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Dienstag, 31. Juli 2018

Sonne auf den Nadeln: Lacebine (Teststrick)

Anfang Juni gab es einen Aufruf zum Teststrick von einer lieben Strickbekannten Sabine.
Sie hatte ihre erste Anleitung entworfen - ein Sommertop mit einem Spitzenmuster: Die Lacebine.
Und ich durfte die Anleitung mit testen!

Für den Teststrick habe ich mir trotz Wolldiät einen Wunsch erfüllt: Die Garne Kinu und Shio von Itoyarns hatte sich schon bewährt beim Pullover Besjes, mein Wunsch war aber die Farbe Persimmon. Ist das nicht eine super Sommerfarbe?

Ich habe beide Garne zusammengewickelt zu einem Knäuel, damit die Konen, auf denen das Garn geliefert wird, beim Abstricken nicht aneinanderklappern. So stricken sich beide Garne schön gleichmäßig ab.

Und hier ist sie, die Lacebine:
Es ist ein ganz luftiges Top mit einem großzügigen V-Ausschnitt, Ärmeln im Lochmuster und einer Lochmusterborte an den Seiten.


Das Top fällt schön locker, ideal für die zur Zeit herrschenden Temperaturen - es ist wunderbar luftig, und trotzdem ist man gut angezogen.

Wenn es etwas kühler ist, passt auch ein Trägertop gut drunter.

Für meine Lacebine in Größe L habe ich gerade mal je zwei Konen Kinu und Shio verbraucht. Die Garnkombination - Bourretteseide und hauchfeine Merino - ist ideal für Sommerkleidung, sie ergibt ein leichtes Gestrickt, das dennoch einen schönen Griff ergibt.
Gestrickt habe ich mit meinen HiyaHiya Sharp Nadeln Stärke 3. Damit ist das Stricken natürlich eine Fleißarbeit - das Ergebnis allerdings lohnt sich!

Die fertige Anleitung ist nicht unbedingt etwas für Anfänger, man sollte schon einmal ein Lacemuster und einen Top-Down-Raglan gestrickt haben, sonst tut man sich vermutlich schwer mit der Konstruktion.
Hier geht es zur Anleitung bei Ravelry.

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Creadienstag
Maschenfein - auf den Nadeln Juli


Dienstag, 10. Juli 2018

Das Wö(l)lkchen: NUVOLA

Die Ideen zu Anleitungen springen mich manchmal einfach an.
Plötzlich küsst mich die Muse, und ich weiß genau, wie mein fertiges Modell aussehen soll.
So war es bei NUVOLA.

Am Anfang war das Garn

Suave Cottonvon Pascuali  war der Renner auf der H+H in Köln : Es ist aus 100%  Baumwolle, aber fasst sich an wie eine Wolke. Der etwas sperrige, feste Griff, denn reine Baumwollgarne häufig haben, fehlt bei Suave völlig. Stattdessen ist es fluffig weich und federleicht anzufassen. 


Beim ersten Kennenlernen war ich spontan verliebt in diese weiche Haptik, aber die zündende Idee für eine Anleitung kam erst Wochen später.
Nämlich als ich anfing, mir ein Hochzeitsgastkleid zu nähen für eine Hochzeit Anfang Juli. Ärmellos sollte das Kleid werden, und der schwarze Leinenstoff, den ich mir dafür ausgesucht hatte, war verziert mit einer beigefarbenen Lochstickerei. Da man hierzulande ja nie weiß, wie Petrus mitspielt, reifte

Die Idee:

Ein Jäckchen zum Kleid, wärmend zwar, aber nicht schwer, taillenkurz und mit einem romantischen Touch – passend zum Kleid und zum Anlass.

