nachstricken, denn ich habe für alle drei Teile Anleitungen geschrieben und auf Ravelry eingestellt:
Hier geht es zum Stadtschal
Hier geht es zur Stadtmütze
Hier geht es zu den Stadtstulpen.

Verlinkt zu




Samstag, 25. November 2017

Weihnachtskleid 2017: Ich habe mich entschieden und habe sogar Stoff

... so lautet die heutige Überschrift zum WKSA 2017, veranstaltet von Claudia / Bunte Kleider, Katharina/ Sewing Addicted und Nina / Kleidermanie.
An dieser Stelle schon einmal ein dickes Dankeschön! an das Trio, dass die schöne Tradidion des gemeinsamen Weihnachtskleid-Nähens fortgeführt wird.

Darauf hatte ich nämlich schon im Oktober spekuliert und mir bei Stoff & Stil bereits einen marineblauen Wollstoff mit feinen Nadelstreifen gekauft. Denn der Schnitt war damals schon klar:
Etuikleid 116B aus der September-Burda, der im Heft sogar als separater Schnitt beigelegt war.
Auf den Schnitt hatte mich Mamamachtsachen gestoßen: sie hatte den Schnitt auf Instagram gepostet, und ich fand den gleich so ansprechend, dass ich mir seit Jahren mal wieder eine Burda gekauft habe.

Bildquelle: Burda

Beim Nähtreffen bei Frau Dashabichselbstgemacht zusammen mit Frau Kape Anlumi gab es dann einen Lacher: Wir hatten alle drei den gleichen Schnitt ins Auge gefasst und auch alle drei den Stoff parat:

Passt der Rosé-Sekt nicht herrlich zum Schnittmuster? *lach*
Mein Stoff ist oben in der Mitte, leider wirkt er darauf schwarz. Der graugestreifte rechts gehört zu Kape Anlumi, und der schöne bräunliche mit dem Hahnentritt zu Dashabichselbstgemacht.
Ob alles Weihnachtskleider werden, ist noch die Frage, aber sicher werden wir drei in absehbarer Zeit das gleiche Modell im Schrank beherbergen.Ich finde das Bombe und bin gespannt, wie die drei Kleider aus den unterschiedlichen Stoffen wirken werden!

Letzte Woche habe ich zugeschnitten - die 1.70 m, die für meine Größe angegeben werden, haben genau ausgereicht. Das finde ich super, denn ich mag es überhaupt nicht, wenn man am Ende eines Projekts noch Reste übrig hat, die für nichts so recht reichen wollen. 

Bei meinem Stoff unterscheidet sich die Vorderseite nicht von der Rückseite, so habe ich beim Zuschnitt schon mit allen Tricks gearbeitet und alle Markierungen mit weißem Kajalstift (darauf schwöre ich, der bleibt schön lange sichtbar und lässt sich bei Bedarf einfach rauswaschen) angebracht und dabei auch die jeweilige Rückseite markiert. Ich bin nämlich Expertin darin, die falschen Teile zusammenzunähen...


Ob ich das Modell tatsächlich mit langen Ärmeln nähen werde, bleibt allerdings fraglich. Der Originalschnitt sieht nicht einmal Futter vor, das geht bei meiner Stoffwahl gar nicht. Also habe ich Futterteile und Halsbelege gebastelt, allerdings noch kein Ärmelfutter. Dreiviertelärmel finde ich für ein Winterkleid aus warmem Stoff irgendwie suboptimal, und eigentlich trage ich am liebsten langärmelige Shirts zu ärmellosen Etuikleidern. Alternativ liebäugele ich mit ganz kurzen oder Kappärmeln - mal sehen, wie die Entscheidung am Ende ausfällt.

Letzte Woche waren es über 90 Teilnehmerinnen, die ihre Ideen wältzen - ich bin gespannt , wie es nun weitergeht und schaue hier nach. 


Mittwoch, 1. Februar 2017

Loppa-Mantel: Kuschelfreund!

Mitte November  habe ich mich von einigen Damen in Frau Maschenfeins Facebook-Gruppe überzeugen lassen, dass ich zu meiner Herbst-Loppa unbedingt und dringend auch noch eine zweite Loppa benötige.

In meinem Wolle-Lager befand sich noch eine größere Menge Drops Alpaka und Kidsilk in Lila, die für einen Mantel vorgesehen waren - warum also nicht für einen Loppa-Mantel?

