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Sonntag, 6. Mai 2018

FJKA18: grade noch geschafft (Sprig v. Alana Dakos)

Sicher kennt ihr solche Szenen aus Krimis, in denen der Held auf den allerletzten Drücker mit einem Hechtsprung unter dem sich gnadenlos senkenden Rolltor einer Fabrikrampe hindurchrutscht, um so in letzter Sekunde den Bösewicht zu stellen / die entführte Blondine zu retten / sich in Sicherheit vor den Verfolgern zu bringen?

So ging es mir mit meinem Projekt für den FJKA: es ist wirklich gestern Abend fertig geworden. Ich habe zwischendurch selbst nicht mehr dran geglaubt!
Beim letzten Mal  (dem regulären Finale) war die Passe angestrickt, es fehlten noch die Ärmel. Nicht, weil ich zwischendurch keine Lust gehabt hätte, sondern weil ich mich auf einmal inmitten eines Haufens von Projekten wiederfand, von denen die meisten Abgabetermine hatten ( mehr dazu hier).

Mit dem letzten Wochenende war dieser Berg jedoch bewältigt, und Sprig rutschte wieder ganz nach oben. Der Rest Passe war dann eher unspektakulär, da ohne Blattmuster. Ärmel stricken fetzt nicht besonders, aber sie lassen sich ganz prima ohne viel nachdenken stricken. Und zur Belohnung bekommt jeder Ärmel eine Manschette mit Blattmuster.

Den zweiten Ärmel habe ich übrigens fast komplett gestern auf einer längeren Autofahrt gestrickt.

Die Anleitung sieht zwei Alternativen für den Abschluss der Ärmel vor: einfache Musterblende, oder eine mit Knöpfen. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, und es fehlen jetzt noch die Knöpfe.

Aber Tragefotos gibt es trotzdem:



Ich bin sehr glücklich mit dem Pullover!
Und mit meiner Garnwahl. Und der Farbe sowieso.

Hier schreibe ich euch noch einmal die Details des Projektes auf:
Anleitung: Sprig von Alana Dakos, nur in Englisch, nur im Buch "Botanical Knits 2"
 adeln: HiyaHiya Sharp Stärke 3
Verbrauch: fast genau 3 Stränge Madelinetosh Merino light. Da ich die Ärmel lang gestrickt habe (das Original sieht Dreiviertellänge vor), ist nur noch ein kleiner Rest übrig. Ganz nach meinem Geschmack!

Nun will ich Mal schauen, wer sonst noch dabei ist beim Finale der Herzen.
Vielen Dank an die Organisatorinnen! Auch wenn ich mich dieses Jahr so verzettelt habe, war es doch wieder eine Freude!

Außerdem verlinkt zu
Maschenfein - Auf den Nadeln Mai
Liebste Maschen 

Sonntag, 1. April 2018

FJKA 2018: Kein Finale...

Frohe Ostern euch allen!
Einen fleißigen Osterhasen, und frühlingshaftes Wetter, das wünsche ich Euch.
Hierzulande sieht es eher trist und winterlich aus. In der Nacht hat es sogar noch einmal geschneit - das will doch jetzt wirklich keiner mehr:

In bezug auf das zur Zeit herrschende Wetter ist es vielleicht doch nicht so schlimm, dass mein SPRIG Pullover noch nicht fertig ist.


Zu viel habe ich zwischendurch gestrickt, drei Teststricks insgesamt, von denen der dritte noch läuft.
So gesehen bin ich mit dem Pullöverchen doch ganz schön weit gekommen.


Der Rumpf ist fertig. Leider klappt sich der Abschluss trotz eines Bündchens kraus rechts nach oben. Ich hoffe, das gibt sich nach dem Waschen.