 Die aktuelle Farbpalette umfasst diese 13 Farben:
Mit freundlicher Genehmigung von Paul Pascuali

 Das Cremeweiß passte perfekt zur Farbe der Stickerei:

Zum Herbst hin gibt es nochh drei neue Farben: Blau, silbergrau und senf-/ currygelb!)
Mit freundlicher Genehmigung von Paul Pascuali!
Der Anfang der Anleitung war recht schnell geschrieben, und meine lieben Teststrickerinnen haben sich auf eine Art Mystery-KAL eingelassen. Da der Zeitraum zwischen Idee und geplanter Veröffentlichung recht kurz war, gab es die Anleitung in Stücken, je nach meinem eigenen Strickfortschritt und den Korrekturanmerkungen der Tester.
Und herausgekommen ist NUVOLA (italienisch für „die Wolke“) – und eine Wolke ist es wirklich, dieses feine Gestrick:

Die Anleitung 

Das Jäckchen ist ein RVO, gestrickt an einem Stück ohne Nähte, und geht von XS bis XL. In der Anleitung gibt es verschiedene Stellen, an denen beschrieben wird, wie man Weite oder Länge anpassen kann – sie ist also recht variabel gehalten.  
Auch das Bindebändchen, das ich zum Schließen des Jäckchens eingezogen habe, ist optional – das Jäckchen kann also auch ganz einfach zum Offen-Tragen gestrickt werden.
Und wie schon bei vorherigen Tests waren meine Testerinnen super kreativ, schaut hier ein paar Beispiele aus dem Test an:

Suave ist übrigens nicht nur ein Traum an Weichheit, sondern auch ein Traum an Lauflänge: mit 25g bringt sie es auf 162 m, und für Gr. XS und S benötigt man für die taillenkurze Version mit ¾ Ärmeln nur drei Knäuel!

Ich habe meine Nuvola zur Hochzeitsfeier getragen und bin sehr angetan vom Tragegefühl: Das Leichtgewicht merkt man kaum, aber dieser Hauch von Nichts wärmt sehr angenehm and kühleren Sommerabenden. 



Die Anleitung mit weiteren Informationen gibt es hier bei Ravelry.

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Dienstag, 3. Juli 2018

Wolldiät: Wolle kommt von Wollen! - Strategien gegen Rückfälle

(je nach Betrachtungsweise kann dieser Beitrag Werbung enthalten, da ich Markennamen nenne. Alle genannten Garne, Stricknadeln etc. wurden jedoch von mir gekauft und bezahlt, und es steht kein Werbeauftrag, sondern meine persönliche Meinung hinter diesem Blogartikel)

Willkommen zur Wolldiät im Juli!

Für viele sind die Sommermonate Wochen, in denen nicht so viel gestrickt wird. An warmen Tagen ist ein Berg Gestricktes nicht angenehm auf dem Schoß, man ist im Urlaub am Strand oder in den Bergen, faulenzt und lässt die Seele baumeln.

Gehört ihr zu denen, die im Sommer eher wenig stricken?
Die aber dennoch gerne weiter Wolle kaufen? 😉
Die im Urlaub "ganz zufällig" an einem tollen Wollgeschäft vorbeikommen (so wie ich letztes Jahr in Amsterdam), oder ebenso zufällig an einem Ort Urlaub machen, an dem ein Wollfestival stattfindet?
Und sich im Herbst wundern, dass die Wollkisten, -schränke und -schubladen sich nicht mehr schließen lassen?

Heute geht es daher um

Strategien gegen Rückfälle

Bei jeder Diät gehört zu den wertvollen Durchhaltetipps das Belohnungsprinzip. Das kann ein Leckerbissen sein (z. B. ein Stück Schokolade), oder aber auch ein neues Kleidungsstück, ein Wellnesstag, ein schöner Nagellack... sprich, etwas, das ein Belohnungsgefühl hervorruft, aber nicht die Diät bricht. In unserem Fall wäre das etwas, das mit dem Hobby etwas zu tun hat, aber eben keine Wolle ist.

Das kann zum Beispiel schönes Handwerkszeug sein.
Ich habe mir zu Weihnachten zum Beispiel ein ganzes Nadelset von HiyaHiya gegönnt, da ich nach einem Probekauf einer 3mm-Rundstricknadel von den Nadelspitzen ganz hingerissen war.
Und ich finde das Set nach wie vor extrem praktisch.
Als weitere Belohnung habe ich mir als Ergänzung zu dem Nadelset diese niedlichen Pandastopper gekauft, die sich auf die Seilenden schrauben lassen zum Stilllegen von Maschen:
Außerdem habe ich mir einige neue Maschenmarkierer gebastelt. Zum Beispiel den kleinen Panda oben. Oder diese KNIT / PURL Marker - oder Pinguine, Katzen, Quietscheentchen, Mäuse...

