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Donnerstag, 5. Juli 2018

Winkekrabben - Sophie von Schnittchen

Wenn man in den Urlaub nach Usedom fährt und weiß, dass es dort einen schönen Stoffladen gibt, dann muss man dort auch vorbeifahren.
Und was kaufen. Als Andenken.
Klar, oder?
Schöne Schätze habe ich gefunden! Nämlich einen schön leichten Baumwollseersucker, der mit seinen blauweißen feinen Streifen farblich genau in mein Beuteschema passt, und der mit kleinen roten Krebsen bestickt ist. Wie cool ist dass denn bitte? Keine Frage, anderthalb Meter mussten mit.
(Noch dazu roter Sommersweat und dazu passender Möwenjersey - aber das wird eine andere Geschichte werden).

Was daraus werden sollte, war auch gleich klar - die Bluse "Sophie" von Schnittchen.
Inspiriert dazu hat mich Frau Dennmanto, die eine Sophie nach der anderen näht und die mir allesamt prima gefallen. Noch im Urlaub habe ich den Schnitt gekauft und den Plott bestellt.
Genäht habe ich dann aber erst Anfang Juni bei einem Nähsonntag mit Frau Kape Anlumi.

Sophie ist wirklich schnell genäht. Das Kniffligste ist, die Ärmelsäume auf die Weite der Manschetten einzureihen. Da Einkräuseln nicht zu meinen Stärken zählt, habe ich ein schmales Gummiband in der Länge der Manschetten zugeschnitten und auf die Nahtzugabe der Ärmel genäht, dann die Manschetten angenäht, und am Ende den Gummizug wieder herausgetrennt, da vier Lagen Stoff plus Gummiband nicht so trageangenehm waren.

Bei den Belegen habe ich mir ganz besonders Mühe gegeben, und sie ganz akkurat gebügelt und dann knappkantig abgesteppt.

Eine Hürde hatte ich aber doch zu meistern: Die Saumweite war zu knapp. Entweder hätte ich die Bluse um mehrere cm kürzen müssen (mit dem Risiko, dass sie vorn zu kurz wird), oder Sophie hätte auf den Hüften unschön "geschoppt" - beides keine hübsche Idee.
Also habe ich in den Seitennähten jeweils ein Dreieck eingesetzt, das für die Mehrweite sorgt. Die Saumlinie habe ich nicht genau erwischt, aber gemessen an den Umständen finde ich die Lösung doch ganz gelungen.
Ein bisschen skeptisch war ich im Hinblick auf die Tragequalität so eines Baumwolltops mit Ärmeln. Klassische Blusen trage ich eher selten, da ich sie nicht so bequem finde und der Stoff häufig steif ist. Sophie aber trägt sich sehr angenehm. Luftig, leicht, und man ist gut angezogen.

Und ja - ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Blüschen!
Zwei Dinge würde ich da nächste Mal anders machen:
Den Schnitt anpassen auf die passende Hüftweite, und die Manschetten "klassisch" annähen anstatt die zum Ring geschlossene Manschette rechts auf rechts an die Ärmel zu steppen.
Aber das sind wirklich Kleinigkeiten!

Ganz besonders mag ich aber wirklich diese lustigen kleinen Krabben - diese Sophie macht mir einfach gute Laune, und hat Potenzial zum Sommerliebling!
Kurz will ich euch noch die Aussicht zeigen, die ich beim Fotografiertwerden genießen durfte:


Dies ist der Herrenteich in unserem Nachbarstädtchen Reinfeld. Der Teich gehört mit mehreren anderen zu einem mit Bachläufen verbundenen Teichsystem, in dem Karpfen gezüchtet werden. Im Oktober gibt es immer ein großes Fest zum Abfischen, und dann gibt es Karpfen satt. Ursprünglich wurden die Teiche im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen angelegt . Heute kann man um den Uferweg wandern und in den Lokalen am Ufer einkehren. Auf dem Foto links hinten ist ein langes Gebäude zu erkennen - das gehört zur Badestelle, die ich an so warmen Tagen wie wir sie jetzt haben, sehr gerne besuche. 
Ach, wie ist es hier schön!