Gedacht, gemacht und angenadelt - über die Fortschritte habe ich hier und hier und hier  berichtet.
Und jetzt ist er fertig mein erster Strickmantel und eine echte Fleißarbeit:

Meiner ursprünglichen Idee folgend, habe ich statt einer Knopfleiste und Hals- und Saumbündchen umlaufend eine I-Cord gestrickt. Hierzu habe ich das feine Milano-Garn zweifädig gestrickt, so ergibt sich eine Kordelbreite, die nicht vom Mantel verschluckt wird.


Ich mag diesen Abschluss sehr gerne, er ist schön clean und dezent. 
Auch an den Ärmeln habe ich den I-Cord gestrickt, und in den eingesetzten Taschen blitzt ein kleines Muster hervor.

Normalerweise weiche ich fertig Gestricktes über Nacht im Waschbecken, spanne es gegebenenfalls und lasse es dann trocknen. In der Strickgruppe erhielt ich den Tipp zu Dämpfen,  und das habe ich an diesem Mantel ausprobiert. Und ich bin begeistert vom Ergebnis.

Leider kann man den Unterschied auf dem Foto schwer erkennen. Links (glatte I-Cord) habe ich schon gedämpft, die Maschen sind ganz glatt und klar, rechts, wo sich die Kante noch wellt, ist das Maschenbild noch ziemlich buckelig. Das Tollste ist aber, dass man das fertige Teil nach dem Dämpfen gleich tragen kann, es muss nicht erst noch lange trocknen!

Da ich keine Knopfleiste gestrickt habe, fielen Knöpfe als Verschluss aus, und so habe ich Haken und Ösen im I-Cord versteckt.

Und das gute Stück am vergangenen Samstag bei bestem Wetter ausgeführt. Der Mantel ist so warm und die Temperaturen waren so mild, dass ich keine zusätzliche Jacke brauchte. Und was für ein Zufall, mein Lace-Schal passt auch noch genau dazu!


Insgesamt hätte der Mantel gut 10 cm kürzer sein können. Das Zuviel an Länge fiel mir allerdings erst auf, als die Taschen schon eingestrickt waren. Nun fällen die sehr tief sitzenden (und auch ziemlich klein geratenen) unter die Kategorie "It's not a fail. It's a feature!"
Auf den Fotos könnt ihr unseren "Fjord" sehen - einer meiner Lieblingsplätze, zu dem ich von zu Hause aus nur etwa 10 min. zu Fuß laufe. Immer wieder schön dort am Teich, und auch immer wieder eine tolle Kulisse!


Verbraucht habe ich von Lamana Milano je 1 Knäuel in perlgrau, marmor und anthrazit und 2 Knäuel silbergrau, dazu 7 Knäuel Drops Alpaka und 6 Knäuel Kid Silk verbraucht. Was mich sehr erstaunt hat war, wie sehr das Mitführen von so einem unscheinbaren Fädchen Kidsilk die Haptik verändert und das Gestrick "aufflauscht". So ist der Mante echt ein Kuschelfreund geworden, der mich hoffentlich lange begleitet.

Gestrickt habe ich dieses Mal mit NS 3 (Musterteile) und 3.5 (Körper, Ärmel) eine Größe zwischen S und M (Loppa ist ein echter Schlankmacher, was die Größenfindung angeht), und die Länge nach den Zunahmen für die Hüfte einfach gerade runtergestrickt.

Verlinkt zum Me-Made-Mittwoch, wo es heute wieder viel Inspiration an Selbstgenähtem zu sehen gibt.

Ich schau auch vorbei bei:
Stricklust
Häkelline






Mittwoch, 25. Januar 2017

Alle Vögel sind schon da: ein Lieblingsteil

Vor zwei Wochen ging es beim Eröffnungs-MMM 2017 um Lieblingsteile im Kleiderschrank.
Die Auswahl fiel mir im vergangenen Jahr schwer.
Aber dieses Jahr habe ich gleich zu Anfang ein Lieglingsstück produziert. Und zwar einen Mantel: "Autumn Fall" aus Ottobre 5/15.