Außerdem habe ich mir noch einen richtig tollen Helfer gegönnt: Günter, die Wollhaspel.
Einen ganz einfachen Wollwickler aus Kunststoff habe ich schon länger, aber mit Hilfe von Günter wickelt es sich wirklich besser, ganz schnell, ohne Fluchen und ohne Umbau des Nähzimmers, damit ich den Wollstrang über die Stuhlbeine spannen kann. Günter habe ich gebraucht günstig gekauft, und er darf hin und wieder sogar mit zum Strickkaffee, wenn eine Strickfreundin ohne Haspel Wickelbedarf hat.

Eine weitere Belohnung könnte Fachliteratur sein. Zum Beispiel Bücher mit Anleitungen, zu bestimmten Techniken - ich habe zum Beispiel zu Weihnachten dieses tolle Buch hier bekommen, in dem ich sehr sehr gerne blättere:
Ansonsten tue mich immer etwas schwer am Regal in der Buchhandlung oder am Kiosk.
Meine Ansprüche sind inzwischen ziemlich hoch, und vielleicht auch ziemlich speziell. Bücher zum Thema Mützen, Handschuhe, Schals etc interessieren mich nicht so sehr, und in vielen Strickzeitschriften finden sich immer noch Anleitungen, bei denen man Einzelteile strickt und am Ende mühsam zusammen nähen muss - och nö. 

Habt ihr gute Tipps zu Strickbüchern? Oder auch zu guten Zeitschriften? Her damit!

Und natürlich auch mit Euren Tipps zur wollfreien Belohnung. Plant ihr vielleicht den Besuch eines Workshops? Oder eines Stricktreffens? Welches Zubehör wünscht ihr euch?

Erzählt doch mal - in der Facebook-Gruppe , Instagram (@frausonnenburg, #Wolldiaet2018), oder verlinkt euch hier mit eurem Blog. Die Linkparty ist für zwei Wochen geöffnet.

Nun will ich aber Rückschau halten über meine Stashzugänge und -abgänge seit dem letzten Treffen, und wie es mir mit meinen Plänen ergangen ist.

Dies waren meine Pläne

- Sprig fertig machen --> erledigt, gerade noch pünktlich zum Finale der Herzen beim Frühlingsjäckchen-Knit-Along
grüner gestrickter Pullover mit Blattmotiv
Macht minus 1200 m.
Die übrigen drei Stränge habe ich gleich verkauft, daraus wird nun ein Winterfell-Cardi gestrickt, der wiederum gleich auf meiner Liste gelandet ist.
Also insgesamt minus 2400 m.

Tira fertig machen --> erledigt und ideal für heiße Tage, wie wir sie momentan haben.
weiß-graues gestricktes Sommertop
Macht minus 900 m.

- die Anleitung für Insa fertigstellen --> erledigt, die Anleitung ist Mitte Mai erschienen

Den Abgang habe ich schon im Mai gezählt, er zählt hier daher nicht.

Die übrigen Pläne musste ich allerdings vertagen.
Dessine-Moi-un-Mouton ist noch nicht angestrickt. Denn... es sind mir wieder drei (!) Teststricks und eine eigene Anleitung dazwischen gekommen.

Zum einen  das Ilios-Top von Sandra Groll, ein ganz heißes Sommertop mit einem sehr schönen Ausschnitt und einer aufregenden Schnürung im Rücken. Gestrickt aus Pascuali Sole, was ein wunderbares Garn ist für den Sommer (90% Baumwolle / 10% Kaschmir!).
Das Top ist fertig, allerdings ist es mir aus unerfindlichen Gründen zu groß geraten und ich werde es wohl ribbeln müssen.
Plus und minus 700 m.

Außerdem durfte ich zwei Modelle stricken für das neue Buch von Meine Fabelhafte Welt, aber hier darf ich noch nicht verraten, was es geworden ist.
 Ein Projekt ist aus einem Knäuel Sandnes Kos - plus / minus 150 m
und ein weiteres aus zwei Knäueln Lamana Puno - plus / minus 120 m.