Bevor ich mich an die langweiligen Ärmel mache, habe ich aus Neugier aber schon mal die Halsbordüre angefangen. Ihr alle - und ich noch mehr - wart ja so neugierig, wie diese gestrickt wird und aussehen würde:



Ich muss sagen, dieses kleine Bündchen ist das Anspruchsvollste, was ich je gestrickt habe! Die Strickschrift dazu ist in der Anleitung Reihe für Reihe angegeben, und dies ist wirklich das erste Projekt, bei dem ich mir jede gestrickte Reihe abhake, damit ich nicht durcheinander komme.
Aber es loht sich, die Borte wird wunderschön!

An den Ärmeln wird es noch einmal Borten geben, natürlich aber schmälere. Mal sehen, wie ich diese verbinden kann mit den geplanten langen Ärmeln (die Originalanleitung sieht 3/4-Ärmel vor), wenn ich diese zum Handgelenk hin noch weiter verschmälere.

Und es tut mir Leid, aber ich kann nicht anders: Ich muss euch einfach noch einmal dieses herrliche Grün und den wunderbaren Farbeffekt zeigen. Das Garn (Madelinetosh Merino Light in Farbe Jade) ist in jeder Hinsicht eine Freude: Es strickt sich sehr gut, weil es fest verzwirnt ist, ergibt ein gleichmäßiges Maschenbild und die Farbe - ach, diese Farbe! (Ein bisschen geht es mir bei dem Garn so wie dem Druiden Miraculix mit der Nase von Cleopatra: "ach, diese Nase! 😂)

Ja, es liegt also noch ein Stück Weg vor mir, bis ich das schöne Pullöverchen endlich tragen kann. Aber ich habe mir fest vorgenommen, es zum Finale der Herzen fertig präsentieren zu können.

Die vielen anderen fertigen Jäckchen und Pullover werden hier gezeigt - ob es noch andere Kandidaten fürs Finale der Herzen gibt?

Sonntag, 18. März 2018

FJKA 2018: Nur noch bis zum Quietscheentchen...

Malou begrüßt uns heute zum vierten Treffen beim diesjährigen Frühlingsjäckchen-Knit-Along.
Sie ist schon fast fertig, im Gegensatz zu mir...

Beim letzten Mal habe ich ja schon gebeichtet, dass ich ein bisschen vom Weg abgekommen bin und mich durch Teststricks habe ablenken lassen.

Mein Flauschwunder aus einem Teststrick mit Angora und Kaschmir von Bergère de France ist nun fertig:
Ein weiterer Test von Julia Graus Anleitung "Alpaka Strips Triangle" ist ebenfalls in den letzten Zügen (naja, es fehlt noch ein Knäuel mit 200 m... aber ein kuschelig warmes Tuch kann man bei den aktuell herrschenden Temperaturen immer noch gut gebrauchen)


Jedenfalls habe ich mir an zwei Abenden in dieser Woche Zeit genommen, an meinem eigentlichen Frühlingsprojekt, dem Sprig, zu stricken. Er versteckt sich in diesem Foto 😊

 Es ging tüchtig vorwärts, anderthalb Knäuel sind nun verstrickt, und die Taillenabnahmen sind schon gemacht. Wer genau hinschaut, sieht eine Art Abnäher über dem blauen Marker:

Was mich wirklich begeistert, ist das klare Maschenbild, das sich aus dem wunderbaren Garn und meinen neuen Lieblingsnadeln - HiyaHiya Sharp, hier in Stärke 3 - ergibt.  So schön gleichmäßig, ich bin ganz aus dem Häuschen!



Und die Farbe, ach die Farbe - die wechselnden Grüntöne sind einfach eine wahre Freude!

 Die bunten Maschenmarkierer habe ich übrigens alle selbst gemacht, ich mag sehr gern die Abwechslung und suche mir je nach Projekt immer andere ganz nach Laune aus meiner Sammlung. Macht ihr das auch?
Besonders mag ich gerade das Entchen, das den Rundenbeginn markiert. So heißt es bei mir momentan am Ende des Fernsehabends immer: "Ich muss noch bis zum Quietscheentchen stricken!"

