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Mittwoch, 20. Juni 2018

Pinguine im Sommer - Tip-Top von Crafteln


(Achtung – je nach Betrachtungsweise enthält dieser Post Werbung!)

Seit letztem Herbst gehöre ich zum Probenähteam von Meike / Crafteln. Meike entwirft nicht nur zusammen mit dem Label STOKX raffinierte Schnittmuster, sondern bietet auch viele Kurse an zum Thema Schnittmusteranpassung.

Für Ihren Kurs zum Thema FBA („Full Bust Adjustment“ – Anpassungen für eine größere Brustweite) gab es für uns vom Probenähteam das Schnittmuster vom Tip-Top Anfang Mai kostenlos.

Zum Zeitpunkt des Probenähens hatte ich leider keine Zeit, was im Nachhinein betrachtet gar nicht so schlecht war. Denn auf dem Lübecker Stoffmarkt Ende Mai habe ich diesen lustigen Pinguinstoff aufgestöbert. Denn es ist doch klar – zu heißen Sommertagen passt nichts besser als coole Pinguine, nicht wahr? (Wieso denke ich dabei eigentlich an den coolsten Pinguin aller Zeiten, den aus den Känguruh-Chroniken, der Mitarbeiter in einer Firma für Tiefkühlprodukte ist? Wahrscheinlich, weil einige der Pingus auf dem Stoff so lustig auf dem Kopf stehen.)

Der Schnitt ist ganz übersichtlich – Vorderteil und geteiltes Rückenteil, zack, fertig.
Und weil er so übersichtlich daherkommt, habe ich auch nicht plotten lassen, sondern zu Hause selbst ausgedruckt. Und wie schon beim Partyrock passiert, hatte ich auch hier die erste Variante zu klein ausgedruckt. Diesmal war ich immerhin so schlau, vor dem Zusammenkleben der Schnittmusterteile das Kontrollquadrat nachzumessen. Zugeschnitten habe ich dann wie immer Größe 4 mit etwas mehr Hüftweite.

Wie ich inzwischen gelernt habe, empfiehlt es sich, bei gemustertem Stoff und geteiltem Rückenteil auf den Musterverlauf zu achten. Diesmal habe ich das beherzigt. Ganz zufrieden bin ich noch nicht mit dem Ergebnis – aber ich bin zufrieden damit, dass ich in dem Punkt (wie auch beim Ausdruck, s.o.) eine Lernkurve zeige !

Wie ich es bei einigen anderen Näherinnen gesehen hatte, habe ich dem Top noch einen Halsbeleg spendiert, das finde ich sauberer als die Säume einfach umzuklappen. Nordendnaht hat dazu auch ein Tutorial verfasst.
 
Anders als in der Anleitung vorgesehen, habe ich die Schnitteile vor dem Zusammennähen versäubert, das ist mir einfach lieber. Danach: Brustabnäher nähen, Rückenteile zusammenfügen, Schulternaht schließen, Beleg nähen, Seitennähte schließen und (mit passender Kontrastfarbe) säumen – Fertig!
Wirklich flugs genäht, das Tip-Top!
 
Wie üblich bei den Schnitten von STOKX ist der Schnitt leicht anzupassen. Besonders die Teilungsnaht im Rücken hilft dabe. In der Anleitung gibt es aber auch noch einen Ausflug in die Welt der Brustanpassungen. 
Ich mag besonders am Tip-Top, dass es wirklich schön luftig ist. Ich habe die Variante mit dem Brustabnäher genäht, es gibt alternativ eine Variante mit Taillenabnähern, die dann aber noch einen Reißverschluss benötigt. Das ist mir für mich zu figurbetont. So gefällt mir mein Pinguin-Top!
 
Am letzten Sonntag habe ich es ausgeführt, als mein Mann und ich das Nachbarstädchen erkundeten nach Ecken, die wir noch nicht kannten. Und wir haben tatsächlich eine hübsche Ecke für die Fotos gefunden, an die es uns bisher noch nicht verschlagen hat. 
 