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Du für dich am Donnerstag

Dienstag, 5. Juni 2018

Chanel, Dior, Pucci - Ein Gang ins Museum

Am vergangenen Wochenende habe ich mit zwei Freundinnen eine wunderbare Ausstellung im Lübecker St. Annen-Museum besucht:

Die Düsseldorfer Sammlerin Monika Gottlieb erlaubt uns einen umfassenden Blick in ihre Sammlung und führt uns damit in die schillernde Welt der Mode in der Nachkriegszeit bis in die 2000er-Jahre hinein. Gottlieb wuchs auf in Düsseldorf, ihre Eltern hatten ein exclusives Modegeschäft auf der Königsallee - und so kam es, dass die kleine Monika schon als Kind mit den Großen der Haute Couture und deren prominenter Kundschaft bekannt wurde.

Schon der Auftakt der Ausstellung ist eine Augenweide:
Christian Lacroix (oben links), Givenchy und Christian Dior (oben rechts) empfangen den Besucher in knalligem rot.
Nach dem zweiten Weltkrieg gab es wieder Stoffe und Materialien, aus denen sich Haute Couture schneidern ließ, und es gab wieder betuchte Kundschaft, die sich diese leisten wollte und konnte.  Das Leben sollte wieder auf der Sonnenseite geschehen, und die Kriegsmode durch Luxus und Exclusivität ersetzet werden.
Mit seinem "New Look", der sich insbesondere durch sehr betonte Taillen und weit schwingende Röcke auszeichnete, für die sündhaft viel Stoff verwendet wurde, war Christian Dior der Pionier seiner Zeit.

Aber auch andere französische Modeschöpfer sind in der Ausstellung vertreten:

 Der grüne Mantel vorne ist wieder von Dior, der schwarze Hosenanzug dagegen von Coco Chanel. Sie wiederum war die Vorreiterin für die Hosenmode für die Dame, was insbesondere Marlene Dietrich inspirierte, und für schlichten, dennoch sehr eleganten Stil.
Das kleine Schwarze, das auch von Coco Chanel erfunden worden sein soll, rechts im Bild, ist dagegen von Givenchy.

Ebenso wie dieser wunderbare Mantel aus einem Brokatstoff in knallorange links im Bild.
Das Brautkleid von Meghan Markle stammte ja bekanntlich ebenfalls aus dem Hause Givenchy und wurde teilweise heftig kritisiert für seine makellose Schlichtheit. Uns drei Besucherinnen gefiel der cleane zeitlose Stil allerdings ausgesprochen gut.
Pierre Cardin ließ sich dagegen etwas ganz Spezielles einfallen. Das Cocktailkleid rechts im Bild entstand 1970 und ist inspiriert durch die damals aufkommenden Autowaschstraßen. Wenn man das weiß, sind die Parallelen verblüffend.

Meine persönlichen Favoriten stammen ebenfalls von französischen Designern.
Links ein Cocktailkleid von Mary Rouff aus dem Jahre 1954. Es ist so wunderschön genäht mit seiner Corsage und dem Volant am Saum! Beeindruckend fand ich dazu die Masse an Petticoats, die den Rock in Form bringen. Der Stoff erinnert mich ganz lebhaft an die Nierentische bei meiner Oma, einen Gummibaum und opulente kalte Platten. Ich kann mir ganz lebhaft vorstellen, wie die Trägerin mit einem Glas Martini mit Olive darin an einem Emfpang teilnimmt, bei dem Cracker mit Kaviar oder Mayonnaise gereicht werden, während im Hintergrund leise das Piano klimpert...
Kaum zu glauben, dass das blaue Kleid aus der gleichen Zeit stammt, nämlich von 1955 aus der Feder von Pierre Balmain. Es ist so zeitlos und immer noch modern mit seinen vielen Lagen Spitze und Tüll. Das gewaltige Collier von Chanel passt tadellos dazu , wie ich finde, auch wenn ich sonst überhaupt kein Fan von so riesigen Klunkern bin.