Und genau das werde ich jetzt tun - zum Finale an Ostern werde ich zwar sicher nicht fertig werden, aber auch bis zum Final der Herzen ist noch einiges zu tun - Körper, Ärmel (verlängert im Vergleich zum Original), und die wunderbare Passe mit dem Blattmuster werden noch einiges an Zeit kosten.

Viel Erfolg euch bei euren Projekten!









Montag, 5. März 2018

FJKA 2018: ich hab mich ein bisschen verzettelt...

Fast hätte ich es verpasst, das dritte Treffen beim diesjährigen gemeinsamen Frühlingsjäckchen-Stricken!

Es ist ja ganz beeindruckend, wie weit einige schon sind! 
Mein ursprüngliches Pullover-Projekt „Sprig“ liegt seit dem letzten Treffen etwas „auf Halde“. Leider kann man immer nur ein Ding zur Zeit machen, also entweder stricken, nähen, bloggen, arbeiten – und auch immer nur an einer Sache gleichzeitig.

So habe ich es gerade eben noch geschafft, die Ärmel abzuteilen.

Die assymmetrische Ausschnitform kann man nun erahnen, hier wird später die Passe mit dem wunderschönen Blättermuster angestrickt und wird die Assymmetrie ausgleichen. Ob ich mit der Musterschrift zurechtkomme, wird sich zeigen – auf den ersten Blick finde ich sie sehr kompliziert (und die Masche für Masche ausgeschriebene Anleitung noch verwirrender). Wird schon werden.

Den Mangelnden Fortschritt am eigentlichen Projekt kann ich so erklären: 
Ich habe für den Pullover und alle weiteren, die da noch kommen mögen, einen schicken großen Projektbeutel genäht (den zeige ich in Kürze noch einmal genauer, hier nur ein kleiner Ausschnitt zum Neugierig-machen).


Außerdem musste mein Teststrick #hyggeheimgeheim fertig werden (ein Traum aus Angora und Kaschmir, wahrscheinlich stricke ich deshalb so langsam, weil das Gestrick sich so unglaublich gut anfühlt):
Was es genau wird, darf ich noch nicht verraten, aber es ist fast fertig. Und mit Eierlikör vom heimischen Bauern und einem schönen Kaffee dazu strickt es sich noch mal so gut. 

Am Sprig geht es dann in Kürze weiter, dann ganz gemütlich in langen rechten Runden, bei denen nicht viel passiert und wobei man sicher wunderbar lesen oder Hörbücher hören kann.

Das knallige Grün macht jedenfalls immer noch gute Laune, genauso wie das Quietscheentchen, aus dem ich einen passenden Maschenmarkierer gebaut habe :)


Ich schaue nun einmal vorbei bei den anderen Mitstrickerinnen.

Viel Erfolg euch allen!

Sonntag, 18. Februar 2018

FJKA 2018: Diese Farbe!

Beim heutigen zweiten Termin zum FJKA geht es "eigentlich" um die endgültige Entscheidung zu Garn und Anleitung.
Diese Punkte habe ich beim letzten Mal schon abgehakt:
Ich stricke den Pullover "Sprig" nach einer Anleitung von Alana Dakos aus dem Buch "Botanical Knits 2".

Als Garn habe ich mir aus dem Urlaub Madelinetosh Merino Twist light in passendem Grün mitgebracht, und ich muss sagen: Ich bin hin und weg von dieser Färbung.
Die knallt so schön und macht beim Stricken einfach gute Laune!
Denn natürlich habe ich schon angefangen.

Die Konstruktion ist etwas speziell: der Halsausschnitt wird von der linken Schulter aus begonnen und assymmetrisch gestrickt. Zunächst wird der linke Ärmel dadurch länger als der rechte. Soweit ich verstanden habe, wird der Unterschied am Ende ausgeglichen durch die Halspasse mit dem wunderschönen Blättermuster.