Und siehe da, nicht nur im feinen Hamburg gibt es einen Jungfernstieg an der Alster, sondern auch im viel weniger glamourösen Reinfeld am Neuhofer Teich hat es einen! Der ist glechzeitig noch Teil des Jakobswegs. Und nicht so überlaufen obendrein.

Verlinkt zu
Afterworksewing 
SewLaLa

Nähfrosch


Mittwoch, 7. Februar 2018

Der 7/6 Partyrock

Heute treffen wir uns wieder zum monatlichen MeMadeMittwoch. Unsere  Gastgeberin präsentiert einen wunderschönen Rock mit Rüschen und Falten, der mir auch gut gefallen könnte. Mein Rock, den ich heute zeige, hat auch Falten - aber ich will von vorne berichten.
Ich gebe zu - zur Zeit stehe ich total auf die Schnittmuster von Crafteln.
Angefixt wurde ich mit dem Stadtmantel, der mir auf Anhieb großartig gelungen ist und auf Anhieb passte.
Die Heldinnentasche, die ich probenähen durfte, ist eine feine Ergänzung dazu und ein gutes Beispiel, dass bei Schnitten aus dem Hause Stokx sich am Ende alles so fügt wie es soll und Sinn macht.
Mit dem Ninjakleid habe ich mir ein bürotaugliches Kuschelkleid geschaffen, das schnell und einfach zu nähen war und superbequem ist.
Und nun habe ich mir den Partyrock, eines der ersten Schnittmuster von Crafteln, vorgenommen.

Der Schnitt kommt zum Ausdrucken auf A4 daher, dies ist aber schnell erledigt, da nur wenige Seiten zusammengesetzt werden müssen: Es gibt nur ein Schnitteil für die Rockbahn, das mehrfach verwendet wird. 

Zutaten braucht es wenig: Stoff (ich habe schwarzen Babycord verwendet), einen Reißverschluss, Schrägband für den Saum, und natürlich Garn.
Beim Einkauf der Zutaten habe ich meinen Garnvorrat wieder einmal aufgestockt und musste danach ein Aufbewahrungsproblem lösen - eine hübsche Bonbonniere vom Möbelschweden schafft seither Abhilfe und schmückt mein Nähstübchen: 

Bei dunklen Stoffen übertrage ich das Schnittmuster gern mit hellem Kajalstift auf den Stoff und schneide dann zu. Kajal ist besser sichtbar als Schneiderkreide, lässt sich leichter auftragen, haftet besser und länger und lässt sich problemlos auswaschen: 

Was mir ein wenig Kopfzerbrechen bereitete, war die Frage, wie die zahlreichen Markierungen der Falten vom Schnitt auf den Stoff zu übertragen seien.
Schließlich kam die zündende Idee: Ich habe alle zugeschnittenen Rockbahnen übereinander gelegt, obendrauf das Schnittmuster, und alle Markierungen mit einer dicken Nadel und einem Faden durchgestochen.
Anschließend habe ich das Schnittmuster als oberste Lage entfernt, die Fadenmarkierungen bleiben erhalten, und Lage für Lage konnte ich die Markierungen nun miteinander verbinden.

Die Falten werden dann abgenäht, und - der Crafteln-Moment! - fügen sich beim anschließenden Aufeinanderstecken ganz easy zu einer geschwungenen, glatten Kante zusammen:


Fertig genäht, sehen sie so aus:
Wenn man die Sache mit den Falten einmal geschafft hat, ist der Rest ein Klacks.
WENN man sich selbst richtig vermisst UND auch das Kontrollquadrat beim Ausdrucken des Schnitts kontrolliert.
Letzteres habe ich versäumt. Und als der Rock quasi fertig war, stellte ich bei der Anprobe fest: Sitzt SEHR spack. Atmen fast unmöglich. Und büschen kurz ist er auch geraten.
Kommt davon, wenn das Kontrollquadrat statt 30x30 mm nur 27x27 mm misst. Mist!