Um den Schnitt bin ich schon länger rumgeschlichen, aber erst als ich bei Traumbeere den wunderschönen Vögel-Jaquard sah, war die Entscheidung gefallen. Zu dem Vogelstoff gibt es bei Traumbeere jede Menge passende Kombistoffe, ich habe mich für gelbe Punkte auf blau entschieden.
Womit ich schon nebenher auch ein Experiment wagte. Blau geht bei mir ja schon lange und ist inzwischen die Hauptfarbe in meiner Garderobe. Aber senf / ocker / curry? Bisher ein no-go, da mich diese Farbfamilie aussehen lässt wie meine eigene Oma. Viel zu blass.
Aber mit dem naturweißen Untergrund und den blauen Vögeln? Müsste gehen...
Also 1.5 m Vogelstoff und 1m Punktestoff bestellt. Und ich war begeistert.
Der Stoff ist schön dick und schwer, wunderbar anzufassen, und franst auch nicht aus.
Vor dem Näherfolg aber steht das Abpausen und Zuschneiden.
Bei diesem Schnitt ist beides eine Zumutung. Nicht nur das übliche Liniengewirr auf dem Schnittmusterbogen macht Mühe. Ich habe zudem die Einteilungen, die der Schnitt für die einzelnen Farben bereits vorsieht, meinen Maßen angepasst und habe schon beim Schnitt ganz schön getüftelt, dass alles passt. Beim Zuschnitt musste ich dazu erstmalig den Lauf des Musters beachten, und ich habe aufgepasst wie Teufel, dass die Vögel und Baumstämme auf den Einzelteilen gut zusammenpassen. Das hat mich wirklich Stunden gekostet.

Aber nach den ersten Nähten schon zeigte sich, dass sich die Mühe gelohnt hat:

Allerdings ist die Länge wohl für Frauen von über 1.80 m vorgesehen. Oben auf dem Bild ist die normale Länge lt. Schnittmuster zzgl Nahtzugabe zu sehen - mir ging das Modell damit bis zur Wade. Aber Kürzen ist ja kein Problem.
Außerdem musste ich in der hinteren Mitte einiges an Weite herausnehmen, wie üblich.

Besonders begeistert bin ich von der Taschenlösung. Gerade habe ich ohnehin einen Taschenfimmel, bei diesem Modell werden sie ganz raffiniert eingesetzt. Und schlauerweise habe ich mit dem Einsetzen gewartet, bis der Mantel fertig gekürzt war. Denn hätte ich die Taschen dorthin gesetzt, wo der Schnitt sie vorsah, wären sie etwa in Kniehöhe gelandet. 


 Die Ärmellösung ist auch sehr spannend, das Modell hat Sattelärmel. Nach dem Schnitt kann man auch ein T-Shirt nähen, das ich schon mehrfach auf Blogs gesehen habe. Und nun kann ich auch nachvollziehen, wieso die Bloggerinnen so voll des Lobes über diese Ärmellösung sind - sie passen einfach super.

Einzige richtige Tüftelei war die Verschlusslösung. Eigentlich sind Druckknöpfe vorgesehen - die finde ich allerdings nicht so hübsch. Knöpfe mit Knopflöchern schieden aus - ich wollte mir auf keinen Fall auf die letzten Meter den Mantel verderben, weil mir die Knopflöcher misslingen. Passende Knöpfe allerdings fanden sich in meinem Fundus.
Ein Besuch im örtlichen Stoffladen ergaben auch keine befriedigende Lösung, bis ich ans Regal mit den Bändern und Borten geriet, und dort auf Ripsband gestoßen bin. Daraus habe ich folgende Lösung gebastelt, die ich total gelungen finde:


 Hier kann man auch die Covernähte sehen, die meine kleine Nähmaschine ohne Murren auch über vier Stofflagen genäht hat. Darauf bin ich richtig stolz!

Hier ist der Mantel nun fertig. Ich bin wirklich ganz angetan! 

Getragen habe ich ihn inzwischen schön öfter, er ist ganz wunderbar warm und bequem, und hat mir sogar bei einer Schulungswoche schon das eine oder andere Kompliment beschert. Was will man mehr?
Die Tragefotos sind entstanden am Sonntag vor zwei Wochen, als es tatsächlich leicht geschneit hat.  Kalt und windig war es noch dazu, daher seht es mir bitte nach, wenn ich auf den Bildern nicht ganz glücklich aussehen...😉





Die Farbkombi Marineblau / Curry gefällt mir übrigens so gut, dass auch meine neue Bluse in diesen Farben entsteht. Frau Crafteln schrieb mir neulich, ich solle doch auch Experimente wagen statt mich nur auf Altbewährtes zu verlassen - ich denke, mit diesem Farbspiel bin ich schon mal auf einem guten Weg 😉 Inzwischen liebäugle ich sogar, einen richtigen "Draußen-Mantel" in curry zu nähen, für die nächste Herbst-/Wintersaison. Aber bis dahin ist die Farbe wohl schon wieder out...