Accessoires gab es natürlich auch zu sehen: Taschen, Hüte, Puderdosen, Tücher, Schuhe und absurd große Schmuckstücke.
Meine Favorit hierbei ist dieser wunderbar schräge Hut, den man vielleicht bei Alice im Wunderland oder Willy Wonka ansiedeln würde. Er ist bezogen mit Stoff, der alte Zeichnungen von Modistinnen und Modeverkäuferinnen zeigt und sensationell dekoriert. Buntstifte, eine Blumenvase, ein dicker wütender Buddha und eine Frauenfigur werden üppig mit Tüll eingehüllt. Zu welchem Anlass dieser Zylinder wohl getragen wurde?


Mit der Sonnenbrille von diesem Foto wäre man auch heutzutage wieder ganz hip. Türkis geht ohnehin fast immer, finde ich. Ob es diese monströsen Fisch-Ohrclips braucht, darüber kann man sicher streiten. Tuch und Kette würde ich heute durchaus tragen. Oben rechts mogelt sich ein Bikini ins Bild aus damals revolutionärem Material: Es war sonnendurchlässig. Das ist heutzutage allerdings weniger angesagt. 
Farbenfroh ging es bekanntermaßen auch bei Emilo Pucci zu.
Nach den bisher gezeigten Ballroben und formelleren Kleidern waren die legeren, knalligen Entwürfe fast ein kleiner Schock. Stark augenkrebsverdächtig, was Herr Pucci sich ausgedacht hat: 
 Und aus wirklich abenteuerlichen Materialien! Das Strandcape oben ist tatsächlich aus Frottee!

Und diese beiden Tuniken, die ich sogar heute noch tragbar fände, sind aus Samt (!) und dicker Seide.

Natürlich darf bei einem Ausflug in die Haute Couture die ganz große Festkleidung auch nicht fehlen, und hier fand ich die Kulisse atemberaubend:
Die Entwürfe hier sind allesamt von Stéphane Rolland für Jean-Louis Scherrer. Ob man mit diesen Kleidern tatsächlich einen Ball bestreiten will, kann man sicher diskutieren - aber man sieht auf jeden Fall umwerfend darin aus.

Neben den gezeigten Highlights gab es natürlich noch diverse andere Designer zu sehen, zum Beispiel aus den USA und Großbritannien. Ich persönlich finde allerdings, bei der gegebenen Auswahl hatten die Franzosen und Italiener eindeutig die Nase vorn!

Wer mehr über die Ausstellung wissen möchte: Hier entlang.  Sie läuft noch bis zum 29.7. und wird durch ein reichhaltiges Rahmenprogramm abgerundet.
Interessantes zum Hintergrund der Sammlerin gibt es in diesem Artikel zu lesen. Bei Lieblingsstil gibt es außerdem ein tolle Homestory mit vielen vielen Fotos.

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Creadienstag
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Dienstagsdinge

Mittwoch, 29. November 2017

Ninja!

Nach meinem erhebenden Näherlebnis mit dem Stadtmantel von Crafteln war ich so begeistert von den Schnitten , dass ich mich gleich auf den nächsten Schnitt aus der Kollektion von Stokx gestürzt habe: Das Ninja-Kleid.

Dafür habe ich mir diesen wunderschönen Jacquard von Traumbeere gegönnt:
 Den hatte ich schon für meinen Vogelmantel vernäht und war begeistert von der Qualität. Ganz sicher, ob sich der etwas dickere Stoff für den weich fallenden Kragen des Kleides eignen würde, war ich allerdings nicht.


Versuch macht kluch, sagt man hier im Norden, und so machte ich mich an den Zuschnitt. Empfehlung: Den Schnitt unbedingt plotten lassen! So kann man nicht nur direkt aus dem festen Plot-Papier den Schnitt ohne Kopieren gleich ausschneiden, sondern hat auch keinen Ärger beim Zusammenkleben der Teile. Wie ihr oben sehen könnt, sind die nämlich nicht ganz klein, und so stellt der Zuschnitt zumindest platzmäßige Herausforderung dar. Was aber einen Hauch Glamour verleiht ist, dass Crafteln alle Schnitte personalisiert. Auf dem Schnitt und auf der Anleitung steht "exclusif für ..." - das gibt der Sache doch gleich ein bisschen Glanz, finde ich!

 Die zugeschnittenen Einzelteile wurden zusammen mit dem übrigen Handwerkszeug und dem Maschinenpark ins Auto geladen, denn genäht wurde bei Frau Dashabichselbstgemacht zusammen mit Frau Kape Anlumi.