Die Ärmel werde ich vermutlich länger stricken als vorgesehen, Dreiviertelärmel sind mir meist zu kühl. Aber bis dahin ist ja noch einiges zu stricken...
Die Anleitung jedenfalls ist bisher gut verständlich und eine von der Sorte, bei der man einfach das tun muss, was die Anleitung sagt.

Terminlich muss ich mich allerdings sputen. Mir ist nämlich noch ein Teststrick dazwischen gekommen aus ganz tollem Material: Angora und Cachemire Plus von Bergère der France. Was daraus wird, darf ich allerdings noch nicht verraten.

Ich gehe also sozusagen mit zwei Projekten an den Start😊
Die Jäckchen und Pullover der übrigen Mitstrickerinnen (darunter einige in ähnlich fröhlichem Grün!) finden sich übrigens hier beim FJKA des Memademittwoch.





Montag, 16. Oktober 2017

Zum goldenen Herbst: Morgentau

Im Sommer fragte mich Sandra von Meinefabelhaftewelt, ob ich Lust hätte, einen Pullover im zweifarbigen Patent testzustricken.
Lust? Klar!
Zeit hatte ich auch, und gespannt wartete ich auf Anleitung und Garn.
Vorgegeben war LINT, ein Alpaca-Gemisch aus:
54% Alpaca Superfein
24% Polyamid
22% Wolle (Merino) mit einer super Lauflänge 199m/25 g.
Umwerfend fand ich die vielen Farben, in denen das Garn angeboten wird. Die Vielfalt brachte aber auch ein Problem mit sich - welche Kombination sollte ich bloß wählen?
Den Klassiker - Dunkelblau / weiß? Rot / Weiß? Oder Mutig - Grau / Curry? Oder gar Silbergrau / Himbeere?
Die Entscheidung war schwer. Schließlich entschied ich mich für die für meine Verhältnisse halbmutige Variante in silbergrau und himbeere.

Je drei Knäuel flatterten ins Haus, und mutig stürzte ich mich auf die Maschenprobe.
Zweifarbiges Patent, oder neudeutsch Brioche, hatte ich bisher nur im Rahmen eines Musterteststricks gestrickt. Dementsprechend groß war der Respekt vor dem Projekt.

Allen Zauderern kann ich aber versichern: Brioche ist keine Raketenwissenschaft, wenn man das Prinzip verinnerlicht, jede Reihe erst in der einen und dann in der anderen Farbe jeweils hin- und zurück zu stricken. Grundsätzlich ist es nicht meine Stärke, mich genau an Anleitungen zu halten - hier habe ich mich beherrscht, und so war der Pullover recht schnell gestrickt.
Was ich besonders spannend fand während der Arbeit war der unterschiedliche Effekt, der sich auf der Vorder- und der Rückseite ergibt. So stand denn vor dem Zusammennähen der Einzelteile die nächste schwere Entscheidung an: Welche Seite soll denn nun außen sein?



 Am Ende wurde es die Seite mit dem größeren Pinkanteil.
Auf die Ferne sieht das Muster ein bisschen nach Tweed oder Fischgrat aus, findet ihr nicht?

Die Maschen der Schulterpartien habe ich zusammen abgekettet und mir so das Zusammennähen erspart. Gerade bei dem feinen Garn und dem luftigen Muster finde ich das eine ordentliche Methode. Die Ärmel habe ich angehäkelt und auch die Seiten- und Ärmelnähte mit Kettmaschen geschlossen.