Mein neues Lieblingsstück wandert nun zum virtuellen Laufsteg des MeMadeMittwochs.
Vielleicht hat die eine oder andere auch schon ein Lieblingsstück geschaffen? Dodos Strickjäckchen-Rock-Kombination hat gute Chancen, denke ich!

Sonntag, 15. Januar 2017

Loppa-Mantel: Endspurt!

Mein Jahrensendprojekt 2016 geht in die Endrunde: Mein Loppa-Mantel!

Beim Zwischenstand letzte Woche knobelte ich mit ein paar Denkaufgaben.

Zum einen war der Kragen sehr "halsfern" geraten, da ich auf das eigentlich vorgesehene Halsbündchen verzichtet hatte. Der Plan lautete ursprünglich, dass statt Bündchen und Knopfleiste ein I-Cord um die Kanten herum gestrickt werden sollte. Ich mag I-Cords sehr gern! Kehrseite war, dass der Ausschnitt dann mittels weiterer Musterreihen und verkürzter Reihen verkleinert werden musste.
Oder doch lieber ein Bündchen und Knopfleiste? So wäre das Problem des offenherzigen Ausschnitts gelöst?
Eine kurze Umfrage in Frau Maschenfeins Facebook-Gruppe ergab ein einstimmiges Urteil: I-Cord. UNBEDINGT! Und zwar, weil das verwendete graue Garn (Milano aus dem Hause Lamana) sehr fein ist, zweifädig.
Somit stand ich vor einer Herausforderung: Eigenständig verkürzte Reihen konstruieren, und damit den Ausschnitt anpassen. Und das auch noch im Muster!
Was soll ich sagen - ich musste gar nicht lang probieren. Ich habe Maschen aus dem Anschlag aufnehmen, und in den einfarbigen Runden des Mustersatzes einfach drei Mal verkürzte Reihen gestrickt. War gar nicht schwer, und die Lösung jetzt gefällt mir sehr.

Damit war die Arena frei fürs Steeken. Diesmal habe ich die Maschen nur abgehäkelt mit sehr feinem Spitzengarn. (Bei der ersten Loppa hatte ich die Ränder nach dem Steeken auch noch mit der Nähmaschine bearbeitet, was sich aber als nicht notwendig erwiesen hatte.)



Da ihr ja gerne schreckliche Bilder seht - hier wird gesteekt (nicht geeignet für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren):

 Für die Zweifler unter euch: Es ist wirklich nicht schlimm! Ich habe den Mantel übers Bügelbrett gezogen, mit Stecknadeln fixiert und munter zwischen den Häkelmaschen mittig geschnitten. Alles kein Problem. Man muss nur beim Aufhäkeln darauf achten, beide Maschenbeinchen zu umfassen und die Kettmaschen fest anzuziehen. Traut euch nur!

Und so ist nun ein Mantel aus der Jackenwurst geworden:


Ein Detail will ich euch noch zeigen:
Zum einen bin ich stolz wie Oskar über das super gleichmäßige Maschenbild bei dem Muster am Saum. Im Gegensatz zur Passe hatte ich dieses nicht mit Holznadeln, sondern mit Bambusnadeln gestrickt. Die sind viel weniger glitschig, und daraus ergibt sich dieses schöne Bild!


Zum anderen hatte ich die Saumkante gleich mit der doppelfädigen I-Cord abgekettet, und der Effekt gefällt mir supergut.
Jetzt kommt nur noch die Fleißarbeit von ca 3 m I-Cord auf mich zu - und dann ist mein Mantel fertig. So lange wird es sicher auch noch kalt genug bleiben, dass ich ihn diesen Winter noch tragen kann.

Was andere so stricken, könnt ihr hier sehen:  Maschenfein - auf den Nadeln im Januar
Andere kreative Werke und Inspiration bietet der  Creadienstag

Ach ja, eines kann ich euch versprechen: Mein nächstes Projekt auf den Nadeln wird ein fühlingshaftes. Ganz ehrlich!