Und tatsächlich schaffte ich neben dem Pflichtprogramm, einem T-Shirt, auch das komplette Ninja-Kleid zu nähen. Denn das ist wirklich gar nicht schwer.

Die Kapuzennaht habe ich, abweichend von der Anleitung, mit einer französischen Naht genäht, damit es auch von innen sauber aussieht. Ansonsten habe ich brav nach Anleitung genäht und überhaupt keine Probleme.


Nach eingehender Beratung mit den beiden Nähfreundinnen wurde entschieden, die Ärmel nach außen umzuschlagen, um die schöne rote Rückseite sichtbar zu machen. Abends um halb neun wurden dann auch noch die letzten Zierstiche an den Ärmeln angebracht, und das Kleid war fertig.
 
Eine Sache muss ich allerdings anmerken - es fällt SEHR groß aus. In der Anleitung stehen die Körper- und die Fertigmaße des Kleidungsstücks sowie die Anmerkung, die Größe nach Brustumfang auszuwählen. Die danach ermittelte Größe 4 war sehr sehr weit. Größe 3 hätte es locker getan, und so hatte Sabine einige Arbeit mit mir beim Abstecken. Glücklicherweise ist der Schnitt aber so angelegt, dass man Anpassungen sehr leicht vornehmen kann.

Gleich am nächsten Tag wurde das Kleid ausgeführt. Zum Mittagessen nach Gut Basthorst im Lauenburgischen (ja, "das Gut von Vicky Leandros").
 
Die Vorbereitungen zu den Weihnachtsbasaren waren schon in vollem Gange (s. die große Tanne links am Bildrand, die aufs Aufstellen wartet), aber an dem Tag war es noch menschenleer, und so konnte ich das erste Mal das Gut abseits von den sonst üblichen Besuchermassen erforschen. Eine Kulisse für die "Modefotos" war schnell gefunden:



Die Wiese war leider sehr sumpfig, und mit meinen Absätzen piekste ich lustig Löcher in den Boden, die gleich mit Wasser volliefen. Der Wind spielte auch ab und zu lustig mit, deshalb sehe ich ein bisschen verwegen aus. 

Aber das Ninja-Kleid gefällt mir gut. Der Stoff hält schön warm und fällt trotzdem schön am Hals. Und er hat die für meinen Geschmack genau richtige Stabilität, um nicht "fipsig" zu wirken.

Ach ja, und warum es Ninja-Kleid heißt, seht ihr hier:

Nachdem es beim Fotografieren doch recht kalt und ungemütlich geworden war, gab es zur Belohnung ein ganz leckeres Mittagessen in der Gutsgaststätte.

Man sitzt da ganz urig in ehemaligen Pferdeboxen und hat neben einer kleinen feinen Speisekarte auch die Auswahl aus einem reichhaltigen Spirituosenangebot, das auch gutseigenen Whisky beinhaltet.
 Ein gelungener Sonntagnachmittag mit gelungenem Kleid, das ich sicher oft und gerne tragen werde. Auch ein Shirt werde ich unbedingt noch nach dem Schnitt nähen (diesmal aber gleich eine Größe kleiner) - erst einmal kommt aber das Weihnachtskleid, zu dem uns die Crew vom MeMadeMittwoch wieder eingeladen hat.

Dort gehe ich jetzt auch einmal luschern, was die anderen Damen heute zeigen. Im Eröffnungspost zeigt uns Wiebke heute ein Hemdblusenkleid und beschreibt ihre Nöte bei den Anproben. Ich glaube, so oder ähnlich kennt das jede von uns!
Habt einen schönen Tag!














Mittwoch, 6. September 2017

Ferienlieblinge

Endlich ist die Sommerpause beim MeMadeMittwoch vorbei!
Obwohl ich tatsächlich nie an Langeweile leide, fehlte mir in den letzten Wochen doch die wöchentliche Präsentation von selbstgemachter Kleidung. Ich hoffe, das Moderatorenteam und auch ihr Mitstreiterinnen seid gut erholt und hattet wunderbare Ferien.