 Einzig bei der Kragenfarbe bin ich von der Anleitung abgewichen. Eigentlich ist der Kragen in der Kontrastfarbe, bei mir Himbeer, gedacht. Da aber die Anschlagkanten alle in silbergrau gearbeitet sind und also alle Säume grau erscheinen, gefiel mir der fertige Kragen in Himbeer überhaupt nicht am Pullover - viel zu krass. Also habe ich den Kragen aufgetrennt - was bei dem Garn gar nicht so einfach ist, da es sehr hakelig ist.
Der neue graue Kragen ist nun etwas dezenter:

Und mit den insgesamt 150 g Garn bin ich bei Größe L sehr gut ausgekommen! Damit ist der Pullover ein echtes Leichtgewicht, der aber trotzdem erstaunlich wärmt. 
Das Garn ist weich, die Oberfläche allerdings etwas struppig, weshalb es gern aneinander hakt. Wer pieksigere Wolle oder Mohair nicht verträgt, dem würde ich eher zu alternativem Garn raten. Durch das luftige Muster muss man ohnehin eine Bluse oder Top unter dem Pullover tragen - mit ganz empfindlichen Hautpartien kommt das Garn also nicht in Kontakt.

Der fertige Pullover sitzt schön locker, eine Größe kleiner hätte mir sicher auch gereicht. 
Die Ärmel finde ich persönlich etwas lang, aber das ist im Original so gewollt, da sie geschoppt getragen werden sollen. Da die Ärmel von unten nach oben und als Einzelteile gestrickt werden, empfiehlt sich hier vorheriges Abmessen der gewünschten Länge an einem bestehenden Kleidungsstück, falls die Ärmel regulär lang ausfallen sollen. 

Beim Teststrick wurden noch einige Unklarheiten beseitigt, Tippfehler korrigiert und an Formulierungen gefeilt - und nun ist die Anleitung samt Garn im Shop von Meine fabelhafte Welt erhältlich. 

Aktuell ist bei mir auf den Nadeln schon der nächste Teststrick:

Was es wird, darf ich nicht verraten - nur so viel: es wird warm und kuschelig!

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Mittwoch, 27. September 2017

Pink: Die Farbe der Wahl

Seit Mitte August strickte ich an meinem neuesten Projekt, dem Pullover "Besjes" von Celloknits.
Im Juni gab es die neu erschienene Anleitung kostenlos bei Ravelry, und der Pulli gefiel mir auf Anhieb so gut, dass ich gleich zugeschlagen habe.

Über die Anfänge des Projekts und die Garnwahl hatte ich hier bereits berichtet.
Wie vermutet, hat mich das Strickstück geraume Zeit begleitet. Gestrickt habe ich die Variante mit dem weiteren Halsausschnitt.
Im Urlaub habe ich den Körper geschafft und den ersten Ärmel begonnen, dann packte mich allerdings das "Second Sleeve Syndrome", und die Fertigstellung zog sich hin. 
Die Konstruktion von Besjes ist interessant: gestrickt wird erst der Körper von Schulter zu Schulter, die Seiten werden mittels Matratzenstich geschlossen. Dann werden die Ärmel gearbeitet, und zum Schluss werden am Hals und Saum Bündchen angestrickt. Anpassungen an Länge oder Weite sind allerdings kaum einzuarbeiten, da man während des Strickens nur ganz schlecht anprobieren kann.
Bei der Ausarbeitung habe ich mir Raum für individuelle Interpretation gelassen.
Zwei lange Nähte mit Matratzenstich zu schließen kam für mich schlicht nicht in Frage: viel zu viel Gefummel. so habe ich schlichtweg die beiden Seitennähte mittels Three-Needle-Bind-off abgekettet und so eine sehr ordentliche Naht erreicht. (Nebenbei - ist die Farbe nicht einfach mega?)
 