Statt des Tuchs, das mir seit Weihnachten im Kopf herumschwirrt, habe ich eine andere Anleitung zu Papier gebracht: "Nuvola" ist ein traumzartes Jäckchen aus der wolkenweichen Suave von Pascuali - die Anleitung wird nächste Woche erscheinen.
Verbrauch: 4 Knäuel - plus und minus 648 m.
Verstrickt also: 4918 m

Ein weiterer Teststrick läuft noch - das Top "Lacebine" von Knitbine, und diesmal habe ich mir einen Wunsch erfüllt und stricke es aus zwei Ito-Garnen: Kinu und Shio ,beide in der Farbe Persimmon.
Da ist eine Menge Lauflänge hinzugekommen - insgesamt 2.715 m (je drei Konen pro Garn).

Und ein Gewinn ist mir noch in den Schoß gefallen, drei Stränge Rosy, gefärbt von Kieler Wolle.

Das Blau und das Pink (die Farbe heißt ganz richtig Boom!) fand ich mega, das beige hingegen trifft meinen Geschmack gar nicht. Also habe ich den beigefarbenen Strang kurzerhand zusammen mit einem ebenfalls blassfarbigen Strang Pinta marineblau gefärbt, und mir als Ergänzung zu den beiden anderen Gewinnsträngen einen weiteren gekauft, der die beiden Farben ganz perfekt verbindet.
Daraus wird ein Tuch werden. Eine Anleitung hab ich schon im Kopf - aber auch die will erst noch aufs Papier.

An Zugängen muss ich daher insgesamt 3987 m angeben - damit knapp 1000 m weniger im Stash! Yaaay!

Mit den neuen Wintergarnen, die nun allmählich in den Handel kommen, kann ich mich  nur schwer anfreunden bei den aktuellen Temperaturen. Teilweise entsprechen auch die Farben überhaupt nicht meinem Beuteschema - und Projekten mit Nadelstärken über 6 oder max. 7 mm kann ich auch nichts abgewinnen. Vielleicht bewahrt mich das vor neuen Zugängen?
Wir werden sehen!

Ich verlinke meinen Blogpost zu
Creadienstag
Mascheinfein - auf den Nadeln Juli
Dienstagsdinge



Montag, 25. Juni 2018

Bobbelicious Stricken - Teststrick für Frau Feinmotorik

[Dieser Beitrag enthält Werbung - die Anleitung wurde mir zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung gestellt] 

Dieses Jahr ist mein Teststrickjahr!

Es ist so großartig, bei wie vielen Test- und sogar Modellstricks ich dieses Jahr teilnehmen durfte (und darf), und es macht mir einen Riesenspaß, Anleitungen zu prüfen und mit Korrekturen oder Anmerkungen zu versehen!

Anfang des Jahres rief Frau Feinmotorik auf zum Test- und Modellstrick aus Farbverlaufsgarnen. Worum es genau ging, durfte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht verraten, und so war das ganze Projekt mit einer geheimnisvollen Aura umweht. Wir Tester bekamen strenge Auflagen über unsere Geheimhaltungspflichten, und genaue Anweisungen, wie und ob unsere Fortschritte in den sozialen Medien geteilt werden durften. Alles unheimlich heimlich - Wie aufregend! Im Verlauf des Teststricks wurde dann ersichtlich, dass es sich um mehrere verschiedene Projekte – Tücher, Schals, Stolas, Ponchos – handelte , und der Verdacht kam auf, dass es sich wohl um ein Buchprojekt handeln könnte.

Und tatsächlich – es ist ein Buch, und zwar dieses hier:
Buch Bobbelicious Stricken
Quelle:EMF-Verlag
Bobbelicious stricken – Kleidung, Tücher und mehr mit Farbverlaufsgarnen - hier hat Frau Feinmotorik mehr dazu geschrieben <klick>
Darin gibt es 19 Modelle für Anfänger und Fortgeschrittene, und für eines davon - nämlich das Modell "Let it Go" - durfte ich die Anleitung testen!
Und jetzt darf ich auch endlich von dem Ergebnis berichten. Der Teststrick startete schon im Januar - ein halbes Jahr musste ich also Stillschweigen bewahren.