Heute ist tatsächlich mein erster Arbeitstag nach zweienhalb wunderbaren Ferienwochen, und ich darf gleich mit einer Diestreise ins schöne Zürich starten.
So sind meine Erinnerungen an meine schönsten Ferienerlebnisse noch recht frisch, und ich teile sie gerne mit euch!

Im Juni waren wir schon eine Woche auf unserer Lieblingsinsel Usedom, aber der Haupturlaub fiel in die letzten beiden Wochen im August. Diesmal war unser Ziel Amsterdam und die Nordseeinsel Texel.

Den Hinweg haben wir in Etappen gestaltet und einen Zwischenstopp in Ibbenbüren bei Osnabrück eingelegt, um den Teichpark von NaturaGart zu besuchen.
Hier kann man ein großes Parkgelände durchwandern und viele verschiedene Teichlandschaften und ihre Pflanzen und Tiere bewundern.
Einige Teiche sind sogar "von unten" zu bestaunen, so dass man auch die Fische von Nahem beobachten kann. Zum Beispiel ganz imposante, meterlange Störe. Außerdem gehört ein riesiger Tauchteich zum Gelände, hier kann man Tauchschüler beim Trainig beobachten. Und man kann megalecker Kuchen im zugehörigen Café futtern, allein dafür lohnt sich schon der Besuch!



Momentan sind die letzten Seerosen- und Lotosblüten zu bewundern, und eine wahre Pracht an Dahlien, wie im Hintergrund zu erkennen.
 Auf dem Foto trage ich meinen zweiten "Hint of Summer" in sommerlichem Gelb. Tatsächlich war es an diesem Tag nach gefühlt monatelangem Regen endlich einmal trocken und warm genug für das luftige Pullöverchen, dessen Entstehung ich hier schon beschrieben habe. 

Von Ibbenbüren sind es nur zwei Stunden bis Amsterdam, unserer nächsten Zwischenstation. Einen Tag lang haben wir uns dem Trubel der Stadt gewidmet Dabei habe ich den besten Ehemann von allen gaaanz zufällig zum Albert Cuyp-Markt gelotst - und keinen Stoff gekauft - und auch zu Stephen & Penelope, dem Kultladen von Stephen West - und ein Vermögen investiert. Aber das ist eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt.
Der beste Ehemann von allen wartete glücklicherweise geduldig draußen und gab sich seinen eingenen Versuchungen hin. 😂

Highlight des Besuchs in der Stadt war aber das Rembrandthuis - ein ganz sehenswertes Museum! Zufällig war gerade eine Vorführung darüber, wie die großen Meister früher ihre Farben zubereitet haben. Der Vortragende hatte sein Thema gefunden und wusste ganz mitreißend zu erzählen, wie wie teuer die Farbe war, und vorzumachen wie mühsam es war, die Mineralien zu mahlen - natürlich mit den zeitgenössischen Werkzeugen und unter Erläuterung einiger von Rembrandts Werken. Eine Stunde stand ich dabei und war ganz Ohr und Auge!
Den folgenden Tag haben wir in Zaandam verbracht und uns die Zaanse Schans angesehen. Ebenfalls absolut empfehlenswert! Ein großes Freilichtmuseum mit Tante-Emma-Laden "ganz wie früher", den üblichen Andenkenläden und Restaurants, und vielen Windmühlen, die teilweise wieder instandgesetzt wurden, um die Funktionsweise für die Nachwelt zu erhalten. Darunter eine Gewürzmühle mit kleinem Museum, eine Farbmühle, in der die Minerale für Herrn Rembrandt gemahlen wurden, und eine Sägemühle, in der heute wieder für den Baustoffmarkt Holzstämme zu Bretter nach Wunschmaß gesägt wurden. Hier gab es wieder einen dieser Mitmenschen, die ihre Bestimmung gefunden zu haben scheinen, der ganz spannend von der Funktionsweise der Sägevorrichtung und den Herausforderungen zu berichten wusste, wenn zu viel oder zu wenig Wind herrscht. Wirklich spannend - vor allem weil die Windkraft schon vor hunterten Jahren so smart und vielfältig genutzt wurde!


Neben den typischen Holzschuhen trage ich auf dem Foto unten meine gekürzten Classic Flares vom letzten Jahr ( klick hier) - und mein Ringelshirt nach dem Schnitt "Solid & Striped" (klick hier), genäht in diesem Frühjahr. Bequem, luftig, fahrradtauglich - genau mein Ding.