Auslassen aller Nahtzugaben half nichts - es fehlten insgesamt knapp 10 cm Umfang. Was tun?
Hey, es ist ein Bahnenrock! Hey, ich habe noch genügend Stoff!
Also habe ich kurzerhand noch eine weitere Rockbahn zugeschnitten und eingesetzt, anschließend die Bundweite noch etwas verkleinert - das geht hier ganz einfach zu bewerkstelligen. Nun hat mein Partyrock eben sieben Bahnen statt sechs. Aber er passt und ist nun auch lang genug, da der Bund von knapp unter der Brust auf die Taille gerutscht ist, wo er hingehört.
Nachteil ist, dass die Saumweite sich weiter erhöht und man am Ende noch mehr Schrägband vernähen muss also ohnehin schon 😆

Statt des ursprünglich gekauften gepunkteten Baumwollschrägbandes habe ich mich zum Schluss doch für einfarbiges aus dem Bestand entschieden (hätte ich lieber gleich mal die Vorräte sichten sollen). Der Schrägbandeinfasser-Nähfuß hat mir bei der Menge Band wieder sehr gute Dienste geleistet.

 Und fertig ist er nun, mein Partyrock mit sieben Bahnen:
 

Eingeweiht habe ich ihn am letzten Wochenende, tatsächlich zu einer Feier: Unser japanischer Nachbar wurde 80 Jahre alt und lud zu einem Hauskonzert mit anschließedem Abendessen. Gut, dass der Rock nicht nur gut kleidet, sondern nun genügend "Kuchenreserve" bietet!
Den Reißverschluss trage ich hinten statt seitlich, so fällt die Assymmetrie nicht so auf, die sich durch die siebte Rockbahn leider ergibt und die man oben auf den Fotos an der Puppe sehen kann.
Die Falten geben dem Rock Stand und Volumen, das gefällt mir sehr gut!

Und der weite Rocksaum schwingt SOO schön:
Mit dem Partyrock ist somit wieder einmal ein besonderes Kleidungsstück mit dem gewissen Pfiff in meinem Kleiderschrank eingezogen. Den Rock werde ich sicher häufig tragen, denn er ist schlicht und bequem. Vielleicht folgt noch eine Sommerversion (diesmal mit korrekt gedrucktem Quadrat und nur mit sechs Bahnen - einen Stoff hätte ich schon im Visier.

Für die Stoffdiät schlägt der Rock mit 2.50 Metern zu Buche. Außerdem habe ich damit meine Nähfaulheit überwunden, die mich immer Anfang des Jahres befällt. Tschakaa!

Damit mir der Schwung nicht verloren geht, habe ich für den Februar dieses Projekt aus anthrazit gemustertem Viskossejersey vor:


Verlinkt zu
Memademittwoch
12x MeMade - Januar von Chrissy










Mittwoch, 13. Dezember 2017

Eine wahre Heldin

Am vergangenen Freitag ist das neue Schnittmuster von Crafteln erschienen:
Die Heldinnentasche nach der Paniertasche von stokx.
Und ich durfte zum ersten Mal Probenähen.
Was war ich aufgeregt! Also eine Tasche in diesem Fall. Nach meinen sehr guten Erfahrungen mit den Stokx-Schnitten durch das Ninja-Kleid und den Stadtmantel war ich sicher, dass das Design auf jeden Fall durchdacht sein würde- eine tolle Tasche würde das werden!

Bei einem Ausflug nach Berlin entschied ich mich bei Frau Tulpe für Softshell in grau und kaufte gleich das Zubehör mit dazu: einen doppelten Reißverschluss, eine Schnalle, Gurtband und Leiterschnallen. Im Crafteln-Shop gibt es dieses Zubehör, insbesondere eine drehbare Steckschnalle, gleich zu kaufen, was ich extrem praktisch finde. Ich war nämlich vorher schon in einigen anderen Läden und fand nie das, was mir vorschwebte.