Ich muss gestehen:Bisher hatte ich mit Verlaufsgarnen noch überhaupt keine Berührung. Der Hype, den manche Strickerinnen um "Bobbel" machen, erschließt sich mir nicht (was damit zu tun haben kann, dass ich hauptsächlich Kleidung stricke und mir diese mit Farbverläufen nicht vorstellen kann). Viele Farbstellungen finde ich genau so gewöhnungsbedürftig wie das Wort "Bobbel" an sic.
Was für eine gute Gelegenheit, sich den eigenen Vorurteilen zu stellen und sich auf etwas Neues einzulassen!

Für "Let it Go" benötigt man ein Knäuel mit etwa 800 m. So zog ein Wooly Hug in der Farbe "Feuerstein" bei mir ein.
Wollknäuel in rosa-weiß-grau
Und schon ergab sich die erste Überraschung: trotz 50% Poly-Anteil ist das Garn ganz weich und fasst sich schön an, überhaupt nicht "schwitzig" wie ich es bisher von Garnen mit so hohem Anteil an Kunstfasern kannte. 

Es wurde eifrig losgestrickt. Toll, dass man bei Tüchern nicht unbedingt eine Maschenprobe braucht! 
Ein bisschen war dieser Test wie ein Mystery-KAL - man hat zwar die Anleitung, aber ja noch keine Bilder des fertigen Teils, das einem bei der Orientierung hilft. 
Die gut und klar geschriebene Anleitung und - hurra! - das Chart für das Lochmuster ließen mich trotzdem schnell vorankommen. 
Mit dem Lacemuster hatte ich allerdings meine üblichen Startschwierigkeiten. Die Anleitung hat nicht umsonst 2 von drei "Bobbeln", ist also für Anfänger nicht unbeding geeignet. 
Abhilfe für mein Musterproblem schafften schließlich Maschenmarkierer, die ich jeweils zwischen die Rapporte setzte - ab da lief es wie geschmiert. 

Und so fieberte ich - wie wohl viele andere Bobbelstrickerinnen auch - dem nächsten Knoten entgegen - von Rosa zu kräftigem Pink nach Weiß und schließlich Grau, einschließlich der dazwischen liegenden Schattierungen. Einen Knoten pro Abend schaffen, das war mein Ziel, während ich an dem Tuch strickte.

Und so ist es nun fertig - bei den aktuell herrschenden Temperaturen kann man "Let it Go" immer noch herrlich um den Hals tragen.
Und ich muss sagen, ich finde Farbverlauf in seinen Schattierungen durchaus ansprechend (aber es sind ja auch meine momentanen Lieblingsfarben darin enthalten).

Auch die Größe finde ich genau richtig geraten. Man könnte es natürlich auch mit einem größeren Bobbel stricken, aber mit meinen knapp 2m Spannweite an der oberen, geraden Kante, ist es für mich genau richtig als sommerliches Dreieckstuch. 

Das  Buch im EMF-Verlag erschienen und ab heute im Buchhandel erhältlich.
Zum Erscheinungstermin verlost Frau Feinmotorik übrigens ganz luxuriöse Bobbel - hier gibt es alle notwendigen Infos!

Verlinkt zu 
Creadienstag
Dienstagsdinge
Maschenfein - auf den Nadeln Juli

Samstag, 9. Juni 2018

Auf den Nadeln im Juni...


Der Juni ist schon halb vorbei (naja, fast...), und ich habe noch gar nicht berichtet, welche Projekte sich derzeit auf meinen Stricknadeln befinden.

Bis dieses Jahr war ich immer ganz diszipliniert:
Keine Ufos
Immer nur ein Projekt zur Zeit

Dieses Jahr läuft es irgendwie anders. Aktuell sind meine drei Projektbeutel belegt, und es ist nicht das erste Mal, dass dem so ist.