 Weiter ging's nach Texel, hierzu muss man Fähre fahren.
Habe ich eigentlich erwähnt, dass mit Beginn des Urlaubs ein traumhafter Spätsommer mit Sonne und angenehmen Temperaturen um die 20°C einzog? Was für ein Glück! So durfte mein Hint of Summer bei der kurzen Überfahrt mit an Deck.
Texel ist eine wunderschöne, gar nicht mal so kleine Insel mit einer herrlichen Dünenlandschaft zur Nordsee hin. Per Fahrrad lässt sie sich sehr gut erkunden, es gibt überall separate Fietspaden und wenige Steigungen. Was man aber nicht verachten sollte ist der Wind - bei der Fahrradtour am ersten Tag über mehr als 25 km hatte ich auf dem Rückweg schwer zu kämpfen, da der Wind ganz hartnäckig und steif von vorne wehte.

Mein Ankershirt, ebenfalls vom letzten Jahr, musste bei so einem maritimen Ziel natürlich mit:
Den großzügigen Ausschnitt musste ich allerdings der Sonne wegen mit einem Schal abdecken. Bei der erwähnten Fahrradtour hatte ich mir nämlich ordentlich das Dekoletée verbrannt, was ich nicht verschlimmern wollte. Der Sonne entkommen sind wir im Museum Kaap Skil - ebenfalls ganz toll und sehenswert (und wir bekamen sogar noch Freikarten für ein weiteres Museum dazu). Zum Gelände gehören ein kleines Freilichtmuseum, sowie eine große Ausstellung über die Geschichte der Schiffahrt und Fischerei auf Texel, darunter ein großer Schuppen voll mit Dingen, die den Fischern ins Netz gegangen sind. Unglaublich, was da alles zu sehen ist! Im Erdgeschoss gibt es außerdem ein großes Modell der "Texeler Reede", dass über kleine Filmchen die Zeit der Ostindienfahrten veranschaulicht. Ihr merkt, ich bin immer noch sehr begeistert!
 
 Natürlilch gehört auch Strandleben zum Inselurlaub. Unbedingt!
Der Wind am Strand ist allerdings auch an warmen Tagen sehr frisch. Und wer, so wie wir, schnell verbrennt und deshalb unterm Sonnenschirm sitzt, friert im Schatten umso schneller. Gut, dass mein neuer Pullover "Get moving" noch rechtzeitig vorm Urlaub fertig geworden ist, der hat mir am Strand gute Dienste geleistet. Den Pullover habe ich bisher noch nicht verbloggt, das werde ich in der nächsten Zeit nachholen.


 Texel ist als Insel unglaublich vielfältig. Es gibt wunderschöne Dünen zur Seeseite, in denen gerade die Heide blühte, viele und große Muscheln am Strand (anders als bei uns an der Ostsee), Polderlandschaften und überall kleine Kanäle. Natürlich auch jede Menge Schafe, Kühe und Pferde - wie ein kleines Bullerbü! Und allüberall Weitblick und freie Sicht. Zusammen mit dem schon erwähnten stetig blasenden Wind sorgt das für einen freien Kopf - genau richtig!


 Über das Wattenmeer und seine Bewohner, insbesondere über den Naturpark Texelsche Dünen, kann man im Ecomare-Bescucherzentrum vieles erfahren. Hier gibt es neben verschiedenen Aquarien und einem wunderbaren Dünen-Außengelände eine Seehunde-Aufzuchtstation zu sehen. Hier haben wir den Seehund Harry kennen gelernt, und auch die vor einiger Zeit gestrandeten Schweinswale Dennis und Michale, die leider alle nich mehr ausgewildert werden können. Dafür ziehen sie die Besucher bei den Fütterungen an. Auch viele kleinere Robben in der Aufzuchtstation sind zu sehen (die sind aber auch wirklich zu niedlich), die wieder ausgewildert werden, sobald sie genug Speck angesetzt haben.