Der Schnitt kommt, wie alle Crafteln-Schnitte als pdf zum Selbstausdrucken und als Datei zum Plotten. Es sind nur wenige Teile zum Zuschneiden, man kann also recht schnell loslegen.
Das Nähen der Tasche ist schon etwas anspruchsvoller, es gibt Kappnähte, französische Nähte, einzuschlagende Säume...


Im Team Crafteln wurden aber alle Unklarheiten, technischen oder Verständnisprobleme schnell und kompetent miteinander gelöst, und am Ende ist es mit der Heldinnentasche wie mit allen Schnitten von Meike:
Es wird super. Es wird schnörkellos. Es wird praktisch. Genau meins.

Und die fertige Anleitung ist mit detaillierten Beschreibungen, Grafiken und Tutorials ausgestattet, so dass man gut zurechtkommt.

Mit meinem Softshell hatte ich allerdings etwas zu kämpfen. Ich habe das Material noch nie vernäht, und an den kniffligeren Stellen, wo mehrere Lagen Stoff aufeinandertreffen, streikte meine Nähmaschine. Softshell gibt zwar einen schönen Stand, aber ganz uneingeschränkt kann ich es für die Tasche nicht empfehlen.

Jedenfalls fühlte ich mich am Ende des Nähens, als alle Widrigkeiten bezwungen waren, wie eine echte Heldin. Insofern bin ich mit der Namensgebung von Meike absolut einverstanden.

Im Alltag bewährt sich die Tasche ebenfalls heldenhaft.
Die Heldinnentasche trägt sich dank des verstellbaren Schulterriemens diagonal am Körper, und so hat man die Hände frei für alle Gelegenheiten.
Vorne ist ein großes offenes Fach, das ich die "Futterluke" nenne. Dahinein passen alle Dinge, die man schnell verstauen oder schnell zur Hand haben möchte. Ich packe bevorzugt meine Einkäufe hinein. Außerdem mein Frühstück, die Handschuhe...
Ich habe das Fach mit einem starken Magnetverschluss versehen, damit es nicht zu sehr aufklaftt. Rausfallen würde auch ohne extra Verschluss nichts,  denn das Fach bietet genügend Tiefe.
Zusätzlich habe ich mir einen Karabiner eingenäht, an dem ich meinen Schlüssel befestige. Der Geldbeutel wandert in das Reißverschlussfach (hier überzeugt das designerische Knowhow von Stokx, der Reißverschluss öffnet zu beiden Seiten und ist damit immer greifbar - egal, ob die Tasche rechts oder links getragen wird). Das Handy kommt in die Handytasche - alles ist sicher verstaut und dennoch leicht greifbar und jederzeit im Zugriff.

Auch wenn die Tasche richtig vollgepackt ist, trägt sie sich immer noch angenehm. Ich hatte sie neulich mit auf einem Messetag, und mit einer großen Wasserflasche, immer mehr Prospekten und Give-Aways beladen, und das hat die Heldin klaglos gemeister. Heldenhaft eben.


Ich bin wirklich überzeugt von meiner Heldin. Und es wird nicht die letzte sein, Material für die nächste liegt schon bereit:


Weitere Modellbeispiele aus dem Probenähteam findet ihr bei Meike, und in der laufenden Blogparade.
Hier die Beispiele vom Samstag, 10. Dezember: die beiden Titelmodelle von Nähkatze und von Patchworkangel(a).
Am 12. Dezember: Tina, Sophie und Mücke.
Heute, am 13. Dezember wird außer meiner noch die Heldin aus der Ostenfelder Nähstube gezeigt.