Woran genau ich stricke, verrate ich euch hier:

Zum einen stricke ich fleißig an meinem eigenen Design: "Nuvola" aus Suave von Pascuali.
Nuvola, Suave Cotton, Pascuali

Suave ist aus 100% Baumwolle - wer dieses leichte Gespinst von Garn jedoch einmal anfasst, kann das gar nicht glauben. Es ist watteweich (der beste Ehemann von allen nennt es "so weich wie ein Maulwurf) und federleicht. Ein Knäuel von gerade 25 g liefert 160 m Lauflänge, so ist Suave ein sparsamer Partner!
Mein Nuvola wird ein leichtes Jäckchen für kühle Sommerabende, ich stricke es mir als Partner zu einem Hochzeitsgastkleid. Der Teststrick läuft noch, aber die Anleitung soll Anfang Juli erscheinen. Seid gespannt!

Als Kontrastprogramm darf ich für Sandra von Meine Fabelhafte Welt zwei Modelle stricken. Yaaay!
Modellstricken zu dürfen ist für mich eine besondere Freude, und ich gebe mir sehr viel Mühe, perfekte Projekte abzuliefern. Schließlich sind es Modelle, die fotografiert und veröffentlicht werden, und nicht nur Anleitungen, die ich teste und deren Endprodukt ich mit all seinen Unperfektheiten behalten darf. Also ist es für mich doppelte Freude, gleich zwei Modelle stricken zu dürfen mit der Anmerkung, bitte auch die Anleitungen intensiv zu testen, da ich dabei immer so pingelig sei.
In diesem Zusammenhang ist pingelig für mich eine Auszeichnung, denn Anleitungen sollten so perfekt wie möglich sein, damit die Stricker(innen) später keine Probleme haben.

Viel darf ich zu den Projekten nicht verraten, denn sie sind noch geheim, aber ein bisschen anfüttern darf ich euch. Also kommt hier Projekt Nr. 1, gestrickt aus Kos von Sandnes Garn.

Sandnes Garn, Kos
Kos ist ein dickes, aber sehr leichtes Garn aus 62 % Alpaka, 9 % Wolle und 29 % Nylon. Es wirkt, als seien die Fasern um eine Luftsäule herumgesponnen. Ich finde es sehr weich und warm - ideal für die kältere Jahreszeit. Besonders schön finde ich die große Farbpalette des Garns - hier bleiben wenig Wünsche offen. Um Kos bin ich schon eine Weile herumgeschlichen, hatte aber kein passendes Projekt dazu - umso schöner, dass ich es nun testen durfte, und dann auch noch in blau!
Es strickt sich angenehm, ist aber ein bisschen faserig. Empfindlichere Strickerinnen sollten sich immer die Hände gut eincremen.

Das zweite Modell darf ich aus Puno von Lamana stricken. Puno besteht aus 60% Alpaka und 40% Schurwolle und hat eine ganz interessante Garnstruktur: Die Fäden sind zu einer Art Mini-I-Cord gestrickt. Solchen Kettgarnen gegenüber war ich bisher eher skeptisch eingestellt. Aber beim Stricken stelle ich fest: Es gibt ein mega-gleichmäßiges Maschenbild - seht selbst! Und durch die Kettstruktur dröseln sich die Fäden beim Stricken nicht auf, was mir sehr gut gefällt.

Lamana Puno
Puno finde ich beim Tragen ein bisschen kratzig. Für Accessoires wie Mützen oder Handschuhe finde ich das Garn ideal, einen Pullover könnte ich mir eher nicht daraus vorstellen - vermutlich wäre der auch zu warm.
Dieses Projekt stricke ich übrigens mit den CraSy Trio Nadeln von Addi - hierzu gibt es noch einmal einen Erfahrungsbericht, wenn ich den Schleier des Schweigens lüften darf. 

Ilios Top, Teststricken, Pascuali Sole

Und wiederum als Kontrast zu den dicken Garnen aus dem Modellstrick darf ich wieder eine Anleitung für Sandra Groll testen. Nach dem Tira-Top nun ein weiteres Sommermodell: "Ilios", aus dem wunderbaren Sommergarn Sole von Pascuali. Sole ist eine tolle Mischung aus 90% Baumwolle und 10% Kaschmir, ganz weich, aber mit einem sehr schönen Griff. Und maschinenwaschbar ist Sole auch noch!
Die Anleitung soll noch Ende Juni erscheinen, da muss ich nun ein bisschen Gas geben!

Verlinkt zu Auf den Nadeln Juni von Maschenfein .