Praktischerweise liegt das Ecomare nicht weit weg vom Strand, und an diesem Strandabschnitt steht auch eines der vielen Strandrestaurants, wo man tagsüber die Portion Pommes, das Eis oder die Cola bekommt, aber auch häufig lecker essen kann.
 Da die Strandrestauerants alle an der Westseite der Insel gelegen sind, gibt es das Spektakel zum Sonnenuntergang gratis dazu. Perfekte Plätze!
Mein erstes Ringelshirt, vor zwei Jahren noch ohne Overlock genäht und inzwischen ganz schön abgeliebt, durfte auch noch einmal mit in die Ferien. Hier sitze ich gerade in einem der genannten Strandrestaurants und überlege, was die Speisekarte mir heute Leckeres bieten könnte.

Alles in allem war es wirklich ein total gelungener Urlaub. Wettermäßig war das Timing perfekt, denn am Abreisetag goss es aus Eimern, so dass der Abschied nicht so schwer fiel.

Wie ihr seht, ist meine Kleidung im Urlaub zweckmäßig - lässt genug Bewegungsfreiheit, ist luftig und folgt großteils meinem sicheren Farbkonzept blau-weiß-rot. Damit ist alles mit allem kombinierbar, und der Koffer kann eine Nummer kleiner ausfallen. Hätte ich gewusst, dass wir ein derart tolles Wetter haben würden, hätte ich auch die eine oder andere Strickjacke zu Hause gelassen - aber vermutlich ist es dann wie mit dem Regenschirm: Hat man keinen dabei, regnet es garantiert.
Für den nächsten Sommer nehme ich mir aber vor, noch eine kürzere Hose und eine ganz leichte lange Hose zu nähen, und vielleicht auch noch ein Kleid mit Taschen. Üblicherweise haben meine (Jersey-)Kleider keine, was sehr hinderlich ist, wenn man sein Handy als Kameraersatz überall hin mitschleppt und es nicht zwischendurch schnell mal wegstecken kann 😊

Nun bin ich gespannt, was ihr von Euren Ferien berichtet, und welche Kleidung ihr dabei hattet!




Mittwoch, 5. Juli 2017

Wenn jetzt Sommer wär...

... dann würde ich meine neue Tunika tragen.


Heute ist der letzte MeMadeMittwoch vor der Sommerpause, das Thema lautet "Ich packe meinen Koffer".  Und wie ich zu einem sommerurlaubstauglichen Basicteil gekommen bin, das sich schon perfekt bewährt hat, erzähle ich heute hier.

Schon im letzten Herbst hatte ich mir diesen leichten Baumwollbatist auf dem Stoffmarkt gekauft, für den ich mir eine luftige Sommertunika vorstellte.


In der aktuellen Ottobre war dann DER Schnitt enthalten: "Casual Friday", ein Tunikakleid mit Stehkragen, 3/4 Ärmeln, aufgesetzten Taschen und Bindegürtel.Vielleicht ein bisschen länger als geplant, aber insgesamt genau meins.

Es dauerte dann aber doch noch bis zum Sewing by the Sea, bis ich die Tunika in Angriff nahm. Was nicht ganz so schlimm war, denn bis Mitte Mai war es ohnehin noch viel zu kalt um überhaupt an leichte Sommerkleidung zu denken.


Nähen lässt sich die Tunika relativ einfach. Am Schwierigsten fand ich den Besatz der Knopfleiste. Das Schnittteil hat eine sehr abenteuerliche Form, und man muss es raffiniert falten (und bügeln!), damit es passt, wie es soll. Alles andere, selbst die Knopflöcher, war gut zu bewältigen.
Für die Stoffdiät schlägt die Tunika mit 1.70 m zu Buche in der Juni-Statistik. Gar nicht so schlecht!


Der Stoff hat zwei schöne Seiten, eine mit feinen Längsstreifen, die andere ist quer gestreift. So habe ich den Knopfleistenbesatz, Stehkragen, Ärmelmanschetten und auch die aufgesetzten Taschen mit der linken, quergestreiften, Seite nach außen genäht. Auf dem Foto unten kann man das ein bisschen erkennen.

Beim Nähen der kniffligen sichtbaren Nähte kam mein neuer Freund, der Kantensteppfuß wieder zum Einsatz, und so sind sie alle Nähte schön akkurat geraten.