Weitere Veröffentlichungen folgen zu diesen Terminen:

Donnerstag, der 14.12.:
Mariabarbara, Patchworkangel(a), Chris’Nadelspiele, Strickprinzessin und Birgit

Dienstag, der 19.12.
Naehkatze, Chris’Nadelspiele, Ejas Freudentränen

Donnerstag, der 21.12.
BirgitMariabarbara und Wiebke
Mein Beitrag wandert außerdem zum After Work Sewing und zu Taschen und Täschchen.










Mittwoch, 29. November 2017

Ninja!

Nach meinem erhebenden Näherlebnis mit dem Stadtmantel von Crafteln war ich so begeistert von den Schnitten , dass ich mich gleich auf den nächsten Schnitt aus der Kollektion von Stokx gestürzt habe: Das Ninja-Kleid.

Dafür habe ich mir diesen wunderschönen Jacquard von Traumbeere gegönnt:
 Den hatte ich schon für meinen Vogelmantel vernäht und war begeistert von der Qualität. Ganz sicher, ob sich der etwas dickere Stoff für den weich fallenden Kragen des Kleides eignen würde, war ich allerdings nicht.


Versuch macht kluch, sagt man hier im Norden, und so machte ich mich an den Zuschnitt. Empfehlung: Den Schnitt unbedingt plotten lassen! So kann man nicht nur direkt aus dem festen Plot-Papier den Schnitt ohne Kopieren gleich ausschneiden, sondern hat auch keinen Ärger beim Zusammenkleben der Teile. Wie ihr oben sehen könnt, sind die nämlich nicht ganz klein, und so stellt der Zuschnitt zumindest platzmäßige Herausforderung dar. Was aber einen Hauch Glamour verleiht ist, dass Crafteln alle Schnitte personalisiert. Auf dem Schnitt und auf der Anleitung steht "exclusif für ..." - das gibt der Sache doch gleich ein bisschen Glanz, finde ich!

 Die zugeschnittenen Einzelteile wurden zusammen mit dem übrigen Handwerkszeug und dem Maschinenpark ins Auto geladen, denn genäht wurde bei Frau Dashabichselbstgemacht zusammen mit Frau Kape Anlumi.

Und tatsächlich schaffte ich neben dem Pflichtprogramm, einem T-Shirt, auch das komplette Ninja-Kleid zu nähen. Denn das ist wirklich gar nicht schwer.

Die Kapuzennaht habe ich, abweichend von der Anleitung, mit einer französischen Naht genäht, damit es auch von innen sauber aussieht. Ansonsten habe ich brav nach Anleitung genäht und überhaupt keine Probleme.


Nach eingehender Beratung mit den beiden Nähfreundinnen wurde entschieden, die Ärmel nach außen umzuschlagen, um die schöne rote Rückseite sichtbar zu machen. Abends um halb neun wurden dann auch noch die letzten Zierstiche an den Ärmeln angebracht, und das Kleid war fertig.
 
Eine Sache muss ich allerdings anmerken - es fällt SEHR groß aus. In der Anleitung stehen die Körper- und die Fertigmaße des Kleidungsstücks sowie die Anmerkung, die Größe nach Brustumfang auszuwählen. Die danach ermittelte Größe 4 war sehr sehr weit. Größe 3 hätte es locker getan, und so hatte Sabine einige Arbeit mit mir beim Abstecken. Glücklicherweise ist der Schnitt aber so angelegt, dass man Anpassungen sehr leicht vornehmen kann.

Gleich am nächsten Tag wurde das Kleid ausgeführt. Zum Mittagessen nach Gut Basthorst im Lauenburgischen (ja, "das Gut von Vicky Leandros").
 
Die Vorbereitungen zu den Weihnachtsbasaren waren schon in vollem Gange (s. die große Tanne links am Bildrand, die aufs Aufstellen wartet), aber an dem Tag war es noch menschenleer, und so konnte ich das erste Mal das Gut abseits von den sonst üblichen Besuchermassen erforschen. Eine Kulisse für die "Modefotos" war schnell gefunden:



Die Wiese war leider sehr sumpfig, und mit meinen Absätzen piekste ich lustig Löcher in den Boden, die gleich mit Wasser volliefen. Der Wind spielte auch ab und zu lustig mit, deshalb sehe ich ein bisschen verwegen aus. 