Alle Bündchen habe ich außerdem in der Kontrastfarbe gestrickt - das Original sieht nur die Naht vorne und hinten in Kontrastfarbe vor. Das allein war mir allerdings zu eintönig. Das rotlila von Drops Alpaka gibt einen schönen Kontrast, wie ich finde.
Nachdem ich also das Ärmeltief überwunden und die Bündchen an Ärmeln, Hals uns Saum gemäß der Anleitung gestrickt hatte, ergab die Anprobe des gebadeten, gespannten und getrocketen Pullovers: die Bündchen sind oben und unten zu eng. Der Kopf passt kaum durch das Halsloch, und unten spannte das Bündchen gewaltig. Also Plan B - auftrennen und I-Cord stricken.
Ein I-Cord ist elastisch und gibt immer einen sauberen Abschluss - meiner Meinung nach lohnt sich die Mühe. Und so ist mein etwas abgewandelter Besjes nun fertig:


Am vergangenen Wahlsonntag durfte Besjes mit ins Wahllokal. Wie schlau von mir, etwas anzuziehen, dass überhaupt keine Rückschlüsse auf meine politischen Präferenzen zulässt!
Allerdings hatten viele beigefarbene Rentner eine ähnliche Idee...
Üblicherweise trage ich gern dunkelblau. Diese Farbe ist aber in der Politik inzwischen leider von den Schreihälsen der AFD (die selbst bei uns im Dorf sagenhafte 11% gewählt haben) belegt - damit wollte ich nicht in Verbindung gebracht werden.
Pink und grau schien mir eine unverfänglichke Kombi.


Das Wahllokal ist in unserer Grundschule, und im Schulgarten konnte ich den Herzensmann überzeugen, schnell ein paar Tragefotos zu schießen:
 Wie man auf diesem Foto sehen kann, ist der Pullover sehr körpernah geschnitten. Die Ärmel dagegen sind eher weit. Insgesamt ist er aber sehr bequem und durch die Bouretteseide des Garns zum einen leicht und zum anderen luftig zu tragen.

 So angezogen finde ich die Kontrakststreifen und -bündchen gleich noch mal so gut, und ich bin auch froh, dass ich mich für den weiteren Ausschnitt entschieden habe.
Ich hoffe nun bloß, dass das Wetter noch ein bisschen mild bleibt, so dass das schöne Pullöverchen noch ein wenig getragen werden kann.

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Montag, 18. September 2017

Ferien-Hoodie



Springstoffe.
Ihr kennt das. Stoffläden arbeiten auf tückische Weise mit einem Vakuum, das arglose Kundinnen ins Ladeninnere hineinsaugt. Und dort ist man hilflos Springstoffen ausgeliefert.
Sie flehen einen an: "Nimm mich mit!"
Sie stellen fest: "Ich will ein Hoodie werden!"
Sie flüstern in dein Ohr: "Ringel gehen IMMER!"
Und irgendwann ergibt sich frau ihrem Schicksal, und der Mann, der vor dem Vakuum-Sog merkwürdigerweise gefeit blieb und mehr oder weniger geduldig vor dem Laden  wartet, rollt heimlich die Augen über die Tüte, die in den Kofferraum wandert.

So geschehen mit diesem wunderbaren Sommersweat, der mir auf Usedom zugelaufen ist (was ich bisher stofftechnisch als ungefährlichen Fleck eingeordnet hatte, aber auch hier gibt es nun ein nettes Stofflädchen).
Schon im Laden nahm ein Hoodie in meiner Vorstellung Gestalt an. Der Stoff schrie geradezu nach offenen, nach außen umgeschlagenen Kanten - es fehlte nur der rechte Schnitt.
Ich bin bekennender Ottobre-Fan, und die Durchsicht der vorhandenen Hefte ergab zwei Favoriten - schlussendlich ist, nach Beratung mit einigen Nähfreundinnen, die obere Variante "Get Moving"  aus Heft 5/15 geworden, ab den Achseln allerdings etwas weiter zugeschnitten.

Der Zuschnitt war so eine Sache. Denn obwohl der Sweat nicht ganz billig war, hat er sich beim Waschen derbe verzogen:
 Um kein Streifenfiasko zu fabrizieren, musste ich daher etwas herumtricksen, bis ich alle Schnitteile vernünftig untergebracht hatte.