Samstag, 7. Januar 2017

Loppa-Mantel: Fleißarbeit

Seit Dezember stricke ich an meinem Loppa-Mantel.
Wie sich herausstellt, ein echtes Fleißprojekt. Nach Weihnachten hatte ich die Ärmel abgeteilt und ein Stück Rumpf gestrickt (<klick> hier zum letzten Post).

Über die freien Tage zum Jahreswechsel, die wir gaaaanz ruhig verbracht haben, hatte ich schön viel Strickzeit, und so bin ich inzwischen ein gutes Stück weiter.

Damit mir nicht am Ende die Wolle ausgeht, habe ich die Ärmel zuerst gestrickt, und am Bündchen wieder ein Stück des Norwegermusters eingefügt. Statt eines normalen Rippenbündchens habe ich ein I-Cord als Abschluss gestrickt. 

Außerdem gefiel mir der Gedanke, dass die Jacke Taschen bekommen sollte. Also habe ich nahtlos eingestrickte Taschen konstruiert.


  Fertig eingestrickt sehen sie so aus:

Eine kleine Bordüre im Norwegermuster blitzt oben aus den Taschen heraus. Da der einfarbige Rumpfteil sehr lang ist und damit ziemlich massiv wirkt, finde ich das ein lustiges Detail, das die Front des Mantels etwas auflockert.  



Längenmäßig bin ich nun fast fertig - ich werde noch das aktuelle Knäuel Alpaka zu Ende stricken und dann noch eine Musterbordüre als Abschluss anfügen. Aktuell habe ich sechs Knäuel Alpaka und 5 Knäuel Kid Silk verbraucht. Ein sehr sparsames Modell, wie ich finde!


So sieht der Mantel von vorne aus. Leider sind nicht die Ärmel zu kurz geraten, sondern die Taschen sind, trozt vorheriger Anprobe, zu tief gerutscht. Da sie aber ohnehin zu klein sind, um sich die Hände darin zu wärmen, werde ich sie so lassen. Ribbeln kommt nicht in Frage. Als Taschentuchdepot reichen die Täschchen allemal aus.

Nun treibt mich eine Frage um: 
Die Originalanleitung beginnt mit einem Rippenbündchen am Halsausschnitt, bevor der Musterteil beginnt. Ursprünglich hatte ich geplant, den Mantel rundherum mit einem I-Cord zu stricken, wie ich es bei den Ärmeln ja schon gemacht habe. Nun ist der Ausschnitt am Hals allerdings noch sehr "halsfern" und muss auf jeden Fall noch weiter geschlossen werden. 

Lösung 1: Ich stricke oben noch ein Stück Musterrapport an, evtl mit verkürzten Reihen, und dann, nach dem Steeken, den I-Cord rundherum. Frage dazu: Wird so ein zierliches I-Cord bei dem massiven Mantel nicht verschwinden? Das am Ärmel ist aus 4 Maschen. Wenn ich 6 Maschen nehme, würde das funktionieren?

Lösung 2: Ich stricke doch ein Halsbündchen und eine Knopfleiste an, und ändere die Ärmelbündchen. Problem dabei: Dann muss richtigerweise noch ein Bündchen an den Saum - wie verhindere ich dabei, dass sich das Gestrick zusammenzieht? Der Mantel soll keine Tulpenform bekommen!

Was meint ihr dazu? Ich freue mich über Denkanstöße!
Bestimmt bekomme ich die beim Creadienstag, oder bei  Maschenfein!














Dienstag, 20. Dezember 2016

Der gelbe Finger - Handschuhfieber

Von meiner wunderbaren Loppa-Strickjacke gab es noch einige Reste des wunderbar weichen Garns Como aus dem Hause Lamana.

Außerdem gibt es von Maschenfein die feine Anleitung "Amilia" für Fingerhandschuhe. Diese Handschuhe trage ich sehr gerne, allerdings sind sie bei niedrigeren Temperaturen doch etwas zu dünn. Schon während ich Amilia strickte, dachte ich über ein Nachfolgemodell aus Como nach.

Gedacht, gemacht!