Aber das Ninja-Kleid gefällt mir gut. Der Stoff hält schön warm und fällt trotzdem schön am Hals. Und er hat die für meinen Geschmack genau richtige Stabilität, um nicht "fipsig" zu wirken.

Ach ja, und warum es Ninja-Kleid heißt, seht ihr hier:

Nachdem es beim Fotografieren doch recht kalt und ungemütlich geworden war, gab es zur Belohnung ein ganz leckeres Mittagessen in der Gutsgaststätte.

Man sitzt da ganz urig in ehemaligen Pferdeboxen und hat neben einer kleinen feinen Speisekarte auch die Auswahl aus einem reichhaltigen Spirituosenangebot, das auch gutseigenen Whisky beinhaltet.
 Ein gelungener Sonntagnachmittag mit gelungenem Kleid, das ich sicher oft und gerne tragen werde. Auch ein Shirt werde ich unbedingt noch nach dem Schnitt nähen (diesmal aber gleich eine Größe kleiner) - erst einmal kommt aber das Weihnachtskleid, zu dem uns die Crew vom MeMadeMittwoch wieder eingeladen hat.

Dort gehe ich jetzt auch einmal luschern, was die anderen Damen heute zeigen. Im Eröffnungspost zeigt uns Wiebke heute ein Hemdblusenkleid und beschreibt ihre Nöte bei den Anproben. Ich glaube, so oder ähnlich kennt das jede von uns!
Habt einen schönen Tag!














Mittwoch, 15. November 2017

Haupt - Stadtmantel

Im letzten Herbst hat Crafteln den Schnitt für den Stadtmantel in ihrem Schnittmusterkiosk aufgenommen. Von Beginn an fand ich diesen Schnitt wunderbar, insbesondere die figurnahe Form und der schwingende Rockteil (heißt das bei einem Mantel eigentlich so?)

Zum Sew-Along habe ich es nicht geschafft, obwohl ich im März bereits den Schnitt und auch den passenden Walkstoff (Farbe: "Pflasterstein") gekauft hatte. Im Mai, beim Nähtreff auf Schloss Noer, habe ich den Mantel bei Nähkatze erstmals live gesehen, und spätestens dann war der Vorsatz gefasst: Zum Herbst muss ich einen Stadtmantel haben!

Den Schnitt habe ich plotten lassen - bei den vielen Schnittteilen ist das angeraten. Vorteil: Man kann gleich die passende Größe ausschneiden, und muss nicht extra abpausen. Meine Variante ist die mit den Teilungsnähten - im Schnitt ist aber auch noch eine weitere mit Abnähern auf den Vorderteilen enthalten.
Das Nähen fand ich im Großen und Ganzen nicht schwierig.
Die Anleitung ist gut nachvollziehbar, und wenn etwas nicht klar ist, kann man in den Folgen des Sew-Alongs Hilfe finden.
Meine erste Herausforderung war das Befestigen der Taschen auf den Vorderteilen. Dicker Walk, versehen mit Futterstoff, wie sollte ich das wohl nähen?
Die Antwort hatte Frau Crafteln persönlich parat: Kantenumschlingend!
Das machte meine kleine treue Nähmaschine ganz fein und klaglos: Problem gelöst!

Die nächsten Schritte nähten sich problemlos weg, und ganz wunderbarerweise fügten sich die vielen Knipse ganz von selbst aneinander.
Beim Mantel sind nur die Schulterpartie und die Ärmel gefüttert, so dass beim Anziehen gut "rutscht": ganz clever, wie ich finde - auch wenn mir die vigeliensche Weise, wie die Ärmel gefüttert wurden, diverse Knoten ins Hirn zauberte. Doch schließlich war auch diese Hürde genommen.