Dienstag, 22. Mai 2018

Tira - Sommertop - Stricken mit allen Schikanen (Teststrick und Testbericht Addi Sockenwunder)


Ende April gab es bei der lieben Sandra vom Team Maschenfein auf Instagram immer wieder Vorschaubilder für ihr neues Projekt aus Pascuali Nepal - dem Tira-Top.
Als zum Teststrick aufgerufen wurde, habe ich ganz laut HIER geschrien, denn Sandras Anleitungen sind immer klasse, und Nepal von Pascuali wollte ich auch immer schon verstricken.
Nepal ist ein Garn aus 60% Baumwolle, 28% Leinen und 12% Brennessel - damit ist es zum einen sehr leicht und angenehm für den Sommer, zum anderen vegan.
Die Farbwahl war schnell getroffen, obwohl es Nepal in vielen schönen Farben gibt: anders als meine übliche Farbwahl blau-weiß oder rot-weiß entschied ich mich diesmal für weiß als Hauptfarbe und steingrau als Kontrast.
Ich hatte vor einiger Zeit schon einmal ein Restknäuel von einer Strickfreundin zum Ausprobieren bekommen, mit dem ich die Maschenprobe stricken konnte. So konnte es gleich losgehen, nachdem das Garn geliefert und gewickelt war. (Ich habe mir kürzlich übrigens eine Schirmhaspel zugelegt, damit ist das Wickeln von Strängen nun die wahre Freude. Aber dazu später einmal.)

Dennoch hatte ich aufgrund eines vorübergehenden Teststaus die rote Laterne unter den Testern - fast täglich gab es fertige Tiras zu sehen, und ich kam nicht so recht vorwärts. Was aber nicht ander Anleitung und deren Verständlichkeit lag, sondern an dem besagten Projektstau, unter anderem verursacht durch mein Insa-Top.
Pascuali Nepal
Nachdem der Stau aufgelöst war, ging es mit Hochdruck weiter bei Tira.
Das Top wird in einem Stück von oben nach unten gestrickt, es hat einen sehr schönen, nicht zu tiefen V-Ausschnitt. Tira ist das portugiesische Wort für Streifen - und so hat das Top eine witzige Schulterpasse mit dünnen Streifen, im Gegensatz zu den Blockstreifen am Körper. Streifen gehen bei mir ja ohnehin IMMER.
Das Quietscheentchen war natürlich auch wieder dabei!
Durch die Oversize-Form braucht das Top keine Ärmel, es werden lediglich Bündchen angestrickt.
Hier habe ich ganz tief in die Trickkiste gegriffen und mein Addi Sockenwunder ausprobiert. Das war Bestandteil der Wundertüte, die ich bei meinem Besuch der H+H am Addi-Stand geschenkt bekommen habe.

Exkurs: Das Sockenwunder
So richtig warm sind wir bei meinem kurzen Teststricken am Stand nicht geworden, jetzt bekam das Sockenwunder eine echte Chance:
Das Sockenwunder ist eine ganz kurze Rundstricknadel, mit einer kürzeren und einer längeren Nadel. Man kann damit kleine Durchmesser (Socken oder eben Ärmel oder Ärmelbündchen) in der Runde stricken und spart sich damit das Nadelspiel.
Allerdings muss man sich erst einmal aneinander gewöhnen. Die kürzere Nadel ist die "Arbeitsnadel" und soll von Rechtshändern rechts geführt werden. Beim ersten Ärmelbündchen war die Handhabe extrem fummelig, wie ich fand. Beim zweiten allerdings hatten wir uns aneinander gewöhnt, und das Stricken von kraus rechten Runden lief recht flüssig. Qualvoll allerdings fand ich nach wie vor das Aufnehmen der Maschen, und noch mehr das Abketten - da ich an die spitzen Nadeln von HiyaHiya Sharp gewöhnt bin, finde ich die Spitzen des normalen Sockenwunders zu stumpf, ich neige dann dazu, sehr locker zu stricken. Addi plant allerdings ein Sockenwunder mit Lace-Spitzen - mit dem könnte ich sicher Freundschaft schließen.

Eine Chance bekommt das Sockenwunder noch bei einem Paar Socken - ich werde weiter berichten. Insbesondere interessiert es mich, ob man Ferse und Spitze auch mit der Wundernadel stricken kann?