Mit der Fertigstellung der Tunika habe ich ein bisschen gebummelt, und so habe ich tatsächlich die letzten Nähte am Tag vor der Abreise nach meinem geliebten Usedom genäht.

 Den vorgesehenen Bindegürtel aus dem Blusenstoff habe ich zwar zugeschnitten, aber bisher noch nicht genäht (und vermutlich lasse ich das auch endgültig bleiben). Falls ich die Bluse mit Gürtel tragen sollte, würde ich dazu eher einen "echten" Gürtel aus Leder dazu wählen, und - zur Abrundung des Outfits - passende Schuhe. 

Im Usedom-Urlaub kam die Tunika dann an einem der wenigen heißen Tage, die wir bisher hier im Norden hatten, grandios zum Einsatz - hier am Strand von Bansin.

Die vorgesehene Länge habe ich belassen, die Tunika endet bei mir etwa eine Handbreit über dem Knie, hinten ist sie etwas länger.
Beim Ärmel musste ich ein bisschen tricksen, der war etwas zu weit für die Armausschnitte (das Problem habe ich öfters, es kann aber daran liegen, dass ich beim Zuschnitt immer nicht so ordentlich arbeite 😟). Hier habe ich eine Kellerfalte gelegt, um die Mehrweite loszuwerden. Die Falte sitzt auf der Schultermitte - wenn ich mir das Bild so betrachte, hätte ich sie wohl besser ans vordere Ende der Passe verlegt. Egal - bleibt so.

Anfang Juni, als die Bilder entstanden sind, war die Ostsee noch ganz schön kalt (15-16°C) - beim rechten Foto ist mir grade eine Welle bis zum Oberschenkel geschwappt.
Das hat mich allerdings nicht davon abgehalten, wenige Minuten nach Entstehen der Fotos ein Bad zu nehmen. Herrlich!

Ich muss sagen, ich diese Tunika ergibt ein wunderbares Basic-Teil . Der Stoff ist sehr luftig, daher gerade an heißen Tagen sehr angenehm. Am Strand ergibt die Tunika mit Leggings ein lässiges Outfit, das einem auch beim Umziehen hilfreiche Dienste leistet. Aber mit einer schmalen Hose zusammen ist sie auch bürotauglich zu stylen - ich bin wirklich begeistert!

Mitte August geht es für ein paar Tage nach Texel, da wird das Lieblingsstück auf jeden Fall wieder in den Koffer gepackt. Und hoffentlich gibt es vorher noch ein paar Sommertage, an denen ich sie auch wieder tragen kann.

Bis zu meinem nächsten Urlaub sind es noch ein paar Wochen - und für diejenigen unter uns, die auch noch ein bisschen Zeit überbrücken müssen, teile ich hier ein bisschen Ferienstimmung von meiner Lieblingsinsel Usedom:

Zum Pflichtprogramm gehört jedes Mal eine Radtour nach Swinemünde entlang der tollen Strandpromenade, die 12 km am Strand entlang führt. Die Grenze ist mittels der Baken markiert, der Holzbohlenweg folgt dem Grenzverlauf bis zum Strand. Aber ansonsten ist nicht zu merken, dass man ein anderes Land betritt. Sogar die leckeren Gofry kann man am Waffelstand mit Euro bezahlen.
Für mich ist es eine ganz wunderbare Sache, dass Länder so zusammenwachsen und man ohne Formalitäten einfach über die Grenze hopsen kann.
Fisch gehört natürlich auch zum Inselurlaub. Überall kann man Räucherfisch kaufen (mjam!), besonders schön an den Salzhütten in Koserow. Dort hat man alles ein bisschen touristisch aufbereitet und entsprechend dekoriert, dass es fast schon kitschig ist - aber die schönen Spruchtafeln, die an jeder Ecke mit plattdeutschen Weisheiten belehren finde ich klasse.


 Der Strandkorb darf natürlich auch nicht fehlen. Dieses Foto beinhaltet für mich die perfekte Urlaubsstimmung - Meer, blauer Himmel, feiner weißer Sand, Strandkorb - und die freche Möwe, die auf Beute lauert. Hach...

Euch allen schöne Ferien, und an das MMM-Team ganz lieben Dank für die Organisation und auch die neuen Ideen, die in diesem Jahr umgesetz wurden. Weiter so!