Beim Verstürzen des Kragens musste ich noch einmal etwas überlegen, konnte aber auch das sehr gut meistern. Den Kombistoff habe ich in meiner Vorratskiste gefunden - es ist ein Baumwollstoff, der eigentlich eine Tischdecke werden sollte. Die wird nun etwas kürzer, denn der bunte Gegensatz zum grauen Walk gefiel mir ausgesprochen gut, ebenso wie der knallpinke Futterrest, aus dem ich genau die benötigten Futterstücke herausbekam.

Und hier ist er nun, mein Stadtmantel: 

Geschlossen wird der Mantel mittels Druckknöpfen. Inzwischen habe ich von verschiedenen Stadtmantel-Näherinnen gehört, dass das Anbringen der Druckknöpfe das Schlimmste am ganzen Mantel war, was ich nur bestätigen kann.
Aber nützt ja nix - und irgendwann war auch das überstanden.

Damit das Grau nicht so eintönig und trist aussieht, habe ich über eine Zufallsbekanntschaft aus Instagram, der lieben Alexandra von Knopfsachen, Knöpfe machen lassen. Ganz genau abgestimmt auf die Farben des Belegstoffs - sind die nicht toll?
Sie sind allerdings nur außen aufgenäht und erfüllen keine andere Funktion als Zier zu sein.
Das aber ausgesprochen gut, wie ich finde.


Die Tragefotos sind am verganenen Samstag in Berlin entstanden, als ich zu einem Stricktreffen mit Frau Maschenfein gefahren bin. In der Nähe des Veranstaltungsortes fand sich eine hübsche bordeauxfarbene Wand, die sich perfekt eignete als Kulisse. 
Ich muss sagen, von der Passform bin ich wirklich begeistert. Ich musste zwar die Länge kürzen, aber ansonsten keinerlei Anpassungen vornehmen. Sogar die Ärmellänge passte, die Taschen sind genau, wo ich sie brauche - und ich bin einfach superglücklich mit meinem Mantel!

Einen großen Lacher gab es allerdings kurze Zeit nach Entstehen der Fotos, als wir ein Stück weiter gelaufen waren und sehen konnten, was diese schöne bordeauxfarbene Wand eigentlich darstellte:


Und noch absurder, als ein Haus mit dem Bild rohen Fleisches zu bemalen finde ich die Aufschrift, die oben auf dem Messer geschrieben ist: "Berlin 1961 - 1989". Die Teilung als Carpaccio? Interessant.

Dieses Haus steht an der Bernauer Straße bei der Gedenkstätte Berliner Mauer, die wir bei der Gelegenheit (und weil sie so kommod am Weg zum Treffpunkt lag) besucht haben.
Wer die Gedenkstätte noch nicht kennt: unbedingt mal anschauen. Wo einst die Mauer entlangführte, stehen heute Metallstelen, und an verschiedenen Stationen kann man sich über verschiedene Aspekte des Mauerbaus und der Teilung informieren. An jeder Station gibt es dazu auch Audiodokus mit Interviews von Zeitzeugen. Wirklich interessant - und mit fast 30 Jahren Abstand zum Mauerfall für mich kaum noch vorstellbar, dass es diese grausame Grenze mitten in der Stadt und quer durchs Land wirklich einmal gegeben hat.


Passend zum Mantel und zur kalten Jahreszeit habe ich mir auch noch einen Schal gestrickt, den ich "Stadtschal" getauft habe. Aus ganz edlem Mohair-Seidengemisch und nach einer eigenen Anleitung, die in den nächsten Tagen erscheinen wird. Wer Lust hat, darf gern nachstricken!

Stadtmantel und -schal verlinke ich nun beim Me-Made-Mittwoch. Ob es noch andere Wintermäntel zu sehen gibt?