Aber zurück zum Tira-Top:
Nach einer Woche konzentrierten Strickens war es fertig.
Vor lauter Ungeduld habe ich es nicht gewaschen, sondern mit einem feuchten Tuch gedämpft - diese Behandlung macht das Garn noch etwas weicher, und sorgt für ein glatteres, gleichmäßigeres Maschenbild.
Und so kann es nun bei den gerade herrschenden sommerlichen Temperaturen getragen werden:


 Es fällt sehr schön locker und ist herrlich luftig. Allen denen, die sich für weiß als Hauptfarbe entscheiden, gebe ich allerdings zu bedenken, dass das Top damit recht transparent wird - ein Top unterm Top kann angeraten sein.

Den Oversize-Effekt finde ich angenehm bemessen, es fällt nicht zu groß aus - aber eben wunderbar leicht und luftig. Besonders gefällt mir allerdings die Idee mit den gestreiften Schultern!

Noch eine Bemerkung zum Garn - Nepal flust ein bisschen beim Wickeln und beim Stricken, hin und wieder hat man kleine "Borsten" im Faden, die vermutlich von den Leinenfasern stammen. Dennoch ist das Garn angenehm weich, überhaupt nicht pieksig, gut verzwirnt und sehr angenehm zu stricken. Es ist sehr pflegeleicht (sogar maschinenwaschbar) und übersteht auch eine Begegnung mit dem Bügeleisen bei mittlerer Hitze problemlos.
Ein ideales Sommergarn also!

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RUMS

Dienstag, 15. Mai 2018

OUT NOW: Insa Sommertop

Was macht ihr eigentlich so, wenn ihr krank seid?
Ich war zuletzt in der Woche nach Ostern krank, und während draußen die ersten warmen Sonnenstrahlen den Frühling übten, saß ich drinnen auf dem Sofa und wünschte mir den Sommer herbei.
Und dabei kam mir die Idee für ein schnelles, einfaches Sommertop aus einem Garn, das ich immer schon mal ausprobieren wollte: Mein Insa-Top aus Lamana Perla (60% Pima-Baumwolle, 25% Alpaka, 15% Seide).

Ärmellos, in einem Stück, mit U-Boot-Ausschnitt
 
einer seitlichen Fake-Naht
und einem kleinen Lochmuster im oberen Viertel.
 
Und schön boxy, damit es an heißen Sommertagen schön luftig sitzt.

Gedacht, gemacht - und hier ist es:
Strickanleitung

Mit dem relativ dicken Garn und Nadelstärke 3.5 - 4 ist das Top ganz schnell gestrickt. Durch den Seidenanteil hat Perla eine etwas glänzende Oberfläche, die dem Gestrick einen edlen Anstrich verleiht. Dazu ist es ganz weich, und fasst sich schön glatt an, ohne dabei glitschig zu sein.  

Für meine Insa habe ich mir die Farben Chili und Natur aus der umfangreichen Farbpalette ausgesucht. Ursprünglich war die Kragenpartie in Natur gedacht - während des Strickens habe ich mich umentschieden und in Chili gestrickt, was meiner Kombination den letzten Pfiff verleiht.
Aber die Farbpalette von Perla erlaubt eine Menge Variationsmöglichkeiten, wie mir meine kreativen Teststrickerinnen zeigten - hier seht ihr einige Designbeispiele. Ich war echt von den Socken, was für tolle Insas beim Test zusammengekommen sind:
Fröhlich in Gelb mit Streifen von S. Gröber
Schlicht und edel in Perlgrau und Silbergrau von M. Hergarten
Sommerlich in Petrol und Gelb von I. Greil
Marine und Curry von Silke R. - diese Kombi war auch eine meiner Favoriten!
Fast einfarbig in Bordeaux mit einem kleinen Akzent in Natur von J. Hügel

Hier geht es zur Anleitung auf Ravelry: Insa-Top


Und nachfolgend die Zusammenfassung meines Projekts:
Gestrickt Gr. M
Nadeln: HiyaHiya Sharp Stärke 4, 80 cm Seil
Verbrauch: 90 g Natur, 245 g Chili

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