Für das Originalmuster hätte die Wolle nicht mehr gereicht, so habe ich mich bei der Konstruktion der Handschuhe an die Anleitung von Maschenfein gehalten und ansonsten frei Nase gestrickt. So habe ich ein lustiges Streifenmuster gewählt in den Farben hellgrau und Curry, und aus Garnknappheit musste ein Finger in Curry gestrickt werden, was mir sehr gut gefällt.


Die Bündchen habe ich im Rippenmuster gestrickt, aber diesmal mit rechts verschränkten Maschen. Den Effekt finde ich super, normalerweise gefällt mir mein Maschenbild beim Rippenmuster überhaupt nicht.



Herr Elch, der bisher nur als Mützenmodel posiert hat, zeigt hier sein Talent bei der Handschuhpräsentation: 
 Und auch mich haben meine neuen Handschuhe schon fein gewärmt.

Ich wünsche euch eine schöne restliche Woche, und schöne Weihnachtstage!

Mehr Gehäkeltes, Gestricktes und Gewerkeltes gibt es hier zu sehen:

Dienstag, 13. Dezember 2016

Jetzt kann ich sogar Handschuhe!

Letztes Mal habe ich ja erzählt, dass ich einen Lieblingsschal besitze, zu dem es keine passende Mütze und keine Handschuhe gibt.

Die Mütze habe ich euch beim letzten Mal gezeigt, die Handschuhe waren gerade angestrickt.

Nun sind sie fertig!
Gestrickt nach dieser Anleitung aus dem Hause Maschenfein. Ich habe noch nie vorher Handschuhe gestrickt, schon gar keine Fingerhandschuhe, und ich stricke auch nicht gern Socken. Das Gefummel mit dem Nadelspiel ist nicht so meine Sache. Aber als in den Weiten des Web immer mehr Amilia-Handschuhe auftauchten, konnte ich mich irgendwann nicht mehr wehren, und die Anleitung wurde bestellt.

Von der Aufmachung und Systematik bin ich begeistert. Klar, ohne Schnörkel, gut verständlich geschrieben und übersichtlich gestaltet - das ist schon mal eine feine Sache. Zusätzlich zur Anleitung gibt es eine sehr umfangreiche Tabelle für die verschiedensten Handschuhgrößen, die man auch verwenden kann, wenn sich durch ein anderes Garn eine andere Maschenanzahl ergibt - großartig!

Da die Handschuhe ja zum Schal und der Mütze passen sollte, habe ich in meinem Stash gekramt und Passendes gefunden: Reste von Lamana Milano von meinem hellgrauen Whippet-Cardigan, dazu als Kontrastfarbe einen Rest Drops Baby Alpaka Silk von meinem Frühlingsjäckchen. Ich musste also nicht mal neue Wolle bestellen, das ist doch mal nachhaltig, oder?

Wovor ich so richtig Respekt hatte, war das Gefummel bei den Fingern. Tatsächlich war das recht knifflig. Die Anleitung sieht vor, dass die Finger mit einem kurzen Nadelspiel gestrickt werden, währen die übrigen Maschen auf dem normalen Nadelspiel bleiben. Da ich keine zwei Nadelspiele gleicher Stärke habe, habe ich Daumen und den kleinen und Ringfinger je mit 3 Nadeln gestrickt, die übrigen Maschen blieben auf den anderen beiden Nadeln des Nadelspiels. Das war aber extrem fummelig, und beim vorletzten Finger des ersten Handschuhs habe ich kurzerhand die verbliebenen Maschen auf eine Lifeline gezogen und den Finger mit dem normalen Nadelspiel gestrickt - damit ging's dann recht schnell und einfach.

Beim Bummel über den Weihnachtsmarkt wurden die Handschuhe dann gleich zünftig eingetragen:

Sie sind für die aktuellen Temperaturen gerade richtig. Falls es kälter werden sollte, plane ich ein weiteres Paar Handschuhe aus der etwas dickeren Como auf den Nadeln (Reste von meinem Loppa-Jäckchen - Nachhaltigkeit und so...), die dann zum Einsatz kommen werden.

Und hier ist die fertige Kombi aus Schal, Mütze und Handschuhen zu sehen:


Ich finde, auch wenn alle Teile aus unterschiedlichen Materialien gestrickt sind, und sich auch farblich etwas unterscheiden, so gehen sie doch sehr gut zusammen.Sicher werden sie in diesem Winter häufig zum Einsatz kommen!

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