Das Nähen wiederum war erst einmal keine große Sache. Die tollen Sattelärmel habe ich schon mehrfach genäht, u. a. beim Ringelshirt und dem Vogelmantel, bei dem auch die gleiche Taschenvariante genäht wird:

Bei der Kapuze habe ich die Innenkante nach außen geklappt, so entsteht der Tunnelzug für die Kordel.

 Die schmalen roten Streifen sind doch ziemlich dezent, und damit der Hoodie nicht so sehr nach Bademantel aussieht, habe ich alle Nähte, an die ich noch herankam, mit dem Hexenstich noch zusätzlich abgesteppt, und auch die Kapuzenkordel noch mit roten Kordelstoppern und Endstücken versehen.
 

Gerade rechtzeitig zum Sommerurlaub auf Texel war mein Hoodie dann fertig: 



 ... und ich finde ihn genau richtig!
Inzwischen hat er sich auch abseits vom Strand zu einem Lieblingsstück gemausert, denn er ist bequem und warm, und hat praktische Taschen, in der ich die Tempos für meine Triefnase verstauen kann.

Mein Hoodie wandert nun zum MeMadeMittwoch  - ich bin gespannt, was die anderen Damen heute zeigen.



Montag, 15. Mai 2017

Ein Vorgeschmack auf Sommer - Hint Of Summer

Heute ist Finale der Herzen beim FJKA, den Sylvia und Luise so nett organisiert haben.
Mein zweites Projekt, der Hint of Summer von Isabelle Kraemer, wurde nicht rechtzeitig zum Finae fertig, da das feine Garn, das ich verwendet habe, doch ziemlich fummelig zu verstricken war. Die langen Runden zogen sich ziemlich, und besonders die Ärmel haben mich auf der Zielgeraden ziemlich gequält (hier zu lesen).

Aber es muss ja noch Kandidaten im Finale der Herzen geben, welches wir Nachzügler heute begehen 😊
Und ja, er ist fertig. Und ich mag ihn richtig gerne!
Tragebilder hat der beste Ehemann von allen am vergangenen Wochenende, als die Temperaturen unverhofft in den deutlich zweistelligen Bereich schnellten, anfertigen.
Bei dem Namen Hint of Summer, Anklang von Sommer, lag es nahe, den Pullover im nächstgelegenen Rapsfeld in Szene zu setzen:
Zum Glück bin ich kein Allergiker, und kann mich ausgiebig freuen am Duft der Rapsblüten:
Hier kann man gut die Vokuhila-Form erkennen, die Anleitung habe ich abgewandelt und die verkürzten Reihen selber ausgetüftelt:

Der Pullover macht einfach gute Laune!


Insgesamt war er nicht schwierig zu stricken. Die Konstruktion ist raffiniert, aber schlüssig (und wie immer gilt das erste Gebot der Strickerin: Du sollst es nicht besser wissen als die Anleitung!)
Durch die Streifenfolge strickt es sich auch recht abwechslungsreich in den langen Runden am Rumpf. Im Original sieht die Anleitung nur zwei Farben vor, allerdings bin ich mit meiner dritten Kontrastfarbe sehr zufrieden, sie gibt meinem Pullover den rechten Kick Frische.

Verstrickt habe ich Washi (Viskose/Papier) und Shio (Merino) von Itoyarns, das ergibt zusammen ein etwas rauhes Gestrick, das sich im Sommer aber sehr sehr angenehm trägt und außerdem superschnell trocknet. Die Maschinenwäsche (Wollwaschgang im Wäschenetz) war kein Problem. 

Verbraucht habe ich für Größe M1 mit NS3:
- ca 80 g Washi weiß, ca 60 g Shio weiß
- ca 70 g Washi aqua, ca 50 g Shio navy
- ca 15 g Washi chili, ca 10 g Shio red. 

Hier geht es zur Kaufanleitung bei Ravelry, und hier zu meinem Projekt bei Ravelry.
Aus den Resten stricke ich noch einen Sommerschal, die Anfänge dazu könnt ihr in diesem Beitrag sehen.